[Rezension] Das Rosie-Projekt

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Titel Das Rosie-Projekt
Reihe Rosie-Dilogie
Band 1. Band
Autor Graeme Simsion
Übersetzer Annette Hahn
Illustrator
Verlag Fischer Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 368 Seiten
Bewertung

Was Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion so besonders macht? Der einzigartige Protagonist, der mich stellenweise an Sheldon Cooper aus The Big Band Theory erinnerte.

Null-Acht-Fünfzehn Protagonisten, die sich wahlweise als Mauerblümchen empfinden, obwohl sie wunderschön oder der übelste Badboy sind, der nur auf die richtige Frau wartet – mit solchen Figuren können mehr als die Hälfte der aktuellen Bestseller aufwarten. Aber einen Charakter-Protagonisten? Eher weniger. Das Rosie-Projekt hat einen solchen Protagonisten, was ich unglaublich gefeiert habe. Das Sahnehäubchen: Der Charakter der Hauptfigur Don ist weder karikiert noch unpassend dargestellt, weshalb mir das Buch gleich doppelt gut gefiel.

Dons Charakter in Das Rosie-Projekt kommt ohne Übertreibungen in der Darstellung aus

Hand aufs Herz, ich musste mich auf Dons eigensinnige Sichtweise der Dinge erst einstellen. Denn Don sieht die Welt und sein näheres recht emotionslos, wobei ihm eben dies bewusst ist. Umso spannender empfand ich das Ehefrauen-Projekt, dem sich Don den Großteil des Romans widmet. Was aus seiner Emotionslosigkeit entwickelt, ist ein herrlich rasantes Werk mit Humor, Charme und Witz. Denn eines ist Don definitiv nicht – humorlos. Gerade in Kombination mit Rosie gab es so viele Momente, in denen ich lachen konnte, dass mir das Buch mit seinen Figuren wirklich ans Herz gewachsen ist. Denn Rosie ist so ziemlich genau das, was Don nicht ist und sich insgeheim zu sein wünscht.

Dons besonderer Charakter findet sich durchgängig im Buch wider, vor allem im Schreibstil. Denn der ist geprägt von detaillierten Erklärungen und einigen Monologen, ohne dabei langweilig oder trocken zu werden. Schön empfand ich auch den Respekt, mit dem der Autor seinen Protagonisten erschaffen und geschildert hat. Er ist in jedem Wort spürbar und sorgte dafür, dass mir das Buch noch besser gefiel.

Ein Roman mit tiefgehender Grundaussage

Das Tüpfelchen auf dem I war der Plot. Denn dank einiger, wirklich sehr unterschiedlicher und grundlegend witzigen Handlungssträngen wurde es mir während der Lektüre nicht langweilig. Der Grundtenor des Romans ist dabei sehr humoristisch angehaucht, was mir zusätzlich Freude bereitete. Im Fokus des Romans steht jedoch eine sehr wichtige und tolle Aussage, nämlich mit seinen eigenen Schwächen und Stärken im Einklang zu sein. Ein Aspekt, den nicht immer jeder für sich beherzigt, aber so unheimlich wichtig ist.

Ihr merkt schon, ich gerate bei Das Rosie-Projekt ins Schwärmen und kann euch den Roman uneingeschränkt ans Herz legen. Werft einen Blick rein und gebt Don und Rosie eine Chance, euer Herz zu erobern und eure Weltsicht zu verändern.


[Rezension] Das Spiel des dunklen Prinzen

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Titel Das Spiel des dunklen Prinzen
Reihe
Band Einzelband
Autor Ney Sceatcher
Übersetzer
Illustrator
Verlag Zeilengold Verlag
Erschienen als E-Book
Genre Märchenadaption, Jugendbuch
Preis 12,99€
Seitenzahl 300 Seiten
Bewertung
© Zeilengold Verlag
© Zeilengold Verlag

Märchenadaptionen wie von Marissa Meyer finde ich außerordentlich spannend. Denn die Klassiker neu zu erzählen, ist eine echte Kunst. Daher war ich auch direkt dabei, als ich den Rezensionsaufruf zu Das Spiel des dunklen Prinzen gesehen habe. Leider wurde ich beim Lesen ein wenig enttäuscht.

Das Spiel des dunklen Prinzen: Zwischen Alice und Märchen

Das Setting selbst hat mir gut gefallen, da es nicht klar wurde, woher sich die Autorin die Inspiration holte. Für mich hatte Das Spiel des dunklen Prinzen etwas von Alice hinter den Spiegeln, was ist sehr passend fand. Abgesehen von kurzen Beschreibungen bleibt mir die Welt in die Taija gerät allerdings zu farblos. Ihre Regeln sind nicht vollständig erklärt, nur die wichtigsten Dinge werden erläutert.

Taija selbst – immerhin die Hauptfigur – konnte mich ebenfalls nicht ganz von sich überzeugen. Sie war mir ein wenig zu passiv, hinterfragte die Welt nur wenig und rutschte in eine leichte, leider nicht stärker verfolgte Liebesgeschichte. Denn gerade die Liebesbeziehung wird in Märchen viel stärker gewichtet, wodurch ich mit einer solchen – vollkommen unabhängig davon, ob glücklich oder unglücklich – gerechnet hatte.

Leider hat Das Spiel des dunklen Prinzen einige Schwächen

Den Einstieg in die Geschichte fand ich zunächst sehr vielversprechend. Taija startet in der regulären Welt und betritt durch ein Portal die Welt des dunklen Prinzen. Der Leser ist zu Beginn der Geschichte mit seiner Unwissenheit also nicht alleine, was ich generell begrüße. Allerdings verlor mich die Handlung dann stellenweise recht schnell, da innerhalb kürzester Zeit zu viele Namen und Handlungsstränge eingebracht wurden, die gegen Ende jedoch nicht fortgeführt oder erklärt werden. Gerade an Erklärungen hat es mir bei der Geschichte gemangelt und es sind für meinen Geschmack zu viele Fragen offen geblieben, die es sich zu klären gelohnt hätte. Neben einigen Handlungssträngen, die für mich vollkommen überraschend kamen, kam auch das Ende sehr plötzlich und mit nur wenigen Erklärungen. Ich war darüber sehr enttäuscht, denn ich hätte gerne gewusst, worin sich das Spiel in Das Spiel des dunklen Prinzen begründet.

Alles in allem finde ich, dass Das Spiel des dunklen Prinzen sehr viel ungenutztes Potential hatte. Stimmung und Setting des Romans haben mir gefallen, kleinere Schwächen in der Charaktergestaltung und des Plots hemmen allerdings das Lesevergnügen. Ich danke Ney Sceatcher für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Das Spiel des dunklen Prinzen.


[Rezension] Der Duft von Honig und Lavendel

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Titel Der Duft von Honig und Lavendel
Reihe
Band Einzelband
Autor Donatella Rizzati
Übersetzer Judith Schwaab
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 15,00€ [RE]
Seitenzahl 496 Seiten
Bewertung
Der Duft von Honig und Lavendel
Der Duft von Honig und Lavendel

Du suchst noch nach einem absoluten Wohlfühl-Buch mit Kuschelfaktor? Dann ist Der Duft von Honig und Lavendel von Donatella Rizzati genau das Richtige für dich!

Ich entschuldige mich bereits vorab, denn dieses Buch ist die pure Liebe! Es hat einfach das Gesamtpaket: Plot, Figuren, Handlung, Wendungen… Ich bin einfach verliebt in Der Duft von Honig und Lavendel.

Donatella Rizzati verzaubert in Der Duft von Honig und Lavendel mit ihren Figuren

Lasst mich mit den Figuren starten. Donatella Rizzati hat es geschafft, mich mit ihren Figuren zu begeistern und zu verzaubern. Denn ihre Figuren sind so liebenswert, realistisch und haben doch ihre Ecken und Kanten, dass ich einfach gar nicht anders konnte als jede der Figuren zu mögen. Allen voran Protagonistin Viola, die ein ungeheures Identifikationspotential bietet und liebt, was sie tut. Und gerade diese Leidenschaft macht sie als Figur so greifbar und lebensecht, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte einer echten Person erzählt zu bekommen. Die anderen Figuren des Romans sind ebenso detailliert und liebevoll gestaltet, sodass ich an keiner Stelle das Gefühl hatte, platte oder eindimensionale Charaktere  vor mir zu haben.

Der Plot des Romans gefiel mir beim Lesen ebenfalls sehr gut. Viola, ausgebildete Naturheilpraktikerin, zieht nach dem Tod ihres Ehemanns nach Paris, den Ort, an dem für sie alles begann. Ab diesem Punkt entspinnt sich eine Handlung, die wie aus dem Leben gegriffen scheint, das Auf und Ab emotionaler Bindungen widerspiegelt und sowohl romantische als auch überraschende Wendungen bereithält.

Donatella Rizzatis Schreibstil lässt Paris und Rom vor deinem inneren Auge wahrwerden

Das Setting von Der Duft von Honig und Lavendel ist sehr bildhaft und detailliert beschrieben. Ob nun Rom oder Paris, ich konnte die beschriebenen Plätze beim Lesen allzu deutlich vor meinem inneren Auge sehen. Kombiniert mit dem angenehmen Schreibstil der Autorin ist Der Duft von Honig und Lavendel das perfekte Buch, um einfach ein paar Stunden abzuschalten und in eine andere Welt abzutauchen. Besonders schön empfand ich den nahen Realitätsbezug und das hohe Identifikationspotential mit Viola, die sich selbst finden und ihren Platz in der Gesellschaft finden will. Probleme, die jeder von uns irgendwann durchmacht.

Ihr merkt es, ich bin unfassbar begeistert von Der Duft von Honig und Lavendel. Es hat genau die richtige Mischung aus tollen Figuren, wundervollem Setting, überraschenden Wendungen, schönem Plot und angenehmen Schreibstil. Ein Buch, das sich perfekt für regnerische Tage eignet, um zu träumen und abzutauchen. Ich danke dem Randomhouse Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Der Duft von Honig und Lavendel.


[Rezension] Asche und Phönix

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Titel Asche und Phönix
Reihe
Band Einzelband
Autor Kai Meyer
Übersetzer
Illustrator
Verlag Carlsen Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 19,99€
Seitenzahl 466 Seiten
Bewertung
Asche und Phönix
Asche und Phönix

Bücher von Kai Meyer sind immer ein Garant für grandiose Lesestunden. Umso gespannter war ich auf seinen Einzelband Asche und Phönix. Denn er schafft es wie kein zweiter, die Grenze zwischen Realität und Phantastik so zerfließen zu lassen.

Die Handlung des Romans beginnt zunächst sehr gemäßigt und normal. Protagonistin und Überlebenskünstlerin Ash, die sich ihr Gehalt als Zimmermädchen in distinguierten Hotels durch kleinere Diebstähle aufbessert, trifft auf den Schauspieler und Teenieschwarm Parker, der sie beim Einbruch in sein Hotelzimmer überrascht. Was bis hierhin nach Klischee schreit, ist nicht im Geringsten klischeebeladen, denn statt Parker anzuhimmeln hegt Ash eine tiefe Abneigung. Und auch Parker ist nicht so, wie es der Schein verspricht. Denn Parker sieht in Ash seine Chance, aus dem Medienrummel um seine Person zu entkommen.

In Asche und Phönix verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantastik

Ab dieser Stelle entspinnt sich ein Plot, der mir sehr gut gefallen hat. Denn die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gehen auf eine gemeinsame Reise, bei der die Grenzen zwischen Realität und Phantastik immer weiter verschwimmen. Denn Parker wird nicht nur durch die Medien, sondern auch durch ein mythologisches Wesen gejagt.

Ash und Parker haben mir als Figuren unheimlich gut gefallen. Denn zum einen spielen sie mit gewissen Klischees, zum anderen hatten sie Ecken und Kanten, die sie greifbarer wirken ließen. Ash gefiel mir mit ihrer toughen und selbstbewussten Art unglaublich gut, wobei auch ihre verletzliche Seite sehr angenehm war. Im Zusammenspiel mit Parker mochte ich ihren bissigen und pointierten Humor. Parker hingegen hat mehr Tiefgang, als man zu Beginn vermutet hätte. Seine bedachte Art konnte mich von ihm überzeugen.

Asche und Phönix ist ein gelungener Meyer: Sprachlich und inhaltlich ausgefeilt

Sprachlich ist Asche und Phönix gewohnt ausgefeilt und weiß zu überzeugen. Sein Händchen für Mythologie konnte er ebenfalls wieder ausspielen, denn die Wesen aus der altgriechischen Mythologie sind gekonnt eingebaut und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.

Auch wirkt die Liebesgeschichte zwischen Parker und Ash dabei ebenso wenig klischeehaft wie die beiden Figuren selbst. Schön fand ich, dass sich die Bande zwischen den beiden vorsichtig und langsam knüpfen. Dabei ist die Gesamthandlung nicht etwa auf die Liebesgeschichte ausgerichtet, sondern die mythologische Jagd, wodurch der Liebesaspekt zur netten Ergänzung und nicht zum Hauptstrang des Plots wird.

Alles in allem bin ich wirklich sehr begeistert von Asche und Phönix und kann es euch wärmstens ans Herz legen. Plot, Figuren, Sprache und Entwicklung haben für mich perfekt zusammengepasst und keinen Wunsch offen gelassen.


[Rezension] Unser Platz in dieser Welt

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Titel Unser Platz in dieser Welt
Reihe
Band Einzelband
Autor Luisa Strunk
Übersetzer
Illustrator Laura Newman
Verlag Selfpublish
Erschienen als Taschenbuch, E-Book
Genre YA
Preis 14,99€
Seitenzahl 444 Seiten
Bewertung
Unser Platz in dieser Welt
Unser Platz in dieser Welt

Als ich durch den Facebook-Aufruf der Autorin Luisa Strunk auf ihr Erstlingswerk Unser Platz in dieser Welt aufmerksam wurde, wusste ich noch nicht, dass mich ein unheimlich emotionaler und realistischer Roman erwarten würde. Da mich die Thematik des Buchs sehr interessierte, versuchte ich mein Glück und durfte Unser Platz in dieser Welt tatsächlich lesen!

Unser Platz in dieser Welt ist ein Buch, das einem im Hier und Jetzt abholt

Die Grundidee von Unser Platz in dieser Welt könnte gar nicht realistischer sein – wodurch viel Raum für Identifikation entsteht. Denn die Protagonistin Marie wird in der Schule von allen geschnitten und gemobbt. Auch Gespräche mit den Lehrern führen zu nichts, sehen diese doch die Schuld für ihre Isolation in Maries zurückhaltendem Verhalten. Doch dieses Buch ist in erster Linie kein Anti-Mobbing-Buch, sondern ein Buch darüber, was wahre Freundschaft bewirken und verändern kann.

Schön war es unter anderem auch, eine Protagonistin mit realistischen und alltäglichen Problemen zu haben. Kein Mauerblümchen, das nur nicht weiß, wie hübsch es in Wahrheit ist, sondern ein Mädchen, das sich Mobbing ausgesetzt sieht und seinen wahren Platz in der Welt sucht. Auch braucht Unser Platz in dieser Welt keine aufwendige Fantasywelt, sondern überzeugt mit Emotionen und Tiefe.

Getragen wird die Handlung vor allem durch Maries Gedanken und Gefühlen, die wir aus erster Hand miterleben. Durch einige Rückblicke und Einschübe wird klarer, wie es zu Maries Situation kam. Dabei schafft es Luisa Strunk, sehr emotional zu schreiben, ohne übertrieben oder gewollt zu wirken. Ich hatte das Gefühl, dass Marie mir ihre Lebensgeschichte persönlich erzählt, wodurch ich nochmal stärker berührt wurde.

Protagonistin Marie bietet eine hohe Identifikationsmöglichkeit für eine Vielzahl an Leserinnen

Dies liegt zu einem großen Teil an den liebevoll gestalteten und sehr gelungenen Figuren. Allen voran Marie wirkt sehr echt, emotional und greifbar. Besonders schön finde ich, dass Marie eine Leseratte und Serienjunkie ist. Die vielen Buchanspielungen sind sehr gelungen integriert und passen perfekt zu Marie. Als Vielleserin konnte ich mich direkt mit Marie identifizieren, da ihre Liebe zu den Büchern und die Vergleiche mit Buchcharakteren sie direkt sympathisch machen. Auch zeigen die intertextuellen Bezüge die große Liebe der Autorin zu Büchern.

Aber auch Pia mit ihrer direkten Art und Gwen, mit ihrer versteckten Melancholie, die im Verlauf des Buchs beide noch wichtig werden, konnten mich mit ihrer Tiefe überzeugen. Die anderen Figuren bleiben, ihrer Rolle in der Romanhandlung bedingt, etwas blasser, ohne dabei aber flach zu wirken. Ich hatte stellenweise wirklich das Gefühl, zurück in die neunte Klasse gebeamt worden zu sein, in der das Thema Mobbing besonders heikel war.

Aber wie gesagt: Unser Platz in dieser Welt ist ein Buch, in dem es um Freundschaft geht. Um große Gefühle, die erste Liebe und darüber, das Freundschaft Berge versetzen kann. Unser Platz in dieser Welt ist unfassbar emotional, sodass ich das Buch nicht nur in Rekordzeit verschlingen musste, sondern während der Zugfahrt mehrfach den Tränen oder einem Lachanfall nahe war.  Vor allem beim Ende bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Warum, das verrate ich euch nicht. Das findet ihr am besten selbst heraus.

Ihr merkt es, ich habe Unser Platz in dieser Welt von Luisa Strunk ins Herz geschlossen. Oder mit anderen Worten: Das Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Plot, Idee, Figuren, Sprache und Umsetzung, es hat einfach alles gepasst. Ich kann also gar nicht anders, als euch Unser Platz in dieser Welt als absolute Leseempfehlung ans Herz zu legen. Ich möchte mich auch auf diesem Wege noch mal bei der Autorin Luisa Strunk für die Möglichkeit bedanken, Unser Platz in dieser Welt vor der offiziellen Erscheinung am 25.04.208 lesen zu dürfen.


[Rezension] Medici – Die Macht des Geldes

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Titel Medici – Die Macht des Geldes
Reihe Medici
Band 1. Band
Autor Matteo Strukul
Übersetzer Christine Heinzius, Ingrid Exo
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 12,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung

Historische Romane und ich? Große Liebe! Wenn sie dann noch zusätzlich im Italien der Renaissance verortet sind, bin ich Feuer und Flamme. Glücklicherweise konnte mich der erste Band der Trilogie Medici – Die Macht des Geldes auch in Sachen Plot und Figuren überzeugen.

Medici – Die Macht des Geldes ein historischer Roman mit Detailverliebtheit

Der historische Aspekt ist mir bei Büchern dieses Genres immer besonders wichtig. Denn nichts ist schlimmer, als aufgesetzte Historizität, die schlecht recherchiert ist und aufgesetzt wirkt. Denn Historizität sollte nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern ein gut eingebautes Setting sein. Umso glücklicher war ich, als der erste Band bereits von der ersten Seite an mit Authentizität punkten konnte. Denn der Autor hat sich direkt eine der wichtigsten Familien Italiens herausgesucht: Die Medici. Und er konnte mich mit ihrer Darstellung vollkommen von sich überzeugen.

Was bei Figuren mit historisch bezeugtem Hintergrund besonders schwierig ist, ist die Kombination aus Fiktion und Fakten. Denn der Autor muss die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung für sein fiktives Werk nutzen und in seinem Sinne ausfüllen. Matteo Strukul hat in seinem Roman bewiesen, dass er diese Kunst beherrscht. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Figuren in Medici – Die Macht des Geldes unpassend oder schlecht recherchiert sind. Ganz im Gegenteil konnte er mich mit seiner unfassbaren Detailverliebtheit und umfassenden Recherche von sich überzeugen. Die Figuren wirken sehr greifbar und echt, mit guten wie schlechten Charaktereigenschaften.

Matteo Strukul schafft es, die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung glaubwürdig zu füllen

Der Plot gefiel mir ebenfalls sehr gut. Zwar ist mir die Geschichte der Medici grundlegend ein Begriff, im Detail kenne ich sie allerdings nicht. Die historische Authentizität des Autors zieht sich durch alle Belange: das Setting, die Familiengeschichte und die Figuren. Demnach ist es keine Überraschung was passiert, das Wie und die Gestaltung des Autors stehen dafür umso mehr im Vordergrund.

Ich muss gestehen, dass ich mich sehr auf den zweiten Teil der Trilogie freue und gespannt bin, welche Intrigen und Wendungen noch auf die berühmte Familie zukommen. Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Medici – Die Macht des Geldes.


[Rezension] Honigmilchtage

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Titel Honigmilchtage
Reihe
Band Einzelband
Autor Julia Rogasch
Übersetzer
Illustrator
Verlag Forever Ullstein Verlag
Erschienen als E-Book
Genre Frauenroman
Preis 3,99€
Seitenzahl 391 Seiten
Bewertung

Honigmilchtage ist eines dieser Bücher, dessen Titel unglaublich verheißungsvoll klingt und einem ein Wohlgefühl verspricht. Leider konnte Julia Rogaschs Nordseeroman nicht das halten, was er mir versprach.

Honigmilchtage: Viel ungenutztes Potential

Honigmilchtage hatte in meinen Augen viel Potential, das absolute Wohlfühl-Buch zu werden. Aber leider wurde die Vorhersehbarkeit des Plots dem Roman zum Verhängnis. Denn selbst die schönste Idee konnte mich nicht umhauen, wenn die Figuren einfach zu klischeebeladen waren. Wirklich schade um eine wirklich schöne Idee.

Beginnen wir doch mit den Figuren. Protagonistin Carla ist unzufrieden in ihrem Job, weiß aber nicht recht, was sie mit sich anfangen soll. Soll sie kündigen? Den Sprung in die ungewisse Zukunft wagen? Immerhin hat sie ihren Traummann mit super Job, der sie im schlimmsten Fall auffangen würde. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und das Leben entscheidet für Carla. Was mich hieran störte: Carla trifft keine wirklich selbstbestimmte Entscheidung, sondern lässt sich einfach treiben. Und so geht es im Laufe des Romans weiter. Ihren neuen Job als Motivationscoach empfand ich tatsächlich als ziemlich unpassend, denn gerade sie, die Ratschläge verteilt, hält sie selbst nicht ein.

Hinzu kommt, dass ich einige Wendungen sehr vorhersehbar fand: Die Geschichte um Carlas Schwester Marie, den Abschnitt mit Julius‘ Krankheit und schlussendlich die Wendung, die Carla gegen Ende des Romans selbst betrifft, konnten mich allesamt nicht überzeugen, da ich sie als zu klischeehaft empfand. In der Kombination waren sie mir leider zu viel des Guten.

Vorhersehbar und klischeehaft

Statt eines Wohlfühlbuchs, das der Titel schon verspricht, habe ich einen Roman bekommen, der so viel mehr Potential hatte, als er nutzte. Die Protagonistin empfand ich als sehr widersprüchlich, den Plot vorhersehbar und klischeebeladen. Den Figuren hätte ein wenig mehr Tiefe sowie mehr Ecken und Kanten wirklich gut getan. Denn alle Figuren sind immer nett, lieb und hilfsbereit. Wirkliches Krisenpotential gibt es eigentlich bei keiner der Figuren – nicht mal bei der Super-Ex von Julius.

Alles in allem konnte mich Honigmilchtage leider nicht von sich überzeugen. Die gesamte Handlung war einfach zu nett und vorhersehbar, um mir wirklich das Gefühl zu geben, mit den Figuren mitfiebern zu können. Auch konnten mich viele der Probleme der Protagonistin nicht wirklich berühren, was für mich ein wichtiger Punkt ist. Als positiv empfinde ich jedoch die Realitätsnähe der Probleme, da es sich um Probleme des tatsächlichen Alltags handelt. Für einige Stunden Muße und Entspannung ist Honigmilchtage gut geeignet.


[Rezension] Verliere mich. Nicht.

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Titel Verliere mich. Nicht.
Reihe Sage-Dilogie
Band 2. Band
Autor Laura Kneidl
Übersetzer
Illustrator
Verlag Bastei Lübbe
Erschienen als Taschenbuch
Genre YA
Preis 12,90€
Seitenzahl 469 Seiten
Bewertung

Von Laura Kneidls Berühre mich. Nicht. war ich letztes Jahr super begeistert.  Umso gespannter war ich auf den zweiten Teil der Dilogie Verliere mich. Nicht. Was ich von Verliere mich. Nicht. denke, verrate ich euch heute.

Der gemeine Cliffhanger am Ende des ersten Teils hatte mich sehr rat- und rastlos zurückgelassen. Mit anderen Worten: Ich musste den nächsten Band unbedingt in die Finger bekommen, um das Ende zu erfahren. Glücklicherweise beginnt der zweite Teil der Romanhandlung unmittelbar an dem Punkt, an dem Band eins endete.

Verliere mich. Nicht. beginnt mit großen Emotionen

Gefühlsmäßig startet man in den Abschlussband der Dilogie mit sehr viel Verzweiflung. Denn Sages Glück mit Luca war nur von kurzer Dauer. Umso härter trifft Sage die derzeitige Situation. Denn in Folge ihrer Probleme verliert sie sämtliche Entwicklungsschritte, die sie im ersten Band so hart erkämpfte. In meinen Augen war dies zu einem Stück weit gut dargestellt und nachvollziehbar – Hand aufs Herz: Wer von euch war nach einer Trennung noch nicht am Boden zerstört? – zumal Sage mit einer Angststörung zu kämpfen hat. An einigen Stellen tendierte ihr Verhalten doch ein wenig ins Melodramatische, was ich ihr aber durchaus verzeihen konnte.

Luca war, wie auch schon im ersten Band, mein heimlicher Liebling. Dass sein Ego verletzt ist hindert ihn nicht daran, ein unglaublich liebevoller Mensch zu bleiben und mein Leserinnenherz zum Hüpfen zu bringen. Wenn ich mir einen heimlichen Book-Boyfriend aussuchen müsste, es wäre Luca.

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es doch…

Der Plot des zweiten Teils konnte mich mitreißen und überzeugen, was man nicht zuletzt auch an der Lesezeit bemerkt. Verliere mich. Nicht. habe ich binnen kürzester Zeit verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Für mich hatte die Handlung viele spannende und temporeiche Momente, die mich zum Weiterlesen animierten. Vor allem Sages Familiensituation interessierte mich, da sie doch einen sehr wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit ausmacht. Ich muss an dieser Stelle leider auch einen kleinen Negativpunkt anmerken: Denn exakt dieser Handlungsstrang wurde mir ein wenig zu schnell abgehandelt. Ein paar Seiten mehr und ein bisschen weniger Tempo hätten meiner Meinung nach der Entwicklung gut getan, um sie realistischer wirken zu lassen.

Alles in allem bin ich mit Verliere mich. Nicht. sehr zufrieden und kann mich mit dem Ende super arrangieren. Als kleine Romantikerin hatte ich auch hier wieder emotionale Hach-Momente, die mich überzeugen konnten. Die Stimmung, gerade zu Beginn des Romans, ist ein wenig dunkler als in Band eins, was ich themenbedingt aber sehr passend fand. Trotz kleinerer Schwächen ist Verliere mich. Nicht. eine absolute Leseempfehlung für alle YA-Fans.

Weitere Lesemeinungen zu Verliere mich. Nicht.:

Verliere mich. Nicht. konnte Kleinbrina ebenso begeistern, wie Band 1. Weiterlesen!


[Rezension] Der König der Gaukler

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Titel Der König der Gaukler
Reihe
Band Einzelband
Autor Andreas Otter
Übersetzer
Illustrator
Verlag Selfpublish
Erschienen als E-Book
Genre Historischer Roman
Preis 14,99€ (als TB) [LE]
Seitenzahl 382 Seiten
Bewertung

Bei keinem Buch habe ich mich am Ende so geärgert, wie bei Der König der Gaukler von Andreas Otter. Denn in Punkto „Kill your Darlings“ braucht der Autor definitiv keinerlei Nachhilfe.

Aber fangen wir von vorne an. Als ich bei der Lovelybooks Leserunde zu Der König der Gaukler als Gewinnerin ausgelost wurde, habe ich mich sehr gefreut. Denn das Buch war mir bereits zuvor ein Begriff – umso größer war dann meine Freude, dabei zu sein.

Der König der Gaukler – ein historischer Roman über Außenseiter

Die Romanhandlung ist in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Deutschland verortet. Die Darstellung der Städte und Gesellschaft war sehr akkurat und gut recherchiert. Ich hatte an keiner Stelle des Romans das Gefühl, dass der historische Aspekt schlecht getroffen oder nur Fassade sei. Die historische Authentizität bei historischen Romanen von besonderem  Stellenwert für mich. In diesem Punkt war ich vollkommen zufrieden. Von Beginn bis Ende hat in Sachen Setting für mich einfach alles gepasst.

Der Plot war ebenfalls sehr spannend. Thematisch dreht sich in Der König der Gaukler alles um die wohl größten Außenseiter des Mittelalters: Die Juden und Gaukler. Umso schöner war es, dass die beiden Protagonisten des Romans aus eben jenen Bevölkerungsgruppen stammen und nicht stereotypisch dargestellt werden. Der Einstieg, gerade in Annas  Part der Geschichte, war sehr emotional und aufwühlend. Mit Simon hatte ich so meine Probleme, da er mich zu Beginn der Geschichte sehr stark befremdete, mich schlussendlich dann aber doch noch von sich überzeugen konnte. Die Gauklertruppe, denen sich die beiden anschließen, war mir sehr sympathisch. Umso tragischer empfand ich all die Wendungen und Entscheidungen, die im Laufe der Geschichte passierten. An dieser Stelle möchte ich euch aber nicht zu viel verraten, lest selbst.

Die Darstellung der Figuren fand ich durchgängig sehr realistisch und echt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Rolle der Figur unpassend oder aufgesetzt wirkte. Von Stereotypen keine Spur. Daher hatte ich beim Lesen großen Spaß und habe bei jeder Figur mitgelitten, gehofft und gebangt.

Das Ende des Romans oder Das Leben ist kein Ponyhof

Woran ich stark zu knabbern hatte, war das Ende. Das Ende ist gut und passend – keine Frage – es hat mich nur sehr emotional zurückgelassen, weil ich nach all den Wendungen und Überraschungen doch die Hoffnung auf ein romantisches Happy End hatte. Aber was soll ich sagen, das Leben ist eben kein Ponyhof. Das Ende des Romans ist passt konsequent zur Handlung und zum Verlauf des Romans, mein kleines Romantikerinnenherz hat es allerdings angeknackst.

Alles in allem hatte ich viel Spaß beim Lesen von Der König der Gaukler und bin überaus dankbar für die Bereitstellung eines Leseexemplars im Zuge der Lovelybooks Leserunde. Ich kann das Buch LeserInnen empfehlen, die spannende historische Romane mit Authentizität schätzen. Ich danke Lovelybooks und Andreas Otter herzlich für die Bereitsstellung eines Leseexemplars von Der König der Gaukler.


[Rezension] Die Liebe trägt Weiß

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Titel Die Liebe trägt Weiß
Reihe
Band Einzelband
Autor Lauren Weisberger
Übersetzer Heike Reissig
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€
Seitenzahl 416 Seiten
Bewertung
Die Liebe trägt Weiß
Die Liebe trägt Weiß

Spätestens nach ihrem Bestseller Der Teufel trägt Prada ist Lauren Weisberger ein Garant für gute Unterhaltung in Buchform. Besagten Titel liebe ich als Verfilmung mit Merryl Streep und Anne Hathaway, weshalb Die Liebe trägt Weiß unbedingt bei mir einziehen musste.

Lauren Weisbergers Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen, flüssig und spritzig. Ich liebe ihren bissigen Sarkasmus, mit dem sie einige ihrer Figuren immer ausstattet, sehr. Die Kombination aus Schreibstil, Plot und Figuren hat mir gut gefallen, auch wenn die Handlung stellenweise recht vorhersehbar war. Dennoch konnte das Buch auf ganzer Linie überzeugen und mich begeistern, denn während des Lesens habe ich sehr oft laut lachen können.

 Charlie ist eine Protagonistin der etwas anderen Art – sie hat einen Plan!

Was mir positiv aufgefallen ist, ist Charlie. Sie ist eine aufstrebende Tennisspielerin, die kurz vor dem Höhepunkt ihrer Karriere ihren Tiefpunkt erreicht. Doch statt aufzugeben, kämpft sie für ihren Traum und behält ihn fest im Auge, wobei das nicht spurlos an ihr vorbeigeht. Denn ihr Weg ist hart und anstrengend und kommt nicht ohne charakterliche Veränderungen daher. Beides empfand ich als sehr realistisch dargestellt. Denn Charlie, die zu Beginn das süße Mädchen von neben an ist, wird zur erfolgsverwöhnten Kratzbürste und erfüllt so ziemlich jedes Klischee, das es über Prominente gibt.

Die Liebe trägt Weiß ist voller guter Einfälle

Zwar ist die Handlung des Romans recht vorhersehbar – niemand würde ein Buch über eine Spitzensportlerin schreiben, die nicht versucht, ihren Traum zu leben – dafür aber voll guter Ideen. Auch ist das Leben eines Sportlers sehr detailverliebt dargestellt und wirkt einfach real. Die Figuren haben es mir allerdings besonders angetan, denn Charlies Entwicklung ist sehr faszinierend und hat mir mitunter am besten gefallen. Dem Titel entsprechend darf ein heißes Loveinterest natürlich nicht fehlen, wobei man bei Die Liebe trägt Weiß die Auswahl hat. Wer das Buch schon kennt, weiß, worauf ich hinaus will. Keine Sorge: Es ist kein Liebesdreieck!

Alles in allem kann ich euch Die Liebe trägt Weiß als netten Buch-Snack für zwischendurch wärmstens empfehlen. Lauren Weisbergers Stil sticht auch hier deutlich hervor, sodass Freunde des gepflegten Sarkasmus voll auf ihre Kosten kommen werden. Ich danke dem Goldmann Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.