[Rezension] Die Zitronenschwestern

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Titel Die Zitronenschwestern
Reihe
Band Einzelband
Autor Valentina Cebeni
Übersetzer Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Die Zitronenschwestern
Die Zitronenschwestern

Bücher, die wie Die Zitronenschwestern, in Italien spielen treffen ja alleine schon wegen des Handlungsortes meinen Geschmack. Wenn dann aber noch Geheimnisse und in der Vergangenheit liegende Ereignisse hinzukommen, bin ich selig.

Der Prolog des Romans entführt den Leser in das Italien im Jahr 1940. Zwei junge Frauen und ihre enge Freundschaft stehen im Fokus der Betrachtung. Als Setting wird ein Kloster auf einer italienischen Insel vorgestellt, in dem die beiden jungen Frauen leben. Die eine Frau als Novizin, die andere als Bäckerin. Es folgt ein Zeitsprung von über 40 Jahren. Die Protagonistin von Die Zitronenschwestern, die Tochter der Bäckerin, steht vor den Scherben ihrer Existenz und macht sich auf eine Reise auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

Mein Leserherz war in Die Zitronenschwestern hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben

Elettra hat mir als Protagonistin nur bedingt gefallen. Ich verstehe die Verbitterung und die Wut, die sie ihrer Mutter tief in ihrem Inneren wegen all der Geheimnisse gegenüber hegt, aber nicht alles lässt sich so einfach darauf abwälzen. In meinen Augen hat es sich Elettra stellenweise zu einfach gemacht, indem sie ihre Mutter als Schuldige inszenierte. Selbst dann, wenn es Elettras eigenes Verhalten war, das alles ruinierte. An diesen Stellen hätte ich sie gerne geschüttelt. Mein Leserherz war an dieser Stelle aber hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben.

Die Handlung führt Elettra auf den Lebensweg ihrer Mutter zurück zu jenem besonderen Kloster. Die Bewohnerinnen der Gegenwart der Handlung haben mir alle gut gefallen. Auch sie hüten viele Geheimnisse, die für spannende Momente aber auch unnötiges Leid sorgen. Interessant ist die Auflösung all dieser Geschichten, die stückchenweise das große Ganze freilegen.

Besonders toll an Die Zitronenschwestern fand ich im Übrigen die Bedeutung von Gebäck und Essen. Elettra ist ebenso wie ihre Mutter Edda eine herausragende Bäckerin und ihre Rezepte sind zwischen den Kapiteln abgedruckt. Bei Gelegenheit muss ich man einige davon ausprobieren und nachbacken.

Alles in allem bin ich mit dem Roman zufrieden. An einigen Stellen hätte mir Elettra ein wenig gradliniger und weniger engstirnig sein können, dennoch konnte mich die Geschichte vierer Frauen sehr gut gefallen.


[Rezension] Die Fährmannstochter

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Titel Die Fährmannstochter
Reihe Myntha-Romane
Band 1. Band
Autor Andrea Schacht
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung
Die Fährmannstochter
Die Fährmannstochter

Mir Bücher zu schenken, die ich nicht schon selbst gelesen, von ihnen gehört oder sie ungelesen zu Hause rumliegen habe, ist ziemlich schwer. Mein Freund hat es mit Die Fährmannstocher aber geschafft, mir einen aktuellen historischen Roman zu schenken, der mich von sich begeistern konnte. Der Vorteil für ihn – und mich! – Die Fährmannstocher ist der Auftaktband einer Reihe!

Protagonistin der Geschichte ist die junge Fährmannstochter Myntha, die nach einer Rettung aus den Fluten des Rheins als Wiedergängerin gefürchtet wird. Als dann während Mynthas Anwesenheit das Kloster, in dem sie untergebracht war, brennt, stehen die Schuldigen für die Gemeinschaft schnell fest. Dass hinter dem Brand jedoch mehr steckt, als alle ahnen, entdeckt Myntha im Verlauf der Handlung.

Die Fährmannstochter bietet einen breit gefächerten Plot mit facettenreichen Figuren

Generell bietet Die Fährmannstochter einen sehr weit gefassten Plot, der nicht nur Myntha in die Erzählperspektive rückt, sondern auch weitere Figuren, die mir beim Lesen gut gefallen haben. Vor allem der Rabenmeister konnte mein Leserherz mit seiner mürrischen Art und Weise von sich überzeugen. Die Romantikerin in mir hofft ja insgeheim, dass der geheimnisvolle Rabenmeister und die eigenwillige Myntha sich im nächsten Teil ein wenig näher kommen.

Aus Sicht der historischen Authentizität bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Die Lebensumstände der Menschen sind sehr realistisch dargestellt und vor allem die abergläubischen Vorurteile der Bevölkerung und Kirchengemeinde sind sehr gut dargestellt. Auch sprachlich konnte mich Die Fährmannstochter von sich überzeugen, da die Ausdrucks- und Denkweise der Menschen sehr ansprechend gestaltet waren. Statt erzwungen altertümliche Begriffe zu verwenden hat die Autorin die perfekte Balance aus älteren Worten, angemessenem Satzbau und modernen Ausdrücken gefunden. Somit war das Lesen des Romans aus keiner Sicht befremdlich, sondern angenehm leicht und flüssig.

Myntha ist eine perfekte Mischung aus Moderne und Mittelalter

Myntha ist eine Protagonistin, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Sie ist ebenso wie die Sprache der Geschichte eine perfekte Mischung aus Moderne und Mittelalter. Modern deshalb, weil sie eigenwillig und selbstbewusst ist, mittelalterlich, weil sie sich trotz allem in ihre Rolle als Frau und Tochter fügt.

Alles in allem habe ich Die Fährmannstochter sehr genossen und freue mich schon darauf, das nächste Buch mit Myntha als Protagonistin in Händen zu halten.

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[Rezension] Die Unglückseligen

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Titel Die Unglückseligen
Reihe
Band Einzelband
Autor Thea Dorn
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaus Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Zeitgenössischer Roman
Preis 24,99€ [RE]
Seitenzahl 558 Seiten
Bewertung
Die Unglückseligen
Die Unglückseligen

Als Germanistin hatte ich hohe Erwartungen an Die Unglückseligen von Thea Dorn, das ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal bekommen habe. Leider konnten mich Die Unglückseligen trotz allem Potenzial nicht so von sich überzeugen, wie ich es mir gewünscht habe.

Das Cover lässt – nach dem Lesen – einige Rückschlüsse auf den Inhalt des Romans zu. In Die Unglückseligen geht es um die Molekularbiologin Johanna Mawet, die auf Johann Wilhelm Ritter, einen Physiker der Goethezeit, trifft. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Sterblichkeit des Menschen abzuschaffen. Hier schließt sich der Kreis zum Cover, denn zu sehen ist eine Frau, die ein Skelett umarmt. Es kommt ein wenig ein Vanitasgefühl rüber.

Die Unglückseligen: Faustmythos ohne Teufelspakt

Auf dem Buchumschlag wird Thea Dorns Werk damit beworben, den Faustmythos aufs Neue zu erzählen. Daher rührten als Germanistin meine hohen Erwartungen, die so leider enttäuscht wurden. Zwar hat Ritter eine im höchsten Maße romantische Seele und ermöglicht dem Leser spannende Einsichten, aber mit dem Faustpakt an sich hatte die Handlung des Romans für mich leider nicht viel gemein.

Zwar kommt der Teufel in sprachlich gefeilten und sehr gewitzten Passagen zu Wort, in Erscheinung tritt er jedoch nie. Ich persönlich muss zudem zugeben, dass ich eine Freundin Mephistos aus Goethes Faust I bin und seine sarkastisch-humoristischen Bemerkungen in der 11. Klasse mit größter Begeisterung verschlungen habe.

Da der Faustpakt ja eben durch einen Handel mit dem Teufel begründet liegt, störte mich das Fehlen ebendieser Figur am meisten in Die Unglückseligen. Ritters Zustand, der einmal beschrieben und wirklich spannend dargestellt ist, wird mir unzureichend erklärt.

Thea Dorns Die Unglückseligen ist ein sprachliches Meisterwerk

Sprachlich hingegen ist Thea Dorns Roman ein Meisterwerk. Selten habe ich so viele verschiedene Schreibstile so gekonnt in einem Buch gefunden wie in Die Unglückseligen. Besonders optisch machen diese Wechsel im Erzählstil etwas her, da von Fraktur bis Comicstil alles dabei ist. Besonders niedlich fand ich die Passage mit der Fledermaus.

Die Unglückseligen Fledermaus
Die Unglückseligen Fledermaus

Man spürt an jeder Stelle des Romans, dass sich die Autorin unfassbar gut in die Romanthematik eingearbeitet hat. Ritter war ein echter Denker der Goethezeit und Johannas Forschung wurde so detailliert erklärt, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Vor allem Ritters Schilderungen der Physik und Forschung in der Goethezeit empfand ich als sehr ansprechend.

Alles in allem kann ich euch Die Unglückseligen als anspruchsvolle Lektüre empfehlen, die vor Intertextualität und Wissen nur so sprüht. Wer einen klassischen Faust mit Teufelspakt erwartet, wird meiner Meinung nach bis zum Schluss ein wenig enttäuscht vergebens auf den Auftritt des Teufels warten. Dafür erhält man als Leser einen Roman voller Tiefgang, der einen wirklich zum Denken anregt.

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[Monatsstatistik] September 2017

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Hallöchen ihr Lieben und willkommen zur Monatsstatistik für September 2017.

Der September war voller aufregender Dinge. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und dafür hatte ich sehr viel zu tun. Daher kam ich leider im September nicht so sehr zum Lesen, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber hey, vier Bücher sind vier Bücher. Legen wir los mit der Statistik.

Gelesene Bücher

048. „Die Unglückseligen“ von Thea Dorn
049. „Die Fährmannstochter“ von Andrea Schacht
050. „Die Zitronenschwestern“ von Valentia Cebeni
051. „Der Palast der Borgia“ von Sarah Dunant

Aus drei Büchern, die ich im September begonnen habe, ein Highlight auszuwählen, von denen zwei in Italien spielen aber alle historische Romane sind, ist wirklich schwer. Ich hatte an allen drei Geschichten großen Spaß. An Die Zitronenschwestern haben mir Plot, Setting und Rezepte sehr gut gefallen. Die Fährmannstochter konnte mich aufgrund ihrer Historizität von sich überzeugen. Ich warte gespannt auf Band zwei. Zum Highlight würde ich allerdings Der Palast der Borgia küren. Authentisch, historisch, spannend, faszinierend – das Buch hat es mir einfach angetan!

Im August hatte ich Die Unglückseligen begonnen und wusste, dass es hierbei um ein anspruchsvolles Buch handelt, wenn es um Sprache und Inhalt geht. Ich hatte mich sehr auf einen Faustpakt gefreut und war umso enttäuschter, als sich der Teufel nur sprachliches Beiwerk herausstellte, der mit der Geschichte an sich nichts gemein hat. Wieso man das Buch dann als Neuauflage des Fauststoffes bewirbt, ist mir unklar. Oder habe ich eine Stelle überlesen, die Aufschluss darüber gibt? Schreibt es mir gerne in die Kommentare, denn das Thema beschäftigt mich sehr. Dementsprechend sind Die Unglückseligen mein Monatsflop.

Neuzugänge

Diesen Monat habe ich nicht einen Neuzugang zu verzeichnen gehabt. Zumindest nicht, dass ich mich erinnern könnte. Aber ihr wisst ja: Bei Büchersüchtigen wie uns, vergisst man die eine oder andere neue Errungenschaft. Bei mir kommt hinzu, dass sich privat gerade einiges ändert und ich keinen hundertprozentigen Überblick habe.

Challenges

Buchkultur-Challenge: unverändert, aber nicht vergessen!
Serienkiller-Challenge: + 0 Reihen beendet, 0 begonnen // 4 Reihen aktiv, 3 Reihen aktuell, 5 Reihen beendet
SuB Challenge Herbst: + 4 Aufgaben erfüllt // 4/20 Aufgaben erfüllt
Weltenbummler-Challenge: + 22 Punkte // 179 Punkte
Wortmagies High-Fantasy-Challenge: + 0 Aufgaben // 14/30 Aufgaben gelöst

Im September ist die SuB Herbst Challenge dazu gekommen, bei der man mit Hilfe von 20 Aufgaben, 20 verschiedene Bücher von seinem TBR befreien soll. Im September ist mir das auch ganz gut gelungen, immerhin konnte ich vier Bücher befreien. Die anderen Challenges laufen stabil weiter, allerdings kommt es immer mal wieder zu längeren Durststrecken, was die Punkte angeht.

Leseliste Oktober

Von meiner September-Leseliste habe ich lediglich zwei von zehn Büchern gelesen.

001. „Evermore – Die Unsterblichen“ von Alyson Noël
002. „Evermore – Der blaue Mond“ von Alyson Noël
003. „Evermore – Das Schattenland“ von Alyson Noël
004. „Evermore – Das dunkle Feuer“ von Alyson Noël
005. „Die rote Königin“ von Victoria Aveyard
006. „Die Geschichte der Einsamkeit“ von John Boyne
007. „Der italienische Garten“ von Alyson Richman
008. „Willkommen in der Provence“ von Brigitte Guggisberg
009. „Der Himmel über Palermo“ von Constanze Neumann [RE]
010. „Elefant“ von Martin Suter

Was habt ihr im September so gelesen? Welche Buchempfehlungen habt ihr für mich?

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[Rezension] Ewiglich die Liebe

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Titel Ewiglich die Liebe
Reihe Ewiglich-Trilogie
Band 3. Band
Autor Brodi Ashton
Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Illustrator
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 17,95€
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Ewiglich die Liebe
Ewiglich die Liebe

Nachdem ich Ewiglich die Sehnsucht und Ewiglich die Hoffnung verschlungen habe, musste ich Ewiglich die Liebe einfach direkt hinterherschieben. Ich musste das Ende der Geschichte um Nikki, Jack und Cole kennen und kann euch verraten, dass ich sehr zufrieden bin.

Der Beginn von Ewiglich die Liebe ist das Ende von Ewiglich die Hoffnung, in der Cole Nikki die unfassbare Eröffnung macht, dass Nikki sich aufgrund einiger Handlungen im Ewigseits nun selbst in eine Ewigliche verwandelt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich unfassbar sauer und wütend war, da ich Cole nicht für ein solches Arschloch gehalten hatte. Da Nikki es ausschließt, jemals eine Unsterbliche zu werden, fasst sie gemeinsam mit Jack den Plan, die Unterwelt zu zerstören.

Allerdings ist das nicht so einfach, wie die beiden sich das erhofft haben. Nicht nur fehlen ihnen die nötigen Informationen, auch macht Cole ihn einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Die Spannung der Handlung resultiert aus dem Zeitdruck, den Nikki hat. Denn ihre Verwandlung geschieht in einem nicht bekannten Zeitfenster, innerhalb dessen sie agieren muss bevor es zu spät ist.

Cole konnte mich mit seiner neuen Seite überraschen

Was mich allerdings besonders gefreut hat, war Cole von einer anderen Seite kennenzulernen. Durch bestimmte Begebenheiten entdeckt man eine neue Seite an der Figur, die bisher sehr ichbezogen und eigennützig agiert hat. Dadurch konnte ich ihn wesentlich mehr in mein Leserherz schließen. Nikki und Jack haben mir nach wie vor gut gefallen. Beide sind durch ihre Erfahrungen stärker geworden und an ihnen gewachsen statt an ihnen zu zerbrechen. Das befürchtete Liebesdreieck hat hier eine ganz andere Form als man es sonst aus Jugendbüchern gewohnt ist, was ich sehr erfrischend fand.

Ewiglich die Liebe ist ein Buch mit tollem Plot, super Figuren und spannenden Wendungen

Der Plot ist auf eine große Konfrontation gegen Ende des Buchs ausgelegt. Alle Handlungen und Entscheidungen führen das Trio in Ewiglich die Liebe auf den Klimax zu, der trauriger war als ich es erwartet hätte. Ich hatte tatsächlich ein paar Tränchen in den Augen.

Ewiglich die Liebe ist ein toller Abschlussband mit einer schönen Charakterentwicklung, spannenden Wendungen, einem überzeugenden Plot und einem tollen mythologischen Setting. Ich kann euch die Ewiglich-Reihe wirklich ans Herz legen. Vor allem das Ende konnte mich überzeugen, da es überraschend emotional und berührend war.

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[Rezension] Ewiglich die Hoffnung

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Titel Ewiglich die Hoffnung
Reihe Ewiglich-Trilogie
Band 2. Band
Autor Brodi Ashton
Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Illustrator
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 17,95€
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung
Ewiglich die Hoffnung
Ewiglich die Hoffnung

Nachdem ich Ewiglich die Sehnsucht innerhalb weniger Tage verschlungen habe war mir klar, dass ich Ewiglich die Hoffnung direkt hinterher lesen muss. Zum Glück hatte ich alle drei Bände zuhause, sodass ich direkt weiterlesen und mit Nikki, Jack und Cole mitfiebern konnte.

Ewiglich die Hoffnung setzt nach dem großen Cliffhanger des ersten Teils an. Jack ist für Nikki in die Tunnel gegangen und hat Nikki somit befreit. Sie ist keine Spenderin mehr. Doch in Nikki keimt ein Plan, von dem nichts und niemand sie abbringen könnte: Sie will Jack aus dem Ewigseits retten. Allerdings braucht sie dafür Coles Hilfe. Die Suche nach Jack und das Recherchieren von Informationen habe ich als sehr spannend, aber auch bedrückend empfunden. Nikki leidet sehr unter Jacks ritterlichem Akt der Hilfe. Daher ist Nikkis Verzweiflung im zweiten Teil allgegenwärtig und schier greifbar.

Der Weltenaufbau ist spannend und ausgeklügelt

Während der Suche erfährt man als Leser auch mehr über das Ewigseits, was ich persönlich sehr interessant und faszinierend fand. Zunächst geht es um die Definition des Ewigseits, die aus diversen Kulturen und Unterweltvorstellungen einen Teil zu nutzen scheint. Das Ewigseits ist eine Mischung aus Elysium und Hölle. Ein Zustand des ewigen Status Quo, sofern genügend Energie fließt. Vor allem der geografische Aufbau war für mich interessant, da mich die grundlegende Struktur verstärkt an Dantes Hölle erinnerte, die ebenfalls in Ringen organisiert ist. Ihr merkt, das Ewigseits bietet genügend Anknüpfungspunkte für intertextuelle Bezüge.

Ewiglich die Hoffnung ist ein solider und faszinierender zweiter Band

Innerhalb von Ewiglich die Hoffnung geschehen einige Dinge, die für mich unerwartet kamen und mich sehr negativ überrascht haben. Besonders eine Wendung hatte für mich den faden Beigeschmack von Verrat, verwundert mich rückblickend aber nicht sonderlich. Dafür gab es aber auch eine höchst erfreuliche Überraschung, die mir die Freudentränen in die Augen trieb. Die kleine Romantikerin in mir ist sehr zufrieden gewesen.

Alles in allem war Ewiglich die Hoffnung ein starker zweiter Band, der für mich weniger ein Lückenbüßer bis zum furiosen Finale darstellte wie in anderen Trilogien. Natürlich nimmt an dieser Stelle die Handlung zum Ende im dritten Teil an Fahrt auf, Handlungsstränge werden verknüpft und begründet, aber der zweite Teil hatte auch eine eigenständige Handlung. Zudem wird durch die Geschehnisse in Band zwei die Grundlage für den Abschlussband gelegt.

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[Rezension] Ewiglich die Sehnsucht

2 Kommentare
Titel Ewiglich die Sehnsucht
Reihe Ewiglich-Trilogie
Band 1. Band
Autor Brodi Ashton
Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Illustrator
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 17,95€ [5€ als Mängelexemplar]
Seitenzahl  384 Seiten
Bewertung  
Ewiglich die Sehnsucht
Ewiglich die Sehnsucht

Lange bin ich um Ewiglich die Sehnsucht von Brodi Ashton herumgeschlichen, weil ich Angst hatte, die Bücher könnten mir aufgrund des Hypes nicht gefallen. Als der erste Band der Ewiglich-Reihe im Hugendubel als Restposten verkauft wurde, musste ich einfach zuschlagen und kann euch sagen: Ich habe es nicht bereut.

In Ewiglich die Sehnsucht geht es um Nikki, die aus einem mythischen Zwischenreich an die Oberwelt zurückkehrt und sich wieder an ihr altes Leben gewöhnen muss. Der Haken an der Sache: Ihre Zeit ist begrenzt. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, dessen Ausgang eigentlich sehr klar zu sein scheint. Kombiniert mit vielen Rückblicken, die zwischen die Handlungskapitel gepackt wurden, wird eine enorme Spannung erzeugt, die einen Sog in Richtung Buchende entwickelt, der mich vollkommen packen konnte.

Die mythologischen Elemente hatten ebenfalls einen besonderen Reiz auf mich ausgeübt. In Ewiglich die Sehnsucht legt die Mythologie die Struktur der geheimen Welt fest. Die Weltenkonstruktion war in sich stimmig und schlüssig sowie geheimnisvoll und spannend.

Die Figuren in Ewiglich die Sehnsucht haben Biss, Herz und Humor

Nikki hat mir als Protagonistin wirklich gut gefallen. Zu Beginn der Geschichte ist Nikki aufgrund ihrer Nährung verstört und kraftlos. Sie kämpft sich zurück in ihren Alltag und verzehrt sich nach ihrer großen Liebe Jack. Aber auch zu Cole hat Nikki eine besondere Verbindung. Alles in dem Roman schreit geradezu nach Dreiecksbeziehung! Jack war ein sehr imponierender Charakter. Er ist verbissen und hartnäckig und lässt sich von Nikki nicht so leicht abservieren. Er hilft Nikki dabei, nach einem Ausweg aus ihrer aussichtslosen Lage zu suchen. Cole mochte ich allerdings auch ziemlich. Er ist nicht so liebenswürdig wie Jack, aber er hat Humor. Und irgendwie kann ich ihn ein kleinwenig verstehen.

Idee, Setting und Plot in Ewiglich die Sehnsucht konnten mich vollkommen überzeugen

Der Plot des ersten Bands ist sehr spannend. Ich muss ja zugeben, dass ich weder Klappentext noch Zusammenfassungen gelesen habe, sonst hätte ich mir das Ende von Band eins selbst zusammenreimen können. Es ist nun auch nicht wirklich sonderlich überraschend, aber es ist dennoch herzzerreißend. Deswegen war ich am Ende vollkommen verstört und musste direkt zu Band zwei greifen, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Alles in allem ist Ewiglich die Sehnsucht ein toller Auftaktband, der die Figuren sehr ausführlich vorstellt und in den Plot sowie das Setting einführt. Das Setting ist ein sehr einzigartiges, das mit Mythologie auf einer Weise arbeitet, wie ich sie noch nicht gesehen habe.

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