[Rezension] Die Tuchvilla

2 Kommentare
Titel Die Tuchvilla
Reihe Die Tuchvilla-Saga
Band 1. Band
Autor Anne Jacobs
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman, Liebesroman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 704 Seiten
Bewertung .....

Die Tuchvilla in drei Worten?

Bewegend, spannend, fesselnd.

Cover & Gestaltung von Die Tuchvilla?

Ich habe mich direkt auf den ersten Blick in das Cover verliebt. Es ist einfach so unfassbar schön. Es strahl eine gewisse Eleganz aus, ein Versprechen längst vergangener Tage. Das Buch bringt eine Atmosphäre herrlicher Feste und Bälle mit sich, und kann eben dieses Versprechen auch halten. Das Innere des Buchs ist recht schlicht gehalten.

Worum geht`s in Die Tuchvilla?

In der Geschichte geht es um Marie und Familie Melzer, die das junge Mädchen als Küchenhilfe angestellt haben. Die Familie selbst besitzt eine Tuchfabrik. Im Laufe des Romans entdeckt der Leser viele Lebensgeschichten, Geheimnisse und Intrigen, die ein großes und in sich stimmiges Gesamtbild ergeben.
Zeitlich angesiedelt ist die Handlung im Jahre 1913, wobei die Geschichte einige Monate Erzählzeit umfasst. Dabei wird die Geschichte aus diversen Erzählperspektiven gezählt, die der Leser dann zusammensetzen kann, um mögliche Enden zu gestalten. Ich muss hierbei zugeben, dass ich mich ganz schön in die Irre habe führen lassen.

Der Schreibstil von Anne Jacobs?

Anne Jacobs schreibt göttlich. Ich bin ihrer flüssigen und atmosphärischen Schreibe direkt verfallen. Sie schafft es, mit ihrer Wortwahl jeder Figur das besondere Etwas zu geben. Dabei spielt sie vor allem mit Dialekten und Umgangssprache, zumindest was das Personal des Hauses angeht. Ich habe diese Detailverliebtheit sehr positiv empfunden.

Das Figurenpersonal in Die Tuchvilla?

Die Figuren der Tuchvilla sind allesamt sehr gut gestaltet. Es gibt durchaus Figuren, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte, wobei eben das eine gute Charaktergestaltung ausmacht. Am liebsten hätte ich stellenweise durchs Buch gegriffen, um ungeliebte Figuren zu schütteln. Dafür gibt es mit Marie, Kitty und Paul unheimlich liebenswerte Figuren, die ich nur zu gerne im Folgeband wieder auf ihrem Weg begleite. Insgesamt kam mir das Figurenpersonal in Die Tuchvilla sehr realistisch vor, mit Ecken und Kanten; zudem gibt es geliebte und verhasste Figuren.

Positives über Die Tuchvilla?

Ich mochte alles. Die Stimmung, die Geschichte, die Wendungen, die Figuren, den Schreibstil, das Setting… ich bin unheimlich gerne Teil der Tuchvilla gewesen. Ich habe mit den Figuren gelitten, ihre Freude geteilt, ihren Schmerz empfunden. Ich habe gerätselt und kolossal danebengelegen.

Empfehlung zu Die Tuchvilla?

Wer mir eine Weile folgt, weiß, dass ich historische Romane liebe. Und Die Tuchvilla ist nun zu einer meiner liebsten Reihen avanciert. Sie hat Melodrama, tolle Figuren, Spannung und ereignisreiche Wendungen. Kurzum: Ich kann diese Reihe bedingungslos empfehlen. Ich danke dem Blanvalet Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Tuchvilla.


[Rezension] Das Licht der Welt

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Titel Das Licht der Welt
Reihe Fleury-Saga
Band 2. Band
Autor Daniel Wolf
Verlag Goldmann
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 1152 Seiten
Bewertung .....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, emotional, historisch.

Wie ist das Cover?

Das Cover ist ebenso gelungen und passend, wie das Cover zum ersten Band der Saga. Man sieht eine stilisierte Initiale, in der man drei Männer sieht, die um ein Pult mit Dokumenten stehen. Diese Szene findet sich gleich mehrfach im Buch wieder, sodass sie sehr gut in die Geschichte passt. Ein schönes Cover, das sich perfekt in die Reihengestaltung einfügt.

Wie war die Handlung?

Oh! Mein! Gott! In diesem Band passiert so viel. Und einige Stellen will ich am liebsten einfach vergessen, weil sie mich so traurig gemacht haben. Natürlich mussten diese Szenarien irgendwann einmal passieren, aber ich will nicht, dass es passiert. Können die Figuren nicht einfach alle da bleiben? Bitte? Nun gut. Die Handlung im zweiten Teil der Saga ist actionreich und spannend und fliegt nur so an einem vorbei. Dabei ist der Folgeband gewohnt korrekt und es macht einfach Spaß, das Mittelalter in Daniel Wolfs Roman zu entdecken.

Wie waren die Figuren?

Alle heißgeliebten Figuren des Auftaktromans waren wieder mit dabei und zusätzlich viele neue. Dennoch konnte man den Überblick behalten und ich musste nicht im Personenverzeichnis nachsehen, wer wohin gehört. Wieder einmal steht die Familie Fleury im Vordergrund der Geschichte und agiert gegen altbekannte Feinde. Aber auch neue Antagonisten kommen hinzu, sodass der Baustein für kommende Differenzen gelegt werden konnte. Dabei konnten mich wieder alle Figuren von sich überzeugen. Egal ob gut oder böse, sie alle sind überzeugend gestaltet. Es macht einfach Spaß die wechselnden Perspektiven zu verfolgen und sich gegen Gegner zu verschwören.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil lässt nichts zu wünschen übrig. Fachbegriffe werden unauffällig in den Kontext eingebunden, sodass man auch ohne große Kenntnis des Mittelalters alles verstehen kann, ohne einen Blick ins Glossar am Ende des Buches werfen zu müssen. Die Sprache der Figuren ist passend, weist Altruismen auf, ohne jedoch vollkommen veraltet, unpassend oder übertrieben zu wirken. Es war einfach ein rundum gelungenes Leseerlebnis.
Was mir aufgefallen ist: Band 1 und 2 unterscheiden sich ein wenig voneinander in der Art, wie erzählt wird. Band 2 hatte mehr szenische Abschnitte, in denen mehrere Jahre übersprungen wurden, was der Handlung zuträglich war. Dennoch hätte mich interessiert, was ausführlich in den nicht erzählten Jahren geschah.

Was war gut?

Alles. Die Darstellung des Mittelalters ist perfekt, realistisch und historisch begründet. Auch im zweiten Band bindet Daniel Wolf historische Ereignisse für seine Zwecke ein, ohne sie zu verändern. Er nutzt lediglich Grauzonen und arbeitet seine Geschichte passend und durchaus realistisch um historische Begebenheiten herum, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Was war nicht so gut?

Das ist kein Kritikpunkt, schließlich musste es so kommen, aber ich bin mit einer Stelle im Buch zutiefst unzufrieden. Ich hatte Michel doch so ins Herz geschlossen und dann das! Allein der Gedanke daran macht mich traurig…

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Die Historizität des Romans. Ich bin begeistert. Ich freue mich schon so unendlich auf den dritten Teil, auch wenn mir Michel unglaublich fehlen wird. Die Figuren, die Einbindung historischer Ereignisse in eine fiktive, aber sehr bunte und lebhafte Welt; all das ist so gelungen, dass ich durch das 1152 Seiten starke Buch innerhalb von 4 Tagen nur so geflogen bin.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Freunde von Mittelaltergeschichten und historischen Romanen werden ihre wahre Freude mit dem Buch haben. Fans von familienbedingten Erzählungen werden an der Fleury-Saga ebenfalls ihre Freude haben, handelt dieser Band doch schlussendlich stark von Rémy und endet mit einem Ausblick auf Band 3, der von mir schon ersehnt wird. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung auch für all diejenigen, die historische Romane über das Mittelalter für sich entdecken wollen und Spaß an Historizität haben.
Vielen Dank auch an Goldmann für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.