[Rezension] Die Liebe trägt Weiß

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Titel Die Liebe trägt Weiß
Reihe
Band Einzelband
Autor Lauren Weisberger
Übersetzer Heike Reissig
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€
Seitenzahl 416 Seiten
Bewertung
Die Liebe trägt Weiß
Die Liebe trägt Weiß

Spätestens nach ihrem Bestseller Der Teufel trägt Prada ist Lauren Weisberger ein Garant für gute Unterhaltung in Buchform. Besagten Titel liebe ich als Verfilmung mit Merryl Streep und Anne Hathaway, weshalb Die Liebe trägt Weiß unbedingt bei mir einziehen musste.

Lauren Weisbergers Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen, flüssig und spritzig. Ich liebe ihren bissigen Sarkasmus, mit dem sie einige ihrer Figuren immer ausstattet, sehr. Die Kombination aus Schreibstil, Plot und Figuren hat mir gut gefallen, auch wenn die Handlung stellenweise recht vorhersehbar war. Dennoch konnte das Buch auf ganzer Linie überzeugen und mich begeistern, denn während des Lesens habe ich sehr oft laut lachen können.

 Charlie ist eine Protagonistin der etwas anderen Art – sie hat einen Plan!

Was mir positiv aufgefallen ist, ist Charlie. Sie ist eine aufstrebende Tennisspielerin, die kurz vor dem Höhepunkt ihrer Karriere ihren Tiefpunkt erreicht. Doch statt aufzugeben, kämpft sie für ihren Traum und behält ihn fest im Auge, wobei das nicht spurlos an ihr vorbeigeht. Denn ihr Weg ist hart und anstrengend und kommt nicht ohne charakterliche Veränderungen daher. Beides empfand ich als sehr realistisch dargestellt. Denn Charlie, die zu Beginn das süße Mädchen von neben an ist, wird zur erfolgsverwöhnten Kratzbürste und erfüllt so ziemlich jedes Klischee, das es über Prominente gibt.

Die Liebe trägt Weiß ist voller guter Einfälle

Zwar ist die Handlung des Romans recht vorhersehbar – niemand würde ein Buch über eine Spitzensportlerin schreiben, die nicht versucht, ihren Traum zu leben – dafür aber voll guter Ideen. Auch ist das Leben eines Sportlers sehr detailverliebt dargestellt und wirkt einfach real. Die Figuren haben es mir allerdings besonders angetan, denn Charlies Entwicklung ist sehr faszinierend und hat mir mitunter am besten gefallen. Dem Titel entsprechend darf ein heißes Loveinterest natürlich nicht fehlen, wobei man bei Die Liebe trägt Weiß die Auswahl hat. Wer das Buch schon kennt, weiß, worauf ich hinaus will. Keine Sorge: Es ist kein Liebesdreieck!

Alles in allem kann ich euch Die Liebe trägt Weiß als netten Buch-Snack für zwischendurch wärmstens empfehlen. Lauren Weisbergers Stil sticht auch hier deutlich hervor, sodass Freunde des gepflegten Sarkasmus voll auf ihre Kosten kommen werden. Ich danke dem Goldmann Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


[Rezension] Mythos Academy Colorado – Bitterfrost

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Titel Mythos Academy Colorado – Bitterfrost
Reihe Mythos Academy Colorado
Band 1. Band
Autor Jennifer Estep
Übersetzer Michaela Link
Illustrator
Verlag ivi Piper Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jugendbuch
Preis 16,99€
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung
Bitterfrost
Bitterfrost

Als eingefleischter Fan der Mythos Academy, musste ich Jennifer Ersteps neuestes Werk Mythos Academy Colorado – Bitterfrost unbedingt haben. Als ich es dann endlich in meinen Händen hielt war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich den neuesten Streich aus Jennifer Esteps Feder verschlingen würde.

Meine Erwartungen an Mythos Academy Colorado – Bitterfrost waren gewohnt hoch – immerhin hatte mich Jennifer Estep bisher noch nie mit einem Buch enttäuscht.  Und ich muss sagen, dass ich in den ersten Tagen nach der Lektüre wirklich begeistert und glückselig war. Und dann begann ich, andere Rezensionen zum Buch zu lesen, die mich zum Nachdenken brachten. Versteht mich nicht falsch, weder das Buch noch die Rezensionen sind schlecht, aber sie brachten mich eben zum Nachdenken.

Die erste Begeisterung verflog nach den ersten Rezensionen von Mythos Academy Colorado – Bitterfrost

Ich hatte wirklich großen Spaß beim Lesen des neuen Auftaktbands und freue mich auch nach wie vor über die folgenden Bücher, allerdings bin ich nicht mehr so übertrieben euphorisch, wie direkt nach dem Lesen. Es liegt nicht daran, dass mich Jennifer Esteps Schreibstil nicht packen konnte oder die Welt mir fremd vorkam. Denn sowohl ihr Schreibstil als auch das Setting konnten mich wieder in ihren Bann ziehen. Vielmehr störte mich die starke Parallelität, die mir unterschwellig schon während des Lesens aufgefallen war und die massive Heldenverehrung von Gwen, die mir bereits während des Lesens gegen den Strich ging.

Da ich über die Parallelen zwischen den beiden Reihen hinwegsehen kann – immerhin musste ich erst bewusst darauf hingewiesen werden – kann ich die permanent überhöhte Anwesenheit Gwens nicht so einfach ignorieren. Gwen, die mir als Figur sehr gut gefallen hat, verliert in meinen Augen dadurch an Glaubwürdigkeit und lässt die aktuelle Heldin zu gewollt in einem schlechten Licht dastehen, gegen das sie ankämpfen muss – natürlich zusätzlich zu ihren eigentlichen Problemen.

Alles in allem hatte ich beim Lesen von Mythos Academy Colorado – Bitterfrost großen Spaß und freue mich sehr auf einen zweiten Teil, wenngleich ich nun etwas mehr auf Parallelen und Unterschiede zwischen den Reihen achten werde. Guten Gewissens kann ich den Auftaktband allen Freunden von Jennifer Esteps Büchern und solchen, die es werden wollen, empfehlen.

 

Weitere Lesemeinungen zu Bitterfrost:

Kleinbrina mochte das Buch wegen seiner mythologischen Einschübe und Figuren. Weiterlesen!


[Rezension] Evermore – Der blaue Mond

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Titel Evermore – Der blaue Mond
Reihe Evermore
Band 2. Band
Autor Alyson Noël
Übersetzer Ariane Böckler
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschinen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jugendbuch
Preis 8,99€
Seitenzahl 369 Seiten
Bewertung
Evermore - Der blaue Mond
Evermore – Der blaue Mond

Nachdem ich Evermore – Die Unsterblichen in einem Rutsch beendet hatte, wollte ich wissen, wie es mit Ever, Damen und den anderen so weitergeht. Was lag da näher, als direkt zu Evermore – Der blaue Mond zu greifen?

Am Ende des ersten Band musste sich Ever Damens Vergangenheit stellen – im wahrsten Sinne des Wortes. Da mir aufgrund der Anzahl weiterer Teile klar war, dass das märchenhafte Ende aus Band eins nicht alles sein kann, war ich umso gespannter, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Zu meiner Freunde kann ich sagen, dass sich Alyson Noel einige hat einfallen lassen, um Spannung in die Reihe zu bringen, wenngleich nicht alle Wendungen für mich überraschend kamen.

Kernhandlung dieses Bands ist die Beziehung zwischen Damen und Ever, die auf eine harte Probe gestellt wird. Alles beginnt damit, dass ein neuer Schüler – Roman – auf die Schule wechselt. Kurz danach beginnt Damons merkwürdige Veränderung, auf die sich Ever keinen Reim machen kann. Dass sich kurz darauf die gesamte Schulgemeinschaft verändert, bringt das Fass zum Überlaufen.

Stück für Stück kommt Ever hinter das große Geheimnis und enttarnt dabei auch den künftigen Antagonisten als solchen. Die Intrigen und das doppelte Spiel innerhalb von Evermore – Der blaue Mond haben mir sehr zugesagt, da sie dezent eingebaut waren. Dem Leser ist recht schnell klar, wer hinter all den Veränderungen steckt, das Wie und Warum bleiben allerdings Fragen, die erst gegen Ende des Buchs aufgeklärt werden. Darin steckte für mich auch die Spannung des Plots. Vor allem das Ende des zweiten Buchs hat mich getriggert: Ein fieser Cliffhanger, der einen sofort nach dem nächsten Teil verlangen lässt.

Charakterlich hat mich Damon sehr überrascht. Ich war schon daran interessiert, seine andere Seite zu entdecken. Kein Mensch kann so lieb und großherzig sein, und aus dem Auftaktband wusste ich bereits um Damons andere Seite. Mit Roman tritt eine Figur in Erscheinung, die ich weder greifen noch beurteilen kann. Er hat viele Facetten und dürfte noch für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Alles in allem ist Evermore – Der blaue Mond eine solide Fortsetzung, die mich mit neuen Figuren, Wendungen und einem richtig gemeinen Cliffhanger begeistern konnte.


[Rezension] Ein Sams zu viel

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Titel Ein Sams zu viel
Reihe Sams
Band 8. Band
Autor Paul Maar
Übersetzer
Illustrator Paul Maar
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Kinderbuch
Preis 12,99€
Seitenzahl 144 Seiten
Bewertung
Ein Sams zu viel
Ein Sams zu viel

Paul Maars freches Sams habe ich erst durch die Uni kennen und lieben gelernt. Als dann der neuste Band der Reihe veröffentlicht wurde war mir klar, dass ich diesen Band unbedingt lesen muss. Ich muss aber leider sagen, dass Ein Sams zu viel nicht so wundervoll samsig frech war, wie ich es erwartet hatte.

Die Hintergrundidee hat mir gut gefallen und wurde zeitlich gekonnt in die Rahmenhandlung der gesamten Reihe eingebaut: Wie der Titel schon verrät, haben es Herr Taschenbier, das Sams und Frau Rotkohl mit einem weiteren Sams zu tun. Dass dieses überhaupt erst erscheinen kann, ist die Folge eines versteckten Wunschpunktes und eines unbedachten Wunschs von Herrn Taschenbier – was wir im Übrigen ja so schon von ihm kennen.

In Ein Sams zu viel ist doppelt samsiger Spaß leider nicht vorhanden

Wer jetzt auf doppelt samsigen Spaß gehofft hat, den muss ich leider ein wenig bremsen. Zwar hat das Taschenbier-Sams sein gewohnt freches Mundwerk nicht verloren, so richtig in Fahrt kommt es allerdings nicht. Denn sein Gegenüber ist kein ebenso freches wie schlagfertiges Sams, im Gegenteil, es ist lieb und brav und isst am liebsten Gemüse. Also der exakte Gegensatz zum Taschenbier-Sams. Was den Sams-Regeln zur Folge aber vollkommen korrekt ist, denn: Ein Sams hat immer einen gegenteiligen Charakter zu seinem Papa oder seiner Mama.

Daher sind die Probleme schon vorprogrammiert und unser Sams sieht sich mit einer Flut von Vergleichen konfrontiert. Der Beschluss steht also schnell fest, das neue Sams muss weg. Das Taschenbier-Sams tut sein Möglichstes, das Rotkohl-Sams in ein schlechtes  Licht zu rücken. Ob es das schafft, müsst ihr selbst nachlesen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Ein Sams zu viel ein netter Zeitvertreib war und durchaus auch lustige Momente hatte, aber nicht so wirklich zum Rest der Bücher passt. Die Tonalität und die Charaktereigenschaften der Figuren wurden in meinen Augen nicht hundertprozentig getroffen. Zwar war das Taschenbier-Sams frech und vorlaut, aber nicht ansatzweise so witzig und unkonventionell wie in den alten Bänden. Für Freunde vom Sams kann ich Ein Sams zu viel aber durchaus empfehlen.


[Rezension] Der Palast der Borgia

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Titel Der Palast der Borgia
Reihe noch nicht bekannt
Band 1. Band
Autor Sarah Dunant
Übersetzer Peter Knecht
Illustrator
Verlag Suhrkamp Insel Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 14,99€
Seitenzahl 646 Seiten
Bewertung

Der Palast der Borgia

Wenn ich zu einem historischen Roman greife, dann will ich vollständig in die Handlung eintauchen, will fesselnde Figuren und einen spannenden Plot, der die geschichtlichen Begebenheiten gekonnt einbaut, die Vergangenheit authentisch darstellt und Grauzonen der Geschichte gekonnt mit fiktionalen Überlegungen ausfüllt. Und genau das habe ich in Der Palast der Borgia bekommen.

Schon aus dem Elternhaus habe ich ein reges Interesse an der Geschichte der Menschheit mitbekommen, das sich im Laufe der Jahre im Besonderen auf die Römer, Germanen und das Mittelalter spezialisiert hat. Ich kann gar nicht genug von historischen Figuren aus dem Mittelalter kriegen, die gekonnt in historische Romane eingebaut werden. Meist ist es jedoch so, dass die historisch verbürgten Figuren nur Beiwerk in historischen Romanen sind, die dem Werk eine gewisse Authentizität geben. In Der Palast der Borgia hingegen verhält es sich gänzlich anders. Nicht nur sind alle Hauptfiguren historisch begründet, sie entstammen auch einer der berühmtesten Familien dem italienischen Mittelalters, den Borgia.

In Der Palast der Borgia  werden die großen Dynastien Italiens treffend geschildert

Da mich gerade die großen Dynastien Italiens besonders begeistern war schnell klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Bekommen habe ich ein Buch voller Intrigen, Machtkämpfe, sehr gut recherchierter Figuren und einen authentischen Plot. Die grobe Geschichte der Familie Borgia war mir schon zuvor bekannt, sodass ich positiv überrascht war, wie gut die Autorin Sarah Dunant historische Begebenheiten mit Grauzonen der Geschichte und Gerüchten verbunden hat. Besonders spannend war es für mich, neuste Erkenntnisse der Geschichtsforschung zu lesen, auf die Sarah Dunant ihre Recherchen für den Roman stützt.

Ebenfalls sehr erfreulich war für mich das Ende des Romans, das einen weiteren Band verspricht. Ich bin nämlich noch lange nicht bereit, diese faszinierende Familie ziehen zu lassen. Zu viele Fragen blieben im ersten Band noch unbeantwortet. Zu sehr haben mich die Figuren in ihren Bann gezogen. Ich warte gespannt auf den Tag, an dem die Geschichte weitergeht. Zwar weiß ich schon, wie das Schicksal der Figuren historisch gesehen endet, allerdings ist zu verlockend herauszufinden, wie Sarah Dunant die Lücken der Geschichte schließt und mit Leben erfüllt.

Alles in allem kann ich Der Palast der Borgia nicht nur eingefleischten Fans von historischen Romanen empfehlen, sondern auch passionierten Hobby-Historikern, die Gefallen an der Familiengeschichte der Borgia finden.


[Rezension] Die Zitronenschwestern

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Titel Die Zitronenschwestern
Reihe
Band Einzelband
Autor Valentina Cebeni
Übersetzer Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Die Zitronenschwestern
Die Zitronenschwestern

Bücher, die wie Die Zitronenschwestern, in Italien spielen treffen ja alleine schon wegen des Handlungsortes meinen Geschmack. Wenn dann aber noch Geheimnisse und in der Vergangenheit liegende Ereignisse hinzukommen, bin ich selig.

Der Prolog des Romans entführt den Leser in das Italien im Jahr 1940. Zwei junge Frauen und ihre enge Freundschaft stehen im Fokus der Betrachtung. Als Setting wird ein Kloster auf einer italienischen Insel vorgestellt, in dem die beiden jungen Frauen leben. Die eine Frau als Novizin, die andere als Bäckerin. Es folgt ein Zeitsprung von über 40 Jahren. Die Protagonistin von Die Zitronenschwestern, die Tochter der Bäckerin, steht vor den Scherben ihrer Existenz und macht sich auf eine Reise auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

Mein Leserherz war in Die Zitronenschwestern hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben

Elettra hat mir als Protagonistin nur bedingt gefallen. Ich verstehe die Verbitterung und die Wut, die sie ihrer Mutter tief in ihrem Inneren wegen all der Geheimnisse gegenüber hegt, aber nicht alles lässt sich so einfach darauf abwälzen. In meinen Augen hat es sich Elettra stellenweise zu einfach gemacht, indem sie ihre Mutter als Schuldige inszenierte. Selbst dann, wenn es Elettras eigenes Verhalten war, das alles ruinierte. An diesen Stellen hätte ich sie gerne geschüttelt. Mein Leserherz war an dieser Stelle aber hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben.

Die Handlung führt Elettra auf den Lebensweg ihrer Mutter zurück zu jenem besonderen Kloster. Die Bewohnerinnen der Gegenwart der Handlung haben mir alle gut gefallen. Auch sie hüten viele Geheimnisse, die für spannende Momente aber auch unnötiges Leid sorgen. Interessant ist die Auflösung all dieser Geschichten, die stückchenweise das große Ganze freilegen.

Besonders toll an Die Zitronenschwestern fand ich im Übrigen die Bedeutung von Gebäck und Essen. Elettra ist ebenso wie ihre Mutter Edda eine herausragende Bäckerin und ihre Rezepte sind zwischen den Kapiteln abgedruckt. Bei Gelegenheit muss ich man einige davon ausprobieren und nachbacken.

Alles in allem bin ich mit dem Roman zufrieden. An einigen Stellen hätte mir Elettra ein wenig gradliniger und weniger engstirnig sein können, dennoch konnte mich die Geschichte vierer Frauen sehr gut gefallen.


[Rezension] Die Fährmannstochter

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Titel Die Fährmannstochter
Reihe Myntha-Romane
Band 1. Band
Autor Andrea Schacht
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung
Die Fährmannstochter
Die Fährmannstochter

Mir Bücher zu schenken, die ich nicht schon selbst gelesen, von ihnen gehört oder sie ungelesen zu Hause rumliegen habe, ist ziemlich schwer. Mein Freund hat es mit Die Fährmannstocher aber geschafft, mir einen aktuellen historischen Roman zu schenken, der mich von sich begeistern konnte. Der Vorteil für ihn – und mich! – Die Fährmannstocher ist der Auftaktband einer Reihe!

Protagonistin der Geschichte ist die junge Fährmannstochter Myntha, die nach einer Rettung aus den Fluten des Rheins als Wiedergängerin gefürchtet wird. Als dann während Mynthas Anwesenheit das Kloster, in dem sie untergebracht war, brennt, stehen die Schuldigen für die Gemeinschaft schnell fest. Dass hinter dem Brand jedoch mehr steckt, als alle ahnen, entdeckt Myntha im Verlauf der Handlung.

Die Fährmannstochter bietet einen breit gefächerten Plot mit facettenreichen Figuren

Generell bietet Die Fährmannstochter einen sehr weit gefassten Plot, der nicht nur Myntha in die Erzählperspektive rückt, sondern auch weitere Figuren, die mir beim Lesen gut gefallen haben. Vor allem der Rabenmeister konnte mein Leserherz mit seiner mürrischen Art und Weise von sich überzeugen. Die Romantikerin in mir hofft ja insgeheim, dass der geheimnisvolle Rabenmeister und die eigenwillige Myntha sich im nächsten Teil ein wenig näher kommen.

Aus Sicht der historischen Authentizität bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Die Lebensumstände der Menschen sind sehr realistisch dargestellt und vor allem die abergläubischen Vorurteile der Bevölkerung und Kirchengemeinde sind sehr gut dargestellt. Auch sprachlich konnte mich Die Fährmannstochter von sich überzeugen, da die Ausdrucks- und Denkweise der Menschen sehr ansprechend gestaltet waren. Statt erzwungen altertümliche Begriffe zu verwenden hat die Autorin die perfekte Balance aus älteren Worten, angemessenem Satzbau und modernen Ausdrücken gefunden. Somit war das Lesen des Romans aus keiner Sicht befremdlich, sondern angenehm leicht und flüssig.

Myntha ist eine perfekte Mischung aus Moderne und Mittelalter

Myntha ist eine Protagonistin, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Sie ist ebenso wie die Sprache der Geschichte eine perfekte Mischung aus Moderne und Mittelalter. Modern deshalb, weil sie eigenwillig und selbstbewusst ist, mittelalterlich, weil sie sich trotz allem in ihre Rolle als Frau und Tochter fügt.

Alles in allem habe ich Die Fährmannstochter sehr genossen und freue mich schon darauf, das nächste Buch mit Myntha als Protagonistin in Händen zu halten.

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[Rezension] Das Orchideenhaus

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Titel Das Orchideenhaus
Reihe
Band Einzelband
Autor Lucinda Riley
Übersetzer Sonja Hauser
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 560 Seiten
Bewertung
Das Orchideenhaus
Das Orchideenhaus

Die Bücher von Lucinda Riley sind für mich aus vielerlei Gründen besonders unterhaltsam. Zum einen gefallen mir ihre Plots, Figuren und zeitlichen Settings immer sehr gut. Grund genug, Das Orchideenhaus endlich zu lesen, das eine ganze Weile auf meinem TBR schmachten musste.

An Lucinda Rileys Romanen fasziniert mich am meisten, dass mich nicht nur die historischen Handlungsstränge fesseln können, sondern auch die der Gegenwart. In Das Orchideenhaus führt ein schwerer Schicksalsschlag die Protagonistin Julia zurück an die Orte ihrer Kindheit, die erschütternde Geheimnisse bergen. Geheimnisse, die im historischen Handlungsstrang verborgen liegen und eine bewegende Geschichte eröffnen.

Julia hat mir als Protagonistin der Gegenwart in Das Orchideenhaus sehr gut gefallen

Julia hat mir als Protagonistin der Gegenwart sehr gut gefallen. Ihre Geschichte ist sehr verzwickt und erfährt am Ende eine überraschende Wandlung, die ich nicht habe kommen sehen. Nachdem sie bei einem Unfall ihre Familie verlor, muss sie den Weg zurück in ihr Leben finden. Dabei unterstützt sie Kit, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Er ist ein warmherziger und hilfsbereiter Charakter, der mir beim Lesen viel Freude bereitet hat.

Die Figuren der Vergangenheit der Jahre des Zweiten Weltkriegs sind vielfältig. Am bedeutsamsten sind jedoch Harry, Olivia, Bill und dessen Frau Elsie. Wobei die Handlung nur aus der Perspektive von Harry und Olivia berichtet wird. Olivia ist zu Beginn der Geschichte ein zauberhaftes Mädchen, das ich unheimlich gerne hatte. Ihre Geschichte und Schicksalsschläge haben mich bewegt. Es war stellenweise nicht angenehm ihre Geschichte zu begleiten, da sie gleich an mehreren Stellen von ihr wichtigen Personen hintergangen wird. Harry hingegen war mir anfangs recht sympathisch, wirkte ein wenig zurückhaltend aber sehr fürsorglich. Den Verlauf seiner Geschichte habe ich als ambivalent empfunden, da er einige Entscheidungen trifft, die ich nicht gut heiße, wenngleich ich ihn in gewisser Weise verstehen kann.

In Das Orchideenhaus wurden Vergangenheit und Gegenwart sehr gut zusammengefügt

Die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart wurde sehr überzeugend umgesetzt. Das Orchideenhaus konnte alle offenen Fragen bei mir klären, mich mit einer in sich schlüssigen und konsistenten Lösung überzeugen und zufriedenstellen. Nichts ist unbefriedigender als ein Ende, das im Angesicht des Plots keinen Sinn ergibt. Lucinda Riley konnte aber alle Fäden bündeln und miteinander verweben. Es blieben keine Fragen offen.

Mein Romantikerinnenherz ist ebenfalls voll auf seine Kosten gekommen. Ob allerdings in der Vergangenheit oder Gegenwart, das müsst ihr selbst herausfinden. Mit Das Orchideenhaus habe ich einen facettenreichen und schillernden historischen Roman gelesen, der lebendige Figuren, tolle Handlungsstränge und spannende Plottwists besitzt. Für Freunde von historischen Romanen oder speziell den Romanen von Lucinda Riley eine volle Leseempfehlung!


[Rezension] Black Blade – Das eisige Feuer der Magie

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Titel Black Blade – Das eisige Feuer der Magie
Reihe Black Blade #1
Band 1. Band
Autor Jennifer Estep
Übersetzer Vanessa Lamatsch
Illustrator
Verlag Ivi Verlag
Eschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jugendbuch
Preis 14,99€
Seitenzahl 368 Seiten
Bewertung
Black Blade – Das eisige Feuer der Magie
Black Blade – Das eisige Feuer der Magie

Als ich in der Buchhandlung dann Black Blade – Das eisige Feuer der Magie entdeckt habe, musste ich es einfach besitzen. Und meiner Neugier sei Dank, musste der erste Band der der Reihe nicht lange auf dem TBR vor sich hin schmollen. Wer diesem Blog schon länger folgt, kennt vermutlich meine Lobeshymnen an Jennifer Esteps Mythos Academy-Reihe. Ich habe ihre Reihe um Gwen Frost förmlich verschlungen und fiebere seitdem jedem neuen Roman entgegen. Spinnenkuss steht ebenfalls gelesen in meinem Regal, der Folgeband wartet bereits in meinem TBR auf mich.

Wenn ich ein Jugendbuch von Jennifer Estep aufschlage, dann erwarte ich eine sympathische, sarkastisch veranlagte und schlagfertige Protagonistin, die oftmals ein Außenseiter ist und besondere Fähigkeiten hat. Klingt auf den ersten Blick ein wenig stereotypisch, nicht wahr? Aber auch nur in der Theorie. In der Praxis hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, eine stereotypische Protagonistin vor mir zu haben, die nur eine große Klappe hat. Lila ist eine tolle Protagonistin, die zwar hart tut, aber auch ihre verletzliche Seite hat.

Lila ist eine tolle Protagonistin, die Black Blade – Das eisige Feuer der Magie bereichert

Lilas Familiengeschichte ist nicht sehr schön. In jungen Jahren hat sie ihre Mutter verloren und schlägt sich alleine durch. Wendepunkt ihrer Geschichte ist ein Angriff auf einen jungen Mann, durch den sich ihr gesamtes Leben umkrempelt. Aber nicht, weil sie sich Hals über Kopf in ihn verliebt, sondern weil sie seine Leibwächterin wird. Damit beginnt eine humorvolle Geschichte mit lustigen Wortwechseln, ernsten Untertönen und einer versteckten Melancholie, die mich so in ihren Bann zog, dass ich den Roman binnen drei Tagen durchgelesen hatte.

Lilas Zuhause könnte faszinierender nicht sein, da es dort vor Magie nur so wimmelt. Jennifer Estep hat es mit ihrer Weltkonstruktion und ihrer Idee von Magie geschafft, mich zu begeistern. Ihre Idee ist erfrischend anders und spannend zu entdecken, weshalb ich viel Spaß mit Lila und den anderen Figuren hatte.

Black Blade hat einige überraschende Figuren auf Lager

Das Figurenpersonal ist überschaubar und sehr realistisch konstruiert. Lila hatte mich von der ersten Minute überzeugt. Sie weiß wer sie ist und was sie vom Leben will, ist aber auch realistisch und bodenständig genug, um ihre Lage genau zu kennen. Ihre bissig-sarkastische Art hat mir sehr gut gefallen. Devon hatte mich auch von der ersten Sekunde an überzeugt. In ihm steckt mehr als man zunächst meint. Bei Felix war ich ein wenig ambivalent. Schreibt’s mir gerne in die Kommentare, wenn ihr Black Blade schon gelesen habt und es euch ähnlich ging.

Die Antagonisten der Geschichte haben mir ebenfalls richtig gut gefallen. Sie sind als gefühlskalte Killer sehr gut getroffen, was zur gesamten Mafia-Stimmung passt, die durch den Weltenaufbau initiiert wird.

Insgesamt ist Black Blade – Das eisige Feuer der Magie ein in sich stimmiges Gesamtpaket, das ein tolles Setting, eine super Atmosphäre, interessante Figuren und ein ausgeklügeltes Magiesystem mit sich bringt. Ich bin auf den zweiten Band der Reihe schon mehr als gespannt.


[Rezension] Als der Himmel uns gehörte

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Titel Als der Himmel uns gehörte
Reihe
Band Einzelband
Autor Charlotte Roth
Übersetzer
Illustrator
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Verlag Doemer Knaur Verlag
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 608 Seiten
Bewertung
Als der Himmel uns gehörte
Als der Himmel uns gehörte

Ich bin ja eine absolut begeisterte Leserin von historischen Romanen wie Als der Himmel uns gehörte. Besonders das 20. und 21. frühe Jahrhundert haben es mir angetan. Von Charlotte Roth habe ich bisher nur Als wir unsterblich waren gelesen und war absolut begeistert.  Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis ich ein weiteres Werk aus der Feder der Autorin lesen würde.

Okay, ich gebe es zu, die Frage der Zeit hat doch ein wenig länger gedauert als ich es eigentlich wollte. Am 21. Juni 2014 habe ich meine Rezension zu Als wir unsterblich waren veröffentlicht und wartete gespannt auf einen weiteren Band. Jetzt bin ich, auch im Zuge meines TBR-Abbaus, endlich dazu gekommen, Als der Himmel uns gehörte zu lesen. Bereits am Titel lässt sich eine Nähe zwischen den Büchern erkennen, die auch in der Struktur der Bücher zu erkennen ist. Trotz aller Parallelen handelt es sich um zwei eigenständige und sehr unterschiedliche Geschichten.

Inspire a Generation ist der Leitgedanke von Als der Himmel uns gehörte

Die Geschichte von Charlotte Roths Roman teilt sich in zwei Handlungsstränge auf: Der Rahmenhandlung im London aus 2012 und der Binnenhandlung in Berlin während des Dritten Reichs. Wer jetzt schon erschrocken ausrufen will, dass er nicht noch einen Kriegsroman lesen möchte, kann beruhigt sein. In beiden Handlungssträngen geht es hauptsächlich um Sport. Zwar spielt der Zweite Weltkrieg zeitlich in die Geschichte mit ein, ist aber nicht von zentraler Bedeutung. Der Fokus der Handlungen in beiden Zeitachsen liegt auf den Olympischen Spielen.

Die moderne Zeitachse erlebt der Leser mit Jennifer, einer jungen Langstreckenläuferin, die gegen ihre eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Leider wurde ich mit Jenny nicht so richtig warm und kam mit ihrer pessimistischen Art nicht so gut klar. Umso glücklicher war ich bei jedem Perspektivwechsel. Es überwiegt ohnehin Albertas Perspektive, die aus meinem Blickwinkel die interessantere Geschichte war.

Die historische Handlung um Alberta war die faszinierendere.

Albertas Geschichte ist sehr speziell. Sie ist eine junge Sportlerin, die sich in einer Zeit größten Wandels – politisch, gesellschaftlich und moralisch – zu Recht finden muss und zeitgleich ihre Träume verfolgen will. Man begleitet sie als Leser auf ihrem Lebensweg, trifft so manch schlechte und gute Entscheidung mit ihr und bangt permanent mit ihr. Vor allem in Liebesangelegenheiten hätte ich Alberta gerne an die Hand genommen, da die Liebesgeschicke der jungen Frau recht kompliziert sind. Ich sage nur: Beziehungskiste lässt grüßen!

Die restlichen Figuren in Albertas Umfeld waren interessant und gut konstruiert. Es gibt eine Menge Figuren, die unerwartete Wendungen mit sich bringen und die Geschichte nachhaltig beeinflussen. Vor allem eine Figur hat mich dabei mehr als nur überrascht.

In Jennifers Umfeld hatte ich nur Interesse an zwei Figuren, Alberta und einem geheimnisvollen Fremden, der für die Geschichte der Rahmenhandlung eine besondere Rolle spielt. Vor allem im Vergleich mit eben jenen Figuren wirkte Jennifer sehr weinerlich und kindlich.

Alles in allem ist Als der Himmel uns gehörte eine Leseempfehlung

Die Zusammenführung beider Stränge war schlüssig und zufriedenstellend, wenngleich mein kleines romantisches Herz ein wenig traurig war. Ich habe eine ehrliche und spannende Binnenerzählung erhalten, die in ihrer Gewichtung die Gegenwart deutlich überwog. Mit Alberta erhält man eine patente und zielstrebige Protagonistin, mit der ich gut zu Recht kam. Alles in allem bin ich mit Als der Himmel uns gehörte sehr zufrieden und kann es Liebhabern von historischen Romanen des 20 und 21. Jahrhundert nur empfehlen.