[Rezension] „Das Erbe der Tuchvilla“

10 Kommentare
Titel „Das Erbe der Tuchvilla“
Reihe Tuchvilla-Saga
Band 3. Band
Autor Anne Jacobs
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 670 Seiten
Bewertung .....

„Das Erbe der Tuchvilla“ in drei Worten?

Begeisternd, emotional, zufriedenstellend.

Cover & Gestaltung von „Das Erbe der Tuchvilla“?

Die Cover der Tuchvilla-Saga sind alle wunderschön und passen super zusammen. Auf jedem Cover kann man eine Frau sehen, die auf ein herrschaftliches Gebäude zugeht, das gut die Tuchvilla sein kann. Bei der jungen Frau vermute ich, dass sie Marie darstellen soll, die eine zentrale Rolle innerhalb der Saga innehat. Die Farben sind warm und kraftvoll, ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Vor allem in Kombination sehen die Cover wundervoll aus.

Worum geht es in „Das Erbe der Tuchvilla“?

Die Tuchvilla-Saga behandelt die Geschichte der Tuchfabrikantenfamilie Melzer, die in Augsburg lebt. Im Laufe der Reihe ereilt die Familie einige Schicksalsschläge, die auf drei Bände verteilt erzählt werden. Band 3 spielt in 1924, wodurch die Wirren nach dem Krieg, die Weimarer Republik und einiges an Augsburger Zeitgeschichte von besonderer Bedeutung sind. Was genau bei Familie Melzer im Abschlussband der Trilogie geschieht, werde ich euch aus Spoilergefahr natürlich nicht verraten.

Der Schreibstil von Anne Jacobs?

Man fühlt sich als Teil der Geschichte. Anne Jacobs schafft es, ihre Geschichten so zu schreiben, dass man das Gefühl hat, mitten in ihr zu stecken. Man taucht ein und kehrt erst am Ende der Handlung in die Realität zurück. Das schafft sie vor allem durch ihren Schreibstil. Sie mischt Augsburger Mundart mit Hochsprache, hält die Balance zwischen Anachronismen und Neologismen, damit der Leser sich heimisch fühlt, ohne über Worte zu stolpern. Die Monologe sind spritzig, die Beschreibungen plastisch. An keiner Stelle will man Überblättern, alles ist angenehm und flüssig zu lesen.

Das Figurenpersonal in „Das Erbe der Tuchvilla“?

Marie ist mir mitunter die liebste Figur aus der Tuchvilla-Saga. Sie ist von Anfang an eine wichtige Protagonistin, sie ist Dreh- und Angelpunkt der Tuchvilla. Ihre Entwicklung innerhalb des letzten Buchs sowie der gesamten Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Sie ist erwachsener geworden, ist aber weiterhin standfest und treu in ihren Überzeugungen. Und diese werden im Abschlussband weiß Gott auf eine harte Probe gestellt.
Kitty mag ich auch sehr gerne. Sie ist quirlig und fröhlich, bringt frischen Wind in jede Gesellschaft und berührte mein Herz an einigen Stellen. Besonders das Ende hat mich für sie sehr gefreut. Da schlägt das Leserherz höher. Sie ist sich selbst sehr treu geblieben.
Mit Paul hatte ich in diesem Buch durchaus meine Probleme. Am liebsten hätte ich ihn und Marie gepackt und geschüttelt! Das konnte man sich ja stellenweise nicht mitansehen. Zum Glück konnte er seine Stellung in meinem Leseherzen bewahren, weil er eine positive Entwicklung durchmacht.
Lisa taucht auch mal wieder stärker auf. Was sich bei ihr so alles entwickelt fand ich wirklich toll. Sie hat es so verdient! Ich freue mich einfach für sie. Von der unsympathischen Figur aus Band 1 ist nichts zurückgeblieben.
Die restlichen Figuren – das tolle Personal, die zuckersüßen Kinder und weitere Nebenfiguren – waren alle gekonnt konstruiert, wirkten lebensecht, realistisch und greifbar. Die Antagonistin des Buchs wollte ich einfach fressen, so wenig sympathisch war sie mir – was aber für den Entwurf spricht! Die Figuren konnten sich innerhalb ihrer Charaktere super entwickeln, alles wirkte lebensecht und greifbar. Toll!

Positives über „Das Erbe der Tuchvilla“?

Ich liebe diese Reihe! Ich bin so unfassbar froh und traurig zugleich. Traurig, da die Saga nun vorbei ist. Glücklich, weil ich eine wundervolle Geschichte zu lesen bekam, tolle Figuren begleiten durfte und um eine großartige Leseerfahrung reifer bin.
Was mir an der Trilogie besonders gut gefällt, ist die Balance zwischen Fiktionalem und Historischem. Anne Jacobs versteht sich darauf, historische Ereignisse in eine fiktive Handlung einzubauen, sie zu deren Rahmen zu machen und die Schicksale ihrer Figuren darum zu weben. Man spürt dabei keinen Übergang zwischen historischen Begebenheiten und fiktionalen Einschüben, alles passt sich ineinander. Ich könnte euch noch stundenlang von dem tollen Plot, den super Figuren, der exzellenten Schreibe und meiner Begeisterung vorschwärmen, aber das würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.

Empfehlung zu „Das Erbe der Tuchvilla“?

Ich kann diese Trilogie allen Lesern empfehlen, die historische Romane mit starken Frauenfiguren, tollem Setting, super Plot, exzellenter Schreibe und viel Genauigkeit lieben. Lest diese Reihe!


[Monatsstatistik] August 2016

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Hallöchen ihr Lieben!

Und zack – da ist es auch schon September. Die Zeit zerrinnt einem zwischen den Fingern, und das Gefühl ist mehr als unangenehm. Latente Panik schiebt sich ein, das Großprojekt für die Uni will fertig werden. Dafür wird die Zeit langsam eng. Gelesen habe ich daher diesen Monat fast nur solche Bücher, die mir bei meiner Arbeit helfen. Doch auch privat ist das eine oder andere dazu gekommen. Immerhin, der Kopf möchte ja auch entspannen.

Gelesene Bücher

53. Kräuter der Provinz“ von Petra Durst-Benning, 512 Seiten, 4.5/5
54. „Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell, 368 Seiten, 5/5
55. „Weil ich ein Dicker bin“ von Bertram Eisenhauer, 336 Seiten, 4/5
56. „Unsterblich – Tor der Nacht“ von Julie Kagawa, 544 Seiten, 5/5

Ich habe euch in diese Liste die mittelalterlichen Romane mal ausgespart, da ich sie ohnehin in keiner Liste führe. Sollte aber Interesse bestehen, kann ich gerne mal eine Reihe zur volkssprachlichen Literatur des Mittelalters verfassen, in der ich die bekanntesten Romane des Mittelalters mal bespreche. Schreibt es mir doch gerne in die Kommentare.

Ansonsten war der August wieder leseintensiver. 4 Bücher privat mit 1760 Seiten, dazu noch 4 versreiche höfische Romane und 1 Epos, damit kann ich mehr als zufrieden sein. In die endgültige Wertung gehen aber nur die privaten Bücher mit ein, die sich – gerade im Vergleich zu den Vormonten – mal wieder auf dem Weg der Besserung zeigt. Für den September kann ich aber vorhersagen, dass die Lesezeit noch weniger werden wird, aber bald ist es vorbei.

Neuzugänge

Hatte ich in den letzten Monaten keine Neuzugänge, so hatte es der August geburtstagsbedingt in sich.

1. „Das Ungeheuer“ von Terézia Mora
2. „Spinnentanz“ von Jennifer Estep
3. „Ein Sams zu viel“ von Paul Maar

4. „Grimms Kinder- und Hausmärchen Band 1“ von Hans und Jakob Grimm

5. „Grimms Kinder- und Hausmärchen Band 2“ von Hans und Jakob Grimm
6. „Grimms Kinder- und Hausmärchen Band 3“ von Hans und Jakob Grimm
7. „Baudolino“ von Umberto Eco
8. „Die tödlichen Talente des Mr. Diehl“ von Bradford Morrow

9. „Unsterblich – Tor der Nacht“ von Julie Kagawa
10. „Bella Germania“ von Daniel Speck

 

Challenges

Meine Challenges müsste ich im Oktober, wenn der ganze letzte Unistresse vorbei ist, mal wieder ordentlich einpflegen und aktualisieren. Momentan ist die Zeit einfach zu strak begrenzt, der Tag zu kurz für alles, was ich mir vornehme. Daher setze ich die Challenges in der Statistik nun mal aus.

Leseliste September

Im September werde ich, so befürchte ich zumindest, kaum zum Lesen kommen. Vielleicht schaffe ich mir kleinere Zeitfenster, in denen ich lesen werde, das wäre jedenfalls sehr wünschenswert. Geplant habe ich, meine noch begonnenen Bücher zu beenden, auch wenn diese nicht zur neuen Sub-Abbau-Extrem Monatsaufgabe passen. Da sie aber bereits vor dem 01. September begonnen waren, sollte das kein Problem sein. Ansonsten werde ich ein wenig nach Lust und Laune lesen.


[Monatsstatistik] März 2016

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Hallöchen ihr Lieben und willkommen zur [Monatsstatistik] März 2016!

Der März war noch weniger lesereich als der März. Unglaublicherweise ist es sonst genau umgekehrt. Aber diesen März hatte ich zwei Abgaben und zwei vorzubereitende Arbeiten, die erledigt oder begonnen werden wollten, da muss man dann eben mal auch Abstriche machen. Dafür hatte ich tolle Bücher, die mir den Tag versüßen konnten!

Gelesene Bücher

28. „Ein Streuner kehrt heim“ von Andy Trout, 384 Seiten, 4/5
29. „Der Herr der Diebe“ von Cornelia Funke, 400 Seiten, 5/5
30. „Die Buchspringer“ von Mechthild Gläser, 384 Seiten, 4/5
31. „Talon – Drachenzeit“ von Julie Kagawa, 560 Seiten, 5/5
32. „Unsterblich – Tor der Dämmerung“ von Julia Kagawa, 608, 4/5

2336 Seiten konnte ich meinem Lesekonte verbuchen. Das sind fast so viele wie im Februar, trotz 2 Büchern weniger. Für den April wird es in der ersten Hälfte vermutlich nicht besser werden, da noch immer eine Abgabe und zwei vorzubereitende Arbeiten auf meinem Soll stehen, aber abends will ich jetzt immer ein wenig lesen, zudem kommen die Fahrten zur Uni ja wieder hinzu, wobei ich sicherlich die eine oder andere Seite lesen werde.

Neuzugänge

1. „Unsterblich – Tor der Dämmerung“ von Julia Kagawa [RE]
2. „Weil ich ein Dicker bin“ von Bertram Eisenhauer [RE]

Nur zwei Neuzugänge diesen Monat, auf die ich mich wirklich gefreut habe. Ein Neuzugang ist sogar schon direkt gelesen worden, der andere kommt auch bald dran.

Challenges

Bücherkultur-Challenge: +0 Bücher = 25/150 Büchern gelesen
Cup of English Reads: +0 Bücher = 0 gelesene Bücher
Golden Backlist: +1 Buch = 21 gelesene Bücher
Serienkiller-Challenge: +2 Reihe begonnen = 3 beendete Reihen
Spar-Challenge: +2,50€ = 16,00€
Weltenbummler-Challenge: +15 Punkte = 87 Punkte

Leseliste April

Die Sub-Abbau-Challenge Aufgabe für den März regt uns dazu an, Bücher mit weniger als 300 Seiten zu lesen. Die habe ich, muss sie nur in dem riesigen Stapel finden. Deswegen finde ich die Aufgabe wirklich gut. Zudem kann ich dünnere Bücher mit Leichtigkeit in meine Unitasche stecken. Ein dünnes Büchlein fällt da nicht weiter ins Gewicht. Allerdings werde ich erst die aus dem März mitgenommenen Bücher beenden, die es von der Seitenzahl gesehen schon in sich haben. Aber danach wird radikal gelesen!


[Rezension] „Der Herr der Diebe“

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Titel „Der Herr der Diebe“
Reihe
Band Einzelband
Autor Cornelia Funke
Übersetzer
Illustrator Cornelia Funke
Verlag Cecilie Dressler Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Kinderbuch
Preis 17,90€ [Leihbuch]
Seitenzahl 400
Bewertung .....

„Der Herr der Diebe“ in drei Worten?

Liebe, Kindheit, Phantasie.

Das Cover von „Der Herr der Diebe“?

Das Cover von „Der Herr der Diebe“ ist ebenso liebevoll gezeichnet, die restlichen Cover der Autorin. Besonders faszinierend dabei: Die Autorin zeichnet selbst. Ich liebe die kleinen Illustrationen, die sich überall in den Büchern verstecken. Sei es zum Kapitelanfang oder –ende, aber auch viele kleine Zeichnungen zwischendrin, sie ergänzen einfach das Leseerlebnis. Besonders toll ist es, wenn die Autorin ihre eigenen Figuren zeichnet, und dem Leser damit bei der Vorstellung schwieriger Sachen oder Personen unter die Arme greift.

Die Handlung/Das Setting von „Der Herr der Diebe“?

Wisst ihr eigentlich, dass ich Bücher von Cornelia Funke unglaublich gerne lese? Sie begleiten mich schon seit meiner Kindheit und können mich jedes Mal aufs Neue begeistern. Zunächst als sechstes Mitglied der Wilden Hühner groß geworden, entdecke ich nun Stück für Stück die weiteren Werke der Autorin. Die Tintenwelt konnte mich begeistern, und auch die Spiegelwelt hält mich in ihren Fängen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ich „Der Herr der Diebe“ auch endlich einmal lesen werde.

Das Buch handelt von Bo und Prosper, deren gemeiner Tante und einer zauberhaften Stadt in Italien, Venedig. Zudem kommt eine Kinderbande und der Herr der Diebe vor – alles in allem genau das, was ich als Kind wahnsinnig gerne gelesen hätte. Die Jahre, die mich von meinem Wilde Hühner lesenden ich trennen, schmolzen beim Öffnen des Buchs einfach dahin. Das Buch bewirkt in gewisser Weise genau das, was sich einige immer wünschen: Eine Verjüngung. Ich war Teil der Bande, stromerte durch Venedig und fieberte mit Bo und Prosper mit.

Der Schreibstil von Cornelia Funke?

Was soll ich euch sagen? Ein Buch von Cornelia Funke in die Hand zu nehmen, ist für mich wie nach Hause zu kommen. Bereits ein Satz reicht aus, um mich in eine absolute Lesestimmung zu katapultieren. Es ist ein „Decke-Tee-gutes Buch“-Gefühl, das sich bei ihren Büchern automatisch bei mir einstellt. Ich kann am Schreibstil also überhaupt nichts aussetzen. An vielen Büchern für Kinder stört mich, dass die Bücher so enorm kindlich gehalten sind, dass ich sie nicht lesen mag. Cornelia Funke schreibt verständlich, aber nicht zu kindlich, sodass dem kindlichen Leser noch etwas zugetraut wird. Ich begrüße das sehr.

Die Figuren in „Der Herr der Diebe“?

Ich habe mich auf den ersten Zeilen direkt in die Figuren verliebt, bei den Antagonisten empfand ich sofort Abneigung. Vor allem Bo, Prosper, Scipio und Wespe haben es mir angetan. Ida und Victor konnten mich enorm begeistern, weil sie Erwachsene symbolisieren, die ihr inneres Kind nicht verloren haben. Und genau darum ging es: Um Kindheit und Erwachsensein. Den Spagat dazwischen, den Wunsch nach dem, was man nicht haben kann. All dies wurde wunderbar von den Figuren dargestellt. Während Bo ein absolut glückliches Kind ist, das beinahe in der Tradition der ewigen Kinder von ETA Hoffmann oder JM Barrie gesehen werden kann, repräsentieren die anderen Figuren unterschiedliche Stadien von Kindheit und Erwachsensein.

Bo konnte mich aufgrund seines ungeheuer fröhlichen und lebensfrohen Charakters begeistern. Prosper ist ein unendlich liebevoller großer Bruder, der wirklich alles in seiner Macht stehende tut, um seinen Bruder und seine Freunde zu beschützen. Wespe ist mir besonders nahe gewesen. Sie liest viel und ist herzensgut. Sie ist das Bindeglied der Bande. Mosca und Riccio konnten mich mit ihrer lustigen Art begeistern. Und Scipio tat mir unglaublich leid. Dennoch ist er eine faszinierende Person, wenn auch viel mehr als Nebenperson denn Protagonist. Zu guter Letzt die Erwachsenen Ida, Victor und Barbarossa. Ida und Victor habe ich einfach ins Herz geschlossen, da sie sich ihre Kindheit bewahren konnten, Barbarossa hat mir gar nicht gefallen. Er war einfach der Antagonist der Geschichte.

Positives über „Der Herr der Diebe“?

Dieses Buch ist einfach ein absolutes Wohlfühlbuch, das sich nicht nur an Kinder richtet. Auch Erwachsene können sich von Cornalia Funkes „Der Herr der Diebe“ angesprochen fühlen. Der Wunsch der Kinder nach Volljährigkeit ist ebenso berücksichtigt worden, wie der Wunsch der Erwachsenen, erneut in ihre Kindheit eintauchen zu können. Das Buch bietet ein rundum zufriedenstellendes Leseerlebnis.
Zudem konnte mich auch der Plot begeistern, auch, wenn es ehrlich gesagt weniger um den Herrn der Diebe denn um die Kinderbande rund um Prosper und Bo geht. Aber das stört mich nicht im Geringsten.

Empfehlung zu „Der Herr der Diebe“?

Ich kann „Der Herr der Diebe“ uneingeschränkt allen Menschen empfehlen, die in ihrem Herzen noch Kind geblieben sind. Es mag ein Jungbrunnen oder eine Reise zum kindlichen Ich sein, zumindest bietet es eine Auszeit vom anstrengenden Alltag als Erwachsener. Da ich mir dieses Buch aus meiner Lieblingsbibliothek ausgeliehen habe, werde ich mir „Der Herr der Diebe“ unbedingt für mein Regal nachkaufen. Eine absolute Leseempfehlung.


[Rezension] „Eragon – Der Erbe der Macht“

2 Kommentare
Titel „Eragon – Der Erbe der Macht“
Reihe Eragon
Band 4. Band
Autor Christopher Paolini
Übersetzer Michaela Link
Illustrator
Verlag cbj Verlag
Erschienen als Hardcover mit Schutzumschlag
Genre Fantasy, Kinder- und Jugendbuch
Preis 24,99€
Seitenzahl 960 Seiten
Bewertung ....

Das Buch in drei Worten?

Episch, kämpferisch, hoffnungsvoll.

Das Cover?

Der Abschlussband der Tetralogie um Eragon kleidet sich in einem angenehmen Grünton. Wie auch bei den drei vorangegangenen Büchern auch, blickt ein Drache den Leser direkt an. Nach Saphira, Dorn und Glaedr ist nun ein grüner Drache zu sehen.

Die Handlung/Das Setting?

Der gesamte Kontinent scheint sich auf den Kampf zwischen den Varden und dem Imperium zu rüsten. Eragon sieht sich mit seinem Schicksal konfrontiert und trifft einige schwerwiegende Entscheidungen. Alles läuft auf den großen finalen Kampf hinaus, wodurch die Handlung stark gebremst wird. Nichtsdestotrotz war auch der Abschlussband der Reihe spannend. Handlungsstränge fügen sich zusammen, kommen zum Schluss und ergeben ein großes Ganzes. Zwar ist das Was? der Geschichte von Anfang an klar, allerdings gilt es, das Wie? zu klären. Dadurch erhält sich die Geschichte ihre Spannung bis zum Schluss. Dies hing bei mir persönlich von einigen, an Figuren geknüpfte, Hoffnungen.
Circa in der Mitte des Buchs gibt es einen schwerwiegenden Plottwist, der die gesamte Handlung verändert. Das Ende des großen Kampfs war für mich zum Teil wirklich überraschend, hatte ich mir das Wie? zugegebenermaßen ein wenig epischer vorgestellt.

Der Schreibstil?

Paolinis Schreibstil steigerte sich seit Beginn der Reihe sichtlich. Der Abschlussband ist konstant gut geschrieben. Beschreibungen halten sich mit Handlungen und Dialogen die Waage, was ich persönlich sehr angenehm finde. Die Erklärungen der alten Sprache werden weniger, die Sprache an sich ist im vierten Band selbstverständlicher Bestandteil des Buchs.

Die Figuren?

Eragon und seine Gefährten sind nach wie vor unglaublich sympathisch. Am besten hat mir tatsächlich Saphira gefallen, da ihre Kapitel eine Auflockerung der düsteren Stimmung und Anspannung in Erwartung des großen Finales darstellten. Ihr Witz und Charme konnte die Atmosphäre des Buchs stellenweise stark auflockern.
Eragon selbst ist in diesem Band hin und her gerissen. Zwischen Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt macht er beinahe jede Stimmung durch. Und auch die anderen Figuren werden zunehmend emotionaler und greifbarer. Vor allem die unnahbare Arya wuchs mir in diesem Teil ans Herz.
Die Charakterentwicklung der vorangegangen Bücher findet hier ihren Höhepunkt. Alles in allem haben sich alle Hauptfiguren zum Positiven verändert, ohne dass ihre Wandlung zu schnell oder unglaubwürdig gewesen wäre.

Positives?

Mir hat gefallen, dass ich das Wie des großen Kampfs nicht erraten konnte. Somit wurde ich ehrlich überrascht und finde zunehmend mehr Gefallen an der, zunächst recht wenig episch erscheinenden Auflösung. Auch gefallen hat mir die Zusammensetzung einiger Handlungsstränge und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die Figuren.

Negatives?

Mir hat das Ende überhaupt nicht gefallen. Das Ende selbst ist logisch und nur konsequent, dennoch hätte mein romantisches Leserherz ein anderes Ende bevorzugt. Da geschieht es schon, dass ein wichtiger Handlungsstrang eine gewichtige Veränderung erfährt und dann kommt es doch ganz anders. Ich erträume mir einfach mein Wunschende.

Empfehlung?

Die Reihe hat mir sehr gut gefallen, konnte mich Stunde um Stunde und von Buch zu Buch stets immer begeistern. Eine großartige Figurenentwicklung, ein stimmiger Plot und ein unerwartetes Ende des großen Kampfs machen Eragon zu einem Lesegenuss. Abzug gibt es nur wegen meines persönlichen Geschmacks. Eine definitive Leseempfehlung an alle High-Fantasy-Leser, Mittelalterfans und die, die es noch werden wollen.


[Rezension] „Eragon – Die Weisheit des Feuers“

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Titel „Eragon – Die Weisheit des Feuers“
Reihe Eragon
Band 3. Band
Autor Christopher Paolini
Übersetzer Joannis Stefanidis
Illustrator
Verlag cbj Verlag
Erschienen als Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Genre Fantasy, Kinder- und Jugendbuch
Preis 24,95€
Seitenzahl 864 Seiten
Bewertung .....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, ernster, tiefgründiger.

Das Cover?

Die Cover der Tetralogie um Eragon sind alle recht zurückhaltend, aber dennoch schön anzusehen. Wie auch bei den beiden Vorgängerbänden ist auch auf Band 3 ein Drache zu sehen. Im Kontrast zum schwarzen Schutzumschlag und Buch wirkt der goldene Drache umso majestätischer. Der goldene Schriftzug passt sehr gut zu der Covergestaltung der anderen Bände, die blau, rot und grün gehalten sind.

Die Handlung/Das Setting?

Eragons Geschichte spielt in einer mittelalterlichen Fantasywelt. Dort gibt es Drachen, Zwerge, Riesen und Elfen, die, zusammen mit den Menschen, vom Imperium bedroht werden. Eragon, eigentlich ein junger Bauernjunge, findet ein Drachenei und wird zum mystischen Drachenreiter.

Die Handlung des dritten Teils schließt unmittelbar an das Ende des zweiten Teils der Tetralogie an. Dabei werden bekannte Handlungsstränge fortgeführt und neue eingeführt. Dennoch bleibt die Handlung nicht statisch, da bereits abgeschlossen geglaubte Handlungsstränge wieder aufgegriffen oder sogar vollkommen umgeschrieben und revidiert werden. Das sorgte zumindest bei mir dafür, dass ich mir keiner Handlung mehr vollkommen sicher war, und einige Handlungen und Figuren hinterfragen wollte.

Der Schreibstil?

Christopher Paolinis Schreibstil steigert sich im Laufe der Reihe. Die Beobachtungen Eragons und anderer Figuren werden detaillierter und schöner dargestellt, Dialoge werden runder. Dies mag vielleicht auch am Entwicklungsprozess des Protagonisten liegen, allerdings ist diese Entwicklung des Schreibstils auch während der Perspektivwechsel zu erkennen. Die für uns fremde Sprache der Welt Alagäesia wird ohne direkte Übersetzung eingebunden, was den Lesefluss allerdings nicht hemmt. Worte, die erstmals genannt werden, aber auch kürzere Sätze, werden von ihren Verwendern oder durch Eragons Gedanken erklärt. Längere Aussagen findet man übersetzt im Angang des Buchs. Dennoch können solche Passagen problemlos aus dem Kontext verstanden werden.

Die Figuren?

Im dritten Band wird der Leser mit einigen Perspektivwechseln konfrontiert. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden, in denen man fast ausschließlich an Eragons Seite durch Alagäesia reiste, teilt man im dritten Band die Perspektive einiger Figuren, unter anderem die von Roran, Nasuada und Saphira. Alle wichtigen Figuren haben ihre Erkennungsmerkmale, die sie innerhalb des Figurenpersonals der Tetralogie unverkennbar machen. Zudem erfahren beinahe alle Figuren eine positive Charakterentwicklung, während einige Nebenfiguren an Gewichtung gewinnen und sich dabei aber negativ entwickeln, was jedoch im Sinne der Handlung ist. Keine der Figuren wirkte auf mich sonderlich lieblos oder platt gestaltet. Im Gegenteil. Die Figuren sind gut genug charakterisiert und beschrieben, dass man sie sich vorstellen und sie in sein Leserherz schließen kann ohne dass der eigenen Phantasie zu starke Grenzen gesetzt werden, was das Aussehen der Figuren angeht.

Positives?

Die Reihe entwickelt sich beständig vorwärts. Dabei ist der Plot jedoch nicht übereilt oder künstlich gestreckt. Die Handlung ist an manchen Stellen etwas behäbig, braucht diese Ruhe allerdings zur vollen Entwicklung des Plots. Ungeduldige Leser werden mit Eragon und seinen vielen Reisen ihre Probleme haben. Mir hingegen hat gerade dies sehr gut gefallen. Auch Eragon als Figur hat mir sehr gut gefallen. Er ist nicht der ewig perfekte Held, den man aus den Artusromanen beispielsweise kennt. Er macht Fehler und lernt daraus.

Trotz einiger ruhigerer Passagen ist das dritte Buch der Geschichte um Eragon gewohnt spannend. Dem Leser werden einige unterschiedliche Handlungsstränge geboten, die interessant zu verfolgen sind, wodurch die Seitenzahlen zu schmelzen scheinen.

Negatives?

An einigen Stellen sind die Perspektivwechsel unheimlich fies, sodass man sich ein Vorblättern wirklich verkneifen muss. Für ungeduldige Leser ist dieses Buch nur bedingt zu empfehlen, da diese von der Geschichte eigenen Längen und Ruhephasen abgeschreckt werden könnten.

Empfehlung?

Ich habe die Tetralogie um Eragon zwar aus universitärer Motivation heraus wieder aus dem Regal geholt, bereue es allerdings nicht, den dritten Band endlich vom Berg der ungelesenen Bücher befreit zu haben. Eragon konnte mich sehr begeistern, die Handlung hat mich überzeugt und auch die Figuren sind in meinem Leserherz eingezogen. Eine klare Empfehlung für alle, die sich mit High-Fantasy anfreunden kann oder diese sogar zu seinem Lieblingsgenre zählt. Auch Freunde des Mittelalters werden hier auf ihre Kosten kommen.


[Monatsstatistik] Februar 2016

2 Kommentare

Hallöchen ihr Lieben!

Hach ja, da startete das neue Jahr so unglaublich gut, aber der Februar kam rein quantitativ nicht hinterher. Dafür hatte ich einfach unglaublich tolle Bücher im Februar, und Qualität geht hier vor Quantität.

Gelesene Bücher

21. „Ein Sams für Martin Taschenbier“ von Paul Maar, 208 Seiten, 4.5/5
22. „Sams in Gefahr“ von Paul Maar, 208 Seiten, 4.5/5
23. „Onkel Alwin und das Sams“ von Paul Maar, 208 Seiten, 4/5
24. „Ludwig II. Der unzeitgemäße König“ von Oliver Hilmes, 448 Seiten, 5/5
25. „Ranma 1/2 #12“ von RumikoTakahashi, 192 Seiten, 5/5
26. „Zwei für immer“ von Andy Jones, 432 Seiten, 4/5
27. „Aprikosenküsse“ von Claudia Winter, 416 Seiten, 5/5

2416 Seiten habe ich verputzt, immer noch eine sehr ordentliche Anzahl an Seiten. Zudem war die durchschnittliche Bewertung unglaublich hoch, kein Buch wurde schlechter als 4/5 Punkten bewertet. Das ist doch mal was. Abgebrochen habe ich leider dennoch ein Buch: „Die Kinder aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren. Ich komme einfach mit dem Schreibstil dieser Frau nicht zurecht. Ich kann ihre Bücher einfach nicht lesen. So gerne ich es würde, und so großen Respekt ich für sie und ihre Werke habe, es geht einfach nicht. Schade.

Neuzugänge

1. „Aprikosenküsse“ von Claudia Winter [RE]

Nur ein Neuzugang und der war zusätzlich eine Vorbestellung. Der Sub-Abbau läuft und läuft. Bisher bin ich wirklich gut dabei.

Challenges

Bücherkultur-Challenge: +0 Bücher = 25/150 Büchern gelesen
Cup of English Reads: +0 Bücher = 0 gelesene Bücher
Golden Backlist: +4 Bücher = 20 gelesene Bücher
Serienkiller-Challenge: +1 Reihe beendet, +1 Reihe fortgeführt = 3 beendete Reihen
Spar-Challenge: +3,50€ = 13,50€
Weltenbummler-Challenge: +15 Punkte = 72 Punkte

Leseliste März

Der März steht ganz in der Tradition des Februar: Ich will begonnene Bücher beenden, Rezensionsexemplare und subbende Bücher lesen, rezensieren und mit euch teilen. Im Februar war ich auch endlich wieder produktiv was die Rezensionen angeht. Geschrieben, vorgeplant und hochgeladen. Jetzt müssen sie nur noch veröffentlicht und gelesen werden.


[Rezension] „Rette mich vor dir“

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Titel „Rette mich vor dir“
Reihe Shatter me
Band 2. Band
Autor Tahereh Mafi
Übersetzer Mara Henke
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Dystopie, Jugendbuch, YA, Fantasy
Preis 9,99€
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung ....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, kämpferisch, gefühlsintensiv.

Das Cover?

Das Cover des zweiten Bandes der Juliette-Trilogie ähnelt der Aufmachung des ersten Bandes sehr. Auf beiden Büchern sieht man dieselbe Skyline, lediglich Kleidung und Positionierung der Frau auf dem Cover haben sich verändert. Ich finde, dass das Cover immer noch sehr stimmig ist und auf den Inhalt einer Dystopie schließen lässt.

Die Handlung/das Setting?

Die Handlung setzt nahtlos an das Geschehen des ersten Buches an. Juliette hat immer noch mit den Folgen ihrer früheren Entführung zu kämpfen und weiß nicht so wirklich, woran sie ist. Schwere Selbstzweifel und Schuldgefühle machen ihr zu schaffen. Vor allem in Bezug auf Adam und Warner wird es noch einiges zu entdecken geben. Zudem verkompliziert sich Juliettes Beziehung zu Adam auf höchst unangenehme Weise.
Das Setting ist gleichbleibend düster und hoffnungslos. Das Wetter spielt verrückt, Tiere gibt es kaum noch und auch Flora und Fauna scheinen aufgegeben zu haben. Das perfekte Setting für eine Weltuntergangsvision. Dabei fühlte ich mich an keine andere Dystopie erinnert, von denen ich zugegebenermaßen auch noch nicht so viele gelesen habe. Unterbewusst atmosphärisch war das Grauen der unbekannten Zukunft immer zugegen, was mich sowohl begeistern als auch beunruhigen konnte. Begeistern, weil es der Autorin gelang, ein ständiges Unwohlsein des Lesers aufgrund der gegenwärtigen Situation der Figuren zu schaffen. Beunruhigt, weil ich mich ziemlich gut in die Figuren einfühlen konnte.

Der Schreibstil?

Mit dem Schreibstil kam ich teilweise nicht so gut klar. Schon im ersten Buch hat mich Juliettes krankhafte dreifach Wiederholung und Ausstreichung von Worten, Satzteilen und ganzen Sätzen ziemlich gestört. Aber da schob ich es auf ihre labile Konstitution und ihre gegenwärtige Situation. Diese verändert sich im zweiten Band allerdings stark. Und dennoch ließ ihr Tick nur schleichend nach. Versteht mich nicht falsch, ich finde das auf der einen Seite sehr gut, da realistisch gezeichnet. Aber irgendwann haben mich ihre Gedankenmonologe und Ticks ein klein wenig gestört. Vor allem dann, wenn es spannend wurde. Ansonsten haben mir Wortwahl, Satz- und Kapitellänge sehr gut gefallen.

Die Figuren?

Ich muss ja sagen, dass ich mit Juliette teilweise richtige Probleme hatte. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die neue Situation nicht leicht ist. Und dass sie sich nicht bessert, ist mir auch bewusst. Aber so sehr in Selbstmitleid zu versinken, dass man andere um sich herum nicht mehr wahrnimmt, fand ich dann doch ziemlich schade. Vor allem, weil sie gegen Ende des ersten Buches so etwas wie Kampfgeist entwickelt hatte. Zudem war sie glücklich. Auch Adam muss einiges durchmachen. Er tat mir in diesem Band ziemlich leid. Neben Dingen, die er anderen verheimlicht, die jedoch trotzdem ans Licht kommen gibt es vieles, das er nicht weiß. Ich fürchte mich vor dem Moment im dritten Buch, wenn alles rauskommt. Und Kenji war mitunter mein Highlight. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist aber dennoch ein guter Kerl. Ich wüsste nicht, ob das Buch ohne ihn weitergegangen, oder ob Juliette komplett in ihrem Selbstmitleid versunken wäre. Und Warner, das ist so eine ganz spezielle Sache. Wirklich überrascht hat mich nur wenig. Denn ein Teil der Entwicklung war abzusehen. Dennoch war es sehr gut umgesetzt. Die anderen Wendungen hatte ich nun aber wirklich gar nicht erwarten, beziehungsweise in diese Richtung denken können.

Positives?

Mit hat die Stimmung im Buch sehr gut gefallen. Und auch die Idee der Mutationen der Menschen als Reaktion auf ihre Umwelt. Eine wirklich tolle Idee. Auch, dass die Figuren sich weiterentwickeln und es Wendungen gab, die (ob absehbar oder nicht) gut eingebaut und auch ausgebaut wurden. Ich hatte beim Lesen ständig das unterschwellige Gefühl von Bedrohung, und das finde ich enorm gut umgesetzt. Wenn Juliette im dritten Buch so bleibt, wie am Ende des zweiten, dann habe ich viel im nächsten Buch zu erwarten.

Negatives?

Dass ich mit Juliettes Tick nicht so gut zu Recht kam wie noch im ersten Buch, ist mein ganz persönlicher Leseeindruck. Ich hatte einfach das Gefühl, dass Juliette weiter hätte sein müssen. Stattdessen hat sie für jeden Schritt vorwärts zehn zurück gemacht. So kam es mir jedenfalls vor. Für den Plot ist das nicht hinderlich, aber einige Wiederholungen haben mich einfach aus dem Lesefluss gebracht.

Empfehlung?

Definitiv. Ich bin ein kleiner Dystopie-Neuling, wenn man bedenkt, dass ich ziemlich wenige bisher gelesen habe. Dennoch finde ich, dass „Rette mich vor dir“ ein Gefühl der ständigen Gefahr und unterschwelligen Bedrohung vermittelt, die gut in das Setting passt. Auch die besonderen Fähigkeiten der Menschen, die an sich nichts Neues sind, finde ich sehr gut eingearbeitet und eingesetzt. Wer sich mal an Dystopien versuchen will oder sogar schon ein Fan ist, sollte unbedingt in die Juliette-Trilogie reinschnuppern.


[Rezension] „Das Meer der Seelen – Nur eine Nacht“

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Titel „Das Meer der Seelen – Nur eine Nacht“
Reihe Das Meer der Seelen
Band 3. Band
Autor Jodi Meadows
Übersetzer Michaela Link
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jungendbuch, YA
Preis 12,99€ [RE]
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung .....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, überraschend, erfreulich.

Das Cover?

Ich mag die Cover der Reihe sehr. Zwar ändert sich Bild nicht, doch die Farbgebung ist unwahrscheinlich schön. Der Abschlussband kommt in einem wunderschönen Grünton daher, der perfekt zu den Lila- und Rottönen der Vorgänger passt. Ein herrliches Bild. Auch gefällt mir die Gestaltung zu Kapitelbeginn mit den Schmetterlingen sehr gut.

Die Handlung/das Setting?

Die Handlung schließt nahtlos an die Geschichte des zweiten Teils an. Ana und ihre Freunde sind unterwegs und haben mehr oder weniger einen Plan, wie sie vorgehen wollen. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, da jedes Wort bereits zu viel wäre. Aber das Setting gefällt mir sehr gut. Es kommt mir so vor, als könnte die Geschichte zeitlich nach unserer Zivilisation spielen. Zudem existieren phantastische Elemente wie Drachen, Kentauren und Sylphen, wenn diese auch abgewandelt erscheinen. Die Welt ist auf jeden Fall voller Überraschungen und toller Ideen, jedoch nicht zu verwirrend gestaltet.

Der Schreibstil?

Ich mag den Schreibstil von Jodi Meadows. Er ist leicht und flüssig. Es gab nichts, woran ich mich hätte stören können. Ich bin einfach sehr zufrieden.

Die Figuren?

Ich liebe die Figuren dieser Reihe. Ich habe mich mit so vielen angefreundet und sie in mein Herz geschlossen, dass es mir beinahe weh tut, sie ziehen zu lassen. Und da gibt es gleich mehrere Gründe: Zum einen ist die Trilogie natürlich zu Ende, zum einen müssen wir uns von geliebten Figuren aus anderen Gründen verabschieden. Vor allem Ana, Sam, Stef, Armande, Sarit und viele mehr haben die Reihe zu einem tollen Genuss gemacht. Ana gefällt mir, da sie Dinge hinterfragt, nicht aufgibt und unerschütterlich glaubt. Sam ist einfach ein wahnsinnig lieber Kerl, mit Herz und Verstand. Und die restlichen Figuren sind einfach super. Sie unterstützen Ana wo sie nur können, sind loyal und vorurteilsfrei.

Positives?

Ich finde es sehr gut, dass die Protagonisten lernen müssen. Es gibt niemanden, der perfekt ist. Trotz der ungeheuren Lebenserfahrung aller Figuren mit Ausnahme Anas lernen viele von ihnen noch dazu. Und Ana, die ihr Leben lang traktiert wurde, lernt ebenfalls dazu. Das hat mir sehr gut gefallen. Und auch die Auflösung des Plots ist gut strukturiert. Zwar war mir Janan dann ein wenig zu lasch – für das, was ich mir ausgemalt habe – aber dennoch war das Ende klasse. Ich habe geweint (vor Glück) und konnte einen wehmütigen Seufzer beim Schließen des Buchs nicht unterdrücken.

Negatives?

Eine Kleinigkeit bei der Auflösung des Plots hat mich, nicht gestört, aber etwas unzufrieden zurückgelassen. Nicht viel, immerhin hat das Buch die volle Punktzahl, aber ich hätte mir noch wenig mehr Drama erwartet. Mehr Bösewicht. Aber rückblickend passt es natürlich gut zusammen, keine Frage. Dennoch bin ich ein kleiner Dramafan.

Empfehlung?

Sehr empfehlbar. Die komplette Reihe ist klasse. Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt wohlgefühlt, wollte immer wissen, wie es weitergeht und das Ende war perfekt für mich. Ich hätte – und habe es tatsächlich – weinen können vor Freude. Es war so toll! Und dabei wurde man noch auf die Folter gespannt. Tolle Figuren, ein wunderbarer Plot und ein Wahnsinns Ende! Lest es! Ich danke dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von „Das Meer der Seelen – Nur eine Nacht“.


[Rezension] „Chroniken der Schattenjäger – Clockwork Angel“

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Titel „Clockwork Angel“
Reihe Chroniken der Schattenhäger
Band 1. Band
Autor Cassandra Clare
Übersetzer Franca Fritz & Heinrich Koop
Illustrator
Verlag Arena Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Fantasy, Jugendbuch, YA
Preis 18,99€
Seitenzahl 576 Seiten
Bewertung .....

Das Buch in drei Worten?

Faszinierend, historisch-anmutend, spannend.

Wie ist das Cover?

Das Cover ist anders als die, die ich bisher von den deutschen Büchern kenne. Dennoch finde ich es mit seinen Farben recht atmosphärisch. Den Bezug zum Inhalt sehe ich persönlich nicht, kann ich doch keine Ähnlichkeit zwischen dem abgebildeten Mann und den männlichen Charakteren erkennen. Vielleicht könnt ihr mich ja erleuchten.

Wie war die Handlung?

Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Wir befinden uns im viktorianischen England und besuchen drei Figuren, die bereits aus den „Chroniken der Unterwelt“ bekannt sind. Endlich erfahre ich auch ihre Geschichte und konnte mich gar nicht von Tessa, Will und Jem losreißen. Es geht im ersten Band hauptsächlich darum, wie Tessa zu Will und Jem fand. Zudem werden einige schattenjägerpolitische Entscheidungen getroffen, es wird gekämpft und Intrigen werden aufgedeckt. Ich war sehr zufrieden.

Wie waren die Figuren?

Ich habe mich spontan in die Bewohner der Brigade verliebt. Tessa, Will und Jem sind sowieso meine Favoriten, aber auch Charlotte und Henry haben es in mein Herz geschafft. Auch Jess hat ihre positiven Seiten, auch wenn sie mehr eine verzogene Göre als eine Schattenjägerin ist. Tessa mit ihrer freundlichen Art, die sich gerne mit Will in den Haaren liegt und sich mit Jem so unglaublich gut unterhalten kann, konnte mich sofort von sich überzeugen. Jem ist unglaublich süß! Und Will – Will ist, vor allem am Ende, ein nicht sehr netter Mensch. Das Ende finde ich einfach… mir fehlen die Worte!

Wie war der Schreibstil?

Cassandra Clares Bücher fühlen sich, genau die von Joanne K. Rowling, nach heimkommen an. Man schlägt das Buch auf und fühlt sich wohl. Wenn ich schlechte Laune habe, brauche ich nur ein Buch von Cassandra Clare oder J.K. Rowling lesen und es geht mir wieder gut. Daher habe ich nichts am Schreibstil auszusetzen.

Was war gut?

Alles! Nun gut, bis auf Will am Ende alles. Ich mochte das Tempo der Geschichte, der Wechsel zwischen zarten Emotionen und Spannung. Action und Hintergrundwissen formen sich, wie gewohnt, zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen, an dem ich nichts auszusetzen hatte. Ich bin einfach restlos begeistert.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Ich finde die Idee der Bücher rund um die Schattenjäger generell außergewöhnlich. Dass es eine Reihe zu den viktorianischen Schattenjägern gibt, freut mich daher umso mehr. Semas Aussage, dass die „Chroniken der Schattenjäger“ noch besser als die „Chroniken der Unterwelt“ seien, kann ich hiermit nur bestätigen. Beide Reihen strotzen nur so vor Witz, Charme und Spannung, sodass keine Langeweile aufkommt.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Lest die Bücher. Sie sind klasse!