[Rezension] Die Zitronenschwestern

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Titel Die Zitronenschwestern
Reihe
Band Einzelband
Autor Valentina Cebeni
Übersetzer Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Die Zitronenschwestern
Die Zitronenschwestern

Bücher, die wie Die Zitronenschwestern, in Italien spielen treffen ja alleine schon wegen des Handlungsortes meinen Geschmack. Wenn dann aber noch Geheimnisse und in der Vergangenheit liegende Ereignisse hinzukommen, bin ich selig.

Der Prolog des Romans entführt den Leser in das Italien im Jahr 1940. Zwei junge Frauen und ihre enge Freundschaft stehen im Fokus der Betrachtung. Als Setting wird ein Kloster auf einer italienischen Insel vorgestellt, in dem die beiden jungen Frauen leben. Die eine Frau als Novizin, die andere als Bäckerin. Es folgt ein Zeitsprung von über 40 Jahren. Die Protagonistin von Die Zitronenschwestern, die Tochter der Bäckerin, steht vor den Scherben ihrer Existenz und macht sich auf eine Reise auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

Mein Leserherz war in Die Zitronenschwestern hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben

Elettra hat mir als Protagonistin nur bedingt gefallen. Ich verstehe die Verbitterung und die Wut, die sie ihrer Mutter tief in ihrem Inneren wegen all der Geheimnisse gegenüber hegt, aber nicht alles lässt sich so einfach darauf abwälzen. In meinen Augen hat es sich Elettra stellenweise zu einfach gemacht, indem sie ihre Mutter als Schuldige inszenierte. Selbst dann, wenn es Elettras eigenes Verhalten war, das alles ruinierte. An diesen Stellen hätte ich sie gerne geschüttelt. Mein Leserherz war an dieser Stelle aber hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben.

Die Handlung führt Elettra auf den Lebensweg ihrer Mutter zurück zu jenem besonderen Kloster. Die Bewohnerinnen der Gegenwart der Handlung haben mir alle gut gefallen. Auch sie hüten viele Geheimnisse, die für spannende Momente aber auch unnötiges Leid sorgen. Interessant ist die Auflösung all dieser Geschichten, die stückchenweise das große Ganze freilegen.

Besonders toll an Die Zitronenschwestern fand ich im Übrigen die Bedeutung von Gebäck und Essen. Elettra ist ebenso wie ihre Mutter Edda eine herausragende Bäckerin und ihre Rezepte sind zwischen den Kapiteln abgedruckt. Bei Gelegenheit muss ich man einige davon ausprobieren und nachbacken.

Alles in allem bin ich mit dem Roman zufrieden. An einigen Stellen hätte mir Elettra ein wenig gradliniger und weniger engstirnig sein können, dennoch konnte mich die Geschichte vierer Frauen sehr gut gefallen.


[Rezension] Ich gebe dir die Sonne

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Titel Ich gebe dir die Sonne
Reihe
Band Einzelband
Autor Jandy Nelson
Übersetzer Catrin Frischer
Illustrator
Verlag cbt Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Roman
Preis 17,99€ [RE]
Seitenzahl 480 Seiten
Bewertung

Ich gebe dir die Sonne in drei Worten?

Lebendig, abwechslungsreich, anders.

Cover & Gestaltung von Ich gebe dir die Sonne?

Das Cover von Ich gebe dir die Sonne ist so hell und freundlich, dass ich es einfach haben musste. Es ist einfach ein freundliches und farbenfrohes Cover, das man gerne Anschaut. Unter dem Schutzumschlag ist das Buch in einem wunderschönen Lila gehalten, im Inneren in einem strahlenden Orange. Von den Farben her ein absolutes gute Laune Buch!

Worum geht es in Ich gebe dir die Sonne?

So lebensfroh und fröhlich das Cover und die Farbgebung von Ich gebe dir die Sonne sind, so tief und beinahe dunkel ist der Inhalt. Ihr solltet euch bewusst sein, dass es sich bei Ich gebe dir die Sonne nicht um ein fröhliches Sommerbuch handelt, sondern um ein komplexes Werk, das sich stark mit Emotionen und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandersetzt. Es hat teilweise Phasen, die Leichtigkeit versprechen, aber dunklere Zwischentöne besitzen, die einen zum Nachdenken anregen. Ein sehr besonderes Werk.

Der Schreibstil von Jandy Nelson?

Der Schreibstil der Autorin ist sehr besonders. Und ich meine mit besonders nicht schlecht, sondern exorbitant. Zu Beginn hatte ich so meine Probleme, vor allem durch Noahs wirre und schnell wandelnde Gedanken. Jude war für mich sehr viel einfacher zu verstehen, was nicht heißen soll, dass ich Noahs Darstellung schwierig fand. Beide Darstellungsweisen von Gedanken und Emotionen sind so besonders und bewegend, dass ich es noch nirgendwo besser gelesen habe. Durch ihre Ausdrucksweise und die bildhaften Darstellungen schafft es die Autorin, die Geschichte ihrer Figuren direkt in meinen Kopf zu malen. Ein außerordentliches Talent, das mich sehr begeistert hat. Als ich mich dann an Noahs bunte Ausdrucksweise gewöhnt hatte, kam ich schnell voran.

Das Figurenpersonal in Ich gebe dir die Sonne?

In der Hauptsache geht es um Noah und Jude, die Zwillinge sind und in der Phase der erzählten Zeit des Romans unterschiedlicher nicht sein könnten. Da die Geschichte der beiden in zwei Perspektiven erzählt wird, die zudem zeitlich getrennt ist, lernt man die beiden auf zwei Weisen kennen: Jude und Noah mit 13/14 und mit 16. Es ist unfassbar, wie sehr sich die beiden innerhalb weniger Jahre verändert haben und noch spannender, wie es dazu kam. Denn während Jude als 16jährige berichtet, erzählt Noah seine Geschichte als 13/14jähriger. Dadurch erlebt man die Veränderung der Figuren direkt mit, kann einen Blick in ihre Gedanken und Emotionen werfen und sich wünschen, dass alles anders kommt.

Jandy Nelsons Figuren sind dabei so intensiv gestaltet, dass ich das Gefühl hatte, eine echte Geschichte zu erleben. Auch die Nebenfiguren, die ihren Teil zur Geschichte beitragen haben eine ganz eigene Tiefe, wie sie mir bisher nur selten begegnet ist.

Positives zu Ich gebe dir die Sonne

Der Schreibstil, die Erzählweise, die Figuren, die Geschichte und die Aussage dahinter. All das macht Ich gebe dir die Sonne so einzigartig und wundervoll. Es ist ein Buch, das man so schnell nicht vergisst und das seines gleichen sucht. Ich bin einfach sprachlos und baff, selbst Tage nach dem Lesen. Die Erzählweise mit zwei unterschiedlichen, zudem zeitlich versetzten Perspektiven erzeugt Spannung, da jede Perspektive neue Einzelheiten ans Licht bringt, die am Ende ein großes Ganzes ergeben. Eine Geschichte von Verlust, Ängsten und Fehlern.

Empfehlung zu Ich gebe dir die Sonne?

Ich kann Ich gebe dir die Sonne allen Lesern empfehlen, die ein außergewöhnliches Buch suchen. Allerdings ist es, anders als es durch die Covergestaltung den Anschein macht, kein leichtes Sommerbuch, sondern ein Buch mit Tiefe und Emotion. Ich danke dem Bloggerportal und dem cbt Verlag von Herzen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ich gebe dir die Sonne.


[Rezension] Das italienische Mädchen

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Titel Das italienische Mädchen
Reihe
Band Einzelband
Autor Lucinda Riley
Verlag Goldmann
Erschienen als Taschenbuch
Genre Zeitgenössischer Roman, Liebesroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 560 Seiten
Bewertung  .....

Das Buch in drei Worten?

Emotional, Fernweh, Oper.

Wie ist das Cover?

Das Cover ist so wunder, wunderschön! Man sieht die Rückseite einer jungen Frau, die unsere Rosanna sein könnte, wie sie ihren ersten Auftritt an der Oper bestreitet. Das Dorf im Hintergrund könnte man überall am Mittelmeer finden, sodass es ich es mir auch in Italien vorstellen könnte. Das Cover verursacht Fernweh bei mir.

Wie war die Handlung?

Die Handlung dreht sich rund um die junge Rosanna, die mit einer wunderbaren Stimme gesegnet wurde, jedoch die jüngere und wenig beachtete von zwei Schwestern ist. Sie muss im Familienbetrieb arbeiten, während ihre Schwester mit ihrer Schönheit außen vor ist. Einzig Luca, Rosannas älterer Bruder, glaubt an das Talent seiner kleinen Schwester und unterstützt sie.
Mehr möchte ich euch nicht vorwegnehmen. Die Geschichte hat mich berührt, zum Lachen und Weinen gebracht und gab mir das wohlig-warme Gefühl, wieder zu Besuch in Italien zu sein. Unerwartete Wendungen, erschreckende Geheimnisse und Offenbarungen machen das Buch noch lesenswerter.

Wie waren die Figuren?

Ich habe mich in Rosanna, Luca und Abi verliebt. Die drei gefallen mir so außerordentlich gut, dass ich sie nicht mehr ziehen lassen wollte. Auch weitere Figuren, die eine Nebenrolle im Buch spielen, konnten mich überzeugen. Am intensivsten war die Beziehung zwischen Rosanna und Roberto. So spannungsgeladen wie emotional nimmt sie eine Schlüsselrolle im Roman ein und begründet einen Teil der Handlung. Dabei haben alle Figuren ihre Fehlerchen, um nicht überzeichnet oder gar zu perfekt zu wirken. Sie besitzen im Gegensatz zu vielen anderen Büchern eine Seele, die man beim Lesen spüren konnte.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil war himmlisch. Ich liebe Lucinda Rileys Schreibstil. Bereits mit dem ersten Buch, das ich von ihr gelesen hatte, hatte sie mich in ihren Bann gezogen. Ihr merkt schon, dass diese Rezension mehr eine Huldigung ist als alles andere. Aber ich fühle mich so pudelwohl in ihren Geschichten, dass ich bisher nichts auszusetzen habe.

Was war gut?

Ich fand das Setting, die Atmosphäre, die Figuren – schlichtweg alles gut. Ich habe das Buch begonnen und bin in die Geschichte abgetaucht, bis ich an der letzten Seite angelangt war und mich verabschieden musste.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Rosannas Geschichte finde ich schon außergewöhnlich. Nicht jedes Mädchen träumt von einer Karriere als Opernsängerin. Ihre Zielstrebigkeit, ihr Biss und ihr Charakter haben es mir einfach angetan. Generell sind die Figuren so gut gestaltet, dass ich der Meinung war, diese Personen so auch in der Realität kennenlernen zu können. Schade, dass das Buch nicht ewig weitergehen konnte.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Ich kann euch dieses Buch wärmstens ans Herz legen. Es hat mir solch schöne Lesestunden beschert, dass ich am liebsten meine Erinnerungen daran löschen, und das Buch von vorne lesen würde. Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Das italienische Mädchen.


[Rezension] Eigentlich Liebe

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Eigentlich Liebe von Anne Sonntag
8,99€ als Taschenbuch
Erschienen bei Piper
288 Seiten
5 Punkte

Das Buch in drei Worten?

Herzschmerz, Wolke-7, Traummann.

Wie war die Handlung?

Die Handlung in Eigentlich Liebe ist dreigeteilt. Wir erfahren ein und dieselbe Hochzeit aus dem Blickwinkel unserer drei Protagonistinnen. Dabei erfährt jede der drei Frauen ein anderes Schicksal und muss sich mit unterschiedlichen Problemen auseinandersetzen.
Alles beginnt damit, dass Clara von ihrem langjährigen Freund Matthias verlassen wird. Wegen einer anderen Frau. Und das ausgerechnet einen Tag vor der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes.
Die Handlungen des Romans waren so unglaublich komisch, herzzerreißend, wunderschön, liebevoll und noch so vieles mehr, das ich förmlich durch das Buch geflogen bin.

Wie waren die Figuren?

Clara, Hanna und Vero sind mir sehr ans Herz gewachsen. Clara ist die klassische Schönheit, weiß Männer um den Finger zu wickeln und ist klug. Sie tüftelt einen Plan aus, der gerissen und wagemutig ist. Vero ist die taktische Geschäftsfrau, clever und berechnend, eiskalt und kalkuliert. Und Hanna ist einfach zuckersüß. Sie ist die naive Lolita, die nicht weiß wie hübsch sie ist, ist schlau und ein wenig paranoid. Sie neigt zu Panikattacken und macht sich zu viele Sorgen.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil war superflüssig und angenehm zu lesen. Jede der drei Frauen hat eine andere Ausdrucksweise, die in ihrem jeweiligen Kapitel auch zu spüren war. Natürlich haben die drei auch Parallelen, schließlich sind sie Freundinnen.
Dennoch teilen sich alle Kapitel die Ich-Perspektive, da die jeweilige Protagonistin als Erzählinstanz eingesetzt wurde. Somit erfährt der Leser immer nur einen Aspekt der Geschichte und muss sich die Zusammenhänge aus allen drei Blickwinkeln selbst zusammensetzen, was mir gut gefallen hat.

Was war gut?

Ich fand die Unterschiedlichkeit der Protagonistinnen sehr gut. Dadurch kam zusätzlicher Schwung in die Geschichte, neue Handlungsstränge öffneten sich und alle drei Handlungen wurden gleich wichtig. Was zunächst nur mit Claras Plan begann, weitet sich schnell auf Vero und Hanna aus.
Dennoch verliert keine der Handlungen den roten Faden und am Ende fügt sich alles passend zusammen.

Was war nicht so gut?

Mir tat Phillip am Ende unheimlich leid. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich darüber, dass eine Liebe neu angefacht wurde, dennoch tut er mir unheimlich leid. Wie er da so tapfer lächelt und weiß, dass er verloren hat… Es hat mir einfach das Herz gebrochen. (Auch wenn ich weiß, dass eine Entscheidung stattfinden musste, er wurde einfach so realistisch leidend gezeichnet, dass mein Herz blutet.)

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Die Emotionen innerhalb der Geschichte. Selten habe ich so schnell und oft meine Gefühlslage während des Lesens eines Buchs ändern müssen. Mal ist man wütend auf einen Kerl, dann ist man im nächsten Moment total paralysiert und verzaubert. Ich habe mich in den Buch einfach wohlgefühlt und so floss es nur so dahin.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne Liebesgeschichten lesen, satirischen Humor mögen und Chicklit einfach genießen können. Es wurden wunderbar lebhafte Figuren gezeichnet, die mir meine Lesestunden versüßten und mich durch ein Karussell der Gefühle führten. Am Schluss wurde ich mit mehreren Happy Ends, aber auch einem gebrochenen Herzen zurückgelassen, sodass ich dem Buch mit sechs lachenden und einem weinenden Auge hinterher blicke. Danke für die Bereitstellung im Rahmen der Lovelybooks Leserunde.


[Rezension] Kirschblütentage

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Kirschblütentage von Nancy Salchow
8,99€ als Taschenbuch
Erschienen bei Knaur
335 Seiten
5 Punkte

Das Buch in drei Worten?

Familiendrama, Liebe, Zusammenhalt.

Wie war die Handlung?

Die Geschichte des Romans ist eine unglaublich liebevolle. Es geht um eine Familie, die sich selbst verloren hat. Jeder geht seinen eigenen Weg und von Familienzusammenhalt kann kaum noch eine Rede sein. Die einzige Person, die die Familie noch zusammenhält, ist die schwerkranke Großmutter Emilia, die einen ausgeklügelten Plan verfolgt, ihre Familie wieder zusammenzuführen.
Dahinter steckt eine emotionale und wunderschöne Geschichte über eine Familie, die mehr als nur einen Verlust zu verkraften hatte und lernen muss, was Zusammenhalt bedeutet.

Wie waren die Figuren?

Emilia ist der gute Geist der Familie und der Geschichte. Immer wieder taucht sie unvermittelt im Geheimen auf und wirkt ihre Wunder. Sie ist eine Figur, die voller Liebe und Güte steckt, die vorausschauend und klug ist. Sie ist mir direkt ans Herz gewachsen.
Vincent, ihr Sohn, ist ein Workaholic, der einige Geheimnisse hat. Ich fand seine Figur sehr gut gezeichnet und habe mit ihm gehofft und gebangt.
Jasmin, Vincents Ehefrau, ist eine Künstlerin aber auch eine Vollblutmutter. Sie ist großherzig, liebevoll und opfert sich zu sehr auf. Vor allem ihre Veränderung hat mir sehr gut gefallen.
Die Kinder Kea und Philipp sind mitten in der Pubertät. Die eine oder andere Streiterei ist da an der Tagesordnung. Sie sind gut gezeichnet und haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Was ist sehr gut fand: Die Figuren wachsen an ihren Herausforderungen und verändern sich für mich sehr glaubhaft.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil ist flüssig, detailreich und liebevoll. Da die Geschichte in verschiedene Handlungsstränge aufgeteilt ist, die je aus den fünf verschiedenen Blickwinkeln der Familienmitglieder geschildert werden, ändert sich der Schreibstil leicht von Figur zu Figur. Es stehen dann andere Gedanken und Charakterzüge im Vordergrund, was ich sehr gut umgesetzt fand.

Was war gut?

Mit hat die realistische Schilderung der Familienprobleme sehr gut gefallen. Dieses Buch zeigt deutlich, dass alltägliche Probleme die glaubwürdigsten sind. Das Buch mit seiner Geschichte und Figuren hätte echter nicht sein können. Man spürt die Emotionen, bangt und hofft mit den Figuren und durchlebt gemeinsam mit ihnen ihre Veränderung. Vor allem das Ende des Buchs hat mir unglaublich gut gefallen.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Emilia ist eine außergewöhnliche Figur. Sie ist das ganze Buch über spürbar und weicht ihrer Familie nicht von der Seite. Dank ihrer liebevollen Ader lenkt sie die Geschicke ihrer Familie noch über ihren Tod hinaus.

Kann ich das Buch empfehlen?

Ja. Eindeutig ja. Mir hat das Buch einige schöne Lesestunden beschert. Es ist kein freudiges Buch, es bringt einen nur gelegentlich zum Schmunzeln, aber es ist echt. Man spürt viele Emotionen, die teilweise (der Situation geschuldet) negativ sind und begleitet die Figuren aus ihrem Weg hinaus. Mir hat sehr gut gefallen, dass das Buch keinen überladenen Plot hat, sondern sich um etwas Alltägliches dreht. Etwas, das jedem von uns passieren kann.
Zudem ist der Schreibstil locker und angenehm. Eine volle Empfehlung. Danke für die Bereitstellung im Rahmen der Lovelybooks Leserunde.


[Rezension] Meine Mutter, meine Tochter, ihr Freund, sein Vater und ich

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Meine Mutter, meine Tochter, ihr Freund, sein Vater und ich von Maja Bluhm
9,99€ als Taschenbuch
Erschienen bei Fischer
368 Seiten
5 Punkte

Das Buch in drei Worten?

Galgenhumor, Familienchaos, Liebesdrama.

Wie war die Handlung?

Die Handlung lässt sich nicht ganz so leicht entwirren. Beginnen wir bei Meike unserer Protagonistin. Meikes Ex-Ehemann Arne beichtet ihr, dass er eine Affäre hat. Daraufhin zieht Meike um. Aus der ehemals gemeinsamen Wohnung in eine neue Stadt und nimmt ihre pubertierende Tochter Kim mit. Wenig später verstirbt ihr Vater, weshalb ihre Mutter ebenfalls einen Neuanfang wagt und prompt ein Haus für die ganze Familie kauft. Und damit beginnt das Chaos.
Turbulent entwickelt sich eine realistische und lustige Geschichte, die stellenweise aussichtslose Zwickmühlen bietet und dabei mitten aus dem Leben gegriffen sein könnte.
Sei es Liebeskummer, pubertierende Kinder, die plötzlich alles und jeden nicht mehr leiden können oder das alltägliche Drama Alleinerziehender Mütter und Scheidungskinder.

Wie waren die Figuren?

Die Figuren haben mir alle sehr gut gefallen. Es gibt 5 Hauptfiguren, die unmittelbar in der Handlung vorkommen und 5 Nebenfiguren, die ebenfalls wichtige Rollen innehaben, jedoch nicht in jedem Kapitel vorkommen.
Meike ist geschieden, Lehrerin, 40 und sieht sich vor dem Problem ihre pubertierende Tochter erwachsen werden zu lassen. Deren Mutter, die ihre Enkelin nach Strich und Faden verwöhnt, schließlich ist sie die Großmutter und nicht die Mutter, da darf man das, und mit dem Tod des geliebten Ehemanns zu kämpfen hat, das Wohl der Familie allerdings über ihr eigenes stellt.
Kim ist 14, hochbegabt im Bereich der Mathematik und Naturwissenschaften, sozial allerdings, laut ihrer eigenen Mutter, ein wenig hinterher. Sie hat auch ihre negativen Seiten, die sie mir aber sehr real machten. Getreu dem Motto: Wenn Mama nein sagt, ziehe ich eben zu Papa.
Ihr Freund Nicolas ist Musiker, hat die eine oder andere Ehrenrunde hinter sich und tritt mit seiner Band gelegentlich auf. Das Musikalische hat er von seinem Vater Steffen, der selbst Musiker ist und als Pianist in einer Bar arbeitet.

Ein buntes Sammelsurium an Charakteren, Eigenschaften und Sichtweisen, die zusammen ein sehr harmonisches Bild ergeben. Auch, wenn dies nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Wie ist der Schreibstil?

Die Geschichte wird aus Meikes Sicht geschildert und ist aus der Ich-Perspektive geschrieben. Die Sätze haben eine angenehme Länge und sorgen für ein gutes Lesegefühl. Man kommt, vor allem auch wegen der Handlung und Figuren, schnell voran und stört sich nicht an zu langen oder zu kurzen Sätzen. Die Wortwahl hat ihr Übriges dazu geleistet und den Roman abgerundet.

Was war gut?

Ich mochte die Figuren, die verzwickte Liebesgeschichte und den Galgenhumor unserer Protagonistin. Es gibt viele komische Stellen, an denen man sich vor Lachen schüttelt und Tränen in den Augen hat. Doch gab es auch melancholischere Töne, die der grundlegend positiven Stimmung des Buchs jedoch keinen Abbruch tut.
Schön fand ich auch, dass die Figuren ihre Fehler hatten, daraus lernen konnten und sich im Rahmen ihrer Persönlichkeiten weiterentwickeln konnten. So kommt Meike über ihre Jugendliebe hinweg und Kim trifft eine sehr reife Entscheidung.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Ich finde es außergewöhnlich, dass die Geschichte wirklich real erscheint. Alleinerziehende Mütter und Scheidungskinder gehören längst zum deutschen Alltag und wurden als Thema gut im Roman umgesetzt. Auch die Liebesgeschichte hat mir sehr zugesagt. Zudem wurden moderne Sprachelemente gekonnt und gezielt eingebaut, was mich zum Schmunzeln brachte.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Definitiv. Das Buch macht Spaß, ist von einer schönen Leichtigkeit und zeigt auch negative Aspekte des Lebens auf, ohne jedoch zu schwer zu werden. Die Figuren wirken, als seien sie aus dem Leben genommen worden und wussten mich von ihnen zu begeistern. Danke für die Bereitstellung im Rahmen der Lovelybooks Leserunde.


[Rezension] Das Flüsterhaus

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Das Flüsterhaus von Lesley Turney
9,99€ als Taschenbuch
Erschienen bei Piper
464 Seiten
3,5 Punkte

Das Buch in drei Worten?

Familiendrama, Liebesdreieck und stimmungsvoll.

Wie war die Handlung?

Die Handlung war per se nicht wirklich groß angelegt. Zu Beginn blickt man in der perfekt erscheinende Leben von Annie Howarth, ihrem Mann William, der ein ranghoher Polizist ist und deren gemeinsamen Tochter Elizabeth. Doch nichts ist so, wie es zu sein scheint. Das stellt sich durch das plötzliche Erscheinen von Annies Ex-Freund Tom heraus, der nach 10 Jahren Gefängnisstrafe wieder in seinen Heimatort zurückkehrt, um alle von seiner Unschuld zu überzeugen.
Als dann eine tote junge Frau im Moor entdeckt wird, scheinen sich vergangene Ereignisse zu wiederholen.
Leider kommen die Ermittlungen im Roman selbst nicht großartig vor. Sie spielen eine Nebenrolle, die die Handlung beständig voran bringt, allerdings mehr durch die Hetzjagd eines vermeintlichen Mörders. In den Vordergrund drängt sich Annie und ihr Gefühlschaos. Leider konnte mich diese Seite der Geschichte nicht fesseln. Für mich standen klar die Ermittlungen im Vordergrund.

Wie waren die Figuren?

Die Figuren waren leider recht eng in ihren Rollen. Annie ist die treusorgende Hausfrau und Mutter, weil sie als Ehefrau eines hochrangigen Polizisten eine wichtige Rolle in der Gesellschaft innehat. Doch ihre Gefühle konkurrieren mit ihrem Verantwortungsbewusstsein und leider ging sie mir damit ein wenig auf die Nerven. Die Geschichte spielt in den 1980er Jahren, ein Jahrzehnt der Veränderung. Ich kann Annies Zwickmühle nachvollziehen, ihre Tatenlosigkeit jedoch nicht. Erst ganz am Ende kommt es zu einer Veränderung, die mich überrascht und schockiert hat.
William ist ein gesetzestreuer Polizist, liebt seine Arbeit und geht in ihr auf. Phasenweise kam er mir sehr distanziert und kalt vor, so dass ich die wildesten Spekulationen über ihn parat hatte.
Tom, Annies Ex-Freund, ist die einzige Figur der Geschichte, die mich von sich überzeugen konnte. Er hatte mehr Tiefe als die anderen und konnte mit seiner Vergangenheit und seinem Charakter etwas in mir bewegen.
Elizabeth, die Tochter von Annie und William, beunruhigte mich während des Lesens enorm. Ihr Charakter ist wenig altersgerecht und ihre Fantasie beängstigend. Irgendwie hat sie für mich nicht in das Geschehen gepasst, vor allem unter dem Aspekt, dass William nie von seiner Arbeit spricht.

Wie ist der Schreibstil?

Der Schreibstil war unheimlich angenehm zu lesen. Die Sätze waren nicht zu kurz, jedoch auch nicht zu verschachtelt. Es gab viele Dialoge und auch die Kapitellänge war sehr gut gewählt.

Was war gut?

Die Dynamik der Gesellschaft, die sich auf einen Täter einschießt, kam ziemlich gut rüber. Auch die familieninternen Veränderungen zwischen Annie, William und Lizzie waren greifbar. Es gab realistische Einblicke in das familiäre und gesellschaftliche Leben von Annie. Auch ihr Zwiespalt war gut dargestellt.

Was war nicht so gut?

Der Mord der jungen Frau ist in Anbetracht von Annies Zwiespalt in den Hintergrund gerückt. Auch fand ich Annies lange Entschlusslosigkeit ein wenig nervenaufreibend. Zudem kam das Ende irgendwie zu plötzlich.

Gab es etwas Außergewöhnliches?

Außergewöhnlich in dem Sinne, dass mich eine Figur, die zunächst negativ in die Geschichte eingeführt wird doch so positiv von sich überzeugen konnte und als angenehmste und gradlinigste Figur im Gedächtnis bleibt.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Das Buch hat seine Schwächen, ist jedoch keines Falles schlecht. Mit Annie wurde ich leider überhaupt nicht warm, ihre Mutter war mir zu einflussreich auf Annies Entscheidungen und auch Lizzie machte mir eher Sorgen, als dass sie mich unterhalten konnte.

Dennoch hat mich die Ermittlung des Mordes bis zum Ende getragen, das leider ein wenig plötzlich um die Ecke kam. Es hat sich alles Schlag auf Schlag aufgelöst und dem Leser kaum Zeit geboten, es zu verdauen, was gerade gelesen wurde. Man bleibt etwas ratlos zurück. Danke für die Bereitstellung im Rahmen der Lovelybooks Leserunde.


Montagsfrage & Montagsstarter

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HABT IHR EUCH SCHON MAL DEN NAMEN EINER ROMANFIGUR GELIEHEN?

Bisher kann ich mich nicht entsinnen, den Namen einer Romanfigur geliehen zu haben. Ich könnte es mir jedoch sehr gut vorstellen, mein Haustier mal nach einer Romanfigur zu benennen. So weit zu gehen und mein Kind nach meinen Romanhelden zu benennen, so weit würde ich dann doch nicht gehen. Ein Name sollte etwas bedeuten, er sollte von beiden Eltern ausgesucht werden. Sollte es eine Übereinstimmung zwischen Namen des Kindes und des Romanheldens geben, dann doch bitte, weil die eigentliche Namensbedeutung vordergründig wichtig war und nicht die Homage an den Roman.
Ich denke, dass es für ein Kind enorm schwierig wäre, herausfinden zu müssen, dass es nach einer Romanfigur benannt wurde. Ich meine, ich habe nichts dagegen, dass man einen Namen schön findet, aber gleich ein Kind danach zu benennen, das ein lebenlang damit zurecht kommen muss? Ich weiß ja nicht… Wie steht ihr dazu?

Weiter geht es mit Martins Montagsstarter:

  1. Ein Ende meines Subs war schon in Sicht, da meldete ich mich bei Lovelybooks wieder für Leserunden an und gewann.
  2. Somit, und der Beschluss ist notwendig, habe ich mir für den Rest des Jahres ein Buchkaufverbot auferlegt.
  3. Es geht mir momentan wieder besser, die Erkältung hatte kaum eine Chance.
  4. Viel zu viel schlechtes Wetter sorgt für schlechte Laune.
  5. Das ich nun endlich im Master studiere macht mich unglaublich glücklich.
  6. Es freut mich, dass ich meinen Lebensweg bisher so konsequent durchführen konnte.
  7. Einige Dinge kommen in Zukunft noch auf mich zu und darauf freue ich mich.
  8. Für diese Woche steht noch einiges an Sekundärliteratur lesen und auch einige Leserundenbücher an und ich freue mich auf einen Kinotag mit meinem Freund.

Montagsfrage & Montagsstarter

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GAB ES SCHON MAL EINE SITUATION, IN DER DIR DAS LESEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT PEINLICH WAR?

Es gab da ein paar Situationen, die mir nicht gerade angenehm waren. Zum ersten einmal die Situationen, als meine Neugier siegte und ich Shades of Grey und Feuchtgebiete in der Buchhandlung anlas. Ich musste unbedingt wissen, was an diesen Büchern so toll sein sollte und kam nicht weiter als Seite 3. Definitiv nicht mein Fall. Beide nicht.
Ansonsten ist mir das Lesen in der Öffentlichkeit nie peinlich. Ich mag es nur nicht sonderlich, wenn mein Gegenüber auf’s Buch starrt. Das kann ich wirklich überhaupt nicht leiden. Schauen per se ist ja nichts schlimmes, aber ich rede von denjenigen, die, wenn sie neben dir sitzen, mitzulesen scheinen. Ganz schrecklich. Unter diesen Blicken winde ich mich dann immer leicht. Das ist mir dann immer ziemlich unangenehm.
Gab es für euch schon peinliche Lesezwischenfälle in der Öffentlichkeit?

Weiter geht es mit Martins Montagsstarter:

  1. Ich freue mich schon so sehr auf mein Masterstudium, wenn es denn klappt.
  2. Wenn ich an die Uni denke, dann denke ich vor allem daran, dass ich noch auf meine Note und die Zulassung warte.
  3. Der Haushalt mag lästig sein, aber in einem gemütlichen Zuhause zu leben ist angenehmer und die Arbeit wert.
  4. Ich würde gerne mal wieder verreisen, irgendwo hin wo es schön ist.
  5. Vielleicht auf mal wieder ans Mittelmeer, das wäre so schön.
  6. Ich war schon ewig nicht mehr in der Bibliothek.
  7. Einige Sprachen, wie man gutes Brot backt, viel über die Geschichte meiner Umgebung, all das möchte ich unbedingt lernen.
  8. Diese Woche möchte ich einige Kleinigkeiten erledigen und außerdem viel lesen und entspannen.

Montagsfrage & Montagsstarter

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DAS ABGEFAHRENSTE BUCH, DAS DU JE GELESEN HAST?

Das ist ja mal eine schwierige Frage. Abgefahren schlecht oder abgefahren gut? Vielleicht ist auch abgefahren verrückt gemeint? Beginnen wir mit abgefahren schlecht. Wer hätte es anders erwartet, es ist natürlich eine Schullektüre. „Das Muschelessen“ hat mich in jeder Hinsicht enorm schockiert. Nicht nur, dass die Autorin für ihr Werk eine Auszeichnung erhielt, nein, sie hält auch nichts von Satzzeichen. Interpunktur ist fehl am Platz. Seitenlange Bandwurmsätze, lediglich durch Kommata getrennt erschweren dem Leser das Fortkommen enorm. Ich war so froh, als das Schuljahr noch vor dem Buch zuende war.
Ein abgefahren gutes Buch auszuwählen, ist enorm schwierig. Es gibt einfach so viele. In letzter Zeit wäre ein abgefahren gutes Buch vielleicht eines gewesen, das mich positiv überraschen konnte. Das wäre dann „Eragon – Der Auftrag der Ältesten“. Mit dem ersten Band hatte ich mich anfangs schwer getan, war dann aber doch sehr überzeugt. Vom zweiten hatte ich mir dasselbe erhofft, hatte aber wegen High Fantasy und zweiter Band einer Trilogie so meine Zweifel. Doch sie waren vollkommen unbegründet. Der zweite Band überragten den ersten Band sogar noch bei weitem.
Ein abgefahren verrücktes Buch, das ich jedoch nicht gelesen habe, war „Feuchtgebiete“. Weil jeder davon sprach, musste ich mich zumindest mal informieren. Die informationsbedingt gelesenen Rezensionen waren entweder zutiefst angewidert und himmelhochjauchzend, sodass ich in der Buchhandlung die ersten paar Seiten angeschaut hatte. Ich wünschte, ich hätte es nicht getan. Es ist einfach nicht auszudrücken, was ich von diesem Buch halte. Ein solches Werk zu veröffentlichen hat für mich nichts mit Offenheit zu tun. Ich fand es schlicht widerlich.
Was ist denn dein abgefahrenstes Buch?

Weiter geht es mit dem Montagsstarter von Martin:

  1. Endlich dieses Motivationsschreiben in Angriff zu nehmen ist für mich die wichtigste Aufgabe der Woche.
  2. Gedanklich beschäftigt mich momentan ziemlich viel, von dem ich einiges nicht beeinflussen kann.
  3. Ob es wohl bald eine Rückmeldung von meiner Bachelorarbeit geben wird?
  4. Schön ist, dass ich im August nicht ein einziges Buch selbst gekauft habe.
  5. Der dritte Band der Lunar-Chronicles kommt im September auf Deutsch raus und schon bald ist es dann so weit.
  6. Dass ich schon drei Jahre Studium hinter mir habe, kann man kaum glauben.
  7. Nachdem ich so brav meinen Sub abgebaut habe, kann niemand etwas dagegen sagen, wenn ich mir ein Buch gönne.
  8. Ich freue mich auf jede Gelegenheit zum Lesen und dann steht noch das wichtige Motivationsschreiben zu scheiben und das Abschicken der Masterbewerbung an.