[Rezension] Die Töchter der Tuchvilla

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Titel Die Töchter der Tuchvilla
Reihe Die Tuchvilla-Saga
Band 2. Band
Autor Anne Jacobs
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 736 Seiten
Bewertung .....

Die Töchter der Tuchvilla in drei Worten?

Dramatisch, abwechslungsreich, erfreulich.

Cover & Gestaltung von Die Töchter der Tuchvilla?

Die Cover der Tuchvilla-Reihe finde ich unwahrscheinlich schön. Während im ersten Band Marie als einfaches Küchenmädchen schüchtern auf die Tuchvilla zugeht, sieht man sie im zweiten Band als Dame der Gesellschaft auf die wunderschöne Villa zuschreiten. Die Cover der Bücher passen damit sehr gut zusammen, sind stimmig und passen super zur Grundatmosphäre der Geschichte, wenngleich die Atmosphäre im zweiten Band plotbedingt ein wenig gedrückt ist.

Worum geht es in Die Töchter der Tuchvilla?

Der zweite Band der Reihe führt die Familie Melzer in einen neuen Abschnitt. Die glückliche Phase zum Ende des ersten Buchs geht allmählich zuneige, als die Familie einige Schicksalsschläge hinnehmen muss. Zeitlich springt die Handlung in die Jahre 1916 bis 1920, wobei innerhalb der Geschichte einige Zeitsprünge und Zeitraffungen stattfinden. Doch man braucht nicht zu befürchten, wichtige Veränderungen zu verpassen, da diese gekonnt in die Dialoge und Gedankenmonologe der Figuren eingebaut werden. Thematisch dreht sich die Plot aufgrund der Zeitgeschichte stark um den ersten Weltkrieg und dessen Verarbeitung.

Der Schreibstil von Anna Jacobs?

Ich liebe ihren Schreibstil. Sie drückt sich so gewählt und absolut passend aus, dass man meint, in der Zeit zurückversetzt zu sein. Dabei schafft sie es, dennoch modern zu klingen, wodurch man als Leser sehr gut und schnell vorankommt. Vor allem im Unterschied der Generationen wird das Können der Wortwahl der Autorin deutlich, da sie es meisterhaft versteht, die Feinheiten der Sprache zwischen den Generationen zu treffen.

Das Figurenpersonal in Die Töchter der Tuchvilla?

Ich liebe jede einzelne der Figuren in Die Töchter der Tuchvilla. Umso schmerzlicher war es für mich, so viele Figuren leiden zu sehen. Jede auf ihre eigene Art, aber dennoch hat es mich tief getroffen. Die Figuren machen dabei allesamt eine Entwicklung durch. Ob sie nun selbstbewusster werden, wie Marie und Elisabeth, oder nachsichtiger, die Entwicklungen sind allesamt sehr realistisch gehalten und nachvollziehbar. Besonders Humberts und Pauls Schicksale haben mich gebannt weiterlesen lassen. Doch auch an anderer Stelle wurde gebangt und gehofft, sodass man jederzeit am Schicksal einer der Figuren teilhatte. Anne Jacobs schafft es, ihre Figuren realistisch und echt darzustellen. Keine Figur ist durch und durch schlecht, alle haben ihre Ecken und Kanten, entwickeln sich, machen Fort- oder Rückschritte und berühren mein Herz.

Positives über Die Töchter der Tuchvilla?

Ich liebe diese Reihe einfach so sehr. Die Zeitgeschichte wurde gekonnt eingearbeitet, sodass ich stellenweise das Gefühl hatte, einen Bericht zu lesen. Die Emotionen der Figuren (und auch die Figuren) sind so detailliert und realistisch dargestellt, dass ich einfach mitleiden, hoffen und jubeln musste. Vor allem das Ende hat mich zum Weinen gebracht, wobei ich während des Lesens noch an drei weiteren Stellen tieftraurig war. Imponiert hat mir in diesem Band vor allem Elisabeth, die es endlich schaffen konnte, mich von ihr zu überzeugen.

Empfehlung zu Die Töchter der Tuchvilla?

Absolute Leseempfehlung. Freunde von historischen Romanen unserer Zeitgeschichte sollten unbedingt einen Blick in Band 1 werfen, um dann möglichst bald mit Die Töchter der Tuchvilla ihre Lesezeit zu verbringen. Ich danke dem Blanvalet Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Töchter der Tuchvilla.


[Rezension] Die Tuchvilla

2 Kommentare
Titel Die Tuchvilla
Reihe Die Tuchvilla-Saga
Band 1. Band
Autor Anne Jacobs
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman, Liebesroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 704 Seiten
Bewertung .....

Die Tuchvilla in drei Worten?

Bewegend, spannend, fesselnd.

Cover & Gestaltung von Die Tuchvilla?

Ich habe mich direkt auf den ersten Blick in das Cover verliebt. Es ist einfach so unfassbar schön. Es strahl eine gewisse Eleganz aus, ein Versprechen längst vergangener Tage. Das Buch bringt eine Atmosphäre herrlicher Feste und Bälle mit sich, und kann eben dieses Versprechen auch halten. Das Innere des Buchs ist recht schlicht gehalten.

Worum geht`s in Die Tuchvilla?

In der Geschichte geht es um Marie und Familie Melzer, die das junge Mädchen als Küchenhilfe angestellt haben. Die Familie selbst besitzt eine Tuchfabrik. Im Laufe des Romans entdeckt der Leser viele Lebensgeschichten, Geheimnisse und Intrigen, die ein großes und in sich stimmiges Gesamtbild ergeben.
Zeitlich angesiedelt ist die Handlung im Jahre 1913, wobei die Geschichte einige Monate Erzählzeit umfasst. Dabei wird die Geschichte aus diversen Erzählperspektiven gezählt, die der Leser dann zusammensetzen kann, um mögliche Enden zu gestalten. Ich muss hierbei zugeben, dass ich mich ganz schön in die Irre habe führen lassen.

Der Schreibstil von Anne Jacobs?

Anne Jacobs schreibt göttlich. Ich bin ihrer flüssigen und atmosphärischen Schreibe direkt verfallen. Sie schafft es, mit ihrer Wortwahl jeder Figur das besondere Etwas zu geben. Dabei spielt sie vor allem mit Dialekten und Umgangssprache, zumindest was das Personal des Hauses angeht. Ich habe diese Detailverliebtheit sehr positiv empfunden.

Das Figurenpersonal in Die Tuchvilla?

Die Figuren der Tuchvilla sind allesamt sehr gut gestaltet. Es gibt durchaus Figuren, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte, wobei eben das eine gute Charaktergestaltung ausmacht. Am liebsten hätte ich stellenweise durchs Buch gegriffen, um ungeliebte Figuren zu schütteln. Dafür gibt es mit Marie, Kitty und Paul unheimlich liebenswerte Figuren, die ich nur zu gerne im Folgeband wieder auf ihrem Weg begleite. Insgesamt kam mir das Figurenpersonal in Die Tuchvilla sehr realistisch vor, mit Ecken und Kanten; zudem gibt es geliebte und verhasste Figuren.

Positives über Die Tuchvilla?

Ich mochte alles. Die Stimmung, die Geschichte, die Wendungen, die Figuren, den Schreibstil, das Setting… ich bin unheimlich gerne Teil der Tuchvilla gewesen. Ich habe mit den Figuren gelitten, ihre Freude geteilt, ihren Schmerz empfunden. Ich habe gerätselt und kolossal danebengelegen.

Empfehlung zu Die Tuchvilla?

Wer mir eine Weile folgt, weiß, dass ich historische Romane liebe. Und Die Tuchvilla ist nun zu einer meiner liebsten Reihen avanciert. Sie hat Melodrama, tolle Figuren, Spannung und ereignisreiche Wendungen. Kurzum: Ich kann diese Reihe bedingungslos empfehlen. Ich danke dem Blanvalet Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Tuchvilla.


[Rezension] Kräuter der Provinz

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Titel Kräuter der Provinz
Reihe
Band Einzelband
Autor Petra Durst-Benning
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Klappbroschur
Genre Humor, Liebesroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 512 Seiten
Bewertung .....

Kräuter der Provinz in drei Worten?

Provinzentspannung, Freundschaft, Natur.

Cover & Gestaltung von Kräuter der Provinz?

Das Cover ist angenehm anzuschauen. Die Farben sind sehr stimmungsvoll, hell und freundlich und passen gut zur Atmosphäre des Buchs. Die Blumen passen ebenfalls gut zum Buch, da diese im Roman eine gesonderte Stellung einnehmen. Ansonsten ist das Cover recht zurückhaltend und schlicht gehalten.
Die Gestaltung im Roman selbst ist ebenfalls recht zurückhaltend. An jedem Kapitelanfang findet man eine kleine Blumenzeichnung.

Worum geht es in Kräuter der Provinz?

In Kräuter der Provinz geht es um viele kleinere Blickwinkel auf dieselbe Handlung, was das Buch sehr abwechslungsreich und interessant macht. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass Bürgermeisterin Therese ihre Heimat vor dem Verfall retten will. Wie viele kleine Dörfer ist seine Existenz gefährdet, da immer mehr Menschen fortziehen. Doch wie kann das Dorf gerettet werden? Diese Frage wird im Laufe des Romans beantwortet.
Das Setting ist wunderschön. Mitten im Alpenvorland, mit grünen Wiesen, Bauernhöfen, Wäldern, Weihern, Äckern und Bergen spielt die Geschichte in einer Idylle. Schon beim Lesen konnte ich mir alles genau vorstellen und habe Fernweh bekommen.

Der Schreibstil von Petra Durst-Benning?

Petra Durst-Benning schreibt sehr angenehm. Es ist sehr leicht, in ihren Schreibstil einzusteigen, keine große Gewöhnungsphase wird benötigt. Es besteht ein ausgewogenes Verhältnis von Dialogen, Monologen und Beschreibungen. Alles in allem wirkt der Schreibstil sehr lebendig. Die Beschreibungen sind so gut, dass vor meinem geistigen Auge das Dorf Meierhofen aufgetaucht ist und ich Fernweh bekommen habe. Und auch die Figuren habe ich beinahe greifen können.

Das Figurenpersonal in Kräuter der Provinz?

Die Figuren haben mich ebenso überzeugen können, wie alle bisher besprochenen Punkte. Man erlebt die Geschichte um Maierhofen aus mehreren unterschiedlichen Blickwinkeln, wodurch Abwechslung und Spannung in die Geschichte kommt. Spannung insoweit, dass man erfahren will, wie ein bestimmter Handlungsstrang weitergeht. So ging es zumindest mir. Stellenweise konnte ich, beispielweise bei Greta, erahnen, in welche Richtung ihre Entwicklung abzielen wird, aber bei allen anderen Figuren konnte ich doch überrascht werden. Und Gretas Entwicklung war mir äußerst erwünscht. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und durchdacht, jede hat ihre Stärken und Schwächen. Vor allem die Darstellung einer dynamischen Dorfgemeinschaft hat mir gefallen.

Positives über Kräuter der Provinz?

Das Buch weckt die Reiselust in mir. Es hat mich zum Lachen gebracht und wollte in einem Stück ausgelesen werden. Ich konnte es also gar nicht aus der Hand legen. Der Schreibstil animiert zum Lesen und auch die Aufteilung der Geschichte auf mehrere Sichtweisen hat den Leseprozess beschleunigt und interessanter gemacht. Der Plot ist gut angelegt und das Setting sehr stimmungsvoll. Petra Durst-Benning ist eine Autorin, die ich nun häufiger lesen möchte.

Kritik an Kräuter der Provinz?

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch. Der betrifft Therese, wobei ich mich nicht genau äußern will, da ich andernfalls zu viel verrate. Es gab jedoch einen Punkt, den ich in anderen Büchern bewusst scheue. Glücklicherweise hat dieser Punkt jedoch eine untergeordnete Rolle gespielt.

Empfehlung zu Kräuter der Provinz?

Wer sich von einem Buch gerne Fernweh machen möchte, Ferienidylle in Buchform erleben und Teil einer Dorfgemeinschaft sein will, ist hiermit goldrichtig. Das Buch macht Spaß, es ist stimmungsvoll und entspannt einen. Lehnt euch in der Sonne zurück, nehmt dieses Buch und genießt ein wenig die Idylle einer voralpenländischen Natur. Ich danke dem Blanvalet Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kräuter der Provinz.

 


[Rezension] Muffensausen

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Titel Muffensausen
Reihe
Band Einzelband
Autor Christoph Dörr
Übersetzer
Illustrator
Verlag blanvalet Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Humor, Roman
Preis 12,99€ [RE]
Seitenzahl 400 Seiten
Bewertung ....

Das Buch in drei Worten?

Humorvoll, hochzeitswahnsinnig, Brautzilla.

Wie ist das Cover?

Das Cover ist typisch für einen humoristischen Roman. Zu sehen ist der Kopf eines Vogelstrauß‘, der bis zum Hals im Sand versunken ist – jedoch vom Hals abwärts. Das Cover interpretiert also bereits auf lustige Weise das Sprichwort Den Kopf in den Sand zu stecken neu. Die Farben sind sehr schön und bilden einen Kontrast, das Beste am Cover ist jedoch die haptische Ebene: Der Sand, in dem der Vogel steckt, ist fühlbar auf dem Cover abgebildet. Der Wahnsinn! Im ersten Moment war ich sichtlich irritiert, aber seitdem finde ich es klasse.

Wie war die Handlung?

Die Handlung ist einfach aber wirkungsvoll. Philipp und Nina sind schon seit drei Jahren ein Paar, als sie ihm überraschend einen Antrag macht. Den er ein wenig unbeholfen da überrumpelt mehr oder weniger ablehnt. Damit beginnt das Drama und Philipp weiß: Nur der beste Antrag der Welt bringt ihm seine Freundin zurück. Gesagt, getan – doch damit beginnt der Schlamassel für ihn erst richtig…

Wie waren die Figuren?

Philipp hat mir wirklich gut gefallen. Er ist ein netter Kerl, lustig drauf und arbeitet neben seinem Hauptberuf als Sportmasseur als Comedian. Er ist glücklich mit sich und seiner Beziehung. Er holt seiner Freundin Nina die Sterne vom Himmel und ist dabei ziemlich knuffig – ab und an rutscht es für mich ins beinahe Kitschige, aber das ist nur meine Meinung. Nina, trotz des gleichen Namens, konnte ich hingegen gar nicht leiden. Also wirklich gar nicht. Am Anfang ist ja noch super lieb und ich kann auch ihre Enttäuschung nachfühlen. Aber dann entwickelt sie sich zum Monster. Vor den Hochzeitsvorbereitungen sagt sie noch, sie würde nicht zu Brautzilla werden… wenn sie sich da mal nicht getäuscht hat. Am Ende des Buchs gibt es eine vergleichbare Stelle, an der ich nur dachte: Der arme Kerl, Gott steh ihm bei! Ungelogen. Nina ist eine richtige Zicke. Es ist allein ihre Hochzeit, alles hat sich um sie zu drehen und sie alleine Entscheidet. Der Bräutigam? Nur Deko! Grauenhaft. Das hat mich ziemlich gestört. Sie war mir einfach tierisch unsympathisch. Es mag ja Frauen geben, die so reagieren und ihre Darstellung war auch nicht überzogen, aber dass Philipp einfach alles gutherzig erträgt, das war mir zu viel. Selbst mir als Frau war das zu viel. Und ihre beste Freundin bestärkt sie auch noch! Dabei will sie immer nur haben und gibt nicht. Philipp macht sich solch eine Mühe, sie zickt und dirigiert nur… schlimm so was! Genauso schlimm sind nur die Mütter. Ninas Mutter… über die will ich eigentlich nicht viel sagen. Der Horror! Und Philipps Mutter… Die Beziehung zwischen Sohn und Mutter, bzw. zwischen Tochter und Sohn ist ja immer recht heikel, aber das? Du meine Güte! Vor der Verlobten anzubieten, dass er jederzeit wieder einziehen kann… unvorstellbar! Und auf der Hochzeitsrede des Bräutigams sich angesprochen fühlen, obwohl die Braut gemeint war…
Dennoch hat sich alles stimmig zusammengefügt. Und umso leidenschaftlicher ich mich aufregen kann, umso schneller habe ich gelesen, um zu erfahren wie es weiterging. Die Figuren sind also sichtbar gut konstruiert. Würde ich solche Personen in Natura sehen, ich würde flüchten.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil war richtig gut. Er ist nicht zu überladen oder ausufernd, spart aber auch nicht mit Details. Auch die Wortwahl hat mir gefallen. Wenn Philipp von seiner Nina schwärmt, dann passiert das auf süße und niveauvolle Weise. Keine unschönen Ausdrücke, die das Lesegefühl runterziehen. Einfach eine angenehme Wortwahl, die auch nicht hochgestochen ist. Super!

Was war gut?

Ich fand toll, dass der Plot eine Alltagsszene aufgegriffen hat. Die Planung und vor allem der Stress während der Planung schienen mir ziemlich realistisch zu sein. Die Geschichte war nicht überzogen – nimmt man meine persönliche Abneigung gegen Ninas Das ist meine Hochzeitsgedanken raus – und könnte so (auch mit Brautzilla) irgendwo wirklich geschehen sein. Auch die Figuren haben mir gefallen, vor allem, dass ich mich so herrlich über die ironische Darstellung einer Brautzilla ärgern konnte. Mein Humor wurde auch getroffen.

Was war nicht so gut?

Was mir gefehlt hat, war Philipps Rückgrat. Versteht mich nicht falsch, er ist eine tolle Figur, aber ich als Leser hätte Nina schon gerne eine geknallt. So ein Verhalten geht gar nicht. Eine Hochzeit ist eine gemeinsame Sache, die beiden gefallen muss. Für mich persönlich ist die Sicht einiger Frauen, dass die Hochzeit nur IHR schönster Tag im Leben zu sein hat, gehörig gegen den Strich. Und deswegen kam ich mit Nina überhaupt nicht klar. Und auch die Mütter hatten so ihre Macken. Schlimm ist das für das Buch gar nicht, es hebt das Buch aus einer Masse von weniger guten Figuren deutlich heraus, aber Philipp hätte mehr auf den Tisch hauen können. Es ist wunderschön, dass er seine Freundin so sehr liebt, aber auch er hat eine Meinung und darf sie auch mitteilen.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Eine Hochzeitsgeschichte aus der Sicht eines männlichen Protagonisten ist etwas sehr außergewöhnliches. Finde ich zumindest. Ein vergleichbares Buch ist mir nicht untergekommen. Auch der Humor war angenehm. Gut akzentuiert, nicht zu platt und ich konnte jedes Mal laut auflachen. Dass ich mich leidenschaftlich über Figuren aufrege, weil sie einfach so gut geformt sind, dass sie realen Figuren oder Personengruppen ähneln und mich durch ihre Ansichten auf die Palme bringen können, hatte ich schon Ewigkeiten nicht mehr. Auch das hat mir sehr gut gefallen.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Das Buch hat mir Spaß gemacht, mich aber auch deutlich geärgert. Ich habe meinen Freund zugeschrieben, dass ich als Frau die Frauen im Roman am liebsten erwürgen würde. Allesamt. Braut, Mütter und beste Freundin – sie hatten alle ihre Macken und waren dabei aber wunderbar realistisch. Nur leider die Art von Frau, mit der ich in der Realität auch Probleme bekäme. Das Buch ist auf jeden Fall ein guter Zeitvertreib, macht Spaß und verführt einen zum Lachen. Ich danke dem blanvalet Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Muffensausen.