[Rezension] Das Erbe der Tuchvilla

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Titel Das Erbe der Tuchvilla
Reihe Tuchvilla-Saga
Band 3. Band
Autor Anne Jacobs
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 670 Seiten
Bewertung .....

Das Erbe der Tuchvilla in drei Worten?

Begeisternd, emotional, zufriedenstellend.

Cover & Gestaltung von Das Erbe der Tuchvilla?

Die Cover der Tuchvilla-Saga sind alle wunderschön und passen super zusammen. Auf jedem Cover kann man eine Frau sehen, die auf ein herrschaftliches Gebäude zugeht, das gut die Tuchvilla sein kann. Bei der jungen Frau vermute ich, dass sie Marie darstellen soll, die eine zentrale Rolle innerhalb der Saga innehat. Die Farben sind warm und kraftvoll, ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Vor allem in Kombination sehen die Cover wundervoll aus.

Worum geht es in Das Erbe der Tuchvilla?

Die Tuchvilla-Saga behandelt die Geschichte der Tuchfabrikantenfamilie Melzer, die in Augsburg lebt. Im Laufe der Reihe ereilt die Familie einige Schicksalsschläge, die auf drei Bände verteilt erzählt werden. Band 3 spielt in 1924, wodurch die Wirren nach dem Krieg, die Weimarer Republik und einiges an Augsburger Zeitgeschichte von besonderer Bedeutung sind. Was genau bei Familie Melzer im Abschlussband der Trilogie geschieht, werde ich euch aus Spoilergefahr natürlich nicht verraten.

Der Schreibstil von Anne Jacobs?

Man fühlt sich als Teil der Geschichte. Anne Jacobs schafft es, ihre Geschichten so zu schreiben, dass man das Gefühl hat, mitten in ihr zu stecken. Man taucht ein und kehrt erst am Ende der Handlung in die Realität zurück. Das schafft sie vor allem durch ihren Schreibstil. Sie mischt Augsburger Mundart mit Hochsprache, hält die Balance zwischen Anachronismen und Neologismen, damit der Leser sich heimisch fühlt, ohne über Worte zu stolpern. Die Monologe sind spritzig, die Beschreibungen plastisch. An keiner Stelle will man Überblättern, alles ist angenehm und flüssig zu lesen.

Das Figurenpersonal in Das Erbe der Tuchvilla?

Marie ist mir mitunter die liebste Figur aus der Tuchvilla-Saga. Sie ist von Anfang an eine wichtige Protagonistin, sie ist Dreh- und Angelpunkt der Tuchvilla. Ihre Entwicklung innerhalb des letzten Buchs sowie der gesamten Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Sie ist erwachsener geworden, ist aber weiterhin standfest und treu in ihren Überzeugungen. Und diese werden im Abschlussband weiß Gott auf eine harte Probe gestellt.
Kitty mag ich auch sehr gerne. Sie ist quirlig und fröhlich, bringt frischen Wind in jede Gesellschaft und berührte mein Herz an einigen Stellen. Besonders das Ende hat mich für sie sehr gefreut. Da schlägt das Leserherz höher. Sie ist sich selbst sehr treu geblieben.
Mit Paul hatte ich in diesem Buch durchaus meine Probleme. Am liebsten hätte ich ihn und Marie gepackt und geschüttelt! Das konnte man sich ja stellenweise nicht mitansehen. Zum Glück konnte er seine Stellung in meinem Leseherzen bewahren, weil er eine positive Entwicklung durchmacht.
Lisa taucht auch mal wieder stärker auf. Was sich bei ihr so alles entwickelt fand ich wirklich toll. Sie hat es so verdient! Ich freue mich einfach für sie. Von der unsympathischen Figur aus Band 1 ist nichts zurückgeblieben.
Die restlichen Figuren – das tolle Personal, die zuckersüßen Kinder und weitere Nebenfiguren – waren alle gekonnt konstruiert, wirkten lebensecht, realistisch und greifbar. Die Antagonistin des Buchs wollte ich einfach fressen, so wenig sympathisch war sie mir – was aber für den Entwurf spricht! Die Figuren konnten sich innerhalb ihrer Charaktere super entwickeln, alles wirkte lebensecht und greifbar. Toll!

Positives über Das Erbe der Tuchvilla?

Ich liebe diese Reihe! Ich bin so unfassbar froh und traurig zugleich. Traurig, da die Saga nun vorbei ist. Glücklich, weil ich eine wundervolle Geschichte zu lesen bekam, tolle Figuren begleiten durfte und um eine großartige Leseerfahrung reifer bin.
Was mir an der Trilogie besonders gut gefällt, ist die Balance zwischen Fiktionalem und Historischem. Anne Jacobs versteht sich darauf, historische Ereignisse in eine fiktive Handlung einzubauen, sie zu deren Rahmen zu machen und die Schicksale ihrer Figuren darum zu weben. Man spürt dabei keinen Übergang zwischen historischen Begebenheiten und fiktionalen Einschüben, alles passt sich ineinander. Ich könnte euch noch stundenlang von dem tollen Plot, den super Figuren, der exzellenten Schreibe und meiner Begeisterung vorschwärmen, aber das würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.

Empfehlung zu Das Erbe der Tuchvilla?

Ich kann diese Trilogie allen Lesern empfehlen, die historische Romane mit starken Frauenfiguren, tollem Setting, super Plot, exzellenter Schreibe und viel Genauigkeit lieben. Lest diese Reihe!


[Rezension] Muchachas – Tanz in den Tag

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Titel Muchachas – Tanz in den Tag
Reihe Muchachas
Band 1. Band
Autor Katherine Pancol
Übersetzer Nathalie Lemmens
Illustrator
Verlag Carls‘ Books
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Frauenroman, Schicksalsroman
Preis 14,99€ [RE]
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung .....

Muchachas – Tanz in den Tag in drei Worten?

Emotional, ehrlich, schmerzlich.

Cover & Gestaltung von Muchachas – Tanz in den Tag?

Ich muss ehrlich sagen, die Covergestaltung von Muchachas – Tanz in den Tag ist sehr farbenfroh und sprüht nur so vor Lebensfreude und Energie. Auf Blumenstängeln sitzen vier Frauen, die gut für die Frauen im Roman stehen könnten. Allerdings passen Tätigkeit der Frauen auf dem Cover und Charakter der Frauen im Roman nicht vollkommen zusammen. Das Buch an sich bietet auch auf haptischer Ebene einiges. Der Umschlag ist marmoriert, das Zentrum des Covers mit Titel und Autorennamen ist glatt. Es fühlt sich sehr angenehm an. Die Gestaltung im Inneren ist recht schlicht, sieht man von dem wunderschönen Schmutzpapier mal ab. Es gibt keine hervorgehobenen Kapitelanfänge durch Kapitale oder Ähnliches.

Worum geht es in Muchachas – Tanz in den Tag?

Katherina Pancol kann nicht nur mit einer starken und faszinierenden Protagonistin aufwarten, sondern gleich mit mehreren. Das Buch beginnt mit Hortense, einer jungen Frau, die Mode kreieren will, leitet dann über zu Stella, die auf einem Schrottplatz arbeitet und fährt dann mit Joséphine fort, die zwischen zwei Leben steht. Alle Frauen haben ihre Ängste und Sorgen, keine ist perfekt und doch sind sie alle unglaublich stark. Stella, deren Geschichte am genausten betrachtet wird, imponierte mir beim Lesen dabei am meisten. Sie ist die bisher für mich stärkste Figur, weil sie Schlimmes erleiden musste. Allerdings wurden die Geschichten von Joséphine und Hortense bisher nur angeschnitten, wer weiß also, was in Band 2 und 3 noch geschehen wird?
Kurz gesagt geht es in diesem Roman um verschiedene Frauen und ihre Lebensgeschichte, die alles andere als perfekt und rosig ist. Sie haben mit Problemen zu kämpfen, die sehr real sind und einigen Kraft schenken können.

Der Schreibstil von Katherine Pancol?

Ich habe mich direkt in Katherine Pancols Schreibstil verliebt. Es klingt, als würde mir jemand seine Lebensgeschichte erzählen. Vielleicht nicht unbedingt die Person selbst, da der Leser es größtenteils mit einem heterodiegetischen Erzähler zu tun hat, der nur in bestimmten Situationen aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Figur heraus erzählt. Dennoch weist der Schreibstil einen hohen Grad von Mündlichkeit auf, der die Geschichten noch lebendiger macht. Dabei wahrt die Erzählinstanz einen einigermaßen nüchternen Ton. Die emotionalen Einschübe stammen immer von der eingeschobenen Erzählperspektive aus Figurensicht. Die Wortwahl hat mir ebenfalls gut gefallen, da Katherine Pancol einen sehr angenehmen und leichten Schreibstil hat, trotz all der Schwere ihres Plots.

Das Figurenpersonal in Muchachas – Tanz in den Tag?

Ich könnte mir kaum bessere weibliche Hauptfiguren vorstellen, die das Selbstverständnis einer Leserin stärken. Die Geschichten, die die Frauen in Muchachas – Tanz in den Tag durchleben müssen, wünscht man wahrlich keinem Menschen. Stella beispielsweise muss sich mit häuslicher Gewalt auseinandersetzen, während Joséphine zwischen ihrer Tochter und ihrer Liebe wählen musste. Das sind wirklich keine leichten Entscheidungen oder Themen. Zusätzlich sind die Frauen, ihre Umgebung, Situationen und Reaktionen so unheimlich lebensnah und real, dass mich ihre Geschichten tief berührt haben. Für mich waren die drei Frauen und ihre Freundinnen keine Romanfiguren, sondern echte Frauen mit einem echten Schicksal. Und ich finde ihren Mut und ihre Kraft bewundernswert. Jede ist auf ihre Weise stark und selbstbewusst. Stella, deren Geschichte gegen Ende des Buchs im Vordergrund stand, ist meine Heldin des Romans. Sie ist selbstbewusst und stark, ist mutig und zeigt Größe. Die anderen beiden Frauen wurden bisher weniger in den Fokus genommen, weshalb ich mich an dieser Stelle über sie ausschweige.

Positives über Muchachas – Tanz in den Tag?

Mich hat Muchachas – Tanz in den Tag sehr berührt. Katherine Pancol schreibt in ihrem Nachwort, dass die Geschichte auf Recherchen zu den im Buch behandelten Themen häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen fußt und das spürt man. Katherine Pancol hat nicht einfach eine Geschichte geschrieben, nein, sie schafft es, das Schicksal unzähliger Frauen darzustellen, die Dinge erleiden mussten und müssen, die ich mir nicht vorstellen kann. Sie schafft es, das alles real und echt darzustellen. Nicht übertrieben melodramatisch oder künstlich, sondern einfach echt.

Negatives über Muchachas – Tanz in den Tag?

Es ist nichts wirklich Negatives, sondern einfach ein kleiner Hinweis. Ich war am Anfang ein wenig über den abrupten Perspektiv- und Szenenwechsel verwirrt, vor allem, da es stellenweise kleinere Bezüge der drei Handlungsstränge untereinander gibt, die ich am Ende des ersten Buchs noch nicht zusammenbringen kann. Daher eine kleine Warnung: An den bewegendsten Stellen kann es euch durchaus passieren, dass ihr einen Wechsel findet.

Empfehlung zu Muchachas – Tanz in den Tag?

Ich empfinde Muchachas – Tanz in den Tag als Bereicherung meines Horizonts. Als Leserin kam ich in Kontakt mit Frauen, die ein schweres Schicksal erleiden und dennoch positive Dinge im Leben erkennen und schätzen. Sie sind mutig und kraftvoll, sie lassen sich nicht unterkriegen. Deswegen spreche ich Muchachas – Tanz in den Tag eine absolute Leseempfehlung aus und danke dem Carls‘ Books Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


[Rezension] Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1

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Titel Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1
Reihe Zwischen den Welten
Band 1. Band
Autor Laini Taylor
Übersetzer Anna Julia und Christine Strüh
Illustrator
Verlag Fischer Jugendbuch Verlag
Erschienen als Hardcover mit Schutzumschlag
Genre Fantasy, Urban Fantasy, Jugendbuch
Preis 16,99€
Seitenzahl 496 Seiten
Bewertung .....

Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1 in drei Worten?

Mythisch, magisch, faszinierend.

Cover & Gestaltung von Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1?

Oh mein Gott, Daughter of Smoke and Bone ist ein wahrer Hingucker! Damit meine ich jetzt nicht den Schutzumschlag, sondern das wirklich hübsche Innenleben des Covers. Nimmt man den Schutzumschlag ab, entdeckt man ein zauberhaft gestaltetes Cover. Und es passt so perfekt zu Karou, der Protagonistin. Es ist einfach unglaublich schön. Ich habe mein Cover für 2016 gerade gefunden.

Worum geht es in Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1?

Karous Geschichte, von der ich euch hier nichts erzählen möchte – es besteht Spoilergefahr! – spielt hauptsächlich in unserer Welt. Allerdings spielen verschiedene mythologische Einflüsse und Magie eine Rolle, weshalb man als Leser in eine fantastische, zu Beginn jedoch nicht allzu fremdartige Welt entlassen wird. Mit zunehmender Handlung wird auch das Setting magischer und komplizierter. Bis das Buch dann mit einem fiesen Cliffhanger endet.
Die Sekundärwelt, die im Laufe der Handlung entworfen wird, hat mir sehr gut gefallen – zumindest die kurzen Einblicke, die ich gewinnen konnte. Eine wirklich gut konstruierte Welt.

Der Schreibstil von Laini Taylor?

Laini Taylor hat einen sehr eigenen Schreibstil. Sie gibt Karou und Akiva in ihren Kapiteln eine jeweils eigene Erzählinstanz, die sich auch durch ihre Ausdrucksweise unterscheiden. Wortwahl und Ausdrucksweise haben mich von Anfang an begeistern können. Das Buch lässt sich flüssig und gut lesen, sowohl Handlung als auch Schreibstil bauen Spannung auf und halten das Leserinteresse. Besonders gut gefällt mir das Verhältnis von Beschreibung und Dialog. Karou beschreibt ihre Umwelt gut genug, damit man sich als Leser alles bildlich vorstellen kann, ohne dabei zu viel zu beschreiben. Für mich das perfekte Verhältnis.

Das Figurenpersonal in Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1?

Ich hab Karou mit ihrer ausgeflippten Art und Weise ins Herz geschlossen. Sie ist eine selbstbewusste, kluge Protagonistin, die etwas Besonderes, etwas Magisches an sich hat. Das Magische erschließt sich dem Leser im Verlauf der Geschichte noch, dennoch ist es ihre Persönlichkeit, die mich in ihren Bann gezogen hat. Akiva steht dem aber in Nichts nach. Er hat mir von seinem Charakterdesign sehr gut gefallen, ihn genauer zu beschreiben würde jedoch einiges vorwegnehmen, weshalb ich an dieser Stelle lieber schweigen werde.
Die Nebenfiguren wie Zuzana, Karous bestes Freundin, und Kaz, Karous Ex, konnten mich mehr oder weniger überzeugen. Kaz ist ein Kotzbrocken, der ihr sicherlich noch Ärger machen wird. Zuzana hat das Herz am rechten Fleck und gefällt mir mit ihrer Art genauso gut wie Karou.

Positives über Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1?

Mir haben Figuren, Plot und Schreibstil sehr gut gefallen. Der Plot ist stellenweise klassisch für die Fantasy-Literatur, positioniert sich Karou doch als Außenseiterin der Gesellschaft, schafft es dann aber, eine neuartige (zumindest für mich) Geschichte zu erzählen, die aus einer sehr interessanten Quelle des Mythos ihre Inspirationen bezieht. Karou als Figur hatte für mich ebenfalls etwas außergewöhnliches, da sie weder klischeehaft hübsch und selbstbewusst, noch ein kluges Mauerblümchen ist. Sie ist eine souveräne junge Frau mit Talent, gutem Aussehen und Selbstbewusstsein, ist stark und in meinen Augen ein gutes Vorbild.

Empfehlung zu Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1?

Ich kann den ersten Band der Trilogie jedem wärmstens ans Herz legen, der mal eine etwas andere Protagonistin kennenlernen will. Auch die bemühte Mythologie des Fantasyromans ist außergewöhnlich und nicht alltäglich. (Mir fällt nur eine Reihe ein, die mit ähnlichen Mythologien arbeitet, da jedoch auf ganz andere Art und Weise.) Schnuppert rein, macht euch ein Bild und berichtet mir, wie euch Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1 gefallen hat.


[Rezension] Passion – leidenschaftlich verliebt

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Titel  Passion – leidenschaftlich verliebt
Reihe  Passion
Band  3. Band
Autor  S. Quinn
Übersetzer  Andrea Brandl
Illustrator  –
Verlag  Goldmann Verlag
Erschienen als  Taschenbuch
Genre  Erotischer Roman
Preis  8,99€ [RE]
Seitenanzahl  320 Seiten
Bewertung  ....

Das Buch in drei Worten?

Zusammenführend, begeisternd, romantisch.

Das Cover?

Das Cover des letzten Bands der Trilogie fügt sich gut ins Gesamtbild ein. Wie seine Vorgänger auch, ist auch Band 3 in gesetzten Tönen gehalten, vorwiegend Schwarz-Weiß. Der Schriftzug ist in kupfer-metallic gehalten und glänzt wirklich schön.

Die Handlung/Das Setting?

Seras und Patricks Geschichte findet in diesem Teil der Trilogie ihren Abschluss. Über zwei Bücher hinweg konnte der Plot sich entwickeln, erweitern und verstricken, in diesem Abschlussband wird alles geordnet und zusammengeführt. Kein Handlungsstrang wird ausgelassen und auch ein Ende für romantisch veranlagte Leserinnen darf hier nicht fehlen.

Der Schreibstil?

Der Schreibstil ist gewohnt gut, stimmungs- und niveauvoll. An keiner Stelle habe ich mich beim Lesen unangenehm berührt gefühlt, und auch der Lesefluss kam nicht ins Stocken. Aufgrund der relativ wenigen Seiten des Buchs lässt sich die Geschichte somit flüssig lesen, was auch am Plot selbst lag.

Die Figuren?

Sera hat nichts von ihrer Souveränität eingebüßt. Sie ist keines dieser Liebchen, die ihre Persönlichkeit ändern, nur weil sie in einer Beziehung steckt. Sie ist weiterhin die selbstbewusste junge Frau, allerdings hat auch sie sich entwickelt. Sie ist selbstsicherer geworden und hat für mich an Tiefe gewonnen. Auch Patrick konnte mich von sich überzeugen. Der einstige Chauvinist lässt mehr und mehr positive Seiten an sich entdecken und lässt sich von der resoluten Sera eines Besseren belehren. Auch viele der Nebenfiguren konnten mich erneut begeistern, allen voran Victoria und Seras kleine Schwester. Aufgeregt hat mich in diesem Band erneut Anise. Mit ihrer verträumten und naiven Art konnte sie mich zuvor bereits wenig von sich überzeugen, ihr plötzlicher Sinneswandel in diesem Buch jedoch, war für mich nur wenig nachvollziehbar.

Positives?

Die Geschichte um Sera und Patrick konnte mich von Buch 1 bis 3 vollends unterhalten. Die Reihe hat Spaß gemacht und bietet dem Leser definitiv mehr, als nur einen erotischen Roman. Es gibt verzweigte Handlungsstränge, die ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger sind, als der erotische Anteil der Reihe. Ich empfand den Erotikanteil sogar so gering, dass es für mich nur gesundes Beiwerk einer funktionierenden Beziehung war, und nicht der Hauptaspekt eines Buchs. Diese Reihe hat unheimlich viel mehr zu bieten: Tiefe der Figuren, Charakterentwicklung, niveauvolle Erotikszenen, romantische Interaktionen und einen zum Teil spannenden Plot.

Negatives?

Das Ende kam mir in diesem Band viel zu einfach und zu schnell. Wie durch Zauberhand legt sich bei einer Figur plötzlich ein Schalter um, der sich wieder richtig denken lässt. Das hat einfach nicht gepasst. Auch kam alles dann ein wenig plötzlich, die Kapitellänge wurde zum Ende hin weitestgehend episodenhaft, da kam bei mir leider nicht recht romantische Stimmung auf.

Empfehlung?

Ich kann die Reihe und ihren Abschluss allen ans Herz legen, die knisternde Erotik mit niveauvoller Wortwahl und Szenerie mögen. Zudem bekommt der Leser einen Plot, der weit über einen erotischen Roman hinausgeht. Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Passion – leidenschaftlich verliebt.


[Rezension] Ich brenne für dich

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Titel Ich brenne für dich
Reihe Shatter me
Band 3. Band
Autor Tahereh Mafi
Übersetzer Mara Henke
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Dystopie, Jugendbuch, YA, Fantasy
Preis 9,99€ [RE]
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung  .....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, überraschend, grandios.

Das Cover?

Was soll ich zu den Covern noch groß sagen? Ich finde sie großartig. Dieses düstere grau der Skyline im grellen Gegensatz zum dieses Mal riesigen schwarzen Kleid, dazu der aufreißende Boden, der Lava durchscheinen lässt… Ich mag es! Und es passt auch inhaltlich gut zu den neuen Entwicklungen des Abschlussbandes.

Die Handlung/das Setting?

Auch in diesem Band schließt die Handlung direkt an den Vorgängerband an. Allerdings hat mich der Plot oft ziemlich überrascht. Hatte ich im zweiten Buch das Gefühl, dass ich wusste was passieren wird (und zum Teil recht hatte), war ich in diesem Band absolut blind. Ich bin einfach ahnungslos von einer Situation in die nächste geschlittert und habe mich ein wenig ausgeliefert gefühlt. Ganz anders übrigens als Juliette. Sie hat mir so gut gefallen! Endlich steht sie für sich ein, aber dazu nachher mehr. Auch Warner hat mich sehr überrascht und von sich überzeugt und mit Adam konnte ich mich auch wieder aussöhnen. Die Handlung rund um Omega Point wird wirklich emotional und bewegend, ich warne euch vor!

Der Schreibstil?

Ich verrate euch hoffentlich nicht zu viel, wenn ich sage, dass ich diesen Band am besten geschrieben fand. Denn der große Störfaktor, der zwar einen triftigen Grund hatte, ich ihn aber dennoch nicht so gut ausblenden konnte, fällt weg. Tahereh Mafi kann unbestritten sehr gut schreiben. Auch mit dieser speziellen, nennen wir es Technik, gefiel mir ihr Schreibstil sehr gut. Aber der letzte Band war besser als die beiden zuvor.

Die Figuren?

Ich bin förmlich durch das Buch geflogen. Juliette hat mich so überrascht. Sie hat mir so gut gefallen. Ich verrate nicht zu viel, die Entwicklung die sie durchmacht ist natürlich gewollt und ohne starken Helden wäre eine Dystopie ja auch irgendwie keine Dystopie. Juliette ist am Anfang der Trilogie nervlich ziemlich zart besaitet. Ihr wurde eingeredet ein Monster zu sein, wen wundert es, wenn sie das irgendwann glaubt? Und ihre Entwicklung ist wirklich beachtlich. Mit jeder Seite habe ich mich mehr gefreut. Sie wird einfach zu einem eigenständigen Menschen, und das schätze ich hoch. Sie muss nicht megatough sein, oder super stark (gut, das ist sie aber tatsächlich), sondern sich zu einem selbstständigen Menschen entwickeln. Da kommen dann auch Adam und Warner ins Spiel. Warner hat mich ziemlich positiv von sich überrascht. Er hat so viele Facetten und ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und Adam ist mir zeitweise super auf den Keks gegangen. Er war einfach schrecklich. Schon komisch, wie sich die Blickwinkel und Situationen verändern können…

Positives?

Die Charakterentwicklung, die vielen Plottwists und das Ende. Ich bin einfach begeistert. Zwar ist das Ende recht offen, aber einen ersten Sieg durften wir miterleben. Man kann sich dann vorstellen, wie Juliette und Co weitermachen werden. Auch der Schreibstil hat es mir dieses Mal so richtig angetan. Ein rundum klasse Buch!

Empfehlung?

JA! Lest diese Trilogie. Ich kann euch schlecht den dritten Band empfehlen und den Rest der Reihe nicht. Alle drei Bücher lohnen sich. Auch, wenn ich Band drei am besten finde und den zweiten am schwächsten (nur im Vergleich der drei Bücher, denn schwach war keines der Bücher wirklich). Es hat mir große Freude bereitet, Juliette auf ihrem Weg zu begleiten. Es gab Höhen und Tiefen, viel Emotion und das ganz große Herzschmerz-Drama. Einfach eine tolle Trilogie! Ich danke dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ich brenne für dich.


[Rezension] Addicted to you – Bedingungslos

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Titel Addicted to you – Bedingungslos
Reihe Addicted to you
Band 3. Band
Autor M. Leighton
Übersetzer Kerstin Winter
Illustrator
Verlag Heyne Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Erotik, NA, Romance
Preis 8,99€ [RE]
Seitenzahl 368 Seiten
Bewertung ....

Das Buch in drei Worten?

Aufschlussreich, spannend, machohaft.

Wie ist das Cover?

Das Cover unterscheidet sich von seiner Aufmachung nicht von den beiden Vorgängern. Wieder ist ein Paar zu sehen, das einen intimen Moment teilt. Jedoch hat sich die Rahmenfarbe erneut verändert und ist im Abschlussband der Trilogie grün.

Wie war die Handlung?

Der dritte Band nimmt die Handlungsstränge aus den Vorgängerbänden auf, fügt sie zusammen und löst die Geschichte schließlich plausibel auf. Vor allem die Gerichtsverhandlung hat mir gut gefallen, da sie sich von dem untergrundmäßigen, kriminellen Gehabe absetzt, das zwischenzeitlich propagiert wurde. Anders als bei den ersten beiden Bänden stehen nicht Olivia und Cash im Fokus, sondern Marissa und Nash. Dies fand ich sowohl gut als auch schade. Schade, da ich mich an Olivia und Cash gewöhnt hatte, schön, da auch zwei anderen wichtigen Figuren die Möglichkeit gegeben wurde, mich von ihnen zu überzeugen.

Wie waren die Figuren?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit Nash so meine Probleme habe. Er ist mir zu hart, zu kämpferisch, zu gewollt machomäßig. Natürlich ist seine Vergangenheit hart, aber das heißt nicht, dass man ein Arschloch sein darf. Und seine zwischenzeitlichen Benimmkurse aus der Vergangenheit passten so überhaupt nicht ins Bild. Immerhin legt er seine möchtegern-harte Haltung im Laufe des Romans ab, die ohnehin nicht zu ihm passte. Marissa hingegen konnte mich mehr von sich überzeugen. Ich konnte sie nicht auf Anhieb und auch nicht in jeder Situation so gut leiden wie Olivia, aber sie hat sich merklich verändert. Kein Wunder, nach dem was ihr passiert ist. Einige Situationen konnte ich nur kopfschüttelnd lesen – ich denke da an eine gewisse Badezimmerszene – in der sie sich meiner Meinung nach gut und gerne hätte verteidigen können. Da war Nash einfach skrupellos und das gefiel mir gar nicht.

Wie war der Schreibstil?

Zum Schreibstil kann ich gar nicht so viel mehr sagen, als bisher schon. Einen minimalen Unterschied merkt man zwischen den beiden Männern schon: Während Cash auch in Gedanken schimpft und entsprechende Ausdrücke benutzt – um so den ursprünglich wilderen der beiden Brüder zu vertreten – hält Nash sich ab einem gewissen Zeitpunkt aufgrund seiner Erziehung zurück – der liebe Bruder.

Was war gut?

Ich fand es gut, dass dieser Band ab circa der Hälfte weg vom organisierten Verbrechen kommt. Ich mochte die Onemanarmy nicht, die Cash, Nash und einer ihrer Freunde darstellten nicht. Es wirkte einfach zu unrealistisch, zu gestellt. Aber hey, es ist ein Buch! Gut gefallen hat mir auch, dass man die Entwicklung aller Figuren erkennen kann. Aus den ultraharten Kerlen werden verschmuste, aber dennoch harte Männer. Ich bin romantisch veranlagt und liebe happy Ends. Ich gebe es ja zu!

Was war nicht so gut?

Es gab einige Stellen, die mir nicht so gut gefallen haben. Die Betonung auf männliche Härte und Stärke habe ich bereits erwähnt. Darüber kann ich noch schmunzeln. Was mich jedoch aufregte, was Nashs gelegentliches Verhalten Marissa gegenüber. Dieses typisch machohafte, das ein Kerl eine Frau benutzen kann. Ich mag das nicht. Gegenseitiger Respekt ist mir absolut wichtig und den kann man jedem entgegenbringen, auch wenn man nur einen Onenightstand will!

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Auf die Zwillingsthematik bin ich in den letzten beiden Rezensionen bereits zur Genüge eingegangen.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Das kann ich auf jeden Fall. Wer spannende Romane des Erotikgenre mag, ohne übertriebene und zu haarsträubende Sexszenen zu lesen, der ist mit dieser Trilogie gut beraten. Man sollte über die einen oder anderen Stereotypen hinwegsehen können, die sich zwischenzeitlich einschleichen. Kann man das, hat man eine Reihe, die einen zum Lachen bringt und einige gute Szenen bietet, in denen man die Bücher nicht weglegen möchte. Auch eine glaubwürdige Charakter- und Plotentwicklung wird einem geliefert. Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Addicted to you – Bedingungslos.


[Rezension] Magic & Platina

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Titel Magic & Platina
Reihe Elemente der Schattenjäger
Band 3. Band
Autor Laura Kneidl
Verlag Im.Press
Erschienen als E-Book
Genre Fantasy, Mystery, Romance, YA, Jugendliche
Preis 3,99€
Seitenzahl 440 Seiten
Bewertun .....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, überraschend, begeisternd.

Wie ist das Cover?

Das Cover des dritten und letzten Bandes der Elemente der Schattenjäger fügt sich perfekt in das Bild der gesamten Reihe ein. Man sieht zwei junge Menschen, ein Mädchen und einen Jungen, die gut für das Paar im Fokus des Buchs, Jules und Harper, stehen könnten. Allerdings gibt es einige Abweichungen, so dass die auf dem Cover abgebildeten Personen nicht mit den Protagonisten übereinstimmt, dennoch ist das Cover wunderschön anzuschauen.

Wie war die Handlung?

Die Handlung fügt sich passend an das Ende des zweiten Bandes an. Es ist zwischenzeitlich etwas Zeit vergangen, was dem Leser durch einige Kurzberichte suggeriert und erklärt wird. Die Handlung, von der ich euch nicht zu viel verraten möchte, dreht sich vor allem um Jules und Harper, eine schwerwiegende Veränderung bei den Huntern und Vampiren und um Freundschaft und Vertrauen.

Wie waren die Figuren?

Ich mochte Jules ja bereits vom ersten Band an. Ich hatte solch ein Mitleid mit ihm und seinem Schicksal, dass ich Band förmlich inhaliert habe. Ich musste einfach wissen, wie es mit ihm weitergeht und bin wirklich sehr zufrieden. Harper ist eine angenehme Figur, die perfekt in das Universum der Hunter eingefügt wurde. Hatte ich sie im ersten Band nicht wahrgenommen? Oder war sie wirklich nicht da? Es spielt keine Rolle, denn Rückblicke, bzw. Berichte über die Vergangenheit der beiden, Jules und Harper, fügen sich perfekt in das Geschehen ein. Auch geliebte Figuren aus vergangenen Büchern sieht man wieder, auch wenn mir Ella gefehlt hat.

Wie war der Schreibstil?

Laura Kneidls Schreibstil ist angenehm. Man kann ihren Worten gut folgen und stört sich an nichts. So geht es mir jedenfalls immer. Sie schafft es, einem das Gefühl zu geben, nach Hause zu kommen, wenn man eines ihrer Bücher zu lesen beginnt. Ich persönlich finde diesen Wohlfühlfaktor unglaublich wichtig. Demnach war ich umso trauriger, als ich den letzten Band der Trilogie beendet hatte.

Was war gut?

Ich fand es toll, dass die Reihe mit Jules abschließt. Hatten wir mit Cain und ihm zu Beginn des ersten Bandes gebangt und gehofft, können wir nun, am Ende, das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge schließen. Ich liebe solche Enden.
Ebenfalls schön empfand ich, dass alle, oder fast alle, Figuren aus vorangegangenen Bänden erneute Auftritte hatten. Man spürt, dass die vormals getrennten Hunter aufgrund der Ereignisse zusammenwachsen. Und das merkt man vor allem an den neuen Freund- und Liebschaften.

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Das Ende war außergewöhnlich schön. Ich mochte es sehr und war überglücklich, dass diese Reihe so ausgegangen ist. Man spürt, dass Laura Kneidl ihr Herzblut in diesen Abschlussband gesteckt hat, und ihren Lesern ein passendes, möglichst schönes Ende schenken wollte. Und das ist ihr gelungen. Ich habe mich von der ersten Seite an im Buch wohlgefühlt und wollte mich gar nicht von Jules, Cain und den anderen verabschieden.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Ich empfehle dieses Buch an alle, die zunächst die ersten beiden Bücher gelesen haben. Die ganze Reihe empfehle ich an alle, die Fantasy lieben und beispielsweise auch die Chroniken der Unterwelt oder Harry Potter mochten. Die Reihe bietet ein Wohlfühlmoment sondergleichen und zeichnet sich durch wunderbare Figuren aus.