[Rezension] Die Elefantenhüterin

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Titel Die Elefantenhüterin
Reihe
Band Einzelband
Autor Julia Dorsten
Übersetzer
Illustrator
Verlag Selfpublish
Erschienen als E-Book
Genre Historischer Roman
Preis 4,99€ [RE]
Seitenzahl 426 Seiten
Bewertung
Die Elefantenhüterin
Die Elefantenhüterin

Als ich die Gelegenheit bekam, Julia Dorstens Die Elefantenhüterin im Zuge einer Blogtour zu lesen, war ich direkt Feuer und Flamme. Immerhin handelt es sich hierbei um einen exotischen historischen Roman, der mit einer sehr gut recherchierten und liebevoll geschriebenen Geschichte aufwartet.

Das Autorenduo Julia Dorsten entführt und in ein historisches Sri Lanka

Protagonistin von Die Elefantenhüterin ist Phera, die als Tochter des obersten Hüters der königlichen Elefanten auf die Welt kommt. Doch ihr Schicksal ist hart, denn ihr Vater erzieht sie mangels eines Erben als Jungen, damit sie ihrem Vater auf den Posten des Gajenayke Nilami nachfolgen kann. Bevor sich dieses Vorhaben erfüllen kann, erobern die Briten Sri Lanka und entthronen den König. Damit bricht für Phera ihre gesamte Welt zusammen, denn sie erfährt nicht nur, dass sie in Wahrheit ein Mädchen ist, sondern muss auch vor den britischen Besatzern flüchten, um ihr Leben zu bewahren.

Mehr möchte ich euch zum Inhalt nicht verraten, doch so viel sei gesagt: Dieser Roman hat es wirklich in sich. Nicht nur, dass das Autorenduo sehr gut recherchiert und die Geschichte Sri Lankas anschaulich dargestellt hat, auch die fikitionale Geschichte fügt sich perfekt in das große Ganze ein. Historisch belegte Persönlichkeiten treffen auf fiktive Figuren, die liebevoll und detailgetreu ausgearbeitet wurden. Beim Lesen hatte ich sofort Sympathien für Phera und ihre Familie – allen voran ihren Vater, der ein respektvoller und mutiger Anführer ist – sodass ich beim Lesen richtig mitfieberte. Das Ende, das mir gut gefallen hat, tat sein übriges. Auch verzichten die Autoren auf eine Schwarz/Weiß-Malerei und versuchen, den historischen Begebenheiten unvoreingenommen entgegenzutreten und nur ihre Figuren kommunizieren zu lassen. Beide Seiten, die der Bevölkerung und der britischen Armee, werden durch kluge Figuren sehr realistisch reflektiert.

Die Elefantenhüterin ist ein historischer Roman, der Fernweh weckt

Mit hat Die Elefantenhüterin wirklich viel Freude bereitet. Nichts an dem Roman wirkt erzwungen oder unpassend. Man spürt, dass sich die Autoren sehr gut mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Zudem wurden historische Begebenheiten für den Leser sehr gut aufgearbeitet. Die Figuren entsprechen meiner Meinung nach voll und ganz ihrer Zeit und passen sich perfekt ein. Phera, die als Mädchen wie ein Junge erzogen wurde, sticht dadurch natürlich deutlich heraus, weckt aber nicht den Eindruck, als gehöre sie nicht in die Zeit. Eine Gradwanderung, die den Autoren sehr gut gelungen ist. Ich bedanke mich herzlich bei dem Autorenduo Julia Dorsten für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Zuge der Blogtour.


[Rezension] The Blinds

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Titel The Blinds – Es ist ein Spiel, also spiel
Reihe The Blinds
Band 1. Band
Autor Emma Marten
Übersetzer
Illustrator
Verlag BoD
Erschienen als E-book und Taschenbuch
Genre Dystopie, Jugendbuch
Preis 4,99€ (E-Book [RE]), 12,99€ Taschenbuch
Seitenzahl 412 Seiten
Bewertung

Als ich nach einer Weile Lovelybooks-Abstinenz mal wieder am Stöbern kommender Leserunden war, fiel mir The Blinds auf. Nicht nur, dass das Cover unfassbar schön ist, auch die Zusammenfassung sprach mich an. Daher versuchte ich mein Glück und durfte tatsächlich an der Leserunde zu The Blinds teilnehmen.

Ihr alle kennt diese Bücher, die euch schon nach den ersten Sätzen zeigen, das sie euch gefallen werden. Genauso erging es mir mit The Blinds. Die Figuren, die Idee, das Setting  –  einfach alles stimmte.

Das Setting von The Blinds erinnert an Panem und Selection

Die Protagonistin der Dilogie Riley lebt in einer dystopischen Version der USA, die in Distrikte aufgeteilt ist. Während sie in den Slums in Armut lebt, schwelgen die Bewohner des Zentrums in Reichtum. Highlight der Unterhaltung ist eine Castingshow – Die Blinds. Stellenweise habe ich mich beim Weltenaufbau an Panem oder Selection erinnert gefühlt. Allerdings schafft es Emma Marten, die Idee für ihren Plot zu adaptieren und zu ihrer eigenen Idee zu machen. Denn sein wir mal ehrlich: Die zugrundeliegende Idee ist nicht das wichtigste, sondern die Ausführung. Und die ist rundum gelungen.

Riley ist eine tolle Protagonistin. Sie ist eigensinnig, sarkastisch, gefühlvoll und vieles mehr. Ich mochte sie vom ersten Moment an und habe es genossen, ihre Entwicklung mit zu verfolgen. Denn  wo Anfangs Widerwillen gegen das Leben im Zentrum herrscht, treten gegen Ende des ersten Teils andere Gefühle. Denn Riley weiß, was sie von ihrem Leben will.

Ihre Hintergrundgeschichte, die man als Leser durch Rückblicke erfährt, ist sehr berührend. Ebenso die zarte Liebesgeschichte, die sich zum Loveinterest entwickelt. An dieser Stelle will ich allerdings nicht zu viel verraten. Ihr sollt ja auch noch euren Spaß haben. Die anderen Figuren haben mir ebenfalls sehr zugesagt. Allen voran Duke und seine Schwester. Ihre herzliche und ehrliche Art habe ich sehr genossen.

Die Blinds sind eine Castingshow der etwas anderen Art

Die Blinds selbst spielen im Roman eine wichtige Rolle. Von Runde zu Runde begleiten wir Riley auf ihrem Weg. Aufgrund der schieren Masse an Teilnehmern liegt der Fokus zu Beginn der Geschichte lediglich auf Riley, um sich gegen Ende auch auf die enge Teilnehmerrunde auszudehnen. Das habe ich sehr begrüßt, denn zum einen lernt man Riley somit schneller kennen und zum anderen wird das Buch dann nicht durch zu viele Namen überladen.

Ihr merkt, The Blinds hat es mir angetan. Ich habe die Leserunde sehr genossen und kann euch das Buch wärmstens empfehlen. Der zweite Band der Dilogie ist bereits in der Schreibphase und wird von mir sehnlichst erwartet, denn der Cliffhanger am Ende war unfassbar gemein! Ich danke Emma Marten und Lovelybooks herzlich für die Bereitsstellung eines e-books von The Blinds im Rahmen der Leserunde.


[Rezension] Der italienische Garten

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Titel Der italienische Garten
Reihe
Band Einzelband
Autor Alyson Richman
Übersetzer Norbert Möllemann
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman, historischer Roman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung
Der italienische Garten
Der italienische Garten

Mit Familie in Italien interessiert mich die Geschichte Italiens natürlich genauso sehr, wie die Deutschlands. Wenn ich nun historischen Roman mit Handlungsort in Italien, faszinierenden Figuren und authentischen Begebenheiten bekomme, schwebe ich auf meiner Lesewolke ganz weit oben. Nichts weniger habe ich mit Der italienische Garten von Alyson Richman bekommen.

Als Leser begleiten wir die junge Cellistin Elodie, die 1943 in Portofino von Bord eines Schiffes geht. In regelmäßigen Rückblicken erfahren wir die Geschichte der jungen Frau, die mit gefälschten Papieren ein neues Leben beginnen muss, nachdem ihr altes sie beinahe das Leben kostete.

Alyson Richmans Der italienische Garten ist voll historischer Authentizität

Als Liebhaberin von historischen Romanen und Geschichtsfan lege ich großen Wert auf historische Authentizität von Romanen. Bei Der italienische Garten hatte ich stellenweise das Gefühl, Zeitzeugenberichte zu lesen und keinen Roman. Alyson Richman schafft es, historische Begebenheiten mit fiktiven Ereignissen zu kombinieren und ihrer Geschichte somit eine tiefere Ebene zu verleihen. Vor allen Dingen hat sie es aber geschafft, ihre Figuren so authentisch zu kreieren, dass ich zu keiner Zeit Zweifel hatte, ebenjenen Menschen zu dieser Zeit auf der Straße begegnen zu können.

Die Figuren, allen voran Elodie, haben mich tief berührt. Ihre Gestaltung ist realistisch und glaubwürdig. Vor allem Elodies Verwandlung und ihre Tätigkeiten für den Widerstand haben mir sehr gut gefallen. Besonders schön empfand ich natürlich die Liebesgeschichten im Roman, die mein Herz berühren konnten.

Der italienische Garten  entwickelte einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte

Aufgrund der Thematik von Der italienische Garten kam nicht nur stellenweise richtig Spannung auf. Der Plot entwickelt sich zu Beginn gemächlich und langsam, um dann immer weiter an Fahrt aufzunehmen. Genau wie die historischen Begebenheiten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse – in vielerlei Hinsicht. Mit zunehmender Spannung konnte ich das Buch immer seltener aus der Hand legen. Der italienische Garten  entwickelte einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.

Ich kann Der italienische Garten allen empfehlen, die gut recherchierte und spannende historische Romane mit Emotionen, tollen Figuren und spannendem Plot zu schätzen wissen.


[Rezension] Willkommen in der Provence

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Titel Willkommen in der Provence
Reihe
Band Einzelband
Autor Brigitte Guggisberg
Übersetzer
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Willkommen in dre Provence
Willkommen in dre Provence

Als ich Willkommen in der Provence beim Bloggerportal angefragt habe, suchte ich nach einem schönen Frauenroman für Zwischendurch. Bekommen habe ich einen Frauenroman der etwas anderen Art mit einer Protagonistin, die aus einer Not eine Tugend zu machen versucht.

 

Der Plot von Willkommen in der Provence ist ebenso schnell erzählt wie komisch: Vivianne lebt ein beschauliches Leben in der Provence bis ihr Mann eines Tages von jetzt auf gleich verschwindet. Und damit nicht genug, er räumt das gemeinsame Bankkonto leer und lässt Vivianne auf einer nicht bedienten Hypothek sitzen. Natürlich ist Vivianne im ersten Moment ziemlich irritiert und vor den Kopf gestoßen. Von ihrer Panik getrieben, verstrickt sich Vivianne in einer Geschichte, aus der sie so schnell nicht mehr herauskommt…

Die Plotidee von Willkommen in der Provence ist erfrischend und einzigartig

Ich muss an dieser Stelle leider bereits sagen, dass der Plot für mich noch das Interessanteste an diesem Buch war, da die Idee wirklich einzigartig ist. Mit der Protagonistin Vivianne kam ich leider so gar nicht zurecht. Sie ist mir im Allgemeinen zu kopflos und zu antriebslos. Ich hatte das Gefühl, dass immer jemand für sie da ist, um sie in Bewegung zu halten und ihr zu sagen, wie es weitergehen wird. Eine selbstbestimmte Figur sieht leider anders aus.

Vivianne ist eine etwas anstrengende Protagonistin

Auch mit dem Schreibstil hatte ich so meine Problemchen. Nicht, dass Frau Guggisberg nicht angenehm schreibt, das schon. Lediglich die Auswahl des Präsens für ihre Geschichte empfand ich als ein wenig anstrengend beim Lesen. Auch hat mich irritiert, dass Vivian immer in indirekter Rede spricht, während alle anderen Figuren in direkter Rede agieren. Leider konnte ich mich bis zum Schluss nicht daran gewöhnen.

Alles in allem ist Willkommen in der Provence ein angenehmes Buch für zwischendurch, das eine sehr einzigartige Plotidee hat und spaßig zu lesen ist. Mit der Protagonistin und dem Schreibstil hatte ich stellenweise so meine Probleme, was allerdings nur an meinem persönlichen Geschmack liegt. Ich kann mir vorstellen, dass Willkommen in der Provence Leserinnen gefallen kann, die einen etwas anderen Frauenroman suchen.


[Rezension] Wintersterne

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Titel Wintersterne
Reihe
Band Einzelband
Autor Isabelle Broom
Übersetzer Uta Rupprecht
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Wintersterne
Wintersterne

Ich liebe Geschichten, die ans Herz gehen. Als ich Wintersterne zu lesen anfing, wollte ich genau ein solches Herzensbuch. Bekommen habe ich die Geschichte dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten aber dennoch eines gemeinsam haben: Die Liebe.

Als Leserin von Wintersterne lässt man sich in das winterliche Prag der heutigen Zeit entführen. Tatsächlich fühlte ich mich während des Lesens die gesamte Zeit so, als wäre ich in Prag. Ich muss nicht erwähnen, dass das Buch derartiges Fernweh in mir geweckt hat, dass mein nächster Urlaub nach Prag geht, oder?

Isabelle Broom schreibt mit einer solchen Liebe und mit so viel Details, dass ich gar nicht anders konnte, als alles bildlich vor mir zu sehen und Teil der Geschichte zu werden. Ich war auf jeder Seite, in jeder Situation und Handlung dabei. Der winterliche Zauber der Stadt und die liebevoll gestalteten Figuren entwickelten einen solchen Sog, dass ich Wintersterne beinahe inhaliert habe.

Drei Frauen. Drei Liebesgeschichten. Eine unvergessliche Stadt.

Im Kern der Geschichte stehen die Lebens- und Liebesgeschichten dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich in Prag durch Zufall treffen. Man könnte von einer schicksalshaften Begegnung sprechen.  Besonders herzzerreißend war die Liebesgeschichte von Sophie. Ich hatte die gesamte Zeit über ein ungutes Gefühl, konnte aber den Finger nicht recht darauf legen. Dennoch war ich von der Enthüllung überrascht und schockiert. Umso mehr habe ich mich über die positiveren Geschichten von Megan und Hope gefreut, wobei auch die beiden ihre Hürden hatten.

Als besonders schön und liebevoll habe ich die Charaktergestaltung und Stadtbeschreibungen empfunden. Man spürt auf jeder Seite, wie viel Mühe sich Isabelle Broom mit ihrem Roman gegeben hat. Keine der Figuren wirkt platt oder leblos, sie alle haben gute und weniger gute Eigenschaften, stehen für sich ein und haben Gefühle.

Daher kann ich euch Wintersterne bedingungslos ans Herz legen. Vor allem bei diesem Wetter mit Buch, Keksen und Tee ins Bett gepackt und sich von Wintersterne davontragen lassen. Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Wintersterne möchte ich mich ganz herzlich beim Diana Verlag und dem Bloggerportal bedanken.

Weitere Rezensionen zu Wintersterne


[Rezension] Die Zitronenschwestern

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Titel Die Zitronenschwestern
Reihe
Band Einzelband
Autor Valentina Cebeni
Übersetzer Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Die Zitronenschwestern
Die Zitronenschwestern

Bücher, die wie Die Zitronenschwestern, in Italien spielen treffen ja alleine schon wegen des Handlungsortes meinen Geschmack. Wenn dann aber noch Geheimnisse und in der Vergangenheit liegende Ereignisse hinzukommen, bin ich selig.

Der Prolog des Romans entführt den Leser in das Italien im Jahr 1940. Zwei junge Frauen und ihre enge Freundschaft stehen im Fokus der Betrachtung. Als Setting wird ein Kloster auf einer italienischen Insel vorgestellt, in dem die beiden jungen Frauen leben. Die eine Frau als Novizin, die andere als Bäckerin. Es folgt ein Zeitsprung von über 40 Jahren. Die Protagonistin von Die Zitronenschwestern, die Tochter der Bäckerin, steht vor den Scherben ihrer Existenz und macht sich auf eine Reise auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

Mein Leserherz war in Die Zitronenschwestern hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben

Elettra hat mir als Protagonistin nur bedingt gefallen. Ich verstehe die Verbitterung und die Wut, die sie ihrer Mutter tief in ihrem Inneren wegen all der Geheimnisse gegenüber hegt, aber nicht alles lässt sich so einfach darauf abwälzen. In meinen Augen hat es sich Elettra stellenweise zu einfach gemacht, indem sie ihre Mutter als Schuldige inszenierte. Selbst dann, wenn es Elettras eigenes Verhalten war, das alles ruinierte. An diesen Stellen hätte ich sie gerne geschüttelt. Mein Leserherz war an dieser Stelle aber hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben.

Die Handlung führt Elettra auf den Lebensweg ihrer Mutter zurück zu jenem besonderen Kloster. Die Bewohnerinnen der Gegenwart der Handlung haben mir alle gut gefallen. Auch sie hüten viele Geheimnisse, die für spannende Momente aber auch unnötiges Leid sorgen. Interessant ist die Auflösung all dieser Geschichten, die stückchenweise das große Ganze freilegen.

Besonders toll an Die Zitronenschwestern fand ich im Übrigen die Bedeutung von Gebäck und Essen. Elettra ist ebenso wie ihre Mutter Edda eine herausragende Bäckerin und ihre Rezepte sind zwischen den Kapiteln abgedruckt. Bei Gelegenheit muss ich man einige davon ausprobieren und nachbacken.

Alles in allem bin ich mit dem Roman zufrieden. An einigen Stellen hätte mir Elettra ein wenig gradliniger und weniger engstirnig sein können, dennoch konnte mich die Geschichte vierer Frauen sehr gut gefallen.


[Rezension] Die Unglückseligen

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Titel Die Unglückseligen
Reihe
Band Einzelband
Autor Thea Dorn
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaus Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Zeitgenössischer Roman
Preis 24,99€ [RE]
Seitenzahl 558 Seiten
Bewertung
Die Unglückseligen
Die Unglückseligen

Als Germanistin hatte ich hohe Erwartungen an Die Unglückseligen von Thea Dorn, das ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal bekommen habe. Leider konnten mich Die Unglückseligen trotz allem Potenzial nicht so von sich überzeugen, wie ich es mir gewünscht habe.

Das Cover lässt – nach dem Lesen – einige Rückschlüsse auf den Inhalt des Romans zu. In Die Unglückseligen geht es um die Molekularbiologin Johanna Mawet, die auf Johann Wilhelm Ritter, einen Physiker der Goethezeit, trifft. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Sterblichkeit des Menschen abzuschaffen. Hier schließt sich der Kreis zum Cover, denn zu sehen ist eine Frau, die ein Skelett umarmt. Es kommt ein wenig ein Vanitasgefühl rüber.

Die Unglückseligen: Faustmythos ohne Teufelspakt

Auf dem Buchumschlag wird Thea Dorns Werk damit beworben, den Faustmythos aufs Neue zu erzählen. Daher rührten als Germanistin meine hohen Erwartungen, die so leider enttäuscht wurden. Zwar hat Ritter eine im höchsten Maße romantische Seele und ermöglicht dem Leser spannende Einsichten, aber mit dem Faustpakt an sich hatte die Handlung des Romans für mich leider nicht viel gemein.

Zwar kommt der Teufel in sprachlich gefeilten und sehr gewitzten Passagen zu Wort, in Erscheinung tritt er jedoch nie. Ich persönlich muss zudem zugeben, dass ich eine Freundin Mephistos aus Goethes Faust I bin und seine sarkastisch-humoristischen Bemerkungen in der 11. Klasse mit größter Begeisterung verschlungen habe.

Da der Faustpakt ja eben durch einen Handel mit dem Teufel begründet liegt, störte mich das Fehlen ebendieser Figur am meisten in Die Unglückseligen. Ritters Zustand, der einmal beschrieben und wirklich spannend dargestellt ist, wird mir unzureichend erklärt.

Thea Dorns Die Unglückseligen ist ein sprachliches Meisterwerk

Sprachlich hingegen ist Thea Dorns Roman ein Meisterwerk. Selten habe ich so viele verschiedene Schreibstile so gekonnt in einem Buch gefunden wie in Die Unglückseligen. Besonders optisch machen diese Wechsel im Erzählstil etwas her, da von Fraktur bis Comicstil alles dabei ist. Besonders niedlich fand ich die Passage mit der Fledermaus.

Die Unglückseligen Fledermaus
Die Unglückseligen Fledermaus

Man spürt an jeder Stelle des Romans, dass sich die Autorin unfassbar gut in die Romanthematik eingearbeitet hat. Ritter war ein echter Denker der Goethezeit und Johannas Forschung wurde so detailliert erklärt, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Vor allem Ritters Schilderungen der Physik und Forschung in der Goethezeit empfand ich als sehr ansprechend.

Alles in allem kann ich euch Die Unglückseligen als anspruchsvolle Lektüre empfehlen, die vor Intertextualität und Wissen nur so sprüht. Wer einen klassischen Faust mit Teufelspakt erwartet, wird meiner Meinung nach bis zum Schluss ein wenig enttäuscht vergebens auf den Auftritt des Teufels warten. Dafür erhält man als Leser einen Roman voller Tiefgang, der einen wirklich zum Denken anregt.

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[Rezension] Bourbon Sins

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Titel Bourbon Sins
Reihe Bourbon-Reihe
Band 2. Band
Autor J.R. Ward
Übersetzer Marion Herbert und Katrin Kremmler
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman
Preis 12,90€ [RE]
Seitenzahl 540 Seiten
Bewertung
Bourbon Sins
Bourbon Sins

Bourbon Sins, den zweiten Band der Bourbon-Reihe von J.R. Ward, habe ich im Blogger-Newsletter des LYX Verlags gesehen. Ich dachte mir, ich versuche mal mein Glück und frage Boubon Sins an und hatte ein paar Tage später tatsächlich ein Rezensionsexemplar im Briefkasten. Und ich freue mich so unheimlich darüber!

Band zwei der Bourbon-Reihe ist in einem angenehmen Grünton gehalten. Darauf zu sehen ist derselbe junge Mann, der bereits auf dem Cover des ersten Bands zu sehen war. Den Reihencharakter erkennt man deutlich an der Gestaltung des Covers, da der geprägte Titel im Zentrum der Gestaltung steht.

Am Ende von Bourbon Kings ist ein Vorschaukapitel untergebracht, das eine der spannendsten Stellen des Beginns von Band zwei anschneidet und das Interesse des Lesers weckt. Da Band eins jedoch einige Tage vor der Vorschau endet, beginnt Band zwei entsprechend früher, da

die Bücher nahtlos ineinander übergehen. Dementsprechend neugierig war ich, wie und in welcher Weise der Anreißer aus Band eins vorkommt.

Bourbon Sins bietet eine spannende Handlung, vielseitige Figuren

Das Figurenpersonal hat sich im Vergleich zu Bourbon Kings kaum verändert, dafür nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Lane entdeckt immer mehr Einzelheiten und auch innerhalb der Familie kommt einiges ins Rollen. Intrigen und Lügen stehen an der Tagesordnung. Vor allem Gins Handlungsstrang hat mich bewegt. Man lernt die luxusliebende junge Frau ein wenig besser kennen, was mich dazu brachte, meine Meinung von ihr um einige Facetten ihrer Persönlichkeit zu ergänzen. Vor allem in Bezug auf ihre Tochter konnte sie mich für sich gewinnen.

Der Handlungsstrang um William Baldwin nimmt gleichermaßen an Fahrt auf wie der um das Familienunternehmen, da beide untrennbar miteinander verwoben sind. Die neuen Erkenntnisse und Wendungen haben mich überrascht, aber nicht schockiert, da Andeutungen vorhanden und erkennbar waren.

Dennoch ist es nicht so, dass man eine übertrieben schnelle Entwicklung hat. Die Geschehnisse sind glaubwürdig und bedingen einander so, dass sie eine durchaus überzeugende Kettenreaktion entstehen lassen, die sich durch den gesamten Roman zieht.

Bourbon Sins überzeugt mit Sprache, Plot und Figuren

Sprachlich konnte mich J.R. Ward in Boubon Sins wieder einmal vollkommen von sich überzeugen. Sie drückt sich gewählt und passend aus, ihre Perspektivwechsel bringen Abwechslung in den Roman und die Beschreibungen passen perfekt. Ihre Figuren sind ebenso stimmig wie Setting und Plot, sodass ich mich sehr auf Band drei freue, der im Dezember erscheinen wird.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es allerdings und der betrifft Edward. Ich fand seine Entwicklung an einigen Stellen an wenig zu rasant und einfach, weshalb sie mir nicht so schlüssig und passend vorkam.

Alles in allem konnte mich die Fortsetzung der Bourbon-Reihe sehr von sich überzeugen. Ich hatte beim Lesen viel Spaß und bin gespannt, welche Erkenntnisse in Band drei auf uns warten. Besonders spannend finde ich den Handlungsstrang um die Firma der Familie sowie Gins weitere Geschichte. Ich danke dem LYX Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von J.R. Wards Bourbon Sins.


[Rezension] Bourbon Kings

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Titel Bourbon Kings
Reihe Bourbon-Reihe
Band 1. Band
Autor J.R. Ward
Übersetzer Marion Herbert und Katrin Kremmler
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman, YA
Preis 12,90€
Seitenzahl 528 Seiten
Bewertung

Als ich gesehen habe, dass J.R. Ward eine neue Reihe beginnt, war ich direkt elektrisiert. Bei der besagten Reihe handelt es sich um die Bourbon Kings, deren ersten Band ich innerhalb weniger Tage verschlungen habe und nun für euch besprechen werde.

Der erste Band der Bourbon Kings-Reihe kommt in einem satten Lilaton daher. Zu sehen ist ein gut gekleideter, attraktiver Mann, der vermutlich Lane, den Protagonisten der Reihe, darstellen soll. In erhabenen Buchstaben ist der Titel geprägt, darunter der Autorenname. Vom Aussehen her passt Band eins der Bourbon Kings perfekt zu den Sonderausgaben der Black Dagger-Reihe von J.R. Ward aus dem Heyne Verlag, wodurch die Bücher im Regal perfekt zueinanderpassen werden.

Bourbon Kings
Bourbon Kings

Inhaltlich bewegt sich J.R. Ward mit ihrer neusten Reihe nicht im Fantasybereich, was ihrer Schreibkunst aber keinen Abbruch tut. Die Erzählweise ist gewohnt flüssig und ansprechend, wenngleich der Fokus ein wenig verschoben ist. Während in Black Dagger vor allem Kämpfe und Waffen beschrieben werden, liegt der Fokus bei Bourbon Kings auf Reichtum und der High Society. Dieser Fokus wurde sehr detailliert und glaubwürdig dargestellt und passt perfekt zu den Figuren.

Bourbon Kings ist ein fesselnder Auftaktband

Im ersten Band lernt man gleich eine ganze Menge Figuren kennen. Zunächst wäre da Lane, der nach zwei Jahren Abwesenheit in den Schoß seiner Familie zurückkehrt. Aber keineswegs freiwillig, sondern aufgrund eines Krankheitsfalls. Danach überschlagen sich die Ereignisse. Er trifft auf Lizzie, seine Exfreundin, die auf dem Grundstück seiner Familie als Gartenbauexpertin angestellt ist. Die Chemie zwischen den beiden hat mir von Anfang an gefallen, wobei ich Lizzie zu Beginn noch ein wenig überzeugender fand, da sie gegen Ende ein wenig geschwächelt hat.
Gin, Lanes Schwester, ist eine verwöhnte reiche Tochter, die nicht einen Tag für ihren Lebensstil arbeiten musste und das merkt man ganz deutlich. Dennoch war sie mir nicht unsympathisch. Vielmehr mausert sie sich mit ihrer frechen Art zu meinem heimlichen Liebling.

Im Laufe der Geschichte lernt man noch einige Figuren kennen, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Es würde an dieser Stelle allerdings zu lange dauern, jede Figur zu besprechen. Die Figuren sind in ihrer Konstruktion in sich schlüssig und für das Genre und Setting sehr passend. Keine Figur wirkt unpassend oder deplatziert.

Die Handlung von Bourbon Kings konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Handlung entrollt sich kontinuierlich und in einem angenehmen Tempo. Im Zentrum der Handlung steht dabei nicht die Geschichte einer oder zweier ausgewählter Figuren, sondern das Schicksal einer kompletten Familie. So hat man mehrere Figuren, aus deren Blickwinkeln man die Geschichte auch erzählt bekommt und mit denen man hoffen, bangen und lachen kann. Selbst die Antagonisten der Geschichte sind glaubwürdig gestaltet, was für mich immer ein wichtiges Kriterium ist.

Alles in allem bin ich von J.R. Wards neustem Streich begeistert und überzeugt. Sie liefert ein gewohnt begeisterndes und solides Werk ab. Dabei sind Figuren, Setting und Beschreibungen top aufeinander abgestimmt und glaubwürdig. Man muss mit dem Thema High Society kompatibel sein, da einem ansonsten die detaillierten Darstellungen von Reichtum und Luxus in Bourbon Kings abschrecken könnten, da sie doch bei einigen Figuren tief verankert sind.


[Rezension] Der Gaukler und die Tänzerin

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Titel Der Gaukler und die Tänzerin
Reihe
Band Einzelband
Autor Nicole Steyer
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaur Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 10,99€ [LE]
Seitenzahl 544 Seiten
Bewertung
Der Gaukler und die Tänzerin
Der Gaukler und die Tänzerin

Der Gaukler und die Tänzerin in drei Worten?

Begeisternd, spannend, historisch.

Cover & Gestaltung von Der Gaukler und die Tänzerin?

Das Cover von Der Gaukler und die Tänzerin wirkt sehr passend historisch, sodass von Anfang an klar ist, in welcher Epoche der Leser sich bewegt. Die kombinierten Bilder ergeben gemeinsam ein stimmiges Gesamtbild, das alle wichtigen Aspekte des Romans auf dem Cover abbildet. Die Farbgebung ist typisch für das Genre und sehr angenehm.

Worum geht es in Der Gaukler und die Tänzerin?

Im Roman geht es um die junge Zigeunerin Suni, die ein dunkles Geheimnis birgt. Ihre Vergangenheit kommt Stück für Stück ans Licht und sie muss sich entscheiden, ob sie sich ihr stellt oder flüchtet. Als dann ein Freund aus Kindertagen auf der Bildfläche erscheint, beginnt für Suni ein gefährlicher Abschnitt, da sie wieder in den Fokus alter Feinde gerät.

Der Schreibstil von Nicole Steyer?

Nicole Steyer erweckt das 18. Jahrhundert in ihrem Roman so gekonnt zum Leben, dass ich mir ihre anderen Werke auch gleich auf die Wunschliste setzen musste. Die Ausdrucksweise der Figuren, ihre Gedankengänge, die Städtenamen, die Beschreibungen – einfach alles ist historisch korrekt dargestellt ohne gewollt altertümlich und antiquiert zu wirken. Mir hat die Balance aus historischen Personen und Begebenheiten und fiktiven Figuren und Handlungen sehr gefallen. Dabei schafft es die Autorin, ihrem Werke eine gewisse Leichtigkeit zu geben.

Das Figurenpersonal in Der Gaukler und die Tänzerin?

Für mich war Protagonistin Suni eine sehr diffizile Persönlichkeit. Was nicht zuletzt an ihrer Geschichte liegt. Ich habe sie direkt ins Herz geschlossen und wollte, dass sie den richtigen Weg geht und die Wahrheit ans Licht bringt. Ihr Weg und ihre Entwicklung innerhalb des Romans sind sehr realistisch gehalten und ich muss sagen, dass mir ihr Ich am Ende sehr gut gefallen hat.
Mathis ist ebenfalls ans Herz gewachsen. Zwar entwickelt er sich weniger stark als Suni, aber dennoch sieht man einen deutlichen Unterschied.
Die Nebenfiguren wie Sunis Familien, Mathis‘ Zirkuskumpanen und Sunis Reisegesellschaft haben mir alle außerordentlich gut gefallen. Die Antagonisten waren sehr schön beschrieben und dargestellt, was auch für alle anderen Figuren gilt.

Positives zu Der Gaukler und die Tänzerin?

Mir hat gefallen, dass Der Gaukler und die Tänzerin sehr angenehm zu lesen war und dennoch historisch korrekt ist. Namen, Ausdrucksweisen, Beschreibungen, einfach alles ist stimmig und ansprechend. Dabei werden historische Figuren gekonnt eingebracht und im Rahmen der Handlung eingebunden. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl, dass das Buch gewollt mittelalterlich oder antiquiert ist. Man kommt gut voran und wird durch die spannende Handlung angespornt weiterzulesen.

Empfehlung zu Der Gaukler und die Tänzerin?

Ich kann Der Gaukler und die Tänzerin allen treuen Lesern historischer Romane empfehlen. Die Handlung ist spannend und facettenreich, dabei historisch genau und unterhaltsam. Ich danke Lovelybooks und dem Droemer-Knaur Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Leseexemplars für die Leserunde von Der Gaukler und die Tänzerin auf Lovelybooks.