[Rezension] Asche und Phönix

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Titel Asche und Phönix
Reihe
Band Einzelband
Autor Kai Meyer
Übersetzer
Illustrator
Verlag Carlsen Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 19,99€
Seitenzahl 466 Seiten
Bewertung
Asche und Phönix
Asche und Phönix

Bücher von Kai Meyer sind immer ein Garant für grandiose Lesestunden. Umso gespannter war ich auf seinen Einzelband Asche und Phönix. Denn er schafft es wie kein zweiter, die Grenze zwischen Realität und Phantastik so zerfließen zu lassen.

Die Handlung des Romans beginnt zunächst sehr gemäßigt und normal. Protagonistin und Überlebenskünstlerin Ash, die sich ihr Gehalt als Zimmermädchen in distinguierten Hotels durch kleinere Diebstähle aufbessert, trifft auf den Schauspieler und Teenieschwarm Parker, der sie beim Einbruch in sein Hotelzimmer überrascht. Was bis hierhin nach Klischee schreit, ist nicht im Geringsten klischeebeladen, denn statt Parker anzuhimmeln hegt Ash eine tiefe Abneigung. Und auch Parker ist nicht so, wie es der Schein verspricht. Denn Parker sieht in Ash seine Chance, aus dem Medienrummel um seine Person zu entkommen.

In Asche und Phönix verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantastik

Ab dieser Stelle entspinnt sich ein Plot, der mir sehr gut gefallen hat. Denn die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gehen auf eine gemeinsame Reise, bei der die Grenzen zwischen Realität und Phantastik immer weiter verschwimmen. Denn Parker wird nicht nur durch die Medien, sondern auch durch ein mythologisches Wesen gejagt.

Ash und Parker haben mir als Figuren unheimlich gut gefallen. Denn zum einen spielen sie mit gewissen Klischees, zum anderen hatten sie Ecken und Kanten, die sie greifbarer wirken ließen. Ash gefiel mir mit ihrer toughen und selbstbewussten Art unglaublich gut, wobei auch ihre verletzliche Seite sehr angenehm war. Im Zusammenspiel mit Parker mochte ich ihren bissigen und pointierten Humor. Parker hingegen hat mehr Tiefgang, als man zu Beginn vermutet hätte. Seine bedachte Art konnte mich von ihm überzeugen.

Asche und Phönix ist ein gelungener Meyer: Sprachlich und inhaltlich ausgefeilt

Sprachlich ist Asche und Phönix gewohnt ausgefeilt und weiß zu überzeugen. Sein Händchen für Mythologie konnte er ebenfalls wieder ausspielen, denn die Wesen aus der altgriechischen Mythologie sind gekonnt eingebaut und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.

Auch wirkt die Liebesgeschichte zwischen Parker und Ash dabei ebenso wenig klischeehaft wie die beiden Figuren selbst. Schön fand ich, dass sich die Bande zwischen den beiden vorsichtig und langsam knüpfen. Dabei ist die Gesamthandlung nicht etwa auf die Liebesgeschichte ausgerichtet, sondern die mythologische Jagd, wodurch der Liebesaspekt zur netten Ergänzung und nicht zum Hauptstrang des Plots wird.

Alles in allem bin ich wirklich sehr begeistert von Asche und Phönix und kann es euch wärmstens ans Herz legen. Plot, Figuren, Sprache und Entwicklung haben für mich perfekt zusammengepasst und keinen Wunsch offen gelassen.


[Rezension] Unser Platz in dieser Welt

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Titel Unser Platz in dieser Welt
Reihe
Band Einzelband
Autor Luisa Strunk
Übersetzer
Illustrator Laura Newman
Verlag Selfpublish
Erschienen als Taschenbuch, E-Book
Genre YA
Preis 14,99€
Seitenzahl 444 Seiten
Bewertung
Unser Platz in dieser Welt
Unser Platz in dieser Welt

Als ich durch den Facebook-Aufruf der Autorin Luisa Strunk auf ihr Erstlingswerk Unser Platz in dieser Welt aufmerksam wurde, wusste ich noch nicht, dass mich ein unheimlich emotionaler und realistischer Roman erwarten würde. Da mich die Thematik des Buchs sehr interessierte, versuchte ich mein Glück und durfte Unser Platz in dieser Welt tatsächlich lesen!

Unser Platz in dieser Welt ist ein Buch, das einem im Hier und Jetzt abholt

Die Grundidee von Unser Platz in dieser Welt könnte gar nicht realistischer sein – wodurch viel Raum für Identifikation entsteht. Denn die Protagonistin Marie wird in der Schule von allen geschnitten und gemobbt. Auch Gespräche mit den Lehrern führen zu nichts, sehen diese doch die Schuld für ihre Isolation in Maries zurückhaltendem Verhalten. Doch dieses Buch ist in erster Linie kein Anti-Mobbing-Buch, sondern ein Buch darüber, was wahre Freundschaft bewirken und verändern kann.

Schön war es unter anderem auch, eine Protagonistin mit realistischen und alltäglichen Problemen zu haben. Kein Mauerblümchen, das nur nicht weiß, wie hübsch es in Wahrheit ist, sondern ein Mädchen, das sich Mobbing ausgesetzt sieht und seinen wahren Platz in der Welt sucht. Auch braucht Unser Platz in dieser Welt keine aufwendige Fantasywelt, sondern überzeugt mit Emotionen und Tiefe.

Getragen wird die Handlung vor allem durch Maries Gedanken und Gefühlen, die wir aus erster Hand miterleben. Durch einige Rückblicke und Einschübe wird klarer, wie es zu Maries Situation kam. Dabei schafft es Luisa Strunk, sehr emotional zu schreiben, ohne übertrieben oder gewollt zu wirken. Ich hatte das Gefühl, dass Marie mir ihre Lebensgeschichte persönlich erzählt, wodurch ich nochmal stärker berührt wurde.

Protagonistin Marie bietet eine hohe Identifikationsmöglichkeit für eine Vielzahl an Leserinnen

Dies liegt zu einem großen Teil an den liebevoll gestalteten und sehr gelungenen Figuren. Allen voran Marie wirkt sehr echt, emotional und greifbar. Besonders schön finde ich, dass Marie eine Leseratte und Serienjunkie ist. Die vielen Buchanspielungen sind sehr gelungen integriert und passen perfekt zu Marie. Als Vielleserin konnte ich mich direkt mit Marie identifizieren, da ihre Liebe zu den Büchern und die Vergleiche mit Buchcharakteren sie direkt sympathisch machen. Auch zeigen die intertextuellen Bezüge die große Liebe der Autorin zu Büchern.

Aber auch Pia mit ihrer direkten Art und Gwen, mit ihrer versteckten Melancholie, die im Verlauf des Buchs beide noch wichtig werden, konnten mich mit ihrer Tiefe überzeugen. Die anderen Figuren bleiben, ihrer Rolle in der Romanhandlung bedingt, etwas blasser, ohne dabei aber flach zu wirken. Ich hatte stellenweise wirklich das Gefühl, zurück in die neunte Klasse gebeamt worden zu sein, in der das Thema Mobbing besonders heikel war.

Aber wie gesagt: Unser Platz in dieser Welt ist ein Buch, in dem es um Freundschaft geht. Um große Gefühle, die erste Liebe und darüber, das Freundschaft Berge versetzen kann. Unser Platz in dieser Welt ist unfassbar emotional, sodass ich das Buch nicht nur in Rekordzeit verschlingen musste, sondern während der Zugfahrt mehrfach den Tränen oder einem Lachanfall nahe war.  Vor allem beim Ende bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Warum, das verrate ich euch nicht. Das findet ihr am besten selbst heraus.

Ihr merkt es, ich habe Unser Platz in dieser Welt von Luisa Strunk ins Herz geschlossen. Oder mit anderen Worten: Das Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Plot, Idee, Figuren, Sprache und Umsetzung, es hat einfach alles gepasst. Ich kann also gar nicht anders, als euch Unser Platz in dieser Welt als absolute Leseempfehlung ans Herz zu legen. Ich möchte mich auch auf diesem Wege noch mal bei der Autorin Luisa Strunk für die Möglichkeit bedanken, Unser Platz in dieser Welt vor der offiziellen Erscheinung am 25.04.208 lesen zu dürfen.


[Rezension] Medici – Die Macht des Geldes

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Titel Medici – Die Macht des Geldes
Reihe Medici
Band 1. Band
Autor Matteo Strukul
Übersetzer Christine Heinzius, Ingrid Exo
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 12,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung

Historische Roman und ich? Große Liebe! Wenn sie dann noch zusätzlich im Italien der Renaissance verortet sind, bin ich Feuer und Flamme. Glücklicherweise konnte mich der erste Band der Trilogie Medici – Die Macht des Geldes auch in Sachen Plot und Figuren überzeugen.

Medici – Die Macht des Geldes ein historischer Roman mit Detailverliebtheit

Der historische Aspekt ist mir bei Büchern dieses Genres immer besonders wichtig. Denn nichts ist schlimmer, als aufgesetzte Historizität, die schlecht recherchiert ist und aufgesetzt wirkt. Denn Historizität sollte nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern ein gut eingebautes Setting sein. Umso glücklicher war ich, als der erste Band bereits von der ersten Seite an mit Authentizität punkten konnte. Denn der Autor hat sich direkt eine der wichtigsten Familien Italiens herausgesucht: Die Medici. Und er konnte mich mit ihrer Darstellung vollkommen von sich überzeugen.

Was bei Figuren mit historisch bezeugtem Hintergrund besonders schwierig ist, ist die Kombination aus Fiktion und Fakten. Denn der Autor muss die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung für sein fiktives Werk nutzen und in seinem Sinne ausfüllen. Matteo Strukul hat in seinem Roman bewiesen, dass er diese Kunst beherrscht. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Figuren in Medici – Die Macht des Geldes unpassend oder schlecht recherchiert sind. Ganz im Gegenteil konnte er mich mit seiner unfassbaren Detailverliebtheit und umfassenden Recherche von sich überzeugen. Die Figuren wirken sehr greifbar und echt, mit guten wie schlechten Charaktereigenschaften.

Matteo Strukul schafft es, die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung glaubwürdig zu füllen

Der Plot gefiel mir ebenfalls sehr gut. Zwar ist mir die Geschichte der Medici grundlegend ein Begriff, im Detail kenne ich sie allerdings nicht. Die historische Authentizität des Autors zieht sich durch alle Belange: das Setting, die Familiengeschichte und die Figuren. Demnach ist es keine Überraschung was passiert, das Wie und die Gestaltung des Autors stehen dafür umso mehr im Vordergrund.

Ich muss gestehen, dass ich mich sehr auf den zweiten Teil der Trilogie freue und gespannt bin, welche Intrigen und Wendungen noch auf die berühmte Familie zukommen. Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Medici – Die Macht des Geldes.


[Rezension] Honigmilchtage

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Titel Honigmilchtage
Reihe
Band Einzelband
Autor Julia Rogasch
Übersetzer
Illustrator
Verlag Forever Ullstein Verlag
Erschienen als E-Book
Genre Frauenroman
Preis 3,99€
Seitenzahl 391 Seiten
Bewertung

Honigmilchtage ist eines dieser Bücher, dessen Titel unglaublich verheißungsvoll klingt und einem ein Wohlgefühl verspricht. Leider konnte Julia Rogaschs Nordseeroman nicht das halten, was er mir versprach.

Honigmilchtage: Viel ungenutztes Potential

Honigmilchtage hatte in meinen Augen viel Potential, das absolute Wohlfühl-Buch zu werden. Aber leider wurde die Vorhersehbarkeit des Plots dem Roman zum Verhängnis. Denn selbst die schönste Idee konnte mich nicht umhauen, wenn die Figuren einfach zu klischeebeladen waren. Wirklich schade um eine wirklich schöne Idee.

Beginnen wir doch mit den Figuren. Protagonistin Carla ist unzufrieden in ihrem Job, weiß aber nicht recht, was sie mit sich anfangen soll. Soll sie kündigen? Den Sprung in die ungewisse Zukunft wagen? Immerhin hat sie ihren Traummann mit super Job, der sie im schlimmsten Fall auffangen würde. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und das Leben entscheidet für Carla. Was mich hieran störte: Carla trifft keine wirklich selbstbestimmte Entscheidung, sondern lässt sich einfach treiben. Und so geht es im Laufe des Romans weiter. Ihren neuen Job als Motivationscoach empfand ich tatsächlich als ziemlich unpassend, denn gerade sie, die Ratschläge verteilt, hält sie selbst nicht ein.

Hinzu kommt, dass ich einige Wendungen sehr vorhersehbar fand: Die Geschichte um Carlas Schwester Marie, den Abschnitt mit Julius‘ Krankheit und schlussendlich die Wendung, die Carla gegen Ende des Romans selbst betrifft, konnten mich allesamt nicht überzeugen, da ich sie als zu klischeehaft empfand. In der Kombination waren sie mir leider zu viel des Guten.

Vorhersehbar und klischeehaft

Statt eines Wohlfühlbuchs, das der Titel schon verspricht, habe ich einen Roman bekommen, der so viel mehr Potential hatte, als er nutzte. Die Protagonistin empfand ich als sehr widersprüchlich, den Plot vorhersehbar und klischeebeladen. Den Figuren hätte ein wenig mehr Tiefe sowie mehr Ecken und Kanten wirklich gut getan. Denn alle Figuren sind immer nett, lieb und hilfsbereit. Wirkliches Krisenpotential gibt es eigentlich bei keiner der Figuren – nicht mal bei der Super-Ex von Julius.

Alles in allem konnte mich Honigmilchtage leider nicht von sich überzeugen. Die gesamte Handlung war einfach zu nett und vorhersehbar, um mir wirklich das Gefühl zu geben, mit den Figuren mitfiebern zu können. Auch konnten mich viele der Probleme der Protagonistin nicht wirklich berühren, was für mich ein wichtiger Punkt ist. Als positiv empfinde ich jedoch die Realitätsnähe der Probleme, da es sich um Probleme des tatsächlichen Alltags handelt. Für einige Stunden Muße und Entspannung ist Honigmilchtage gut geeignet.


[Rezension] Verliere mich. Nicht.

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Titel Verliere mich. Nicht.
Reihe Sage-Dilogie
Band 2. Band
Autor Laura Kneidl
Übersetzer
Illustrator
Verlag Bastei Lübbe
Erschienen als Taschenbuch
Genre YA
Preis 12,90€
Seitenzahl 469 Seiten
Bewertung

Von Laura Kneidls Berühre mich. Nicht. war ich letztes Jahr super begeistert.  Umso gespannter war ich auf den zweiten Teil der Dilogie Verliere mich. Nicht. Was ich von Verliere mich. Nicht. denke, verrate ich euch heute.

Der gemeine Cliffhanger am Ende des ersten Teils hatte mich sehr rat- und rastlos zurückgelassen. Mit anderen Worten: Ich musste den nächsten Band unbedingt in die Finger bekommen, um das Ende zu erfahren. Glücklicherweise beginnt der zweite Teil der Romanhandlung unmittelbar an dem Punkt, an dem Band eins endete.

Verliere mich. Nicht. beginnt mit großen Emotionen

Gefühlsmäßig startet man in den Abschlussband der Dilogie mit sehr viel Verzweiflung. Denn Sages Glück mit Luca war nur von kurzer Dauer. Umso härter trifft Sage die derzeitige Situation. Denn in Folge ihrer Probleme verliert sie sämtliche Entwicklungsschritte, die sie im ersten Band so hart erkämpfte. In meinen Augen war dies zu einem Stück weit gut dargestellt und nachvollziehbar – Hand aufs Herz: Wer von euch war nach einer Trennung noch nicht am Boden zerstört? – zumal Sage mit einer Angststörung zu kämpfen hat. An einigen Stellen tendierte ihr Verhalten doch ein wenig ins Melodramatische, was ich ihr aber durchaus verzeihen konnte.

Luca war, wie auch schon im ersten Band, mein heimlicher Liebling. Dass sein Ego verletzt ist hindert ihn nicht daran, ein unglaublich liebevoller Mensch zu bleiben und mein Leserinnenherz zum Hüpfen zu bringen. Wenn ich mir einen heimlichen Book-Boyfriend aussuchen müsste, es wäre Luca.

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es doch…

Der Plot des zweiten Teils konnte mich mitreißen und überzeugen, was man nicht zuletzt auch an der Lesezeit bemerkt. Verliere mich. Nicht. habe ich binnen kürzester Zeit verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Für mich hatte die Handlung viele spannende und temporeiche Momente, die mich zum Weiterlesen animierten. Vor allem Sages Familiensituation interessierte mich, da sie doch einen sehr wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit ausmacht. Ich muss an dieser Stelle leider auch einen kleinen Negativpunkt anmerken: Denn exakt dieser Handlungsstrang wurde mir ein wenig zu schnell abgehandelt. Ein paar Seiten mehr und ein bisschen weniger Tempo hätten meiner Meinung nach der Entwicklung gut getan, um sie realistischer wirken zu lassen.

Alles in allem bin ich mit Verliere mich. Nicht. sehr zufrieden und kann mich mit dem Ende super arrangieren. Als kleine Romantikerin hatte ich auch hier wieder emotionale Hach-Momente, die mich überzeugen konnten. Die Stimmung, gerade zu Beginn des Romans, ist ein wenig dunkler als in Band eins, was ich themenbedingt aber sehr passend fand. Trotz kleinerer Schwächen ist Verliere mich. Nicht. eine absolute Leseempfehlung für alle YA-Fans.

Weitere Lesemeinungen zu Verliere mich. Nicht.:

Verliere mich. Nicht. konnte Kleinbrina ebenso begeistern, wie Band 1. Weiterlesen!


[Rezension] Der König der Gaukler

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Titel Der König der Gaukler
Reihe
Band Einzelband
Autor Andreas Otter
Übersetzer
Illustrator
Verlag Selfpublish
Erschienen als E-Book
Genre Historischer Roman
Preis 14,99€ (als TB) [LE]
Seitenzahl 382 Seiten
Bewertung

Bei keinem Buch habe ich mich am Ende so geärgert, wie bei Der König der Gaukler von Andreas Otter. Denn in Punkto „Kill your Darlings“ braucht der Autor definitiv keinerlei Nachhilfe.

Aber fangen wir von vorne an. Als ich bei der Lovelybooks Leserunde zu Der König der Gaukler als Gewinnerin ausgelost wurde, habe ich mich sehr gefreut. Denn das Buch war mir bereits zuvor ein Begriff – umso größer war dann meine Freude, dabei zu sein.

Der König der Gaukler – ein historischer Roman über Außenseiter

Die Romanhandlung ist in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Deutschland verortet. Die Darstellung der Städte und Gesellschaft war sehr akkurat und gut recherchiert. Ich hatte an keiner Stelle des Romans das Gefühl, dass der historische Aspekt schlecht getroffen oder nur Fassade sei. Die historische Authentizität bei historischen Romanen von besonderem  Stellenwert für mich. In diesem Punkt war ich vollkommen zufrieden. Von Beginn bis Ende hat in Sachen Setting für mich einfach alles gepasst.

Der Plot war ebenfalls sehr spannend. Thematisch dreht sich in Der König der Gaukler alles um die wohl größten Außenseiter des Mittelalters: Die Juden und Gaukler. Umso schöner war es, dass die beiden Protagonisten des Romans aus eben jenen Bevölkerungsgruppen stammen und nicht stereotypisch dargestellt werden. Der Einstieg, gerade in Annas  Part der Geschichte, war sehr emotional und aufwühlend. Mit Simon hatte ich so meine Probleme, da er mich zu Beginn der Geschichte sehr stark befremdete, mich schlussendlich dann aber doch noch von sich überzeugen konnte. Die Gauklertruppe, denen sich die beiden anschließen, war mir sehr sympathisch. Umso tragischer empfand ich all die Wendungen und Entscheidungen, die im Laufe der Geschichte passierten. An dieser Stelle möchte ich euch aber nicht zu viel verraten, lest selbst.

Die Darstellung der Figuren fand ich durchgängig sehr realistisch und echt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Rolle der Figur unpassend oder aufgesetzt wirkte. Von Stereotypen keine Spur. Daher hatte ich beim Lesen großen Spaß und habe bei jeder Figur mitgelitten, gehofft und gebangt.

Das Ende des Romans oder Das Leben ist kein Ponyhof

Woran ich stark zu knabbern hatte, war das Ende. Das Ende ist gut und passend – keine Frage – es hat mich nur sehr emotional zurückgelassen, weil ich nach all den Wendungen und Überraschungen doch die Hoffnung auf ein romantisches Happy End hatte. Aber was soll ich sagen, das Leben ist eben kein Ponyhof. Das Ende des Romans ist passt konsequent zur Handlung und zum Verlauf des Romans, mein kleines Romantikerinnenherz hat es allerdings angeknackst.

Alles in allem hatte ich viel Spaß beim Lesen von Der König der Gaukler und bin überaus dankbar für die Bereitstellung eines Leseexemplars im Zuge der Lovelybooks Leserunde. Ich kann das Buch LeserInnen empfehlen, die spannende historische Romane mit Authentizität schätzen. Ich danke Lovelybooks und Andreas Otter herzlich für die Bereitsstellung eines Leseexemplars von Der König der Gaukler.


[Rezension] Die Liebe trägt Weiß

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Titel Die Liebe trägt Weiß
Reihe
Band Einzelband
Autor Lauren Weisberger
Übersetzer Heike Reissig
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€
Seitenzahl 416 Seiten
Bewertung
Die Liebe trägt Weiß
Die Liebe trägt Weiß

Spätestens nach ihrem Bestseller Der Teufel trägt Prada ist Lauren Weisberger ein Garant für gute Unterhaltung in Buchform. Besagten Titel liebe ich als Verfilmung mit Merryl Streep und Anne Hathaway, weshalb Die Liebe trägt Weiß unbedingt bei mir einziehen musste.

Lauren Weisbergers Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen, flüssig und spritzig. Ich liebe ihren bissigen Sarkasmus, mit dem sie einige ihrer Figuren immer ausstattet, sehr. Die Kombination aus Schreibstil, Plot und Figuren hat mir gut gefallen, auch wenn die Handlung stellenweise recht vorhersehbar war. Dennoch konnte das Buch auf ganzer Linie überzeugen und mich begeistern, denn während des Lesens habe ich sehr oft laut lachen können.

 Charlie ist eine Protagonistin der etwas anderen Art – sie hat einen Plan!

Was mir positiv aufgefallen ist, ist Charlie. Sie ist eine aufstrebende Tennisspielerin, die kurz vor dem Höhepunkt ihrer Karriere ihren Tiefpunkt erreicht. Doch statt aufzugeben, kämpft sie für ihren Traum und behält ihn fest im Auge, wobei das nicht spurlos an ihr vorbeigeht. Denn ihr Weg ist hart und anstrengend und kommt nicht ohne charakterliche Veränderungen daher. Beides empfand ich als sehr realistisch dargestellt. Denn Charlie, die zu Beginn das süße Mädchen von neben an ist, wird zur erfolgsverwöhnten Kratzbürste und erfüllt so ziemlich jedes Klischee, das es über Prominente gibt.

Die Liebe trägt Weiß ist voller guter Einfälle

Zwar ist die Handlung des Romans recht vorhersehbar – niemand würde ein Buch über eine Spitzensportlerin schreiben, die nicht versucht, ihren Traum zu leben – dafür aber voll guter Ideen. Auch ist das Leben eines Sportlers sehr detailverliebt dargestellt und wirkt einfach real. Die Figuren haben es mir allerdings besonders angetan, denn Charlies Entwicklung ist sehr faszinierend und hat mir mitunter am besten gefallen. Dem Titel entsprechend darf ein heißes Loveinterest natürlich nicht fehlen, wobei man bei Die Liebe trägt Weiß die Auswahl hat. Wer das Buch schon kennt, weiß, worauf ich hinaus will. Keine Sorge: Es ist kein Liebesdreieck!

Alles in allem kann ich euch Die Liebe trägt Weiß als netten Buch-Snack für zwischendurch wärmstens empfehlen. Lauren Weisbergers Stil sticht auch hier deutlich hervor, sodass Freunde des gepflegten Sarkasmus voll auf ihre Kosten kommen werden. Ich danke dem Goldmann Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


[Rezension] Belgravia

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Titel Belgravia
Reihe
Band Einzelband
Autor Julian Fellows
Übersetzer Maria Andreas
Illustrator
Verlag C. Bertelsmann Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Historischer Roman
Preis 19,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung

Durch ein Tauschpaket bin ich auf Julian Fellowes Belgravia gestoßen, das ich aus einem Bauchgefühl heraus an mich nahm. Im Nachhinein bereue ich es nicht, denn dadurch erhielt ich Buch, das mich einige Stunden begleiten und faszinieren konnte.

Bevor ich zu Belgravia griff, wusste ich nicht, dass meine heißgeliebte Neuentdeckung Downton Abbey ebenfalls von Julian Fellows stammte. Dank des prominenten Hinweises auf dem Buchumschlag wurden meine Erwartungen an Belgravia schlagartig höher. Denn die unvergleichbare Serie lockt mit einer unvergleichlichen Atmosphäre, die ihres gleichen sucht. Und Belgravia steht Downton Abbey in nichts nach.

Schon von der ersten Seite an wird die besondere Stimmung deutlich, die durch Julian Fellows einzigartigen Schreibstil noch unterstrichen wird. Ich habe mich direkt in das England des 19. Jahrhunderts zurückversetzt gefühlt. Denn Fellows schreibt so detailliert, dass ich nur die Augen zu schließen brauchte, um alles um mich herum sehen zu können. Das Flair des Englands des 9. Jahrhunderts war überall zu spüren. Die Figuren und die Sprache waren so vollkommen authentisch, dass ich von der Gegenwart stellenweise irritiert war.

Zwei Familien, ein Schicksal, das alles verändert

Fellows schafft es mit seinem Figurenpersonal, einen Schnitt der britischen Gesellschaft darzustellen. Adel, arm, reich, Emporkömmling, Kaufmann, alle sind sie vertreten. Die Familie Trenchard, die im Mittelpunkt der Romanhandlung steht, könnte außergewöhnlicher nicht sein. Zumindest aus Sicht der Aristokratie. Ebenfalls von Bedeutung ist die adelige Familie Bellasis. Denn die beiden Familien verbindet ein Schicksal, das im Verlauf der Romanhandlung so einige Überraschungen sowie Wendungen offenbart.

Das Figurenpersonal ist enorm vielfältig. Vom Diener bis zur Herzogin sind alle Gesellschaftsschichten vertreten. Die Figuren sind dabei sehr authentisch und realistisch konstruiert, sodass ich mich wirklich vollständig ins 19. Jahrhundert zurückversetzt fühlte. Die Vernetzungen der Figuren untereinander im Rahmen einer Rezension zu besprechen, würde euch zu viel vorweg nehmen, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf. Aber eines kann ich dazu sagen: Es ist begeisternd!

Belgravia fordert ein gemäßigtes Lesetempo, ist dafür aber umso ansprechender

Der Plot konnte mich ebenso begeistern, wie das Setting und die Figuren. Nichts ist zufällig, jede Wendung bringt neues Wissen, dass die Geschehnisse in einem anderen Licht erscheinen lassen. Als unumstößlich betrachtete Tatsachen werden umgeschmissen, vor allem gegen Ende. Allerdings solltet ihr nicht auf einen temporeichen Plot hoffen. Belgravia hat sein eigenes Tempo, das euch auch daran hindert, das Buch einfach runter zu lesen. Denn dafür ist es nicht gemacht. Belgravia will genossen und ausgekostet werden. Nehmt euch Zeit, dann wird euch das Buch in eine andere Welt entführen.

Alles in allem bin ich von der komplexen Geschichte, den Figuren, dem Setting und Fellows unnachahmlichen Schreibstil begeistert. Ich habe jede einzelne Seite genossen. Wenn ihr Bücher kennt, die im selben Stil geschrieben sind, schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Weitere Lesemeinungen zu Belgravia:

Warum Lady Smartypants Belgravia so sehr liebt, lest ihr hier: Weiterlesen!


[Rezension] Wolkenschloss

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Titel Wolkenschloss
Reihe
Band Einzelband
Autor Kerstin Gier
Übersetzer
Illustrator
Verlag Fischer Jugendbuch
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch
Preis 20,00€
Seitenzahl 464 Seiten
Bewertung
Wolkenschloss
Wolkenschloss

Als ich im November Kerstin Giers neuestes Werk Wolkenschloss sah, musste ich es einfach mitnehmen. Das hübsche Cover und die vielversprechende Inhaltsangabe konnten mich direkt überzeugen. Und ich habe den Kauf keine Sekunde bereut.

Wolkenschloss ist ein humorvolles, begeisterndes und spannendes Buch für tolle Lesestunden

Fanny ist die großartigste Protagonistin, die mir seit einer Weile untergekommen ist. Sie ist klug, witzig und tatkräftig. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und bietet selbst abstrusesten Situationen erfolgreich die Stirn. Vor allem kleinen frechen Jungs, die besonders ulkige Angewohnheiten haben, die mich regelmäßig zum Schmunzeln brachten. Generell ist das Figurenpersonal wirklich gelungen. Selten habe ich so über Figuren und ihre Aussagen lachen können.

Die Plotidee ist schnell umrissen: Fanny ist Praktikantin in einem Schweizer Hotel, das seines gleichen sucht. Ein magischer Ort, der die unterschiedlichsten Personen anlockt. Dabei gerät unsere Protagonistin von einer abstrusen und lustigen Situation in die nächste. Gegen Ende der Geschichte kommt sogar ein wenig Spannung auf, die der Geschichte einen interessanten Turn gibt. Dennoch verliert Fanny nicht ihren Witz, was mich persönlich sehr begeisterte. Dementsprechend habe ich das Buch schlichtweg inhaliert. Ich konnte es einfach nicht mehr aus den Händen legen und musste wissen, wie es am Ende ausgeht. Natürlich ist auch eine gewisse Portion Liebe mit im Spiel.

Ein kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Denn gerade beim spannenden Teil des Romans wirkten einige Wendungen zu konstruiert, um in die ansonsten ungezwungene Atmosphäre des Romans zu passen. Auf der anderen Seite ist dieser Roman so ungewöhnlich, dass die skurrilen Wendungen doch passend sind.

Ihr merkt, Wolkenschloss konnte mich vollkommen von sich überzeugen. Ich hatte tolle Lesestunden, in denen ich so oft gelacht habe, wie schon bei lange keinem Buch mehr. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und mitgehofft, konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und nur schwer Abschied vom Hotel und dessen außergewöhnlichem Personal nehmen. Daher ist Wolkenschloss eine eindeutige Leseempfehlung!

Weitere Lesemeinungen zu Wolkenschloss:

Kleinbrina konnte Kerstin Gier mit ihrem neusten Werk Wolkenschloss nicht vollkommen überzeugen. Warum? Weiterlesen!


[Rezension] Caraval – Es ist nur ein Spiel

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Titel Caraval – Es ist nur ein Spiel
Reihe Caraval
Band 1. Band
Autor Stephanie Garner
Übersetzer Diana Bürgel
Illustrator
Verlag Piper Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy
Preis 10,00€
Seitenzahl 400 Seiten
Bewertung
Caraval
Caraval

Als mit mein Freund zum Geburtstag Caraval schenkte, war ich überglücklich und wollte es sofort lesen. Allerdings musste der Roman dann doch noch einige Monate auf dem TBR warten, bevor ich ihn nach Weihnachten endlich aus dem Regal befreite.

Da der Hype um Caraval ein wenig an mir vorbeiging, konnte ich vollkommen spoilerfrei und mit angebrachten Erwartungen an das Buch herangehen. Was ich erhielt, stellte mich nicht nur zufrieden, sondern bereitete mir große Lesefreude und Lust auf den zweiten Teil.

Caraval ist ein magisches Buch, das vor Außergewöhnlichkeit nur so sprudelt

Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich von Caraval halten soll. Die beiden Schwestern Scarlett und Donatella leben in der Obhut ihres gewalttätigen Vaters und flüchten, um Teil des legendärsten Spiels zu werden, das ihre Welt kennt: Caraval. Die Orientierung in dem turbulenten, verwirrenden und facettenreichen Spiel fiel mir am Anfang nicht immer leicht, konnte mich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber vollkommen auf die Reise einlassen.

Scarlett ist eine sehr ansprechende Protagonistin. Sie sorgt sich stark um ihre Schwester, hofft aber trotz ihrer Vergangenheit auf eine glückliche Zukunft fern von ihrem Vater. Das legendäre Spiel ist ein Kindheitstraum, der sich kurz vor ihrer Hochzeit erfüllt – zum für Scarlett denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Doch damit nicht genug, verschwindet während des Spiels ihre Schwester. Damit sind Scarletts Sorgen komplett, denn eigentlich wollten sich die beiden Schwestern das Spiel nur ansehen und landen mittendrin…

Die Idee von Caraval  ist einzigartig und fesselnd

Meiner Meinung nach braucht die Handlung von Caraval  eine Weile, um so richtig in Fahrt zu kommen. Die einleitende Phase ist allerdings sehr gut genutzt, um uns die Wünsche und Ängste der beiden Schwestern näher zu bringen und das Setting vollständig zu erläutern. Dementsprechend aufgeregt und gespannt war ist, als die Schwestern in Begleitung des Seefahrers Julian auf der Insel des Spiels ankamen. Sobald die Handlung jedoch ins Rollen kam, entwickelten sich einige Dinge Schlag auf Schlag. Vor allem gegen Ende geben sich die Wendungen und Überraschungen die Klinke in die Hand, dass es für meinen Geschmack beinahe schon ein wenige zu viele waren.

Insgesamt hat mir die Handlung von Caraval  aber sehr gut gefallen. Die Idee eines Spiels um einen magischen Gewinn hat mir gefallen, ebenso das Setting und die Figuren. Stellenweise hätte Scarlett ein wenig selbstbewusster und, so seltsam es klingt, ichbezogener sein können. Trotz ein paar zu vieler Wendungen gegen Ende ist das Buch ein echter Pageturner, den ich nicht aus den Händen legen wollte. Immerhin musste ich einfach wissen, wie es ausgeht. Dank der offenen Fragen im letzten Kapitel bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.