[Rezension] „Die rote Löwin“

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Titel „Die rote Löwin“
Reihe
Band Einzelband
Autor Thomas Ziebula
Übersetzer
Illustrator
Verlag Bastei Lübbe
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 385 Seiten
Bewertung ....

„Die rote Löwin“ in drei Worten?

Durchwachsen, spannend, langatmig.

Cover & Gestaltung von „Die rote Löwin“?

Das Cover des Romans ist super gelungen. Es ist düster, man sieht die Protagonistin und verspricht eine authentische Geschichte. Als ich das Cover auf Twitter sah, Stehlblüten hat ein Exemplar verschenkt, war ich direkt angefixt. Leider konnte das Buch nicht halten, was das Cover verspricht.

Worum geht es in „Die rote Löwin“?

Protagonistin in „Die rote Löwin“ ist Runja, die nach einem tragischen Angriff mit ihrem Bruder nach Magdeburg flüchtet. Dort gerät sie in Verwicklungen, die sie bald sämtlicher Kontrolle berauben und in eine Zwickmühle bringen: Sie muss sich zwischen denen, die sie liebt, entscheiden. Mehr möchte ich euch an dieser Stelle nicht verraten, da es euch die spannenden Momente vorwegnehmen würde.

Der Schreibstil von Thomas Ziebula?

Thomas Ziebulas Schreibstil hat mir gerade am Anfang noch sehr gut gefallen. Der erste Teil der Handlung ist spannend, packend und temporeich. Danach leider eher weniger. Runjas Wortwahl steht im krassen Gegensatz zu der Funktion, die sie ausfüllt. Ihre Wortwahl ist kindlich bis naiv, während sie auf der anderen Seite flucht und kämpft wie ein Mann. Das passte für mich einfach nicht zusammen. Das empfinde ich als extrem schade. Ansonsten ist der Schreibstil angenehm zu lesen. Man bleibt nicht an irgendwelchen Schachtelsätzen hängen, nichts bringt einen aus dem Lesefluss.

Das Figurenpersonal in „Die rote Löwin“?

Das Figurenpersonal in „Die rote Löwin“ ist recht schwer zu greifen, da es stark fluktuiert. Den Grund dafür werde ich euch nicht verraten. Runja, die die Protagonistin der Geschichte ist, war für mich nicht immer einfach zu greifen. Am Anfang war ich Feuer und Flamme, sie war stark, mutig und entschlossen. Im Laufe der Geschichte verliert sie diese Eigenschaften teilweise. Es ist, als hätte man die Figur ausgetauscht, nur um gegen Ende noch einmal kurz aufzuflammen und dann zu erlöschen. Die anderen Figuren sind da kontinuierlicher in ihrer Rolle, bleiben sich selbst treu. Thomas Ziebula schafft es dabei, wirklich verachtenswerte Antagonisten zu erschaffen, Hut ab. Die haben mir nämlich zum Teil besser gefallen als die Protagonistin.

Positives über „Die rote Löwin“?

Der Anfang war einfach super. Er hatte alles, was ich mir von einer kämpferischen Protagonistin im Mittelalter wünschen würde. Die Darstellung, das Tempo, die Spannung – alles war da. Thomas Ziebula hatte eine tolle Ausgewogenheit aus Kampf, Dialog und Beschreibung. Der Plot hat mir im Großen und Ganzen auch sehr gut gefallen, wenngleich das Buch gegen Ende schwächer wird.

Kritik an „Die rote Löwin“?

So toll der Einstieg ins Buch war, so schwach war der Mittelteil. Gegen Ende gab es ein kurzes Aufwallen von Spannung und der Runja zu Beginn des Romans, aber es dauerte nicht lange an. Ich hatte mir von der Thematik einer weiblichen Auftragsmörderin mehr erhofft. Leider entwickelte sich die Handlung in eine andere Richtung, die nicht viel mit der Spannung vom Anfang des Romans gemein hatte. Versteht mich  nicht falsch, es war gut zu lesen, aber eben nicht mehr das, was ich vom Anfang erwartet hatte.

Empfehlung zu „Die rote Löwin“?

„Die rote Löwin“ ist nicht durch und durch schlecht. Es hat seine Stärken und Schwächen, ist also ein solides Buch für angenehme Lesestunden. Ich würde das Buch unter dem Aspekt empfehlen, dass ihr einfach mal selbst reinlest, um euch eine Meinung zu bilden. Ich danke Bella von Stehlblüten und Bastei Lübbe herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


[Rezension] „Römische Ermittlungen“

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Titel „Römische Ermittlungen“
Reihe Commissario Caselli-Reihe
Band 1. Band
Autor Bianca Palma
Übersetzer
Illustrator
Verlag BeTHRILLED (Bastei Lübbe)
Erschienen als E-Book
Genre Krimi
Preis 6,99€ [RE]
Seitenzahl 303 Seiten
Bewertung ....

„Römische Ermittlungen“ in drei Worten?

Verwirrend, vielschichtig, detailliert.

Cover & Gestaltung von „Römische Ermittlungen“?

Das Cover ist recht dunkel gehalten und passt perfekt zu den beiden weiteren Teilen der Reihe. Sehen kann man, wie ich vermute, die spanische Treppe mit dem davor gelegenen Piazza di Spagna samt Fontana della Barcaccia. Ein sehr schönes Cover, ein richtiger Hingucker.

Worum geht es in „Römische Ermittlungen“?

In der Kurzbeschreibung wird dem Leser ein spannender Krimi versprochen, der im vorweihnachtlichen Rom und der Opernszene spielt. Tatsächlich treffen die letzten beiden Punkte vollauf zu, wobei der Krimi sich mitsamt seiner Spannung erst in der zweiten Hälfte des Buchs entwickelt. Der erste Teil des Buchs dient der Entfaltung aller Handlungsebenen, die später wichtig werden.

Der Schreibstil von Bianca Palma?

Der Schreibstil von Bianca Palma ist flüssig. Stellenweise kommen Parataxen vor, die dem Krimi seinen ganz besonderen Stil geben, den ich so noch nie gelesen habe. Ich empfand diese Parataxen sehr passend, wobei sie nicht mein Mittel der Wahl sind. Dennoch kommt man sehr gut durch den Krimi.

Das Figurenpersonal in „Römische Ermittlungen“?

Das Figurenpersonal ist groß, aber übersichtlich. Es kommen im Verlauf des Krimis immer neue Figuren hinzu, die wichtig für die weitere Handlung sind. Die Figuren sind doppeldeutig kreiert, keine Figur ist so wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Alle Figuren bergen Geheimnisse oder versteckte negative Eigenschaften, die man so nicht erwartet hätte. Wirklich identifizieren konnte ich mich leider mit kaum einer Figur. Wenn ich eine Figur wählen sollte, dann den Kommissar Caselli. Er wirkte mit seinem Charakter auf mich am sympathischsten, ist gut beschrieben und sehr gut zu imaginieren.

Positives an „Römische Ermittlungen“?

Die zweite Hälfte des Krimis hat mir sehr viel besser gefallen, als die erste. Hier kommt endlich die Krimistimmung auf, die ich erwartet hatte. Der Krimi ist dabei aber auf subtile Weise anders, als andere Krimis, da er sich  vor allem auf der Beziehungsebene zwischen den einzelnen Figuren abspielt. Im Vordergrund steht die junge Musikerin Geraldine Dvorsky, um deren Geschicke herum sich der Krimi entspinnt. Ich habe geraten im Laufe des Krimis oftmals den Täter getippt und falsch gelegen, erst gegen Ende lag ich mit meinen Vermutungen zum Teil richtig. Der Krimi ist wunderbar undurchsichtig, verstrickt und vielschichtig, wie ich es mag. Miträtseln wird ermöglicht. Auch erfährt der Leser enorm viel über die Opernszene, Rom und diverse philosophische Themen, was sehr schön aber auch sehr überfordernd sein kann. Mir persönlich haben diese Informationen sehr gefallen. Hier muss ich jedoch darauf hinweisen, dass der Krimi vor allem etwas für Opern- und Musikliebhaber ist, die mit den reichhaltigen Details noch mehr anfangen können als ich.

Kritik an „Römische Ermittlungen“?

Ich muss leider sagen, dass mir die Entfaltung des Krimis in der ersten Hälfte leider zu lang war. Die typische Krimistimmung kommt erst nach gut 50% auf, was ich sehr schade finde. Der Krimi liest sich bis dato sehr angenehm und schnell, lediglich um einen Krimi handelt es sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auch enorm schade fand ich die Fixierung auf Geraldine Dvorsky als handelnde Figur. Der Kommissar steht ein wenig außerhalb der Handlung, obwohl er in drei Mordfällen ermittelt. Erst in der zweiten Hälfte des Krimis ändert sich dies. Die erste Hälfte dreht sich vollkommen um Geraldine Dvorsky und ihre Liebesbeziehungen, die zwar wichtig sind, aber durchaus hätten kürzer gefasst werden können.

Empfehlung zu „Römische Ermittlungen“?

„Römische Ermittlungen“ ist ein Krimi der besonderen Art. Ich kann diesen Krimi jenen Lesern empfehlen, die an Krimis interessiert sind, die sich langsam entfalten und sehr detailliert sind. Die Autorin hat einen vielschichtigen Krimi entwickelt, der ein Miträtseln seitens der Leser ermöglicht. Ich möchte jedoch anmerken, dass dieser Krimi nichts für Leser ist, die sich nicht für die Oper interessieren, da beides hier sehr eng verknüpft ist. Ich danke dem BeTHRILLED (Bastei Lübbe)-Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung eines Leseexemplars von „Römische Ermittlungen“.

Andere Meinungen zu „Römische Ermittlungen“:


[Rezension] „Gone Cat“

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Titel „Gone Cat“
Reihe
Band Einzelband
Autor Sam Gasson
Übersetzer Ann-Kathrin Schwarz
Illustrator
Verlag LYX Egmont
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Krimi
Preis 14,99€
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung ....

„Gone Cat“ in drei Worten?

Abwechslungsreich, überraschend, spannend.

Das Cover?

Ist das Cover von „Gone Cat“ nicht ein absoluter Blickfang? Und der rote Buchschnitt erst, absolut bezaubernd. Ich muss zugeben, ich mag die Gestaltung des Covers von „Gone Cat“. Zwar ist es sehr schlicht, wenn man genauer hinsieht findet man jedoch verspielte Details. Am genialsten finde ich die Schnurrhaare von Mildred, der verschollenen Katze des Romantitels.

Die Handlung/Das Setting von „Gone Cat“?

Jim Glew ist Privatdetektiv im Ruhestand. Sein Sohn Bruno tritt in seine Fußstapfen als seine Katze Mildred verschwindet als eine Nachbarin brutal ermordet wird. Der Clou an der Sache ist: Brunos Katze trägt ein Kamerahalsband und war am Tatort.

Mir hat die Grundidee der Geschichte unglaublich gut gefallen, weshalb ich mich direkt für die Leserunde auf Lovelybooks bewerben musste. Der Leser erfährt eine spannende Detektivgeschichte in einem ruhigen Vorort mitten in England. Gemeinsam mit Bruno, seinem Vater und der Polizei geht der Leser auf Tätersuche und geht damit so mancher falschen Fährte auf den Leim. Zumindest ging es mir jedes Mal so.

Der Schreibstil von Sam Gasson?

Der Schreibstil ist erfrischend und leicht. Er ist recht sachlich und zurückgenommen, wirkt stellenweise angemessen kindlich – da einige Passagen aus der Sicht des 11jährigen Bruno erzählt werden. Allerdings lag genau da für mich stellenweise ein Problem: Bruno schwankt zwischen extremer Sachlichkeit und normaler Kindlichkeit. Der Schreibstil in seiner Wortwahl passte für mich nicht mit der Denk- und Sichtweise eines Kindes zusammen. Ansonsten konnte mich der Schreibstil jedoch mitreißen und zum Weiterlesen animieren.

Die Figuren in „Gone Cat“?

Mit Bruno hatte ich leider so meine Probleme. Bruno ist die Hauptfigur des Romans, zumindest fühlte es sich für mich so an. Leider war Bruno für mich eine Art Kippfigur, vor allem im Gegensatz zu seinem Vater Jim. Bruno fehlte an einigen Stellen die Kindlichkeit. Welcher normale Junge steckt es einfach so weg, der Ermittler eines brutalen Mordes zu werden? Er erfährt und sieht Dinge, die andere Kinder traumatisieren würde – und bleibt dabei vollständig gelassen. Das hat für mich einfach nicht zu seinem Alter gepasst. Wäre er so um die 17 Jahre alt gewesen, hätte ich das leicht akzeptieren können. Umso deutlicher wird dieser Bruch, wenn Bruno sich Dinge, die er nicht kennt, typisch kindlich erklärt. Sein Vater Jim hatte dafür Züge von Kindlichkeit, die seinem Sohn fehlten. Daher kamen mir die beiden wie Kippfiguren vor: Während der Vater in den sicheren Schoß der Familie zurückkehrt und seinen Beruf des Privatdetektivs aufgibt, setzt sich sein Sohn an dessen Stelle. Leider konnte die Mutter auch nicht so wirklich bei mir punkten, beschwert sie sich doch über die Aktivitäten ihres Sohnes ohne etwas auszurichten. Dennoch konnten die Figuren mich von sich überzeugen.

Positives über „Gone Cat“?

Ich fand es klasse, dass ich jeder falschen Fährte auf den Leim gegangen bin. Es gibt einige Wendepunkte innerhalb der Geschichte, die ich jedes Mal vollkommen falsch gedeutet habe. Zwar haben mich einige Aktionen der Figuren verstört zurückgelassen – anderen Teilnehmern der Leserunde mag es eventuell bei dem Videomaterial der Mordnacht ähnlich gegangen sein – allerdings konnten mich der Plot und die Wendungen von sich überzeugen. „Gone Cat“ ist ein Krimi, daher gibt es keine Nerven zerfetzende Spannung, dafür mehrere kleinere Spannungsbögen, die dazu führen, dass man das Buch weiterlesen muss, um den Mörder zu entlarven.

Kritik an „Gone Cat“?

Für mich haben einige Dinge im Schreibstil und der Verhaltensweise der Figuren nicht zusammengepasst. Leider hat mich das stellenweise aus dem Lesefluss gerissen, da ich ziemlich irritiert von einigen Unstimmigkeiten war. Ansonsten bekommen Krimiliebhaber mit „Gone Cat“ einen gut recherchierten und cleveren Krimi.

Empfehlung zu „Gone Cat“?

Trotz persönlicher Irritationen konnte mich „Gone Cat“ von sich überzeugen. Mir haben vor allem Bruno und sein Vater gefallen, die mit viel Scharfsinn und Witz dem Mörder auf die Schliche kommen. Vor allem Bruno begleitet den Leser auf so manche falsche Fährte, sodass ich mir nicht allzu unwissend vorkam. Durch spannende Wendungen und einige kleinere Überraschungen schafft es „Gone Cat“, den Leser auf eine abenteuerliche Mordaufklärung mitzunehmen.


Montagsfrage & Montagsstarter

12 Kommentare

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HAT DIR EIN BUCH SCHON MAL SOLCHE ANGST GEMACHT, DASS DU ES ABGEBROCHEN HAST?

Ich erinnere mich an sehr viele Bücher, die mich sehr eingeschüchtert haben. Bei mir ist das, um ehrlich zu sein, auch keine große Kunst. Ich kann nicht einmal Horrorfilme schauen, ohne mir die Hände vor die Augen zu halten und alle anderen zu fragen: Ist es weg? Ich bin da ziemlich zimperlich. Bei Büchern ist es daher noch schlimmer, da nichts bildhafter und kreativer ist als die menschliche Fantasie. Ich habe einige Thriller im Regal stehen, Cupido zum Beispiel, die ich der Stimmung halber nachts im Bett gelesen habe, die mich so fesselten, dass ich nicht schlafen konnte. Leider wurden sie irgendwann so gruselig, dass ich mich nicht mehr aus dem Bett ins Bad getraut habe. Schlafen konnte ich dann aber auch nicht mehr. Ich musste wirklich ein anderes, in Griffweite liegendes, Buch lesen, um einschlafen zu können. Die Thriller habe ich dann nur noch tagsüber versucht zu lesen. Gänzlich abgebrochen habe ich sie allerdings nie. Vielleicht lag zwischen einigen Seiten die eine oder andere Woche…

Machen wir weiter mit Martins Montagsstarter:

  1. Dinge zu machen,die einem wirklichen Spaß bereiten, ist total leicht.
  2. Im Sommer am See schwimmen zu gehen, da freue ich mich drauf.
  3. Ob ich wohl die Essayabgabe bestanden habe?
  4. Ich glaube, dass der meteorologische Winter nicht mehr kommt.
  5. Meine ungelesenen Bücher muss ich dringend noch lesen, um neue kaufen zu können.
  6. Wenn nur die Entscheidung nicht so schwer fallen würde.
  7. Ich bin immer wieder überrascht davon, wie gut sich meine Blumen halten.
  8. Diese Woche steht ganz viel lesen ganz oben auf dem Plan, außerdem natürlich ein wenig für die Uni arbeiten und dann noch Entspannung und Rezensionen schreiben.