[Rezension] Das Rosie-Projekt

Keine Kommentare
Titel Das Rosie-Projekt
Reihe Rosie-Dilogie
Band 1. Band
Autor Graeme Simsion
Übersetzer Annette Hahn
Illustrator
Verlag Fischer Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 368 Seiten
Bewertung

Was Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion so besonders macht? Der einzigartige Protagonist, der mich stellenweise an Sheldon Cooper aus The Big Band Theory erinnerte.

Null-Acht-Fünfzehn Protagonisten, die sich wahlweise als Mauerblümchen empfinden, obwohl sie wunderschön oder der übelste Badboy sind, der nur auf die richtige Frau wartet – mit solchen Figuren können mehr als die Hälfte der aktuellen Bestseller aufwarten. Aber einen Charakter-Protagonisten? Eher weniger. Das Rosie-Projekt hat einen solchen Protagonisten, was ich unglaublich gefeiert habe. Das Sahnehäubchen: Der Charakter der Hauptfigur Don ist weder karikiert noch unpassend dargestellt, weshalb mir das Buch gleich doppelt gut gefiel.

Dons Charakter in Das Rosie-Projekt kommt ohne Übertreibungen in der Darstellung aus

Hand aufs Herz, ich musste mich auf Dons eigensinnige Sichtweise der Dinge erst einstellen. Denn Don sieht die Welt und sein näheres recht emotionslos, wobei ihm eben dies bewusst ist. Umso spannender empfand ich das Ehefrauen-Projekt, dem sich Don den Großteil des Romans widmet. Was aus seiner Emotionslosigkeit entwickelt, ist ein herrlich rasantes Werk mit Humor, Charme und Witz. Denn eines ist Don definitiv nicht – humorlos. Gerade in Kombination mit Rosie gab es so viele Momente, in denen ich lachen konnte, dass mir das Buch mit seinen Figuren wirklich ans Herz gewachsen ist. Denn Rosie ist so ziemlich genau das, was Don nicht ist und sich insgeheim zu sein wünscht.

Dons besonderer Charakter findet sich durchgängig im Buch wider, vor allem im Schreibstil. Denn der ist geprägt von detaillierten Erklärungen und einigen Monologen, ohne dabei langweilig oder trocken zu werden. Schön empfand ich auch den Respekt, mit dem der Autor seinen Protagonisten erschaffen und geschildert hat. Er ist in jedem Wort spürbar und sorgte dafür, dass mir das Buch noch besser gefiel.

Ein Roman mit tiefgehender Grundaussage

Das Tüpfelchen auf dem I war der Plot. Denn dank einiger, wirklich sehr unterschiedlicher und grundlegend witzigen Handlungssträngen wurde es mir während der Lektüre nicht langweilig. Der Grundtenor des Romans ist dabei sehr humoristisch angehaucht, was mir zusätzlich Freude bereitete. Im Fokus des Romans steht jedoch eine sehr wichtige und tolle Aussage, nämlich mit seinen eigenen Schwächen und Stärken im Einklang zu sein. Ein Aspekt, den nicht immer jeder für sich beherzigt, aber so unheimlich wichtig ist.

Ihr merkt schon, ich gerate bei Das Rosie-Projekt ins Schwärmen und kann euch den Roman uneingeschränkt ans Herz legen. Werft einen Blick rein und gebt Don und Rosie eine Chance, euer Herz zu erobern und eure Weltsicht zu verändern.


[Rezension] Der Duft von Honig und Lavendel

Keine Kommentare
Titel Der Duft von Honig und Lavendel
Reihe
Band Einzelband
Autor Donatella Rizzati
Übersetzer Judith Schwaab
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 15,00€ [RE]
Seitenzahl 496 Seiten
Bewertung
Der Duft von Honig und Lavendel
Der Duft von Honig und Lavendel

Du suchst noch nach einem absoluten Wohlfühl-Buch mit Kuschelfaktor? Dann ist Der Duft von Honig und Lavendel von Donatella Rizzati genau das Richtige für dich!

Ich entschuldige mich bereits vorab, denn dieses Buch ist die pure Liebe! Es hat einfach das Gesamtpaket: Plot, Figuren, Handlung, Wendungen… Ich bin einfach verliebt in Der Duft von Honig und Lavendel.

Donatella Rizzati verzaubert in Der Duft von Honig und Lavendel mit ihren Figuren

Lasst mich mit den Figuren starten. Donatella Rizzati hat es geschafft, mich mit ihren Figuren zu begeistern und zu verzaubern. Denn ihre Figuren sind so liebenswert, realistisch und haben doch ihre Ecken und Kanten, dass ich einfach gar nicht anders konnte als jede der Figuren zu mögen. Allen voran Protagonistin Viola, die ein ungeheures Identifikationspotential bietet und liebt, was sie tut. Und gerade diese Leidenschaft macht sie als Figur so greifbar und lebensecht, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte einer echten Person erzählt zu bekommen. Die anderen Figuren des Romans sind ebenso detailliert und liebevoll gestaltet, sodass ich an keiner Stelle das Gefühl hatte, platte oder eindimensionale Charaktere  vor mir zu haben.

Der Plot des Romans gefiel mir beim Lesen ebenfalls sehr gut. Viola, ausgebildete Naturheilpraktikerin, zieht nach dem Tod ihres Ehemanns nach Paris, den Ort, an dem für sie alles begann. Ab diesem Punkt entspinnt sich eine Handlung, die wie aus dem Leben gegriffen scheint, das Auf und Ab emotionaler Bindungen widerspiegelt und sowohl romantische als auch überraschende Wendungen bereithält.

Donatella Rizzatis Schreibstil lässt Paris und Rom vor deinem inneren Auge wahrwerden

Das Setting von Der Duft von Honig und Lavendel ist sehr bildhaft und detailliert beschrieben. Ob nun Rom oder Paris, ich konnte die beschriebenen Plätze beim Lesen allzu deutlich vor meinem inneren Auge sehen. Kombiniert mit dem angenehmen Schreibstil der Autorin ist Der Duft von Honig und Lavendel das perfekte Buch, um einfach ein paar Stunden abzuschalten und in eine andere Welt abzutauchen. Besonders schön empfand ich den nahen Realitätsbezug und das hohe Identifikationspotential mit Viola, die sich selbst finden und ihren Platz in der Gesellschaft finden will. Probleme, die jeder von uns irgendwann durchmacht.

Ihr merkt es, ich bin unfassbar begeistert von Der Duft von Honig und Lavendel. Es hat genau die richtige Mischung aus tollen Figuren, wundervollem Setting, überraschenden Wendungen, schönem Plot und angenehmen Schreibstil. Ein Buch, das sich perfekt für regnerische Tage eignet, um zu träumen und abzutauchen. Ich danke dem Randomhouse Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Der Duft von Honig und Lavendel.


[Rezension] Asche und Phönix

1 Kommentar
Titel Asche und Phönix
Reihe
Band Einzelband
Autor Kai Meyer
Übersetzer
Illustrator
Verlag Carlsen Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 19,99€
Seitenzahl 466 Seiten
Bewertung
Asche und Phönix
Asche und Phönix

Bücher von Kai Meyer sind immer ein Garant für grandiose Lesestunden. Umso gespannter war ich auf seinen Einzelband Asche und Phönix. Denn er schafft es wie kein zweiter, die Grenze zwischen Realität und Phantastik so zerfließen zu lassen.

Die Handlung des Romans beginnt zunächst sehr gemäßigt und normal. Protagonistin und Überlebenskünstlerin Ash, die sich ihr Gehalt als Zimmermädchen in distinguierten Hotels durch kleinere Diebstähle aufbessert, trifft auf den Schauspieler und Teenieschwarm Parker, der sie beim Einbruch in sein Hotelzimmer überrascht. Was bis hierhin nach Klischee schreit, ist nicht im Geringsten klischeebeladen, denn statt Parker anzuhimmeln hegt Ash eine tiefe Abneigung. Und auch Parker ist nicht so, wie es der Schein verspricht. Denn Parker sieht in Ash seine Chance, aus dem Medienrummel um seine Person zu entkommen.

In Asche und Phönix verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantastik

Ab dieser Stelle entspinnt sich ein Plot, der mir sehr gut gefallen hat. Denn die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gehen auf eine gemeinsame Reise, bei der die Grenzen zwischen Realität und Phantastik immer weiter verschwimmen. Denn Parker wird nicht nur durch die Medien, sondern auch durch ein mythologisches Wesen gejagt.

Ash und Parker haben mir als Figuren unheimlich gut gefallen. Denn zum einen spielen sie mit gewissen Klischees, zum anderen hatten sie Ecken und Kanten, die sie greifbarer wirken ließen. Ash gefiel mir mit ihrer toughen und selbstbewussten Art unglaublich gut, wobei auch ihre verletzliche Seite sehr angenehm war. Im Zusammenspiel mit Parker mochte ich ihren bissigen und pointierten Humor. Parker hingegen hat mehr Tiefgang, als man zu Beginn vermutet hätte. Seine bedachte Art konnte mich von ihm überzeugen.

Asche und Phönix ist ein gelungener Meyer: Sprachlich und inhaltlich ausgefeilt

Sprachlich ist Asche und Phönix gewohnt ausgefeilt und weiß zu überzeugen. Sein Händchen für Mythologie konnte er ebenfalls wieder ausspielen, denn die Wesen aus der altgriechischen Mythologie sind gekonnt eingebaut und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.

Auch wirkt die Liebesgeschichte zwischen Parker und Ash dabei ebenso wenig klischeehaft wie die beiden Figuren selbst. Schön fand ich, dass sich die Bande zwischen den beiden vorsichtig und langsam knüpfen. Dabei ist die Gesamthandlung nicht etwa auf die Liebesgeschichte ausgerichtet, sondern die mythologische Jagd, wodurch der Liebesaspekt zur netten Ergänzung und nicht zum Hauptstrang des Plots wird.

Alles in allem bin ich wirklich sehr begeistert von Asche und Phönix und kann es euch wärmstens ans Herz legen. Plot, Figuren, Sprache und Entwicklung haben für mich perfekt zusammengepasst und keinen Wunsch offen gelassen.


[Rezension] Unser Platz in dieser Welt

Keine Kommentare
Titel Unser Platz in dieser Welt
Reihe
Band Einzelband
Autor Luisa Strunk
Übersetzer
Illustrator Laura Newman
Verlag Selfpublish
Erschienen als Taschenbuch, E-Book
Genre YA
Preis 14,99€
Seitenzahl 444 Seiten
Bewertung
Unser Platz in dieser Welt
Unser Platz in dieser Welt

Als ich durch den Facebook-Aufruf der Autorin Luisa Strunk auf ihr Erstlingswerk Unser Platz in dieser Welt aufmerksam wurde, wusste ich noch nicht, dass mich ein unheimlich emotionaler und realistischer Roman erwarten würde. Da mich die Thematik des Buchs sehr interessierte, versuchte ich mein Glück und durfte Unser Platz in dieser Welt tatsächlich lesen!

Unser Platz in dieser Welt ist ein Buch, das einem im Hier und Jetzt abholt

Die Grundidee von Unser Platz in dieser Welt könnte gar nicht realistischer sein – wodurch viel Raum für Identifikation entsteht. Denn die Protagonistin Marie wird in der Schule von allen geschnitten und gemobbt. Auch Gespräche mit den Lehrern führen zu nichts, sehen diese doch die Schuld für ihre Isolation in Maries zurückhaltendem Verhalten. Doch dieses Buch ist in erster Linie kein Anti-Mobbing-Buch, sondern ein Buch darüber, was wahre Freundschaft bewirken und verändern kann.

Schön war es unter anderem auch, eine Protagonistin mit realistischen und alltäglichen Problemen zu haben. Kein Mauerblümchen, das nur nicht weiß, wie hübsch es in Wahrheit ist, sondern ein Mädchen, das sich Mobbing ausgesetzt sieht und seinen wahren Platz in der Welt sucht. Auch braucht Unser Platz in dieser Welt keine aufwendige Fantasywelt, sondern überzeugt mit Emotionen und Tiefe.

Getragen wird die Handlung vor allem durch Maries Gedanken und Gefühlen, die wir aus erster Hand miterleben. Durch einige Rückblicke und Einschübe wird klarer, wie es zu Maries Situation kam. Dabei schafft es Luisa Strunk, sehr emotional zu schreiben, ohne übertrieben oder gewollt zu wirken. Ich hatte das Gefühl, dass Marie mir ihre Lebensgeschichte persönlich erzählt, wodurch ich nochmal stärker berührt wurde.

Protagonistin Marie bietet eine hohe Identifikationsmöglichkeit für eine Vielzahl an Leserinnen

Dies liegt zu einem großen Teil an den liebevoll gestalteten und sehr gelungenen Figuren. Allen voran Marie wirkt sehr echt, emotional und greifbar. Besonders schön finde ich, dass Marie eine Leseratte und Serienjunkie ist. Die vielen Buchanspielungen sind sehr gelungen integriert und passen perfekt zu Marie. Als Vielleserin konnte ich mich direkt mit Marie identifizieren, da ihre Liebe zu den Büchern und die Vergleiche mit Buchcharakteren sie direkt sympathisch machen. Auch zeigen die intertextuellen Bezüge die große Liebe der Autorin zu Büchern.

Aber auch Pia mit ihrer direkten Art und Gwen, mit ihrer versteckten Melancholie, die im Verlauf des Buchs beide noch wichtig werden, konnten mich mit ihrer Tiefe überzeugen. Die anderen Figuren bleiben, ihrer Rolle in der Romanhandlung bedingt, etwas blasser, ohne dabei aber flach zu wirken. Ich hatte stellenweise wirklich das Gefühl, zurück in die neunte Klasse gebeamt worden zu sein, in der das Thema Mobbing besonders heikel war.

Aber wie gesagt: Unser Platz in dieser Welt ist ein Buch, in dem es um Freundschaft geht. Um große Gefühle, die erste Liebe und darüber, das Freundschaft Berge versetzen kann. Unser Platz in dieser Welt ist unfassbar emotional, sodass ich das Buch nicht nur in Rekordzeit verschlingen musste, sondern während der Zugfahrt mehrfach den Tränen oder einem Lachanfall nahe war.  Vor allem beim Ende bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Warum, das verrate ich euch nicht. Das findet ihr am besten selbst heraus.

Ihr merkt es, ich habe Unser Platz in dieser Welt von Luisa Strunk ins Herz geschlossen. Oder mit anderen Worten: Das Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Plot, Idee, Figuren, Sprache und Umsetzung, es hat einfach alles gepasst. Ich kann also gar nicht anders, als euch Unser Platz in dieser Welt als absolute Leseempfehlung ans Herz zu legen. Ich möchte mich auch auf diesem Wege noch mal bei der Autorin Luisa Strunk für die Möglichkeit bedanken, Unser Platz in dieser Welt vor der offiziellen Erscheinung am 25.04.208 lesen zu dürfen.


[Rezension] Medici – Die Macht des Geldes

Keine Kommentare
Titel Medici – Die Macht des Geldes
Reihe Medici
Band 1. Band
Autor Matteo Strukul
Übersetzer Christine Heinzius, Ingrid Exo
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 12,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung

Historische Romane und ich? Große Liebe! Wenn sie dann noch zusätzlich im Italien der Renaissance verortet sind, bin ich Feuer und Flamme. Glücklicherweise konnte mich der erste Band der Trilogie Medici – Die Macht des Geldes auch in Sachen Plot und Figuren überzeugen.

Medici – Die Macht des Geldes ein historischer Roman mit Detailverliebtheit

Der historische Aspekt ist mir bei Büchern dieses Genres immer besonders wichtig. Denn nichts ist schlimmer, als aufgesetzte Historizität, die schlecht recherchiert ist und aufgesetzt wirkt. Denn Historizität sollte nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern ein gut eingebautes Setting sein. Umso glücklicher war ich, als der erste Band bereits von der ersten Seite an mit Authentizität punkten konnte. Denn der Autor hat sich direkt eine der wichtigsten Familien Italiens herausgesucht: Die Medici. Und er konnte mich mit ihrer Darstellung vollkommen von sich überzeugen.

Was bei Figuren mit historisch bezeugtem Hintergrund besonders schwierig ist, ist die Kombination aus Fiktion und Fakten. Denn der Autor muss die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung für sein fiktives Werk nutzen und in seinem Sinne ausfüllen. Matteo Strukul hat in seinem Roman bewiesen, dass er diese Kunst beherrscht. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Figuren in Medici – Die Macht des Geldes unpassend oder schlecht recherchiert sind. Ganz im Gegenteil konnte er mich mit seiner unfassbaren Detailverliebtheit und umfassenden Recherche von sich überzeugen. Die Figuren wirken sehr greifbar und echt, mit guten wie schlechten Charaktereigenschaften.

Matteo Strukul schafft es, die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung glaubwürdig zu füllen

Der Plot gefiel mir ebenfalls sehr gut. Zwar ist mir die Geschichte der Medici grundlegend ein Begriff, im Detail kenne ich sie allerdings nicht. Die historische Authentizität des Autors zieht sich durch alle Belange: das Setting, die Familiengeschichte und die Figuren. Demnach ist es keine Überraschung was passiert, das Wie und die Gestaltung des Autors stehen dafür umso mehr im Vordergrund.

Ich muss gestehen, dass ich mich sehr auf den zweiten Teil der Trilogie freue und gespannt bin, welche Intrigen und Wendungen noch auf die berühmte Familie zukommen. Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Medici – Die Macht des Geldes.


[Rezension] Belgravia

Keine Kommentare
Titel Belgravia
Reihe
Band Einzelband
Autor Julian Fellows
Übersetzer Maria Andreas
Illustrator
Verlag C. Bertelsmann Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Historischer Roman
Preis 19,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung

Durch ein Tauschpaket bin ich auf Julian Fellowes Belgravia gestoßen, das ich aus einem Bauchgefühl heraus an mich nahm. Im Nachhinein bereue ich es nicht, denn dadurch erhielt ich Buch, das mich einige Stunden begleiten und faszinieren konnte.

Bevor ich zu Belgravia griff, wusste ich nicht, dass meine heißgeliebte Neuentdeckung Downton Abbey ebenfalls von Julian Fellows stammte. Dank des prominenten Hinweises auf dem Buchumschlag wurden meine Erwartungen an Belgravia schlagartig höher. Denn die unvergleichbare Serie lockt mit einer unvergleichlichen Atmosphäre, die ihres gleichen sucht. Und Belgravia steht Downton Abbey in nichts nach.

Schon von der ersten Seite an wird die besondere Stimmung deutlich, die durch Julian Fellows einzigartigen Schreibstil noch unterstrichen wird. Ich habe mich direkt in das England des 19. Jahrhunderts zurückversetzt gefühlt. Denn Fellows schreibt so detailliert, dass ich nur die Augen zu schließen brauchte, um alles um mich herum sehen zu können. Das Flair des Englands des 9. Jahrhunderts war überall zu spüren. Die Figuren und die Sprache waren so vollkommen authentisch, dass ich von der Gegenwart stellenweise irritiert war.

Zwei Familien, ein Schicksal, das alles verändert

Fellows schafft es mit seinem Figurenpersonal, einen Schnitt der britischen Gesellschaft darzustellen. Adel, arm, reich, Emporkömmling, Kaufmann, alle sind sie vertreten. Die Familie Trenchard, die im Mittelpunkt der Romanhandlung steht, könnte außergewöhnlicher nicht sein. Zumindest aus Sicht der Aristokratie. Ebenfalls von Bedeutung ist die adelige Familie Bellasis. Denn die beiden Familien verbindet ein Schicksal, das im Verlauf der Romanhandlung so einige Überraschungen sowie Wendungen offenbart.

Das Figurenpersonal ist enorm vielfältig. Vom Diener bis zur Herzogin sind alle Gesellschaftsschichten vertreten. Die Figuren sind dabei sehr authentisch und realistisch konstruiert, sodass ich mich wirklich vollständig ins 19. Jahrhundert zurückversetzt fühlte. Die Vernetzungen der Figuren untereinander im Rahmen einer Rezension zu besprechen, würde euch zu viel vorweg nehmen, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf. Aber eines kann ich dazu sagen: Es ist begeisternd!

Belgravia fordert ein gemäßigtes Lesetempo, ist dafür aber umso ansprechender

Der Plot konnte mich ebenso begeistern, wie das Setting und die Figuren. Nichts ist zufällig, jede Wendung bringt neues Wissen, dass die Geschehnisse in einem anderen Licht erscheinen lassen. Als unumstößlich betrachtete Tatsachen werden umgeschmissen, vor allem gegen Ende. Allerdings solltet ihr nicht auf einen temporeichen Plot hoffen. Belgravia hat sein eigenes Tempo, das euch auch daran hindert, das Buch einfach runter zu lesen. Denn dafür ist es nicht gemacht. Belgravia will genossen und ausgekostet werden. Nehmt euch Zeit, dann wird euch das Buch in eine andere Welt entführen.

Alles in allem bin ich von der komplexen Geschichte, den Figuren, dem Setting und Fellows unnachahmlichen Schreibstil begeistert. Ich habe jede einzelne Seite genossen. Wenn ihr Bücher kennt, die im selben Stil geschrieben sind, schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Weitere Lesemeinungen zu Belgravia:

Warum Lady Smartypants Belgravia so sehr liebt, lest ihr hier: Weiterlesen!


[Rezension] Wolkenschloss

Keine Kommentare
Titel Wolkenschloss
Reihe
Band Einzelband
Autor Kerstin Gier
Übersetzer
Illustrator
Verlag Fischer Jugendbuch
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch
Preis 20,00€
Seitenzahl 464 Seiten
Bewertung
Wolkenschloss
Wolkenschloss

Als ich im November Kerstin Giers neuestes Werk Wolkenschloss sah, musste ich es einfach mitnehmen. Das hübsche Cover und die vielversprechende Inhaltsangabe konnten mich direkt überzeugen. Und ich habe den Kauf keine Sekunde bereut.

Wolkenschloss ist ein humorvolles, begeisterndes und spannendes Buch für tolle Lesestunden

Fanny ist die großartigste Protagonistin, die mir seit einer Weile untergekommen ist. Sie ist klug, witzig und tatkräftig. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und bietet selbst abstrusesten Situationen erfolgreich die Stirn. Vor allem kleinen frechen Jungs, die besonders ulkige Angewohnheiten haben, die mich regelmäßig zum Schmunzeln brachten. Generell ist das Figurenpersonal wirklich gelungen. Selten habe ich so über Figuren und ihre Aussagen lachen können.

Die Plotidee ist schnell umrissen: Fanny ist Praktikantin in einem Schweizer Hotel, das seines gleichen sucht. Ein magischer Ort, der die unterschiedlichsten Personen anlockt. Dabei gerät unsere Protagonistin von einer abstrusen und lustigen Situation in die nächste. Gegen Ende der Geschichte kommt sogar ein wenig Spannung auf, die der Geschichte einen interessanten Turn gibt. Dennoch verliert Fanny nicht ihren Witz, was mich persönlich sehr begeisterte. Dementsprechend habe ich das Buch schlichtweg inhaliert. Ich konnte es einfach nicht mehr aus den Händen legen und musste wissen, wie es am Ende ausgeht. Natürlich ist auch eine gewisse Portion Liebe mit im Spiel.

Ein kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Denn gerade beim spannenden Teil des Romans wirkten einige Wendungen zu konstruiert, um in die ansonsten ungezwungene Atmosphäre des Romans zu passen. Auf der anderen Seite ist dieser Roman so ungewöhnlich, dass die skurrilen Wendungen doch passend sind.

Ihr merkt, Wolkenschloss konnte mich vollkommen von sich überzeugen. Ich hatte tolle Lesestunden, in denen ich so oft gelacht habe, wie schon bei lange keinem Buch mehr. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und mitgehofft, konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und nur schwer Abschied vom Hotel und dessen außergewöhnlichem Personal nehmen. Daher ist Wolkenschloss eine eindeutige Leseempfehlung!

Weitere Lesemeinungen zu Wolkenschloss:

Kleinbrina konnte Kerstin Gier mit ihrem neusten Werk Wolkenschloss nicht vollkommen überzeugen. Warum? Weiterlesen!


[Rezension] Töchter einer neuen Zeit

Keine Kommentare
Titel Töchter einer neuen Zeit
Reihe Jahrhundert-Trilogie
Band 1. Band
Autor Carmen Korn
Übersetzer
Illustrator
Verlag Rowohlt Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 10,99€
Seitenzahl 560 Seiten
Bewertung

Historische Romane und ich, das ist eine gute Kombination. Vor allem, wenn sie im deutschsprachigen Raum oder dem 20. Jahrhundert spielen. Carmen Korns Töchter einer neuen Zeit ist ein eindrucksvolles Beispiel für einen sehr gut recherchierten und authentischen Roman über die jüngere Geschichte Deutschlands.

Carmen Korn schreibt über eine ganze Generation von Frauen

Die vier Protagonistinnen des Romans könnten unterschiedlicher nicht sein: Sei es die Herkunft, politische Gesinnung oder persönliche Einstellung. Gemeinsam haben die Frauen, dass sie in einer unsteten Zeit derselben Generation junger Frauen Hamburgs angehören und ihren Weg im Leben finden müssen.

Carmen Korn schafft es dabei gekonnt, die Lebensgeschichte vierer Frauen mit der Zeitgeschichte Deutschlands zu verknüpfen und dabei die Geschichte einer gesamten Generation zu erzählen. Besonders spannend habe ich die unterschiedlichen Perspektiven der Frauen empfunden, die wirklich komplett andere Sichtweisen haben und mich während des Lesens zum Denken anregten. Vor allem Henny, die stoischen ihren Weg als Krankenschwester geht und sich nicht beirren lässt, die immer einen kühlen Kopf bewahrt und viele Schicksalsschläge hinnehmen muss, hat mir imponiert.

Töchter einer neuen Zeit spielt in einer Zeit, die politisch unstet und gefährlich war

Carmen Korn schafft es, eine sehr authentische Darstellung Deutschlands im 20. Jahrhundert zu präsentieren, die weder voreingenommen noch entschuldigend ist. Durch ihre facettenreichen und vielen Figuren ist es möglich, sämtliche Blickwinkel auf die Zeit zwischen ersten und zweiten Weltkrieg zuzulassen, ohne mahnend oder zensierend zu sein. Dadurch gewinnt der Roman stark an Authentizität.

Alles in allem kann ich euch Töchter einer neuen Zeit wärmstens empfehlen. Das Buch ist eine eindrückliche Schilderung einer wirren und unsteten Zeit, die sich tief in das deutsche kollektive Gedächtnis brannte. Aufgrund des Facettenreichtums der vier Frauen ist dem Leser nicht nur eine Perspektive geboten, was für mich den Reiz des Werkes ausmacht.


[Rezension] Bourbon Lies

Keine Kommentare
Titel Bourbon Lies
Reihe Bourbon-Trilogie
Band 3. Band
Autor J.R. Ward
Übersetzer Marion Herbert und Katrin Kremmler
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman
Preis 12,90€
Seitenzahl 447 Seiten
Bewertung

Nachdem ich die ersten beiden Teile, Bourbon Sins & Bourbon Kings, der Reihe mit großer Freude weggelesen habe, konnte ich mich beim Abschluss der Trilogie kaum zurückhalten. Kaum hatte ich Bourbon Lies gekauft, hatte ich es auch schon begonnen und in einem Rutsch durchgelesen.

Bourbon Lies wartet mit einigen unerwarteten Geheimnissen auf

Im Abschlussband laufen alle Fäden aus den ersten beiden Bänden zusammen und ergeben ein großes Ganzes. Es werden weitere Geheimnisse offenbart, die ich so nicht hatte kommen sehen. Vor allem Miss Aurora spielt eine entscheidende Rolle, die mich sowohl überrascht hat als auch nicht. Auch Lanes Mutter konnte mich mit so einigen Geheimnissen überraschen.

Während Lane weiterhin damit beschäftig ist, sein Familienunternehmen zu retten und seinen Bruder Edward aus dem Gefängnis zu holen, übt seine Schwester Gin sich darin, eine gute Mutter zu sein. Sie klärt nicht nur ihre Tochter und deren Vater über ihre wahre Verbindung auf, sie akzeptiert auch ihre Rolle in diesem Gefüge beispiellos erwachsen. Ihre Ehe mit Richard hingegen entwickelt sich in immer extremeren Bahnen. Ich war wirklich glücklich über einige Entwicklungen, die Gins Eheleben betreffen.

Liebgewonnene Figuren entwickeln sich glaubwürdig weiter

Die Figuren in Bourbon Lies sind gewohnt ausgewogen. Alle handelnden Charaktere haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ihre positiven Seiten. Gerade Gin kommt in diesem Band richtig gut weg. Lanes Entwicklung war von Beginn an die beeindruckendste, wenngleich sie stellenweise auch ein wenig stereotypisch war – allerdings nur auf eine gewisse Ebene, die rasch verflog. Edwards Geschichte konnte mich auch überzeugen, da ich eine kleine Romantikerin bin, die immer noch an das Gute im Menschen glaubt. Daher ging mir bei seiner Geschichte das Herz auf.

Alles in allem ist Bourbon Lies ein gelungener Abschluss der Trilogie. Am Ende fügt sich alles wie ein perfektes Puzzle zusammen und hinterließ bei mir keine offenen Fragen. Die Lösung ist schlüssig und wirkt nicht zu konstruiert. Viele Entwicklungen und Wendungen konnten mich zufrieden stimmen, da das Leserherz voll auf seine Kosten kommt. Ich kann euch Bourbon Lies und dessen Vorgänger wärmstens empfehlen.


[Rezension] Berühre mich. Nicht.

Keine Kommentare
Titel Berühre mich. Nicht.
Reihe Ja
Band 1. Band
Autor Laura Kneidl
Übersetzer
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre YA
Preis 12,90€
Seitenzahl 464 Seiten
Bewertung

Berühre mich. Nicht.

Aufmerksame Leser meines Blog wissen, dass ich gute YA sehr schätze. Vor allem, wenn sie aus der Feder von Laura Kneidl stammt, deren Elemente der Schattenwelt-Trilogie mich vollkommen von ihrem schriftstellerischem Talent überzeugen konnten. Daher musste ich ihrem neusten Werk Berühre mich. Nicht. einfach eine Chance geben.

Und was soll ich euch sagen? Ich habe es nicht bereut, mir Berühre mich. Nicht. spontan zu kaufen. Innerhalb weniger Tage hatte ich Berühre mich. Nicht. ausgelesen und war geflasht. Nicht nur von den interessanten Figuren und dem realistischen Plot, sondern vor allem von dem unheimlichen fiesen Cliffhanger, der den Leser am Ende von Band eins erwartet und die Tage bis zum Erscheinen von Band zwei zählen lässt.

Die Figuren in Berühre mich. Nicht. sind realistisch konstruiert und liebevoll gestaltet

Die Protagonistin des Romans, Sage, hat keinen einfachen Stand im Leben. Als sie zu Beginn der Handlung in Nevada ankommt, besitzt sie außer ihrem kleinen Wagen und ihrem eisernen Willen, ihren Neubeginn zu nutzen, nichts. Aufgrund ihrer Vergangenheit, die im Verlauf der Handlung immer mehr ans Licht kommt, fällt es Sage auch nicht leicht, neue Freundschaften zu knüpfen. Vor allem ihr neuer Job verwandelt sich in eine Zerreißprobe, die sie immerzu mit ihren Problemen konfrontiert.

Mit April und Luca hat Laura Kneidl zwei wundervolle Nebenfiguren gestaltet, die mir die Lesestunden zusätzlich versüßt haben. Vor allem Luca mit seiner feinfühligen Art ist mir dabei im Gedächtnis geblieben.

Die Handlung baut sich langsam auf, ebenso die Spannung. Mit jeder Erwähnung und jedem Rückblick ist das Interesse an Sages Vergangenheit bei mir gewachsen. Und je mehr Informationen offenbar wurden, desto mehr wollte ich über alle Figuren wissen. Einen großen Anteil an diesem Interesse hat auch der gemeine Cliffhanger, der exakt am Klimax der Handlung gesetzt wurde.

Berühre mich. Nicht. ist ein fulminanter Auftaktband, der das Interesse der Leser schürt

Ihr merkt, es fällt mir schwer, meine Begeisterung im Zaum zu halten. Aktuell zähle ich die Tage bis zum Erscheinen von Band zwei, damit ich endlich herausfinden kann, wie Sages Geschichte ausgeht und ob ihre gesamte Vergangenheit offenbart wird. Vor allem aber brenne ich auf eine Antwort auf meine dringendste Frage, die ich euch aus Spoiler-Gründen hier nicht nennen werde. Leserinnen des Romans werden wissen, worauf ich hinaus möchte.

Alles in allem kann ich Berühre mich. Nicht. eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen. Lest. Dieses. Buch! Ich kann es euch vor allem dann wärmstens empfehlen, wenn ihr YA mit Tiefgang und angenehmen, wenn auch nicht unkomplizierten, Protagonisten interessiert seid.

Weitere Lesemeinungen zu Brühre mich. Nicht.:

Trallafittibooks verrät euch 10 Gründe, warum ihr Berühre mich. Nicht. lesen solltet. Weiterlesen!
Kleinbrina ist super begeistert von Berühre mich. Nicht. Warum? Weiterlesen!