[Rezension] Der König der Gaukler

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Titel Der König der Gaukler
Reihe
Band Einzelband
Autor Andreas Otter
Übersetzer
Illustrator
Verlag Selfpublish
Erschienen als E-Book
Genre Historischer Roman
Preis 14,99€ (als TB) [LE]
Seitenzahl 382 Seiten
Bewertung

Bei keinem Buch habe ich mich am Ende so geärgert, wie bei Der König der Gaukler von Andreas Otter. Denn in Punkto „Kill your Darlings“ braucht der Autor definitiv keinerlei Nachhilfe.

Aber fangen wir von vorne an. Als ich bei der Lovelybooks Leserunde zu Der König der Gaukler als Gewinnerin ausgelost wurde, habe ich mich sehr gefreut. Denn das Buch war mir bereits zuvor ein Begriff – umso größer war dann meine Freude, dabei zu sein.

Der König der Gaukler – ein historischer Roman über Außenseiter

Die Romanhandlung ist in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Deutschland verortet. Die Darstellung der Städte und Gesellschaft war sehr akkurat und gut recherchiert. Ich hatte an keiner Stelle des Romans das Gefühl, dass der historische Aspekt schlecht getroffen oder nur Fassade sei. Die historische Authentizität bei historischen Romanen von besonderem  Stellenwert für mich. In diesem Punkt war ich vollkommen zufrieden. Von Beginn bis Ende hat in Sachen Setting für mich einfach alles gepasst.

Der Plot war ebenfalls sehr spannend. Thematisch dreht sich in Der König der Gaukler alles um die wohl größten Außenseiter des Mittelalters: Die Juden und Gaukler. Umso schöner war es, dass die beiden Protagonisten des Romans aus eben jenen Bevölkerungsgruppen stammen und nicht stereotypisch dargestellt werden. Der Einstieg, gerade in Annas  Part der Geschichte, war sehr emotional und aufwühlend. Mit Simon hatte ich so meine Probleme, da er mich zu Beginn der Geschichte sehr stark befremdete, mich schlussendlich dann aber doch noch von sich überzeugen konnte. Die Gauklertruppe, denen sich die beiden anschließen, war mir sehr sympathisch. Umso tragischer empfand ich all die Wendungen und Entscheidungen, die im Laufe der Geschichte passierten. An dieser Stelle möchte ich euch aber nicht zu viel verraten, lest selbst.

Die Darstellung der Figuren fand ich durchgängig sehr realistisch und echt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Rolle der Figur unpassend oder aufgesetzt wirkte. Von Stereotypen keine Spur. Daher hatte ich beim Lesen großen Spaß und habe bei jeder Figur mitgelitten, gehofft und gebangt.

Das Ende des Romans oder Das Leben ist kein Ponyhof

Woran ich stark zu knabbern hatte, war das Ende. Das Ende ist gut und passend – keine Frage – es hat mich nur sehr emotional zurückgelassen, weil ich nach all den Wendungen und Überraschungen doch die Hoffnung auf ein romantisches Happy End hatte. Aber was soll ich sagen, das Leben ist eben kein Ponyhof. Das Ende des Romans ist passt konsequent zur Handlung und zum Verlauf des Romans, mein kleines Romantikerinnenherz hat es allerdings angeknackst.

Alles in allem hatte ich viel Spaß beim Lesen von Der König der Gaukler und bin überaus dankbar für die Bereitstellung eines Leseexemplars im Zuge der Lovelybooks Leserunde. Ich kann das Buch LeserInnen empfehlen, die spannende historische Romane mit Authentizität schätzen. Ich danke Lovelybooks und Andreas Otter herzlich für die Bereitsstellung eines Leseexemplars von Der König der Gaukler.


[Rezension] Willkommen in der Provence

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Titel Willkommen in der Provence
Reihe
Band Einzelband
Autor Brigitte Guggisberg
Übersetzer
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Willkommen in dre Provence
Willkommen in dre Provence

Als ich Willkommen in der Provence beim Bloggerportal angefragt habe, suchte ich nach einem schönen Frauenroman für Zwischendurch. Bekommen habe ich einen Frauenroman der etwas anderen Art mit einer Protagonistin, die aus einer Not eine Tugend zu machen versucht.

 

Der Plot von Willkommen in der Provence ist ebenso schnell erzählt wie komisch: Vivianne lebt ein beschauliches Leben in der Provence bis ihr Mann eines Tages von jetzt auf gleich verschwindet. Und damit nicht genug, er räumt das gemeinsame Bankkonto leer und lässt Vivianne auf einer nicht bedienten Hypothek sitzen. Natürlich ist Vivianne im ersten Moment ziemlich irritiert und vor den Kopf gestoßen. Von ihrer Panik getrieben, verstrickt sich Vivianne in einer Geschichte, aus der sie so schnell nicht mehr herauskommt…

Die Plotidee von Willkommen in der Provence ist erfrischend und einzigartig

Ich muss an dieser Stelle leider bereits sagen, dass der Plot für mich noch das Interessanteste an diesem Buch war, da die Idee wirklich einzigartig ist. Mit der Protagonistin Vivianne kam ich leider so gar nicht zurecht. Sie ist mir im Allgemeinen zu kopflos und zu antriebslos. Ich hatte das Gefühl, dass immer jemand für sie da ist, um sie in Bewegung zu halten und ihr zu sagen, wie es weitergehen wird. Eine selbstbestimmte Figur sieht leider anders aus.

Vivianne ist eine etwas anstrengende Protagonistin

Auch mit dem Schreibstil hatte ich so meine Problemchen. Nicht, dass Frau Guggisberg nicht angenehm schreibt, das schon. Lediglich die Auswahl des Präsens für ihre Geschichte empfand ich als ein wenig anstrengend beim Lesen. Auch hat mich irritiert, dass Vivian immer in indirekter Rede spricht, während alle anderen Figuren in direkter Rede agieren. Leider konnte ich mich bis zum Schluss nicht daran gewöhnen.

Alles in allem ist Willkommen in der Provence ein angenehmes Buch für zwischendurch, das eine sehr einzigartige Plotidee hat und spaßig zu lesen ist. Mit der Protagonistin und dem Schreibstil hatte ich stellenweise so meine Probleme, was allerdings nur an meinem persönlichen Geschmack liegt. Ich kann mir vorstellen, dass Willkommen in der Provence Leserinnen gefallen kann, die einen etwas anderen Frauenroman suchen.


[Rezension] Evermore – Das dunkle Feuer

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Titel Evermore – Das dunkle Feuer
Reihe Evermore
Band 4. Band
Autor Alyson Noël
Übersetzer Marie-Lusie Bezzenberger
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jugendbuch
Preis 8,99€
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung
Evermore - Das dunkle Feuer
Evermore – Das dunkle Feuer

Als ich zum letzten der vier im Set gekauften Bücher der Evermore-Reihe griff, war ich komplett angefixt. Vor allem nach dem Ende von Evermore – Das Schattenland musste ich unbedingt erfahren, welche Konsequenzen Evers Handlung in Evermore – Das dunkle Feuer haben würde.

Ich muss schon sagen, nachdem Drina im ersten Band als Antagonisten recht schnell wieder weg vom Fenster war, hatte ich mich über Romans lange Anwesenheit wirklich gefreut. Er ist immer für eine Überraschung gut und ich hatte durchgehend das Gefühl, das er noch lange nicht alles von sich gezeigt hat. Dementsprechend habe ich mich ungemein über die Rückblenden seiner Kindheit und Jugend gefreut, die ihn als Figur noch greifbarer werden ließen. Ein wenig Spannung hat die besondere Beziehung zwischen Ever und Roman in diesem Band eingebracht, die auch Evers Magieversuchen resultierte.

Stellenweise hätte ich Ever für ihre unbesonnenen, wenig bis gar nicht durchdachten und dummen Aktionen gerne geschüttelt. Nicht nur, dass sie sich per Magie an Roman bindet, sie schlägt auch noch jegliche Hilfe in den Wind, die sie bekommen kann. Und statt sich ordentlich um Haven zu kümmern, bringt sie ihre beste Freundin vollends gegen sich auf.

Leider muss ich sagen, dass die neusten Wendungen in Evermore – Das dunkle Feuer nicht immer nach meinem Geschmack waren. Auf großen Teilen ging mir Ever mit ihrer kurzsichtigen Art auf die Nerven, ihre Einzelkämpferhaltung tat ihr Übriges. Die Handlung wirkte stellenweise einfach zu gewollt und erzwungen auf mich, um noch die Leichtigkeit der vorherigen Bücher zu haben.

Das Ende ist dann wieder gewohnt überraschend und präsentiert einen neuen Cliffhanger, da Evers eigentliches Problem, der Berührungsfluch, noch immer auf ihr und Damon lastet. Die Chance auf eine Heilung ist nach den Geschehnissen in Evermore – Das dunkle Feuer allerdings verschwindend gering.

Alles in allem bin ich aber sehr gespannt, wie die Evermore-Reihe weitergeht. Die beiden letzten Bücher warten bereits sehnsuchtsvoll in meinem Regal. Zwar war Band vier der Reihe nicht mehr so gut wie noch der zweite, bietet dennoch genug Potential und Spannung, um die Reihe beenden zu wollen.


[Rezension] Die Unglückseligen

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Titel Die Unglückseligen
Reihe
Band Einzelband
Autor Thea Dorn
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaus Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Zeitgenössischer Roman
Preis 24,99€ [RE]
Seitenzahl 558 Seiten
Bewertung
Die Unglückseligen
Die Unglückseligen

Als Germanistin hatte ich hohe Erwartungen an Die Unglückseligen von Thea Dorn, das ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal bekommen habe. Leider konnten mich Die Unglückseligen trotz allem Potenzial nicht so von sich überzeugen, wie ich es mir gewünscht habe.

Das Cover lässt – nach dem Lesen – einige Rückschlüsse auf den Inhalt des Romans zu. In Die Unglückseligen geht es um die Molekularbiologin Johanna Mawet, die auf Johann Wilhelm Ritter, einen Physiker der Goethezeit, trifft. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Sterblichkeit des Menschen abzuschaffen. Hier schließt sich der Kreis zum Cover, denn zu sehen ist eine Frau, die ein Skelett umarmt. Es kommt ein wenig ein Vanitasgefühl rüber.

Die Unglückseligen: Faustmythos ohne Teufelspakt

Auf dem Buchumschlag wird Thea Dorns Werk damit beworben, den Faustmythos aufs Neue zu erzählen. Daher rührten als Germanistin meine hohen Erwartungen, die so leider enttäuscht wurden. Zwar hat Ritter eine im höchsten Maße romantische Seele und ermöglicht dem Leser spannende Einsichten, aber mit dem Faustpakt an sich hatte die Handlung des Romans für mich leider nicht viel gemein.

Zwar kommt der Teufel in sprachlich gefeilten und sehr gewitzten Passagen zu Wort, in Erscheinung tritt er jedoch nie. Ich persönlich muss zudem zugeben, dass ich eine Freundin Mephistos aus Goethes Faust I bin und seine sarkastisch-humoristischen Bemerkungen in der 11. Klasse mit größter Begeisterung verschlungen habe.

Da der Faustpakt ja eben durch einen Handel mit dem Teufel begründet liegt, störte mich das Fehlen ebendieser Figur am meisten in Die Unglückseligen. Ritters Zustand, der einmal beschrieben und wirklich spannend dargestellt ist, wird mir unzureichend erklärt.

Thea Dorns Die Unglückseligen ist ein sprachliches Meisterwerk

Sprachlich hingegen ist Thea Dorns Roman ein Meisterwerk. Selten habe ich so viele verschiedene Schreibstile so gekonnt in einem Buch gefunden wie in Die Unglückseligen. Besonders optisch machen diese Wechsel im Erzählstil etwas her, da von Fraktur bis Comicstil alles dabei ist. Besonders niedlich fand ich die Passage mit der Fledermaus.

Die Unglückseligen Fledermaus
Die Unglückseligen Fledermaus

Man spürt an jeder Stelle des Romans, dass sich die Autorin unfassbar gut in die Romanthematik eingearbeitet hat. Ritter war ein echter Denker der Goethezeit und Johannas Forschung wurde so detailliert erklärt, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Vor allem Ritters Schilderungen der Physik und Forschung in der Goethezeit empfand ich als sehr ansprechend.

Alles in allem kann ich euch Die Unglückseligen als anspruchsvolle Lektüre empfehlen, die vor Intertextualität und Wissen nur so sprüht. Wer einen klassischen Faust mit Teufelspakt erwartet, wird meiner Meinung nach bis zum Schluss ein wenig enttäuscht vergebens auf den Auftritt des Teufels warten. Dafür erhält man als Leser einen Roman voller Tiefgang, der einen wirklich zum Denken anregt.

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[Rezension] Die Liste der vergessenen Wünsche

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Titel Die Liste der vergessenen Wünsche
Reihe
Band Einzelband
Autor Robin Gold
Übersetzer Carolin Müller
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman
Preis 8,99€
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Die Liste der vergessenen Wünsche
Die Liste der vergessenen Wünsche

Als ich bei einem Buchausverkauf Die Liste der vergessenen Bücher sah, musste ich es einfach mitnehmen. Für vier Euro kann man schon keinen Fehler machen, dachte ich mir und befreite das Buch aus seinem Dasein als Mängelexemplar. Nur, um es dann einige Monate auf meinem TBR schlummern zu lassen. Nun habe ich es endlich zur Hand genommen und bin begeistert.

Das Cover von Die Liste der vergessenen Bücher sieht sehr farbenfroh aus und hat mit der Grundsitutation zu Beginn des Buchs rein gar nichts zu tun. Vielmehr assoziiere ich das in Pink- und Türkistönen gehaltene Cover mit Claras Bucket List, die eine zentrale Rolle innerhalb des Romans erfüllt. Auf der Liste stehen 30 Wünsche, die Clara vor ihrem 35. Geburtstag erfüllt haben wollte.

In Die Liste der vergessenen Wünsche beobachten wir Clara, wie sie sich ins Leben zurückkämpft

Clara hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie hat einen schweren Verlust erlitten, als ihr Verlobter kurz vor der Hochzeit bei einem Unfall ums Leben kommt. Danach bricht für Clara eine Welt zusammen. Nach mehreren Monaten der Trauer tritt Claras Wunschliste in ihr Leben und bietet ihr eine Möglichkeit, sich zurück ins Leben zu kämpfen.

Die Liste der vergessenen Bücher ist ein emotionaler Roman. Nicht nur die leisen, traurigen Gefühle werden geweckt, ich konnte auch erstaunlich oft lachen. Claras Wunschliste wird zum Symbol ihrer Rückkehr ins Leben. Und die Punkte auf ihrer Liste reichen von kindlich-naiv bis zu skurril, sodass ich beim Lesen viel Freude hatte.

Die anderen Figuren haben mir ebenfalls viel Freude bereitet. Claras Familie, bestehend aus ihrer Mutter Libby und ihrem Bruder Leo, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Sie haben eine chaotisch-liebenswerte Art, die man einfach gerne haben muss. Vor allem Claras Sandkastenfreund Lincoln hat mir gefallen. Er hat eine warme und einfühlsame Art, die einfach beruhigend wirkte. Aber auch Todd hat für unterhaltsame Seiten gesorgt.

Die Liste der vergessenen Wünsche ist ein Roman mit melancholischer Note

Die Liste der vergessenen Bücher ist ein Roman, der perfekt für regnerische Tage und eine leicht melancholische Stimmung geeignet ist. Er macht einem Mut und gute Laune und lässt einen daran denken, welche Wünsche man selbst hatte und nie verfolgte. Und da Bucket Lists sich noch immer größter Beliebtheit erfreuen, ist das Thema des Romans topaktuell.


[Rezension] Die rote Löwin

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Titel Die rote Löwin
Reihe
Band Einzelband
Autor Thomas Ziebula
Übersetzer
Illustrator
Verlag Bastei Lübbe
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 385 Seiten
Bewertung ....

Die rote Löwin in drei Worten?

Durchwachsen, spannend, langatmig.

Cover & Gestaltung von Die rote Löwin?

Das Cover des Romans ist super gelungen. Es ist düster, man sieht die Protagonistin und verspricht eine authentische Geschichte. Als ich das Cover auf Twitter sah, Stehlblüten hat ein Exemplar verschenkt, war ich direkt angefixt. Leider konnte das Buch nicht halten, was das Cover verspricht.

Worum geht es in Die rote Löwin?

Protagonistin in Die rote Löwin ist Runja, die nach einem tragischen Angriff mit ihrem Bruder nach Magdeburg flüchtet. Dort gerät sie in Verwicklungen, die sie bald sämtlicher Kontrolle berauben und in eine Zwickmühle bringen: Sie muss sich zwischen denen, die sie liebt, entscheiden. Mehr möchte ich euch an dieser Stelle nicht verraten, da es euch die spannenden Momente vorwegnehmen würde.

Der Schreibstil von Thomas Ziebula?

Thomas Ziebulas Schreibstil hat mir gerade am Anfang noch sehr gut gefallen. Der erste Teil der Handlung ist spannend, packend und temporeich. Danach leider eher weniger. Runjas Wortwahl steht im krassen Gegensatz zu der Funktion, die sie ausfüllt. Ihre Wortwahl ist kindlich bis naiv, während sie auf der anderen Seite flucht und kämpft wie ein Mann. Das passte für mich einfach nicht zusammen. Das empfinde ich als extrem schade. Ansonsten ist der Schreibstil angenehm zu lesen. Man bleibt nicht an irgendwelchen Schachtelsätzen hängen, nichts bringt einen aus dem Lesefluss.

Das Figurenpersonal in Die rote Löwin?

Das Figurenpersonal in Die rote Löwin ist recht schwer zu greifen, da es stark fluktuiert. Den Grund dafür werde ich euch nicht verraten. Runja, die die Protagonistin der Geschichte ist, war für mich nicht immer einfach zu greifen. Am Anfang war ich Feuer und Flamme, sie war stark, mutig und entschlossen. Im Laufe der Geschichte verliert sie diese Eigenschaften teilweise. Es ist, als hätte man die Figur ausgetauscht, nur um gegen Ende noch einmal kurz aufzuflammen und dann zu erlöschen. Die anderen Figuren sind da kontinuierlicher in ihrer Rolle, bleiben sich selbst treu. Thomas Ziebula schafft es dabei, wirklich verachtenswerte Antagonisten zu erschaffen, Hut ab. Die haben mir nämlich zum Teil besser gefallen als die Protagonistin.

Positives über Die rote Löwin?

Der Anfang war einfach super. Er hatte alles, was ich mir von einer kämpferischen Protagonistin im Mittelalter wünschen würde. Die Darstellung, das Tempo, die Spannung – alles war da. Thomas Ziebula hatte eine tolle Ausgewogenheit aus Kampf, Dialog und Beschreibung. Der Plot hat mir im Großen und Ganzen auch sehr gut gefallen, wenngleich das Buch gegen Ende schwächer wird.

Kritik an Die rote Löwin?

So toll der Einstieg ins Buch war, so schwach war der Mittelteil. Gegen Ende gab es ein kurzes Aufwallen von Spannung und der Runja zu Beginn des Romans, aber es dauerte nicht lange an. Ich hatte mir von der Thematik einer weiblichen Auftragsmörderin mehr erhofft. Leider entwickelte sich die Handlung in eine andere Richtung, die nicht viel mit der Spannung vom Anfang des Romans gemein hatte. Versteht mich  nicht falsch, es war gut zu lesen, aber eben nicht mehr das, was ich vom Anfang erwartet hatte.

Empfehlung zu Die rote Löwin?

Die rote Löwin ist nicht durch und durch schlecht. Es hat seine Stärken und Schwächen, ist also ein solides Buch für angenehme Lesestunden. Ich würde das Buch unter dem Aspekt empfehlen, dass ihr einfach mal selbst reinlest, um euch eine Meinung zu bilden. Ich danke Bella von Stehlblüten und Bastei Lübbe herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


[Monatsstatistik] Januar 2017

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Hallöchen ihr Lieben und willkommen zur [Monatsstatistik] Januar 2017.

Unglaublich, der erste Monat des Jahres ist vorbei und ich habe 10 Bücher gelesen. Der Januar ist dabei erfahrungsgemäß der lesereichste Monat des gesamten Jahres, so zumindest in den letzten Jahren. Ob das auch in 2017 so bleibt, wird sich zeigen. Im Januar waren wirklich einige tolle Bücher dabei. Vor allem die Anzahl der gelesenen Bücher hat mich hoch erfreut, da die letzen Monate des Lesejahres 2016 eindeutig weniger lesereich waren. Nun aber ist die Leseflaute vorbei und der TBR Abbau kann kommen!

Gelesene Bücher

001. „Römische Ermittlungen“ von Bianca Palma
002. „Wir Kassettenkinder – Eine Liebeserklärung an die Achtziger“ von Stefan Bonner & Anne Weiss
003. „Im Schatten des roten Stieres“ von Sylvia Klinzmann
004. „Blut will Blut“ von André Kussmaul
005. „Mieses Karma²“ von David Safier
006. „Black Dagger – Zsadist & Bella“ von J.R. Ward
007. „Black Dagger – Butch & Marissa“ von J.R. Ward
008. „Heiße Liebe – Kalter Tod“ von Pia Hepke
009. „Die Töchter der Tuchvilla“ von Anne Jacobs
010. „Bandstorys: Bitter Beats“ von Ina Taus

10 Bücher habe ich im Januar verschlungen. Das macht 133 Seiten pro Tag. Durchschnittlich habe ich meine Bücher mit 4.45 Punkten bewertet, was für eine gute Auswahl meiner Bücher und deren Qualität steht. Mit meinen im Januar gelesenen Büchern konnte ich meinem Lesekonto 4118 Seiten zufügen. Von meiner Leseliste für den Januar habe ich unglaubliche 8 von 14 Büchern tatsächlich gelesen. Zusätzlich habe ich meinen TBR im Januar digitalisiert und dabei gleich sechs Bücher aussortiert, sodass ich auf -4 Bücher komme, die von meinem TBR befreit wurden.

Mein Monatshighlight ist nicht so einfach zu küren. Neben Ina Taus‘ Debüt „Bandstorys: Bitter Beats“ konnten mich „Mieses Karma²“ von David Safier, „Black Dagger – Zsadist & Bella“ und „Black Dagger – Butch & Marissa“ von J.R. Ward, „Die Töchter der Tuchvilla“ von Anne Jacobs, „Wir Kassettenkinder – Eine Liebeserklärung an die Achtziger“ von Stefan Bonner & Anne Weiss und „Im Schatten des roten Stieres“ von Sylvia Klinzmann begeistern. Da ich aber ein Highlight küren will, entscheide ich mich für „Bandstorys: Bitter Beats“ von Ina Taus. Ihr Debüt hat mich genauso begeistern können wie einige der anderen Bücher, allerdings möchte ich an dieser Stelle ein besonders gelungenes Debüt hervorheben, das einen Blick wert ist. Absolute Leseempfehlung!

Mein Monatsflop ist leider „Heiße Liebe – Kalter Tod“ von Pia Hepke. Das Buch war nicht schlecht, keine Frage. Leider fehlte es der ersten Hälfte des Romans an Spannung und Geschwindigkeit, daher konnte es leider – trotz der liebevollen Charaktergestaltung und der tollen Idee – nicht mit den anderen mithalten.

Neuzugänge

001. „Glückskatzen“ von Kirsten Klein [BV]
002. „Wüstenblues“ von Gerhard von Kapff [LR]
003. „Heiße Liebe – kalter Tod“ von Pia Hepke [LR]
004. „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ von Lars Simon
005. „Die Musik der verlorenen Kinder“ von Mary Morris [BV]
006. „Plötzlich Fee – Herbstnacht“ von Julie Kagawa
007. „Plötzlich Fee – Frühlingsnacht“ von Julie Kagawa
008. „Bandstories – Bitter Beats #1“ von Ina Taus [LR]
009. „Der Nuttenmörder“ von Patrick Pankow [LR]
010. „Run boy, run girl“ von Nadine Gersberg [LR]
011. „Elefant“ von Martin Suter
012. „Talon – Drachenherz“ von Julie Kagawa

Diesen Monat sind einige – 12! – neue Bücher bei mir eingezogen. Gemeinsam sehen meine Schätze richtig schön aus. Deswegen mussten sie einfach bei mir einziehen. Mit „Plötzlich Fee“ habe ich mir einen lang ersehnten Wunsch erfüllt, da ich die ersten beiden Teile schon seit Jahren gelesen in den Regalen stehen habe. Band 3 und 4 mussten im Januar dann unbedingt bei mir einziehen und warten nun darauf, in nächster Zeit gelesen zu werden. „Glückskatzen“ und „Die Musik der verlorenen Kinder“ habe ich im Rahmen von Buchverlosungen auf Lovelybooks gewonnen und möchte sie ebenfalls zeitnah lesen. Der Januar war zudem der Monat der Leserunden, da ich fünf meiner zwölf Neuzugänge im Zuge von Leserunden auf Lovelybooks erhalten habe. Zwei konnte ich direkt weglesen, die anderen drei werden im Februar gelesen. „Elefant“ von Martin Suter und „Talon – Drachenherz“ von Julie Kagawa waren Spontankäufe – sofern man sie so bezeichnen kann. Mit „Talon – Drachenherz“ liebäugele ich schon seit es erschien und „Elefant“ von Martin Suter geistert gerade so sehr auf Instagram rum, dass ich direkt getriggert war und es haben musste. Schande über mein Haupt, aber nun sind die ganzen Schätze bei mir eingezogen. Nur dank meiner Sortieraktion, bei der 6 Bücher aussortiert wurden, konnte ich einen Abbau meines TBR verzeichnen. Nächten Monat muss das besser werden!

Challenges

100 Bücher-Challenge: unverändert!
Buchkultur-Challenge: unverändert!
Rory Gilmore-Challenge: unverändert!
Carlsen-Challenge 2017: + 1 Buch gelesen // + 0 Rezensionen
Heyne Challenge: 2/20 Bücher gelesen // 2/4 Monatsaufgaben erfüllt = 5 Punkte
Jahr der ersten Sätze: unverändert!
Serienkiller-Challenge: 2 Reihen weitergelesen // 1 Reihe begonnen
S. Fischer-Challenge: unverändert!
Weltenbummler-Challenge: 28 Punkte
Wortmagies High-Fantasy-Challenge: 3/30 Aufgaben gelöst

Ja, bei den Challenges habe ich mir so einiges aufgebürdet. Inwieweit ich die Monatsaufgaben immer zu erfüllen vermag, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Für solche Vorgaben bin ich einfach eine zu große Stimmungsleserin. Glücklicherweise haben nur sehr wenige meiner Challenges solche Monatsaufgaben, sodass es vernachlässigbar sein wird. In diesem Monat habe ich aber 5 meiner 10 Challenges voranbringen können, sodass ich guter Dinge bin, dass ich Ende 2017 eine zufriedenstellende Statistik erhalten werde.

Leseliste Februar

001. „Wüstenblues“ von Gerhard von Kapff
002. „Der Nuttenmörder“ von Patrick Pankow
003. „Run boy, run girl“ von Nadine Gersberg
004. „Das Erbe der Tuchvilla“ von Anne Jacobs
005. „Ich geb dir die Sonne“ von Jandy Nelson
006. „Die Kleidermacherin“ von Núria Pradas

Für den Februar habe ich meine Liste ein wenig eingekürzt, da sowohl der Monat kürzer ist, als auch meine Liste für den Januar zu ambitioniert war. 8 von 14 ist ein überaus gutes Ergebnis. Wären nicht die verführerischen Leserunden auf Lovelybooks gewesen, bei denen ich momentan ein unwahrscheinlich glückliches Händchen habe, hätte ich vermutlich auch die gesamte Liste geschafft. Für den Februar nehme ich mir vor, mich bei den Leserundenverlosungen zurückzuhalten und vermehrt meinen TBR zu reduzieren. Weiß Gott, genug zu lesen habe ich ja.

Wie war denn euer Monat so? Habt ihr absolute Leseempfehlungen an mich?


[Rezension] Römische Ermittlungen

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Titel Römische Ermittlungen
Reihe Commissario Caselli-Reihe
Band 1. Band
Autor Bianca Palma
Übersetzer
Illustrator
Verlag BeTHRILLED (Bastei Lübbe)
Erschienen als E-Book
Genre Krimi
Preis 6,99€ [RE]
Seitenzahl 303 Seiten
Bewertung ....

Römische Ermittlungen in drei Worten?

Verwirrend, vielschichtig, detailliert.

Cover & Gestaltung von Römische Ermittlungen?

Das Cover ist recht dunkel gehalten und passt perfekt zu den beiden weiteren Teilen der Reihe. Sehen kann man, wie ich vermute, die spanische Treppe mit dem davor gelegenen Piazza di Spagna samt Fontana della Barcaccia. Ein sehr schönes Cover, ein richtiger Hingucker.

Worum geht es in Römische Ermittlungen?

In der Kurzbeschreibung wird dem Leser ein spannender Krimi versprochen, der im vorweihnachtlichen Rom und der Opernszene spielt. Tatsächlich treffen die letzten beiden Punkte vollauf zu, wobei der Krimi sich mitsamt seiner Spannung erst in der zweiten Hälfte des Buchs entwickelt. Der erste Teil des Buchs dient der Entfaltung aller Handlungsebenen, die später wichtig werden.

Der Schreibstil von Bianca Palma?

Der Schreibstil von Bianca Palma ist flüssig. Stellenweise kommen Parataxen vor, die dem Krimi seinen ganz besonderen Stil geben, den ich so noch nie gelesen habe. Ich empfand diese Parataxen sehr passend, wobei sie nicht mein Mittel der Wahl sind. Dennoch kommt man sehr gut durch den Krimi.

Das Figurenpersonal in Römische Ermittlungen?

Das Figurenpersonal ist groß, aber übersichtlich. Es kommen im Verlauf des Krimis immer neue Figuren hinzu, die wichtig für die weitere Handlung sind. Die Figuren sind doppeldeutig kreiert, keine Figur ist so wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Alle Figuren bergen Geheimnisse oder versteckte negative Eigenschaften, die man so nicht erwartet hätte. Wirklich identifizieren konnte ich mich leider mit kaum einer Figur. Wenn ich eine Figur wählen sollte, dann den Kommissar Caselli. Er wirkte mit seinem Charakter auf mich am sympathischsten, ist gut beschrieben und sehr gut zu imaginieren.

Positives an Römische Ermittlungen?

Die zweite Hälfte des Krimis hat mir sehr viel besser gefallen, als die erste. Hier kommt endlich die Krimistimmung auf, die ich erwartet hatte. Der Krimi ist dabei aber auf subtile Weise anders, als andere Krimis, da er sich  vor allem auf der Beziehungsebene zwischen den einzelnen Figuren abspielt. Im Vordergrund steht die junge Musikerin Geraldine Dvorsky, um deren Geschicke herum sich der Krimi entspinnt. Ich habe geraten im Laufe des Krimis oftmals den Täter getippt und falsch gelegen, erst gegen Ende lag ich mit meinen Vermutungen zum Teil richtig. Der Krimi ist wunderbar undurchsichtig, verstrickt und vielschichtig, wie ich es mag. Miträtseln wird ermöglicht. Auch erfährt der Leser enorm viel über die Opernszene, Rom und diverse philosophische Themen, was sehr schön aber auch sehr überfordernd sein kann. Mir persönlich haben diese Informationen sehr gefallen. Hier muss ich jedoch darauf hinweisen, dass der Krimi vor allem etwas für Opern- und Musikliebhaber ist, die mit den reichhaltigen Details noch mehr anfangen können als ich.

Kritik an Römische Ermittlungen?

Ich muss leider sagen, dass mir die Entfaltung des Krimis in der ersten Hälfte leider zu lang war. Die typische Krimistimmung kommt erst nach gut 50% auf, was ich sehr schade finde. Der Krimi liest sich bis dato sehr angenehm und schnell, lediglich um einen Krimi handelt es sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auch enorm schade fand ich die Fixierung auf Geraldine Dvorsky als handelnde Figur. Der Kommissar steht ein wenig außerhalb der Handlung, obwohl er in drei Mordfällen ermittelt. Erst in der zweiten Hälfte des Krimis ändert sich dies. Die erste Hälfte dreht sich vollkommen um Geraldine Dvorsky und ihre Liebesbeziehungen, die zwar wichtig sind, aber durchaus hätten kürzer gefasst werden können.

Empfehlung zu Römische Ermittlungen?

Römische Ermittlungen ist ein Krimi der besonderen Art. Ich kann diesen Krimi jenen Lesern empfehlen, die an Krimis interessiert sind, die sich langsam entfalten und sehr detailliert sind. Die Autorin hat einen vielschichtigen Krimi entwickelt, der ein Miträtseln seitens der Leser ermöglicht. Ich möchte jedoch anmerken, dass dieser Krimi nichts für Leser ist, die sich nicht für die Oper interessieren, da beides hier sehr eng verknüpft ist. Ich danke dem BeTHRILLED (Bastei Lübbe)-Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung eines Leseexemplars von Römische Ermittlungen.

Andere Meinungen zu Römische Ermittlungen:


[Rezension] Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

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Titel Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
Reihe
Band Einzelband
Autor Jonas Jonasson
Übersetzer Wibke Kuhn
Illustrator
Verlag Carl’s Books Verlag
Erschienen als Hardcover mit Schutzumschlag
Genre Humor, Roman
Preis 19,99€ [RE]
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung ....

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind in drei Worten?

Abgedreht, kurios, humorvoll.

Cover & Gestaltung von Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind?

Die Farbgebung des Covers von Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind ist ein absoluter Hingucker. Grün und Lila bilden einen auffallenden Kontrast. Warum genau ein Schaf auf dem Cover abgebildet ist, kann ich mir nicht so genau zusammenreimen. Das Lamm Gottes? Auf jeden Fall ist das Cover ein Hingucker. Das Innere ist sehr schlicht gestaltet.

Worum geht es in Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind?

Es geht um, der Name sagt es bereits, Mörder Anders und seine vermeintlichen Freunde, die ihm eine Menge Feinde einbringen. Mit aberwitzigen und abstrusen Wendungen und Einfällen schafft es das Trio um Mörder Anders, immer neue Höhen der Absurdität zu erreichen, wenngleich es genau diese Absurdität ist, die ich an Jonas Jonassons Werken so schätze. Er schreibt einfach Geschichten, die so unwahrscheinlich sind, dass man gar nicht anders kann als sie zu mögen.

Der Schreibstil von Jonas Jonasson?

Jonas Jonasson schreibt sehr schlicht und unaufgeregt. Es gibt eine ausgewogene Balance zwischen Beschreibungen und Dialog, auch wenn die Sätze manchmal dazu neigen, endlos zu werden. In seiner Wortwahl birgt sich aber auch ein gewisser trockener Humor, den ich sehr schätze.

Das Figurenpersonal in Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind?

Das Figurenpersonal ist herrlich zusammengewürfelt. Wir haben Mörder Anders, der nach einer Gefängnisstrafe frei kommt und sein Leben ändern will, den Rezeptionisten Per Persson und die gar nicht gläubige Pfarrerin Johanna. Das ungleiche Trio schließt sich mehr oder weniger freiwillig zusammen und versucht an eine Menge Geld zu kommen. Dabei hat jeder so seine Ecken und Macken. Mörder Anders zum Beispiel ist ein etwas vertrottelter Kerl, der an und für sich eigentlich sehr liebenswürdig ist – solange er die Finger von gewissen Substanzen lässt. Die Pfarrerin und der Rezeptionist sind eher der Kopf des Trios. Aus ihren unterschiedlichen Charakteren ergibt sich eine wundervolle Konstellation, durch die man häufig etwas zu lachen hat.

Positives über Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind?

Ich muss sagen, dass ich die Plotentwicklungen sehr amüsant fand. Mit Logik und einer normalen Messlatte darf man ohnehin nicht an die wundervoll skurrilen Bücher von Jonas Jonasson herangehen, weil sie sich mit solchen einfach nicht messen lassen. Nichts ist in seinen Büchern unmöglich, alles kann passieren und genau das mag ich so gerne.

Negatives über Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind?

Leider hat mir Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind nicht so gut gefallen wie der Hundertjährige. Das erste Buch von Jonas Jonasson war unglaublich gut recherchiert, hatte Witz und Charme und konnte mich begeistern. Mörder Anders hingegen hatte einige Längen, die mich auch dazu gebracht hatten, das Buch für längere Zeit zur Seite zu legen. Es hatte einfach nicht denselben Pepp wie das erste Buch, das ich von Jonas Jonasson gelesen hatte.

Empfehlung zu Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind?

Ich hatte mit Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind ein paar lustige Lesestunden voller ungläubiger Blicke und Kopfschütteln. Man erhält hier ein unglaublich skurriles Buch, das unterhalten will und sich selbst nicht so ernst nimmt. Ich danke dem Carl’s Books Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Andere Meinungen zu Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind:

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[Rezension] Meer geht nicht

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Titel Meer geht nicht
Reihe
Band Einzelband
Autor Claudius Pläging
Übersetzer
Illustrator
Verlag Droemer Knaur Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Humor, Roman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 256 Seiten
Bewertung ....

Meer geht nicht in drei Worten?

Lustig, abenteuerlich, Reiseroman.

Cover & Gestaltung von Meer geht nicht?

Das Cover ist wunderschön. Ein strahlendes Himmelblau, goldgelbe Blumen und ein roter Bus. Farblich ein absoluter Hingucker. Leider kann ich den Titel des Romans nicht auf den Inhalt beziehen, da die Protagonisten an keinem Punkt das Meer sehen. Man bekommt zwar einen tollen Reiseroman, aber das Meer hat mir dann doch ziemlich gefehlt.

Worum geht es in Meer geht nicht?

In Meer geht nicht geht es um eine Gruppe von drei Männern, die auf einer wahnwitzigen Abenteuerreise einer Krawatte hinterherjagen. Die Jungs fahren gefühlt durch halb Europa, haben eine Menge Spaß, aber auch sehr viel Ärger.

Der Schreibstil von Claudius Pläging?

Der Schreibstil von Claudius Pläging hat mir wirklich gut gefallen. Der Autor schreibt luftig und locker. Das Buch macht Spaß und trifft genau meinen Humor-Nerv. Die Dialoge sind witzig, teilweise mit viel Biss. Alles in allem lässt sich das Buch sehr schnell und am Stück durchlesen.

Das Figurenpersonal in Meer geht nicht?

Jonathan, Tillmann und Frank könnten unterschiedlicher nicht sein. Jonathan ist ein Gewohnheitstier, das viele Abneigungen hat, die zum Teil enorm unterhaltend sein können. Leider konnte ich mich in einigen seiner Marotten wiedererkennen, was einen sowohl zum Lachen als auch zum Weinen bringt. Tillmann ist der Checker der Gruppe, zumindest hält er sich dafür. Geben wir es zu, in jeder Clique gibt es Männlein oder Weiblein, die sich für unwiderstehlich halten – und genau das ist Tillmann. Frank ist sehr introvertiert und still, doch stille Wasser sind tief. Er ist für die eine oder andere Überraschung gut. Und genau das macht die Gruppe so interessant: Es prallen nicht nur Denkweisen sondern auch Persönlichkeiten aneinander.

Positives über Meer geht nicht?

Das Buch hat mir Spaß gemacht. Es bietet Witz und Humor, es unterhält den Leser und sorgt dafür, dass man einige Momente vom Alltagsstress abschalten kann. Es hat Tempo und ist abwechslungsreich. Mit den Figuren kann man sich gut identifizieren und anfreunden.

Kritik an Meer geht nicht?

Versteht mich nicht falsch, Meer geht nicht hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber vom Titel habe ich mir ein wenig was anderes versprochen. Sonne, Strand und Meer. Natürlich impliziert der Titel irgendwo, dass man gerade das nicht bekommt, aber auch das Cover hat Lust auf Urlaub im Süden gemacht. Was man stattdessen bekommt, ist nicht schlecht, wirklich. Das Buch ist ein schöner Zeitvertreib, ein Stimmungsaufheller, aber es gab so viel Potential.

Empfehlung zu Meer geht nicht?

Ich kann das Buch als leichte Urlaubslektüre empfehlen. Es macht Spaß, liest sich sehr flüssig und bietet einen Roadtripp der etwas anderen Art.