[Rezension] Winterhonig

2 Kommentare
Titel Winterhonig
Reihe
Band Einzelband
Autor Daniela Ohms
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaur Verlag
Erschienen als Hardcover mit Schutzumschlag
Genre Historischer Roman, Liebesroman
Preis 19,99€ [RE]
Seitenzahl 592 Seiten
Bewertung .....

Winterhonig in drei Worten?

Bewegend, emotional, historisch.

Cover & Gestaltung von Winterhonig?

Das Cover ist sehr hell und freundlich gestaltet, zudem ist es ein richtiger Eyecatcher. Der Titel ist in einem wunderschön geschwungenen, in Gold gehaltenen Font gestaltet. Der Rest des Covers ist schwarz-weiß gehalten, am unteren Rand mit einem Sepiaeinschlag. Im Bildhintergrund kann man verschwommen eine junge Frau erkennen, die möglicherweise die Protagonistin Mathilda darstellen könnte. Ein rundum gelungenes Cover.

Worum geht es in Winterhonig?

In Winterhonig geht es vorrangig um die Liebesgeschichte zwischen Mathilda, dem jüngsten Kind einer zwölfköpfigen Familie, und Karl, dem Stallknecht des benachbarten Gestüts. Als Leser begleitet man Mathilda von Kindesbeinen an, erlebt die wichtigsten Abschnitte ihres Lebens hautnah mit, andere, für die Geschichte nicht zielführende Abschnitte werden gerafft und berichtet. Die Liebesgeschichte spielt zeitlich im Rahmen des Zweiten Weltkrieges und bietet damit zusätzlich für Spannung und Nervenkitzel. Die Liebesgeschichte ist sachte und zärtlich in den historischen Kontext eingebunden; beides geht Hand in Hand und fördert sich gegenseitig. Zudem sind die historischen Begebenheiten sehr lebendig, realistisch und greifbar dargestellt.

Der Schreibstil von Daniela Ohms?

Der Schreibstil hat etwas Zauberhaftes. Daniela Ohms schreibt auf den Punkt, und schafft es, mit ihrer Wortwahl der Geschichte eine zusätzliche Komponente zu geben. Die Autorin füllt den Text mit Leben, Emotionen und schafft es dennoch, ein leichtes und flüssiges Lesevergnügen zu bieten. Die Wortwahl passt sich den jeweiligen Figuren, Entwicklungen und Lebensabschnitten sowie Lebensumständen an, ohne dass man als Leser das Gefühl erhält, eine neue Figur vor sich zu haben oder eine Entwicklung der Charaktere verpasst zu haben.

Das Figurenpersonal in Winterhonig?

Die Figuren haben es mir genauso angetan, wie der gesamte Rest der Geschichte. Nicht nur Plot, Zeitraum und Schreibstil haben gepasst, auch die Figuren konnten mich von sich überzeugen und sich in mein Herz stehlen. Mathilda ist eine liebenswerte Figur, die zu einer zähen, starken und durchsetzungsfähigen Protagonistin heranwächst. Karl war mir ebenso lieb, obwohl die Geschichte zu einem größeren Teil aus ihrer Sicht geschildert wird. Karl ist ein sehr einfühlsamer, geduldiger und kluger Mensch, hinter dem mehr steckt, als man zunächst vermutet. Er ist ein wenig älter als Mathilda, reifer und sehr verantwortungsbewusst. Doch vor allem in der Liebesgeschichte blühen beide Figuren so richtig auf. Es war so unglaublich schön, mitzuerleben, wie die beiden einander finden, stärken und aneinander wachsen können. Die Verwandlung der beiden hat mir außerordentlich gut gefallen. Mit Einbruch des Krieges entdeckt man an allen Figuren an eine neue Seite, die ich sehr realistisch und lebensnah dargestellt fand. Karl ist kein Held, der im Alleingang seine Kompanie rettet; er bleibt sich als besonnener und kluger Kopf treu. Und auch Mathilda verändert sich weiterhin zum Positiven, lässt sich nicht unterkriegen und verkörpert das, was später von Millionen Frauen im Nachkriegsdeutschland zum Alltag gehörte: Stärke und Willen.

Positives über Winterhonig?

Mir hat das Buch einfach rundum gefallen. Ich habe keine Kritikpunkte, sei es an Plot, Figuren, historischem Setting oder der Liebesgeschichte. Ich liebe Liebesgeschichten, ich verschlinge historische Romane für mein Leben gerne – Winterhonig war also genau das richtige Buch für mich. Besonders schön fand ich, und das möchte ich hier hervorheben, dass die Titelgebung nicht nur aufgrund eines Satzes geschah, sondern ein bedeutungstragendes Element hervorhebt. Denn der Winterhonig hat eine zentrale Rolle in der Geschichte, was ich persönlich perfekt ausgewählt finde.

Empfehlung zu Winterhonig?

Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen. Zudem kann ich es Menschen empfehlen, die Liebesgeschichten lieben. Diese Liebesgeschichte ist sowohl leicht und zärtlich, als auch konfliktreich und theatralisch – die letzten beiden Begriffe sind der zeitlichen Einordnung geschuldet. Wer mit der Handlungszeit, sprich die Zeit um den Zweiten Weltkrieg, nichts anfangen kann, sollte lieber Abstand von dem Buch gehen, denn der Plot ist dicht mit der historischen Epoche verbunden. Allen anderen kann ich Winterhonig von Daniela Ohms wärmstens ans Herz legen. Ich danke dem Knaur Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars für die lovelybooks Leserunde zu Winterhonig.

Weitere Meinungen zu Winterhonig:

Rezension von Tintenmeer


[Rezension] Herz verloren, Glück gefunden

Keine Kommentare
Titel Herz verloren, Glück gefunden
Reihe
Band Einzelband
Autor Christiane von Leffert
Übersetzer
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman, Liebesroman, humoristischer Familienroman
Preis 8,99€ [RE]
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung .....

Herz verloren, Glück gefunden in drei Worten?

Familie, Emotionen, Entwicklung.

Das Cover von Herz verloren, Glück gefunden?

Das Cover von Herz verloren, Glück gefunden hat mich auf Anhieb angesprochen. Zu sehen sind farbenfrohe Muffins, Blumen, Kleidungsstücke und ein Haus – die Inbegriffe von Familie, Glück, Vorstadt und einer abgesicherten Zukunft. Dabei passt das Cover sehr gut zum Inhalt, lassen sich viele der Motive gut mit dem Inhalt des Buchs verknüpfen. Außerdem ist das Cover in seiner fröhlichen Gestaltung ein echter Hingucker.

Die Handlung/Das Setting von Herz verloren, Glück gefunden?

Victoria ist zweifache Mutter, Ehefrau eines erfolgreichen Bankmanagers und lebt in einem schicken Haus in der Vorstadt. Sie wähnt ihr Leben perfekt, bis sie ihre beste Freundin auf eine Arbeitsreise unternimmt und feststellt, dass es in ihrem Leben doch nicht so perfekt ist, wie sie zunächst dachte.

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen, da die Geschichte direkt aus dem Leben gegriffen ist. Victoria macht Erfahrungen, die so jedem beliebigen Menschen passieren könnten. Dabei reihen sich verschiedene Entwicklungen aneinander, die ihr gesamtes Leben Kopfstehen lassen. Und wie Victoria sich ihnen stellt und diese meistert, darum geht es in Christiane von Lafferts gelungenem Debütroman.

Der Schreibstil von Christiane von Leffert?

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Der Roman lässt sich angenehm und flüssig lesen, es gibt eine gute Balance zwischen Beschreibungen, Gedankenmonologen und Dialogen. Der Schreibstil ist bildhaft und blumig genug, ohne zu detailliert zu werden. Man kann die Seeluft riechen, die Hunde bellen hören und den Sonnenschein auf der Haut fühlen, wenn man Herz verloren, Glück gefunden liest. Einfach ein rundum gelungenes Buch.

Die Figuren in Herz verloren, Glück gefunden?

Hach ja, die Figuren. Mit so einigen Figuren hatte ich einige Probleme, weil ich ganz klar auf Victorias Seite stehe. Leider habe ich persönliche Erfahrungen mit ähnlichen Menschen gemacht, was mich sehr sensibel hat werden lassen. Deswegen kam es vor allem bei Emily und Hubertus stellenweise zu heftigen Differenzen, weil mir Victorias Gefühlswelt in solchen Momenten sehr bekannt vorkam.
Victoria ist eine tolle Protagonistin. Sie macht eine Entwicklung durch, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Sie schafft es endlich, sich selbst als Menschen zu entdecken und lieben zu lernen. Dabei ist sie bereit dazu, Menschen aus ihrem Leben ziehen zu lassen. Auch steht sie nach jedem Schicksalsschlag erneut auf, um ihr Glück zu finden. Stellenweise hätte ich sie gerne in den Arm genommen. Besonders gut gefiel sie mir wegen ihrer freundlichen, lebensbejahenden Einstellung. Sie ist einfach ein herzensguter Mensch, der gerne lacht.
Ihr Mann Hubertus hat mich zur Verzweiflung gebracht. Er steht unter großem beruflichen Stress, der ihn leider recht kalt werden lässt. Sein Umgang mit Victoria in solchen Situationen ging mir absolut gegen den Strich. Dafür konnte er mich im Laufe des Romans dennoch von sich überzeugen, was mich sehr überrascht und gefreut hat.
Emily, Victorias beste Freundin, hatte ich leider auch nicht immer ganz so gerne, wie ich sie gerne gehabt hätte. Dabei mag ich sie, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, echt gerne.
Die Herzmenschen aus der WG, Anna, Manni und Kristian mag ich unglaublich gerne. Die drei sind unglaublich toll. Und gerade die Mischung aus allen Figuren hat mir sehr gut gefallen. Ich muss nicht jede Figur lieben, um sie gut konstruiert und ausgestaltet zu finden. Denn das sind alle Figuren im Roman: Real, lebensnah und liebevoll gestaltet. Glücklicherweise konnte ich am Ende mit allen Figuren meinen Frieden machen, was mir kleinen Romantikerin sehr gut gefallen hat.

Positives über Herz verloren, Glück gefunden?

Für mich hat alles gepasst: Plot, Figuren, Wendungen, Entwicklungen und Ende. Ich bin ein absoluter Happyend-Mensch und wurde nicht enttäuscht. Zwar entwickelt das Ende sich in eine völlig andere Richtung, als man zu Beginn erwartet, allerdings bin ich super zufrieden. Vor allem die unterschiedlichen Figuren mit ihren verschiedenen Charakteren bringen Pepp in den Roman und machen ihn realitätsnah und echt. Und gerade solche Bücher liebe ich!

Empfehlung zu Herz verloren, Glück gefunden?

Christiane von Laffert hat mit ihrem Erstlingswerk Herz verloren, Glück gefunden einen humorvollen Roman geschrieben, der Familie, Glück und Selbstfindung thematisiert und den ich absolut empfehlen kann. Vor allem für LeserInnen, die realitätsnahe Romane mit Geschichten aus dem echten Leben bevorzugen, kann ich Herz verloren, Glück gefunden uneingeschränkt empfehlen.


[Rezension] Ein Streuner kehrt heim

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Titel Ein Streuner kehrt heim
Reihe
Band Einzelband
Autor Nick Trout
Übersetzer Christine Heinzius
Illustrator
Verlag Page&Turner Verlag
Erschienen als Hardcover mit Schutzumschlag
Genre Humor, Roman, Belletristik
Preis 14,99€ [RE]
Seitenzahl 384
Bewertung ....

Ein Streuner kehrt heim in drei Worten?

Tierisch, unterhaltsam, angenehm.

Das Cover von Ein Streuner kehrt heim?

Das Cover zu Ein Streuner kehrt heim ist unglaublich süß! Ich persönlich bin ja ein absoluter Hundemensch und habe mich spontan und sofort in den kleinen Golden Retriver verliebt, der auf dem Cover vor der Tür sitzt. Passend ist es ja, auch wenn es in der Geschichte nicht um einen Welpen geht. Auch die etwas zugewuchert aussehende Tür passt perfekt zur Tierarztpraxis. Ein hübsches Cover.

Die Handlung/Das Setting von Ein Streuner kehrt heim?

Die Geschichte um den Tierarzt Dr. Cyrus Mills hat mir größtenteils wirklich gut gefallen. Ich liebe Geschichten, in denen der Protagonist nach einem Zwischenfall und langer Abwesenheit wieder nach Hause zurückkehrt. Und genau das habe ich hier bekommen. Cyrus muss sich nicht nur einer neuen Arbeit stellen, sondern auch seiner Vergangenheit, worüber ich ja sehr gerne lese, weil es in der Regel ein Charakterwachstum verspricht. Hier hatte ich eine ausgewogene Selbstfindung mit ordentlich Humor und Ironie. Ich mag solche Bücher sehr gerne.

Der Schreibstil von Nick Trout?

Nick Trout schreibt sehr angenehm. Er hat ein angemessenes Maß zwischen Sachlichkeit und Unterhaltung gefunden. Dabei will er nicht wissenschaftlich korrekt sein, obwohl es stark danach klingt. Auch Wortwahl, Satz- und Kapitellänge haben meinen Geschmack genau getroffen.

Die Figuren in Ein Streuner kehrt heim?

Cyrus Mills ist ein eigenbrötlerischer Mensch, dem es aufgrund seiner Vergangenheit schwer fällt, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Zugegeben, die Menschen in seiner Heimatstadt sind teilweise ein wenig merkwürdig, aber zu abgekapselt und isoliert sollte der Mensch nicht leben. Dementsprechend gefreut habe ich mich, als Cyrus anfing, sich weiterzuentwickeln. Er wird nicht von heute auf morgen spontaner oder menschenoffener, sondern in einem vertretbaren Rahmen. Ein wenig mehr erzählte Zeit hätte mir gut gefallen, um seine Veränderung ein wenig glaubwürdiger zu gestalten, spielt das Buch doch innerhalb einer Woche. Die Nebenfiguren, allen voran Dr. Lewis, ein sehr emotionaler und liebevoller älterer Doktor, konnten mich überzeugen. Der Rest der Figuren war ein wenig blasser gezeichnet, was angesichts ihrer Rolle im Buch nicht weiter tragisch war.

Positives über Ein Streuner kehrt heim?

Mir hat gefallen, dass das Buch mich unterhalten konnte. Es hat genau einen Nerv getroffen, was Charakterentwicklung, Setting und Figuren angeht. Auch die Geschichte rund um Frieda fand ich sehr unterhaltsam. Vor allem unter dem Aspekt der Unterhaltung ist das Buch für mich überaus lesenwert.

Kritik an Ein Streuner kehrt heim?

Ich hatte ja erwähnt, dass ich dem Buch einen größeren Erzählzeitraum gewünscht hätte. Eine Woche war wirklich sehr knapp bemessen, eine solche Entwicklung anzustoßen. Außerdem hätte ich gerne erfahren, wie es mit Cyrus weitergeht. Ein kleiner Epilog hätte den Roman für mich abgerundet.

Empfehlungen zu Ein Streuner kehrt heim?

Ich kann das Buch allen Tierliebhabern empfehlen. Der Autor stellt dabei jedoch keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, was ich sehr erwähnenswert finde. Wer einen unterhaltsamen und humoristischen Roman mit Charakterentwicklung, sollte sich Ein Streuner kehrt heim näher ansehen. Ein herzliches Dankeschön an den Page&Turner Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Ein Streuner kehrt heim.


[Rezension] Die Frauen der Rosenvilla

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Titel Die Frauen der Rosenvilla
Reihe
Band Einzelband
Autor Teresa Simon
Verlag Heyne
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman, Frauenroman, Liebesgeschichte
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 448
Bewertung .....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, emotional, aufwühlend.

Wie ist das Cover?

Das Cover ist so wunderschön und überaus passend zum Inhalt des Buchs gestaltet. Ich habe mich auf den ersten Blick in das Cover verliebt. Die Schriftart, in der der Titel verfasst ist, passt perfekt zu den Tagebucheinträgen der Frauen der Rosenvilla und auch die Rosen, die das komplette Buch zieren, sind einfach sehr gut platziert. Die junge Frau, die an einer Art Balustrade steht, könnte jede der vier Frauen der Rosenvilla sein. Der Garten selbst, könnte zum ursprünglichen Anwesen passen, zumindest hatte ich es mir sehr weitläufig vorgestellt.

Wie war die Handlung?

Die Handlung, zumindest zu Beginn, ist leicht zu überblicken. Der Leser begegnet Anna, die 2013 das Haus ihres Großvaters erbt, das nach langen juristischen Kämpfen endlich wieder in den Familienbesitz übergeht. Bei Sanierungsarbeiten findet Anna eine geheimnisvolle Kiste, und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Wir lernen drei weitere Frauen der Rosenvilla kenne, die zu unterschiedlichen Zeiten lebten: Großmutter, Mutter und Tochter. Alle drei Frauen haben ihre spezielle Geschichte erlebt und diese soll und will Anna nun entdeckten. Natürlich ist diese Familienkonstellation konstruiert, aber mich hat das nicht gestört. Jede der Frauen birgt ihre eigene Geschichte fernab von der historischen Zeitgeschichte. Mir hat das Buch unheimlich viel Freude bereitet und mich in seinen Bann gezogen. Besonders eine Wendung kurz vor Schluss des Buch, an dem ich mich aufgrund der schwindenden Seiten immer mehr fragte, wie denn die Geschichte aufgelöst wird, hat mich sehr überrascht. Und glücklich gemacht.

Wie waren die Figuren?

Ich liebe die Frauen der Rosenvilla. Jede ist auf ihre Weise eine ganz besondere Frau und auch die Freunde von Anna haben es mir angetan. Ich würde ja am liebsten bei Hanka einziehen, die eine ganz zauberhafte Bibliophile ist und eine Buchhandlung mit einem süßen Kobuchhändler besitzt. Ich wüsste gerade nicht, welche der vier Frauen der Rosenvilla ich nun als Protagonistin bezeichnen soll. Anna, weil sie die jüngste im Bunde ist, und die Geschichte erlebt? Oder eine der anderen drei Frauen, deren Geschichte lebendig wird? Ich könnte mich nicht entscheiden.

Wie war der Schreibstil?

Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Im Grunde genommen waren es vier Schreibstile: Der, in dem Anna ihre Geschichte erzählt, und die Schreibstile, der drei anderen Frauen, die jeweils in verschiedenen Zeiten lebten. Und gerade diese Zeiten waren geprägt von großen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Umbrüchen, die sich auch in der Wortwahl der entsprechenden Frau widerspiegeln. Ich habe das Buch geöffnet und mich zurückgelehnt.

Was war gut?

Ich fand es schön, dass das Buch seine Eigenheiten hat und mich immer wieder überraschen konnte. Dadurch, dass der Leser immer nur stückchenweise von der Vergangenheit der drei Frauen erfährt, und auch in beliebiger Reihenfolge, wird Spannung erzeugt, da die Erzählung meist am spannendsten Punkt abbricht. Somit will man unbedingt erfahren, wie es denn weitergeht. Zudem hat mich die Schicksale aller vier Frauen berühren können, sodass ich gleich doppelt wissen wollte wie das Buch endet.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Historische Romane sind nicht neu, und auch Romane, in denen Familiengeschichten aufgedeckt werden sind es nicht. Aber all das hat mich beim Lesen nicht gestört. Ich habe den Roman begonnen und wurde zum Teil des Buchs. Ich wurde die fünfte Frau der Rosenvilla, und das finde ich außergewöhnlich. Ich habe mich den Frauen nahe gefühlt, habe mit ihnen gelitten und geweint, ihre Freude geteilt und mit ihnen gebangt. Müsste ich mich entscheiden, welche der Frauen mir am besten gefallen hat, so könnte ich es nicht.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Ich empfehle das Buch allen weiter, die historische Romane mögen. Das Buch ist per se kein historischer Roman, der zeitgeschichtliches Wissen vermitteln will, sondern vielmehr die Zeitgeschichte braucht, um seine Handlung zu situieren. Somit ist die Zeitgeschichte in Bezug auf die Frauen der Rosenvilla mehr im Hintergrund zu spüren, in Politik, Mode und Gesellschaft. Dadurch ist der Roman sehr flüssig und leicht zu lesen, den gerade diese Leichtigkeit der Zurückhaltung der Zeitgeschichte sehe ich als Leistung der Autorin. Man spürt, dass viel Hintergrundwissen besteht, trotzdem fließt die Zeitgeschichte perfekt in die Geschichte ein und fällt nicht auf. Aber auch an alle, die tolle Romane mit verzwickten Familiengeschichten mögen, kann ich dieses Buch empfehlen und auch Romantikerinnen kommen hier auf ihre Kosten. Vielen Dank auch an Heyne für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.