[Rezension] Der italienische Garten

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Titel Der italienische Garten
Reihe
Band Einzelband
Autor Alyson Richman
Übersetzer Norbert Möllemann
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman, historischer Roman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung
Der italienische Garten
Der italienische Garten

Mit Familie in Italien interessiert mich die Geschichte Italiens natürlich genauso sehr, wie die Deutschlands. Wenn ich nun historischen Roman mit Handlungsort in Italien, faszinierenden Figuren und authentischen Begebenheiten bekomme, schwebe ich auf meiner Lesewolke ganz weit oben. Nichts weniger habe ich mit Der italienische Garten von Alyson Richman bekommen.

Als Leser begleiten wir die junge Cellistin Elodie, die 1943 in Portofino von Bord eines Schiffes geht. In regelmäßigen Rückblicken erfahren wir die Geschichte der jungen Frau, die mit gefälschten Papieren ein neues Leben beginnen muss, nachdem ihr altes sie beinahe das Leben kostete.

Alyson Richmans Der italienische Garten ist voll historischer Authentizität

Als Liebhaberin von historischen Romanen und Geschichtsfan lege ich großen Wert auf historische Authentizität von Romanen. Bei Der italienische Garten hatte ich stellenweise das Gefühl, Zeitzeugenberichte zu lesen und keinen Roman. Alyson Richman schafft es, historische Begebenheiten mit fiktiven Ereignissen zu kombinieren und ihrer Geschichte somit eine tiefere Ebene zu verleihen. Vor allen Dingen hat sie es aber geschafft, ihre Figuren so authentisch zu kreieren, dass ich zu keiner Zeit Zweifel hatte, ebenjenen Menschen zu dieser Zeit auf der Straße begegnen zu können.

Die Figuren, allen voran Elodie, haben mich tief berührt. Ihre Gestaltung ist realistisch und glaubwürdig. Vor allem Elodies Verwandlung und ihre Tätigkeiten für den Widerstand haben mir sehr gut gefallen. Besonders schön empfand ich natürlich die Liebesgeschichten im Roman, die mein Herz berühren konnten.

Der italienische Garten  entwickelte einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte

Aufgrund der Thematik von Der italienische Garten kam nicht nur stellenweise richtig Spannung auf. Der Plot entwickelt sich zu Beginn gemächlich und langsam, um dann immer weiter an Fahrt aufzunehmen. Genau wie die historischen Begebenheiten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse – in vielerlei Hinsicht. Mit zunehmender Spannung konnte ich das Buch immer seltener aus der Hand legen. Der italienische Garten  entwickelte einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.

Ich kann Der italienische Garten allen empfehlen, die gut recherchierte und spannende historische Romane mit Emotionen, tollen Figuren und spannendem Plot zu schätzen wissen.


[Rezension] Willkommen in der Provence

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Titel Willkommen in der Provence
Reihe
Band Einzelband
Autor Brigitte Guggisberg
Übersetzer
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Willkommen in dre Provence
Willkommen in dre Provence

Als ich Willkommen in der Provence beim Bloggerportal angefragt habe, suchte ich nach einem schönen Frauenroman für Zwischendurch. Bekommen habe ich einen Frauenroman der etwas anderen Art mit einer Protagonistin, die aus einer Not eine Tugend zu machen versucht.

 

Der Plot von Willkommen in der Provence ist ebenso schnell erzählt wie komisch: Vivianne lebt ein beschauliches Leben in der Provence bis ihr Mann eines Tages von jetzt auf gleich verschwindet. Und damit nicht genug, er räumt das gemeinsame Bankkonto leer und lässt Vivianne auf einer nicht bedienten Hypothek sitzen. Natürlich ist Vivianne im ersten Moment ziemlich irritiert und vor den Kopf gestoßen. Von ihrer Panik getrieben, verstrickt sich Vivianne in einer Geschichte, aus der sie so schnell nicht mehr herauskommt…

Die Plotidee von Willkommen in der Provence ist erfrischend und einzigartig

Ich muss an dieser Stelle leider bereits sagen, dass der Plot für mich noch das Interessanteste an diesem Buch war, da die Idee wirklich einzigartig ist. Mit der Protagonistin Vivianne kam ich leider so gar nicht zurecht. Sie ist mir im Allgemeinen zu kopflos und zu antriebslos. Ich hatte das Gefühl, dass immer jemand für sie da ist, um sie in Bewegung zu halten und ihr zu sagen, wie es weitergehen wird. Eine selbstbestimmte Figur sieht leider anders aus.

Vivianne ist eine etwas anstrengende Protagonistin

Auch mit dem Schreibstil hatte ich so meine Problemchen. Nicht, dass Frau Guggisberg nicht angenehm schreibt, das schon. Lediglich die Auswahl des Präsens für ihre Geschichte empfand ich als ein wenig anstrengend beim Lesen. Auch hat mich irritiert, dass Vivian immer in indirekter Rede spricht, während alle anderen Figuren in direkter Rede agieren. Leider konnte ich mich bis zum Schluss nicht daran gewöhnen.

Alles in allem ist Willkommen in der Provence ein angenehmes Buch für zwischendurch, das eine sehr einzigartige Plotidee hat und spaßig zu lesen ist. Mit der Protagonistin und dem Schreibstil hatte ich stellenweise so meine Probleme, was allerdings nur an meinem persönlichen Geschmack liegt. Ich kann mir vorstellen, dass Willkommen in der Provence Leserinnen gefallen kann, die einen etwas anderen Frauenroman suchen.


[Rezension] Wintersterne

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Titel Wintersterne
Reihe
Band Einzelband
Autor Isabelle Broom
Übersetzer Uta Rupprecht
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Wintersterne
Wintersterne

Ich liebe Geschichten, die ans Herz gehen. Als ich Wintersterne zu lesen anfing, wollte ich genau ein solches Herzensbuch. Bekommen habe ich die Geschichte dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten aber dennoch eines gemeinsam haben: Die Liebe.

Als Leserin von Wintersterne lässt man sich in das winterliche Prag der heutigen Zeit entführen. Tatsächlich fühlte ich mich während des Lesens die gesamte Zeit so, als wäre ich in Prag. Ich muss nicht erwähnen, dass das Buch derartiges Fernweh in mir geweckt hat, dass mein nächster Urlaub nach Prag geht, oder?

Isabelle Broom schreibt mit einer solchen Liebe und mit so viel Details, dass ich gar nicht anders konnte, als alles bildlich vor mir zu sehen und Teil der Geschichte zu werden. Ich war auf jeder Seite, in jeder Situation und Handlung dabei. Der winterliche Zauber der Stadt und die liebevoll gestalteten Figuren entwickelten einen solchen Sog, dass ich Wintersterne beinahe inhaliert habe.

Drei Frauen. Drei Liebesgeschichten. Eine unvergessliche Stadt.

Im Kern der Geschichte stehen die Lebens- und Liebesgeschichten dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich in Prag durch Zufall treffen. Man könnte von einer schicksalshaften Begegnung sprechen.  Besonders herzzerreißend war die Liebesgeschichte von Sophie. Ich hatte die gesamte Zeit über ein ungutes Gefühl, konnte aber den Finger nicht recht darauf legen. Dennoch war ich von der Enthüllung überrascht und schockiert. Umso mehr habe ich mich über die positiveren Geschichten von Megan und Hope gefreut, wobei auch die beiden ihre Hürden hatten.

Als besonders schön und liebevoll habe ich die Charaktergestaltung und Stadtbeschreibungen empfunden. Man spürt auf jeder Seite, wie viel Mühe sich Isabelle Broom mit ihrem Roman gegeben hat. Keine der Figuren wirkt platt oder leblos, sie alle haben gute und weniger gute Eigenschaften, stehen für sich ein und haben Gefühle.

Daher kann ich euch Wintersterne bedingungslos ans Herz legen. Vor allem bei diesem Wetter mit Buch, Keksen und Tee ins Bett gepackt und sich von Wintersterne davontragen lassen. Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Wintersterne möchte ich mich ganz herzlich beim Diana Verlag und dem Bloggerportal bedanken.

Weitere Rezensionen zu Wintersterne


[Rezension] Evermore – Das dunkle Feuer

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Titel Evermore – Das dunkle Feuer
Reihe Evermore
Band 4. Band
Autor Alyson Noël
Übersetzer Marie-Lusie Bezzenberger
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jugendbuch
Preis 8,99€
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung
Evermore - Das dunkle Feuer
Evermore – Das dunkle Feuer

Als ich zum letzten der vier im Set gekauften Bücher der Evermore-Reihe griff, war ich komplett angefixt. Vor allem nach dem Ende von Evermore – Das Schattenland musste ich unbedingt erfahren, welche Konsequenzen Evers Handlung in Evermore – Das dunkle Feuer haben würde.

Ich muss schon sagen, nachdem Drina im ersten Band als Antagonisten recht schnell wieder weg vom Fenster war, hatte ich mich über Romans lange Anwesenheit wirklich gefreut. Er ist immer für eine Überraschung gut und ich hatte durchgehend das Gefühl, das er noch lange nicht alles von sich gezeigt hat. Dementsprechend habe ich mich ungemein über die Rückblenden seiner Kindheit und Jugend gefreut, die ihn als Figur noch greifbarer werden ließen. Ein wenig Spannung hat die besondere Beziehung zwischen Ever und Roman in diesem Band eingebracht, die auch Evers Magieversuchen resultierte.

Stellenweise hätte ich Ever für ihre unbesonnenen, wenig bis gar nicht durchdachten und dummen Aktionen gerne geschüttelt. Nicht nur, dass sie sich per Magie an Roman bindet, sie schlägt auch noch jegliche Hilfe in den Wind, die sie bekommen kann. Und statt sich ordentlich um Haven zu kümmern, bringt sie ihre beste Freundin vollends gegen sich auf.

Leider muss ich sagen, dass die neusten Wendungen in Evermore – Das dunkle Feuer nicht immer nach meinem Geschmack waren. Auf großen Teilen ging mir Ever mit ihrer kurzsichtigen Art auf die Nerven, ihre Einzelkämpferhaltung tat ihr Übriges. Die Handlung wirkte stellenweise einfach zu gewollt und erzwungen auf mich, um noch die Leichtigkeit der vorherigen Bücher zu haben.

Das Ende ist dann wieder gewohnt überraschend und präsentiert einen neuen Cliffhanger, da Evers eigentliches Problem, der Berührungsfluch, noch immer auf ihr und Damon lastet. Die Chance auf eine Heilung ist nach den Geschehnissen in Evermore – Das dunkle Feuer allerdings verschwindend gering.

Alles in allem bin ich aber sehr gespannt, wie die Evermore-Reihe weitergeht. Die beiden letzten Bücher warten bereits sehnsuchtsvoll in meinem Regal. Zwar war Band vier der Reihe nicht mehr so gut wie noch der zweite, bietet dennoch genug Potential und Spannung, um die Reihe beenden zu wollen.


[Rezension] Evermore – Das Schattenland

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Titel Evermore – Das Schattenland
Reihe Evermore
Band 3. Band
Autor Alyson Noël
Übersetzer Marie-Lusie Bezzenberger
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy
Preis 8,99€
Seitenzahl 416 Seiten
Bewertung
Evermore - Das Schattenland
Evermore – Das Schattenland

Wer Evermore – Der blaue Mond gelesen hat weiß um den gemeinen Cliffhanger, mit dem das Buch endet und die gesamte Reihe verändert. Kein Wunder also, dass ich direkt im Anschluss nach Band drei Evermore – Das Schattenland greifen musste, um in Erfahrung zu bringen, wie Ever das Berührungeproblem mit Damon löst.

Nachdem wir Damon im zweiten Band größtenteils in seiner ohne-Ever-Charaktereinstellung erlebt haben, verändert er sich in Evermore – Das Schattenland komplett. Zwar ist er wieder der liebevolle und gutherzige Kerl, den ich in Band eins so mochte, hält Romans Eingriff allerdings für Karma und entsagt zunächst einmal allem. Ever, die alles in ihrer Macht stehende unternimmt, den Berührungsfluch aufzuheben, versteht die Welt nicht mehr. Noch heikler wird die Situation, als Damon Ever ein Geständnis macht: Es könnte sein, dass Damon gar nicht Evers Seelenverwandter ist.

Denn Ever, die zwischenzeitlich einen Nebenjob angenommen hat, um ihre skeptische Tante zu beruhigen, trifft dort auf Jude. Und der ist niemand anderes, als Evers vermeintlicher Seelenverwandter. Entsprechend geht es zwischen dem neuen Beziehungsdreieck hoch her, da Jude und Damon einander nicht leiden können und eine ebenso lange Geschichte haben, wie Damon und Ever.

Das Ende von Evermore – Das Schattenland ist ebenso spannend und gemein, wie in den vorangegangenen Büchern, denn Ever wird durch Roman eine Entscheidung abverlangt, die alles verändert.

Alles in allem ist Band drei der Evermore-Reihe eine gute Fortsetzung, die weiterhin spannende Wendungen und Neuerungen präsentiert.


[Rezension] Der Palast der Borgia

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Titel Der Palast der Borgia
Reihe noch nicht bekannt
Band 1. Band
Autor Sarah Dunant
Übersetzer Peter Knecht
Illustrator
Verlag Suhrkamp Insel Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 14,99€
Seitenzahl 646 Seiten
Bewertung

Der Palast der Borgia

Wenn ich zu einem historischen Roman greife, dann will ich vollständig in die Handlung eintauchen, will fesselnde Figuren und einen spannenden Plot, der die geschichtlichen Begebenheiten gekonnt einbaut, die Vergangenheit authentisch darstellt und Grauzonen der Geschichte gekonnt mit fiktionalen Überlegungen ausfüllt. Und genau das habe ich in Der Palast der Borgia bekommen.

Schon aus dem Elternhaus habe ich ein reges Interesse an der Geschichte der Menschheit mitbekommen, das sich im Laufe der Jahre im Besonderen auf die Römer, Germanen und das Mittelalter spezialisiert hat. Ich kann gar nicht genug von historischen Figuren aus dem Mittelalter kriegen, die gekonnt in historische Romane eingebaut werden. Meist ist es jedoch so, dass die historisch verbürgten Figuren nur Beiwerk in historischen Romanen sind, die dem Werk eine gewisse Authentizität geben. In Der Palast der Borgia hingegen verhält es sich gänzlich anders. Nicht nur sind alle Hauptfiguren historisch begründet, sie entstammen auch einer der berühmtesten Familien dem italienischen Mittelalters, den Borgia.

In Der Palast der Borgia  werden die großen Dynastien Italiens treffend geschildert

Da mich gerade die großen Dynastien Italiens besonders begeistern war schnell klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Bekommen habe ich ein Buch voller Intrigen, Machtkämpfe, sehr gut recherchierter Figuren und einen authentischen Plot. Die grobe Geschichte der Familie Borgia war mir schon zuvor bekannt, sodass ich positiv überrascht war, wie gut die Autorin Sarah Dunant historische Begebenheiten mit Grauzonen der Geschichte und Gerüchten verbunden hat. Besonders spannend war es für mich, neuste Erkenntnisse der Geschichtsforschung zu lesen, auf die Sarah Dunant ihre Recherchen für den Roman stützt.

Ebenfalls sehr erfreulich war für mich das Ende des Romans, das einen weiteren Band verspricht. Ich bin nämlich noch lange nicht bereit, diese faszinierende Familie ziehen zu lassen. Zu viele Fragen blieben im ersten Band noch unbeantwortet. Zu sehr haben mich die Figuren in ihren Bann gezogen. Ich warte gespannt auf den Tag, an dem die Geschichte weitergeht. Zwar weiß ich schon, wie das Schicksal der Figuren historisch gesehen endet, allerdings ist zu verlockend herauszufinden, wie Sarah Dunant die Lücken der Geschichte schließt und mit Leben erfüllt.

Alles in allem kann ich Der Palast der Borgia nicht nur eingefleischten Fans von historischen Romanen empfehlen, sondern auch passionierten Hobby-Historikern, die Gefallen an der Familiengeschichte der Borgia finden.


[Rezension] Die Zitronenschwestern

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Titel Die Zitronenschwestern
Reihe
Band Einzelband
Autor Valentina Cebeni
Übersetzer Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Die Zitronenschwestern
Die Zitronenschwestern

Bücher, die wie Die Zitronenschwestern, in Italien spielen treffen ja alleine schon wegen des Handlungsortes meinen Geschmack. Wenn dann aber noch Geheimnisse und in der Vergangenheit liegende Ereignisse hinzukommen, bin ich selig.

Der Prolog des Romans entführt den Leser in das Italien im Jahr 1940. Zwei junge Frauen und ihre enge Freundschaft stehen im Fokus der Betrachtung. Als Setting wird ein Kloster auf einer italienischen Insel vorgestellt, in dem die beiden jungen Frauen leben. Die eine Frau als Novizin, die andere als Bäckerin. Es folgt ein Zeitsprung von über 40 Jahren. Die Protagonistin von Die Zitronenschwestern, die Tochter der Bäckerin, steht vor den Scherben ihrer Existenz und macht sich auf eine Reise auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

Mein Leserherz war in Die Zitronenschwestern hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben

Elettra hat mir als Protagonistin nur bedingt gefallen. Ich verstehe die Verbitterung und die Wut, die sie ihrer Mutter tief in ihrem Inneren wegen all der Geheimnisse gegenüber hegt, aber nicht alles lässt sich so einfach darauf abwälzen. In meinen Augen hat es sich Elettra stellenweise zu einfach gemacht, indem sie ihre Mutter als Schuldige inszenierte. Selbst dann, wenn es Elettras eigenes Verhalten war, das alles ruinierte. An diesen Stellen hätte ich sie gerne geschüttelt. Mein Leserherz war an dieser Stelle aber hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben.

Die Handlung führt Elettra auf den Lebensweg ihrer Mutter zurück zu jenem besonderen Kloster. Die Bewohnerinnen der Gegenwart der Handlung haben mir alle gut gefallen. Auch sie hüten viele Geheimnisse, die für spannende Momente aber auch unnötiges Leid sorgen. Interessant ist die Auflösung all dieser Geschichten, die stückchenweise das große Ganze freilegen.

Besonders toll an Die Zitronenschwestern fand ich im Übrigen die Bedeutung von Gebäck und Essen. Elettra ist ebenso wie ihre Mutter Edda eine herausragende Bäckerin und ihre Rezepte sind zwischen den Kapiteln abgedruckt. Bei Gelegenheit muss ich man einige davon ausprobieren und nachbacken.

Alles in allem bin ich mit dem Roman zufrieden. An einigen Stellen hätte mir Elettra ein wenig gradliniger und weniger engstirnig sein können, dennoch konnte mich die Geschichte vierer Frauen sehr gut gefallen.


[Rezension] Bourbon Sins

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Titel Bourbon Sins
Reihe Bourbon-Reihe
Band 2. Band
Autor J.R. Ward
Übersetzer Marion Herbert und Katrin Kremmler
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman
Preis 12,90€ [RE]
Seitenzahl 540 Seiten
Bewertung
Bourbon Sins
Bourbon Sins

Bourbon Sins, den zweiten Band der Bourbon-Reihe von J.R. Ward, habe ich im Blogger-Newsletter des LYX Verlags gesehen. Ich dachte mir, ich versuche mal mein Glück und frage Boubon Sins an und hatte ein paar Tage später tatsächlich ein Rezensionsexemplar im Briefkasten. Und ich freue mich so unheimlich darüber!

Band zwei der Bourbon-Reihe ist in einem angenehmen Grünton gehalten. Darauf zu sehen ist derselbe junge Mann, der bereits auf dem Cover des ersten Bands zu sehen war. Den Reihencharakter erkennt man deutlich an der Gestaltung des Covers, da der geprägte Titel im Zentrum der Gestaltung steht.

Am Ende von Bourbon Kings ist ein Vorschaukapitel untergebracht, das eine der spannendsten Stellen des Beginns von Band zwei anschneidet und das Interesse des Lesers weckt. Da Band eins jedoch einige Tage vor der Vorschau endet, beginnt Band zwei entsprechend früher, da

die Bücher nahtlos ineinander übergehen. Dementsprechend neugierig war ich, wie und in welcher Weise der Anreißer aus Band eins vorkommt.

Bourbon Sins bietet eine spannende Handlung, vielseitige Figuren

Das Figurenpersonal hat sich im Vergleich zu Bourbon Kings kaum verändert, dafür nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Lane entdeckt immer mehr Einzelheiten und auch innerhalb der Familie kommt einiges ins Rollen. Intrigen und Lügen stehen an der Tagesordnung. Vor allem Gins Handlungsstrang hat mich bewegt. Man lernt die luxusliebende junge Frau ein wenig besser kennen, was mich dazu brachte, meine Meinung von ihr um einige Facetten ihrer Persönlichkeit zu ergänzen. Vor allem in Bezug auf ihre Tochter konnte sie mich für sich gewinnen.

Der Handlungsstrang um William Baldwin nimmt gleichermaßen an Fahrt auf wie der um das Familienunternehmen, da beide untrennbar miteinander verwoben sind. Die neuen Erkenntnisse und Wendungen haben mich überrascht, aber nicht schockiert, da Andeutungen vorhanden und erkennbar waren.

Dennoch ist es nicht so, dass man eine übertrieben schnelle Entwicklung hat. Die Geschehnisse sind glaubwürdig und bedingen einander so, dass sie eine durchaus überzeugende Kettenreaktion entstehen lassen, die sich durch den gesamten Roman zieht.

Bourbon Sins überzeugt mit Sprache, Plot und Figuren

Sprachlich konnte mich J.R. Ward in Boubon Sins wieder einmal vollkommen von sich überzeugen. Sie drückt sich gewählt und passend aus, ihre Perspektivwechsel bringen Abwechslung in den Roman und die Beschreibungen passen perfekt. Ihre Figuren sind ebenso stimmig wie Setting und Plot, sodass ich mich sehr auf Band drei freue, der im Dezember erscheinen wird.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es allerdings und der betrifft Edward. Ich fand seine Entwicklung an einigen Stellen an wenig zu rasant und einfach, weshalb sie mir nicht so schlüssig und passend vorkam.

Alles in allem konnte mich die Fortsetzung der Bourbon-Reihe sehr von sich überzeugen. Ich hatte beim Lesen viel Spaß und bin gespannt, welche Erkenntnisse in Band drei auf uns warten. Besonders spannend finde ich den Handlungsstrang um die Firma der Familie sowie Gins weitere Geschichte. Ich danke dem LYX Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von J.R. Wards Bourbon Sins.


[Rezension] Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück

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Titel Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück
Reihe Muchachas-Trilogie
Band 3. Band
Autor Katherine Pancol
Übersetzer Nathalie Lemmens
Illustrator
Verlag Carl’s Books Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 14,99€
Seitenzahl 514 Seiten
Bewertung
Muchachas - Nur ein Schritt zum Glück
Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück

Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück in drei Worten?

Lebensbejahend, positiv, bereichernd.

Cover & Gestaltung von Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück?

Der Abschlussband der Muchachas-Trilogie ist in einem farbenfrohen Orange gehalten. Die Gesamtoptik passt zu den Vorgängerbänden und ist ebenfalls mit Blüten und den Silhouetten von Frauen verziert. Im Zentrum des Covers stehen Titel und Autorin in einem orangefarbenen Kreis.

Worum geht es in Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück?

Da es sich um einen Abschlussband handelt, werde ich an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen. Im Allgemeinen geht es in der Muchachas-Reihe um die Lebensgeschichte mehrere Frauen. Der Leser begleitet die Frauen auf ihrem Lebensweg, trifft mit ihnen gemeinsame Entscheidungen und entschlüsselt, wie die Frauen mehr oder weniger zusammengehören. Im Laufe der Reihe wechseln sich die Erzählperspektiven und Protagonistinnen unregelmäßig ab, gegen Ende wurden aber alle Geschichten erzählt.

Der Schreibstil von Katherine Pancol?

Katherine Pancol verzichtet in ihrer Reihe auf eine klassische Kapitelunterteilung, sodass die Geschichte nahtlos erzählt wird. Durch die Perspektiv- und Figurenwechsel kommt Dynamik auf, die durch den Plot ergänzt und durch die intensive Erzählweise der Autorin zusätzlich unterstützt wird. Katherine Pancol schafft es, eindrücklich die Lebensgeschichten ihrer Protagonistinnen zu erzählen und dabei eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren.

Das Figurenpersonal in Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück?

Die Figuren in der Muchachas-Reihe sind so vielfältig und unterschiedlich wie das Leben. Sie wirken beim Lesen so echt und realistisch, dass ich das Gefühl hatte, ihnen gegenüber zu sitzen und ihren Geschichten zu lauschen. Dabei ist für jede Leserin eine Protagonistin zum Identifizieren vorhanden, da jede Figur ihren ganz eigenen Charakter hat. Dadurch wird die Erzählung facettenreich und besonders. Besonders spannend finde ich die Entwicklung der Figuren vom Beginn der Geschichte bis zu ihrem Ende. Es ist faszinierend, wie die Handlung Auswirkungen auf viele Figuren hat, wie die Frauen zusammenhängen und was sich im Allgemeinen bei den Figuren entwickelt. Katherine Pancol hat ein dichtes Netz aus Figuren konstruiert, das für einige Überraschungen gut ist.

Positives zu Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück?

Mir gefällt an der Reihe, dass die Geschichten und Figuren so real sind, dass sie im Leben tatsächlich vorkommen könnten. Mit haben vor allem der Mut und die Lebensfreude der Figuren imponiert, die sie selbst in schweren Situationen nicht vergessen. Als Leser erhält man so viele unterschiedliche Blickwinkel, Denkweisen und Meinungen, dass der eigene Horizont augenblicklich erweitert wird. Die Reihe regt zum Nachdenken an. Außerdem habe ich tiefe Dankbarkeit für meine Situation empfunden, vor allem im Vergleich mit Stella und ihrer Mutter.

Empfehlung zu Muchachas – Nur ein Schritt zum Glück?

Die Muchachas-Reihe ist eine sehr besondere Buchreihe wie man sie nur selten in den Händen hält. Sie ist unfassbar gut konstruiert, hat tolle Figuren, bewegende Geschichten und bietet einen Mehrwert. Auch regt sie einen zum Denken an. Hier meine Rezension zu Band eins, hier findet ihr Band zwei.

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[Montagsartikel] Wie ich zu Gay Romance in Büchern stehe

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Hallo ihr Lieben,

heute haben wir eine sehr interessante Frage in der Montagsfrage gestellt bekommen, die es wert ist, einen zweiten und dritten Gedanken über sie zu verlieren. Es geht um Gay Romance, ein sehr diffiziles und unterbewertetes Thema – wie ich finde.

Liebe gehört allen

Ich bin eine Verfechterin der freien Liebe. Jeder Mensch soll lieben und leben wie er will, solange andere Menschen in ihren Rechten nicht beschnitten oder verletzt werden. Wenn die Sache für beide Seiten absolut klar ist, soll jeder mit seiner Sexualität und Liebe glücklich werden. Dementsprechend nehme ich es mir nicht heraus, ebendies zu kommentieren oder gar darüber zu urteilen. Denn man weiß nie, was ein Mensch durchgemacht. Wie er zu der Person wurde, die er heute ist. Und deswegen steht es mir einfach nicht zu, jemandes Leben zu kommentieren. Und das fängt bei mir nicht erst bei gleichgeschlechtlicher Liebe an.

Ich empfinde Gay Romance als ebenso wichtig und literarisch wie eine Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau. Oftmals, das habe ich als Eindruck aus vielen gelesenen Rezensionen und Inhaltsangaben so mitgenommen, sind gute Gay Romance Liebesgeschichten wesentlich gehaltvoller als das Mittelmaß an heterosexuellen Liebesgeschichten (sofern man bei den Schema Bad Boy meets Mauerblümchen überhaupt von Liebesgeschichte sprechen kann). Ich bin ehrlich, am Anfang fand ich Schema F noch ein klein wenig spannend und prickeld, mittlerweile wird mir aber nur noch schlecht, wenn ich sehe, welches Bild von Männern und Frauen in solchen Romanen gezeichnet wird. Gerade im Jugendbuch ist die Entwicklung gefährlich. Daher finde ich, dass mehr Gay Romance oder allgemein mehr Gleichberechtigung, Respekt und Wertschätzung auf den literarischen Markt gehört.

Meine erste Berührungmit dem Genre: Yaoi Manga

Ich bin, wie einige andere Bloggerinnen auch, zuerst durch Mangas auf dieses Genre aufmerksam geworden. Vor allem BoyxBoy war da vertreten und war einfach etwas Neues, beinahe Verbotenes. Vor allem in der Pubertät, in der man Werte hinterfragt, sich selbst zu finden versucht und nicht so recht mit sich selbst klar kommt, kann ein solches Genre weiterhelfen. Die Darstellung gleichgeschlechtliche Beziehungen helfen Jugendlichen sicherlich, ihre eigene Verwirrung während der Pubertät besser empfinden und  zuordnen zu können. Zumindest soweit sie auf einer solchen Ebene stattfindet. Aber auch Jugendlichen, die sich ihrer Sexualität in der Pubertät sicher sind, kann das Genre bei der Horizonterweiterung helfen. Denn ich finde, dass man erst einmal ein paar Kilometern in fremden Schuhen gegangen sein muss, um jemanden beurteilen zu können.

Gay Romance auf ninespo.de?

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich selbst keine Gay Romance lese oder rezensiere. Das hat nichts mit Missachtung oder Verschmähung zu tun, sondern schlicht und ergreifend damit, dass ich keine Gay Romance besitze. Den Grund dafür sehe ich in meinen Leseinteressen, da ich hauptsächlich Fantasy oder historische Romane lese. Eure Empfehlungen der besten Gay Romance, die ich unbedingt lesen soll, könnt ihr mir gerne in die Kommentare schreiben!