[Rezension] Das Rosie-Projekt

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Titel Das Rosie-Projekt
Reihe Rosie-Dilogie
Band 1. Band
Autor Graeme Simsion
Übersetzer Annette Hahn
Illustrator
Verlag Fischer Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 368 Seiten
Bewertung

Was Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion so besonders macht? Der einzigartige Protagonist, der mich stellenweise an Sheldon Cooper aus The Big Band Theory erinnerte.

Null-Acht-Fünfzehn Protagonisten, die sich wahlweise als Mauerblümchen empfinden, obwohl sie wunderschön oder der übelste Badboy sind, der nur auf die richtige Frau wartet – mit solchen Figuren können mehr als die Hälfte der aktuellen Bestseller aufwarten. Aber einen Charakter-Protagonisten? Eher weniger. Das Rosie-Projekt hat einen solchen Protagonisten, was ich unglaublich gefeiert habe. Das Sahnehäubchen: Der Charakter der Hauptfigur Don ist weder karikiert noch unpassend dargestellt, weshalb mir das Buch gleich doppelt gut gefiel.

Dons Charakter in Das Rosie-Projekt kommt ohne Übertreibungen in der Darstellung aus

Hand aufs Herz, ich musste mich auf Dons eigensinnige Sichtweise der Dinge erst einstellen. Denn Don sieht die Welt und sein näheres recht emotionslos, wobei ihm eben dies bewusst ist. Umso spannender empfand ich das Ehefrauen-Projekt, dem sich Don den Großteil des Romans widmet. Was aus seiner Emotionslosigkeit entwickelt, ist ein herrlich rasantes Werk mit Humor, Charme und Witz. Denn eines ist Don definitiv nicht – humorlos. Gerade in Kombination mit Rosie gab es so viele Momente, in denen ich lachen konnte, dass mir das Buch mit seinen Figuren wirklich ans Herz gewachsen ist. Denn Rosie ist so ziemlich genau das, was Don nicht ist und sich insgeheim zu sein wünscht.

Dons besonderer Charakter findet sich durchgängig im Buch wider, vor allem im Schreibstil. Denn der ist geprägt von detaillierten Erklärungen und einigen Monologen, ohne dabei langweilig oder trocken zu werden. Schön empfand ich auch den Respekt, mit dem der Autor seinen Protagonisten erschaffen und geschildert hat. Er ist in jedem Wort spürbar und sorgte dafür, dass mir das Buch noch besser gefiel.

Ein Roman mit tiefgehender Grundaussage

Das Tüpfelchen auf dem I war der Plot. Denn dank einiger, wirklich sehr unterschiedlicher und grundlegend witzigen Handlungssträngen wurde es mir während der Lektüre nicht langweilig. Der Grundtenor des Romans ist dabei sehr humoristisch angehaucht, was mir zusätzlich Freude bereitete. Im Fokus des Romans steht jedoch eine sehr wichtige und tolle Aussage, nämlich mit seinen eigenen Schwächen und Stärken im Einklang zu sein. Ein Aspekt, den nicht immer jeder für sich beherzigt, aber so unheimlich wichtig ist.

Ihr merkt schon, ich gerate bei Das Rosie-Projekt ins Schwärmen und kann euch den Roman uneingeschränkt ans Herz legen. Werft einen Blick rein und gebt Don und Rosie eine Chance, euer Herz zu erobern und eure Weltsicht zu verändern.


[Rezension] Der Duft von Honig und Lavendel

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Titel Der Duft von Honig und Lavendel
Reihe
Band Einzelband
Autor Donatella Rizzati
Übersetzer Judith Schwaab
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 15,00€ [RE]
Seitenzahl 496 Seiten
Bewertung
Der Duft von Honig und Lavendel
Der Duft von Honig und Lavendel

Du suchst noch nach einem absoluten Wohlfühl-Buch mit Kuschelfaktor? Dann ist Der Duft von Honig und Lavendel von Donatella Rizzati genau das Richtige für dich!

Ich entschuldige mich bereits vorab, denn dieses Buch ist die pure Liebe! Es hat einfach das Gesamtpaket: Plot, Figuren, Handlung, Wendungen… Ich bin einfach verliebt in Der Duft von Honig und Lavendel.

Donatella Rizzati verzaubert in Der Duft von Honig und Lavendel mit ihren Figuren

Lasst mich mit den Figuren starten. Donatella Rizzati hat es geschafft, mich mit ihren Figuren zu begeistern und zu verzaubern. Denn ihre Figuren sind so liebenswert, realistisch und haben doch ihre Ecken und Kanten, dass ich einfach gar nicht anders konnte als jede der Figuren zu mögen. Allen voran Protagonistin Viola, die ein ungeheures Identifikationspotential bietet und liebt, was sie tut. Und gerade diese Leidenschaft macht sie als Figur so greifbar und lebensecht, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte einer echten Person erzählt zu bekommen. Die anderen Figuren des Romans sind ebenso detailliert und liebevoll gestaltet, sodass ich an keiner Stelle das Gefühl hatte, platte oder eindimensionale Charaktere  vor mir zu haben.

Der Plot des Romans gefiel mir beim Lesen ebenfalls sehr gut. Viola, ausgebildete Naturheilpraktikerin, zieht nach dem Tod ihres Ehemanns nach Paris, den Ort, an dem für sie alles begann. Ab diesem Punkt entspinnt sich eine Handlung, die wie aus dem Leben gegriffen scheint, das Auf und Ab emotionaler Bindungen widerspiegelt und sowohl romantische als auch überraschende Wendungen bereithält.

Donatella Rizzatis Schreibstil lässt Paris und Rom vor deinem inneren Auge wahrwerden

Das Setting von Der Duft von Honig und Lavendel ist sehr bildhaft und detailliert beschrieben. Ob nun Rom oder Paris, ich konnte die beschriebenen Plätze beim Lesen allzu deutlich vor meinem inneren Auge sehen. Kombiniert mit dem angenehmen Schreibstil der Autorin ist Der Duft von Honig und Lavendel das perfekte Buch, um einfach ein paar Stunden abzuschalten und in eine andere Welt abzutauchen. Besonders schön empfand ich den nahen Realitätsbezug und das hohe Identifikationspotential mit Viola, die sich selbst finden und ihren Platz in der Gesellschaft finden will. Probleme, die jeder von uns irgendwann durchmacht.

Ihr merkt es, ich bin unfassbar begeistert von Der Duft von Honig und Lavendel. Es hat genau die richtige Mischung aus tollen Figuren, wundervollem Setting, überraschenden Wendungen, schönem Plot und angenehmen Schreibstil. Ein Buch, das sich perfekt für regnerische Tage eignet, um zu träumen und abzutauchen. Ich danke dem Randomhouse Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Der Duft von Honig und Lavendel.


[Rezension] Medici – Die Macht des Geldes

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Titel Medici – Die Macht des Geldes
Reihe Medici
Band 1. Band
Autor Matteo Strukul
Übersetzer Christine Heinzius, Ingrid Exo
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 12,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung

Historische Romane und ich? Große Liebe! Wenn sie dann noch zusätzlich im Italien der Renaissance verortet sind, bin ich Feuer und Flamme. Glücklicherweise konnte mich der erste Band der Trilogie Medici – Die Macht des Geldes auch in Sachen Plot und Figuren überzeugen.

Medici – Die Macht des Geldes ein historischer Roman mit Detailverliebtheit

Der historische Aspekt ist mir bei Büchern dieses Genres immer besonders wichtig. Denn nichts ist schlimmer, als aufgesetzte Historizität, die schlecht recherchiert ist und aufgesetzt wirkt. Denn Historizität sollte nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern ein gut eingebautes Setting sein. Umso glücklicher war ich, als der erste Band bereits von der ersten Seite an mit Authentizität punkten konnte. Denn der Autor hat sich direkt eine der wichtigsten Familien Italiens herausgesucht: Die Medici. Und er konnte mich mit ihrer Darstellung vollkommen von sich überzeugen.

Was bei Figuren mit historisch bezeugtem Hintergrund besonders schwierig ist, ist die Kombination aus Fiktion und Fakten. Denn der Autor muss die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung für sein fiktives Werk nutzen und in seinem Sinne ausfüllen. Matteo Strukul hat in seinem Roman bewiesen, dass er diese Kunst beherrscht. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Figuren in Medici – Die Macht des Geldes unpassend oder schlecht recherchiert sind. Ganz im Gegenteil konnte er mich mit seiner unfassbaren Detailverliebtheit und umfassenden Recherche von sich überzeugen. Die Figuren wirken sehr greifbar und echt, mit guten wie schlechten Charaktereigenschaften.

Matteo Strukul schafft es, die Grauzonen der historischen Geschichtsschreibung glaubwürdig zu füllen

Der Plot gefiel mir ebenfalls sehr gut. Zwar ist mir die Geschichte der Medici grundlegend ein Begriff, im Detail kenne ich sie allerdings nicht. Die historische Authentizität des Autors zieht sich durch alle Belange: das Setting, die Familiengeschichte und die Figuren. Demnach ist es keine Überraschung was passiert, das Wie und die Gestaltung des Autors stehen dafür umso mehr im Vordergrund.

Ich muss gestehen, dass ich mich sehr auf den zweiten Teil der Trilogie freue und gespannt bin, welche Intrigen und Wendungen noch auf die berühmte Familie zukommen. Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Medici – Die Macht des Geldes.


[Rezension] Die Liebe trägt Weiß

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Titel Die Liebe trägt Weiß
Reihe
Band Einzelband
Autor Lauren Weisberger
Übersetzer Heike Reissig
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman
Preis 9,99€
Seitenzahl 416 Seiten
Bewertung
Die Liebe trägt Weiß
Die Liebe trägt Weiß

Spätestens nach ihrem Bestseller Der Teufel trägt Prada ist Lauren Weisberger ein Garant für gute Unterhaltung in Buchform. Besagten Titel liebe ich als Verfilmung mit Merryl Streep und Anne Hathaway, weshalb Die Liebe trägt Weiß unbedingt bei mir einziehen musste.

Lauren Weisbergers Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen, flüssig und spritzig. Ich liebe ihren bissigen Sarkasmus, mit dem sie einige ihrer Figuren immer ausstattet, sehr. Die Kombination aus Schreibstil, Plot und Figuren hat mir gut gefallen, auch wenn die Handlung stellenweise recht vorhersehbar war. Dennoch konnte das Buch auf ganzer Linie überzeugen und mich begeistern, denn während des Lesens habe ich sehr oft laut lachen können.

 Charlie ist eine Protagonistin der etwas anderen Art – sie hat einen Plan!

Was mir positiv aufgefallen ist, ist Charlie. Sie ist eine aufstrebende Tennisspielerin, die kurz vor dem Höhepunkt ihrer Karriere ihren Tiefpunkt erreicht. Doch statt aufzugeben, kämpft sie für ihren Traum und behält ihn fest im Auge, wobei das nicht spurlos an ihr vorbeigeht. Denn ihr Weg ist hart und anstrengend und kommt nicht ohne charakterliche Veränderungen daher. Beides empfand ich als sehr realistisch dargestellt. Denn Charlie, die zu Beginn das süße Mädchen von neben an ist, wird zur erfolgsverwöhnten Kratzbürste und erfüllt so ziemlich jedes Klischee, das es über Prominente gibt.

Die Liebe trägt Weiß ist voller guter Einfälle

Zwar ist die Handlung des Romans recht vorhersehbar – niemand würde ein Buch über eine Spitzensportlerin schreiben, die nicht versucht, ihren Traum zu leben – dafür aber voll guter Ideen. Auch ist das Leben eines Sportlers sehr detailverliebt dargestellt und wirkt einfach real. Die Figuren haben es mir allerdings besonders angetan, denn Charlies Entwicklung ist sehr faszinierend und hat mir mitunter am besten gefallen. Dem Titel entsprechend darf ein heißes Loveinterest natürlich nicht fehlen, wobei man bei Die Liebe trägt Weiß die Auswahl hat. Wer das Buch schon kennt, weiß, worauf ich hinaus will. Keine Sorge: Es ist kein Liebesdreieck!

Alles in allem kann ich euch Die Liebe trägt Weiß als netten Buch-Snack für zwischendurch wärmstens empfehlen. Lauren Weisbergers Stil sticht auch hier deutlich hervor, sodass Freunde des gepflegten Sarkasmus voll auf ihre Kosten kommen werden. Ich danke dem Goldmann Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


[Rezension] Caraval – Es ist nur ein Spiel

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Titel Caraval – Es ist nur ein Spiel
Reihe Caraval
Band 1. Band
Autor Stephanie Garner
Übersetzer Diana Bürgel
Illustrator
Verlag Piper Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy
Preis 10,00€
Seitenzahl 400 Seiten
Bewertung
Caraval
Caraval

Als mit mein Freund zum Geburtstag Caraval schenkte, war ich überglücklich und wollte es sofort lesen. Allerdings musste der Roman dann doch noch einige Monate auf dem TBR warten, bevor ich ihn nach Weihnachten endlich aus dem Regal befreite.

Da der Hype um Caraval ein wenig an mir vorbeiging, konnte ich vollkommen spoilerfrei und mit angebrachten Erwartungen an das Buch herangehen. Was ich erhielt, stellte mich nicht nur zufrieden, sondern bereitete mir große Lesefreude und Lust auf den zweiten Teil.

Caraval ist ein magisches Buch, das vor Außergewöhnlichkeit nur so sprudelt

Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich von Caraval halten soll. Die beiden Schwestern Scarlett und Donatella leben in der Obhut ihres gewalttätigen Vaters und flüchten, um Teil des legendärsten Spiels zu werden, das ihre Welt kennt: Caraval. Die Orientierung in dem turbulenten, verwirrenden und facettenreichen Spiel fiel mir am Anfang nicht immer leicht, konnte mich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber vollkommen auf die Reise einlassen.

Scarlett ist eine sehr ansprechende Protagonistin. Sie sorgt sich stark um ihre Schwester, hofft aber trotz ihrer Vergangenheit auf eine glückliche Zukunft fern von ihrem Vater. Das legendäre Spiel ist ein Kindheitstraum, der sich kurz vor ihrer Hochzeit erfüllt – zum für Scarlett denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Doch damit nicht genug, verschwindet während des Spiels ihre Schwester. Damit sind Scarletts Sorgen komplett, denn eigentlich wollten sich die beiden Schwestern das Spiel nur ansehen und landen mittendrin…

Die Idee von Caraval  ist einzigartig und fesselnd

Meiner Meinung nach braucht die Handlung von Caraval  eine Weile, um so richtig in Fahrt zu kommen. Die einleitende Phase ist allerdings sehr gut genutzt, um uns die Wünsche und Ängste der beiden Schwestern näher zu bringen und das Setting vollständig zu erläutern. Dementsprechend aufgeregt und gespannt war ist, als die Schwestern in Begleitung des Seefahrers Julian auf der Insel des Spiels ankamen. Sobald die Handlung jedoch ins Rollen kam, entwickelten sich einige Dinge Schlag auf Schlag. Vor allem gegen Ende geben sich die Wendungen und Überraschungen die Klinke in die Hand, dass es für meinen Geschmack beinahe schon ein wenige zu viele waren.

Insgesamt hat mir die Handlung von Caraval  aber sehr gut gefallen. Die Idee eines Spiels um einen magischen Gewinn hat mir gefallen, ebenso das Setting und die Figuren. Stellenweise hätte Scarlett ein wenig selbstbewusster und, so seltsam es klingt, ichbezogener sein können. Trotz ein paar zu vieler Wendungen gegen Ende ist das Buch ein echter Pageturner, den ich nicht aus den Händen legen wollte. Immerhin musste ich einfach wissen, wie es ausgeht. Dank der offenen Fragen im letzten Kapitel bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.


[Rezension] Töchter einer neuen Zeit

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Titel Töchter einer neuen Zeit
Reihe Jahrhundert-Trilogie
Band 1. Band
Autor Carmen Korn
Übersetzer
Illustrator
Verlag Rowohlt Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 10,99€
Seitenzahl 560 Seiten
Bewertung

Historische Romane und ich, das ist eine gute Kombination. Vor allem, wenn sie im deutschsprachigen Raum oder dem 20. Jahrhundert spielen. Carmen Korns Töchter einer neuen Zeit ist ein eindrucksvolles Beispiel für einen sehr gut recherchierten und authentischen Roman über die jüngere Geschichte Deutschlands.

Carmen Korn schreibt über eine ganze Generation von Frauen

Die vier Protagonistinnen des Romans könnten unterschiedlicher nicht sein: Sei es die Herkunft, politische Gesinnung oder persönliche Einstellung. Gemeinsam haben die Frauen, dass sie in einer unsteten Zeit derselben Generation junger Frauen Hamburgs angehören und ihren Weg im Leben finden müssen.

Carmen Korn schafft es dabei gekonnt, die Lebensgeschichte vierer Frauen mit der Zeitgeschichte Deutschlands zu verknüpfen und dabei die Geschichte einer gesamten Generation zu erzählen. Besonders spannend habe ich die unterschiedlichen Perspektiven der Frauen empfunden, die wirklich komplett andere Sichtweisen haben und mich während des Lesens zum Denken anregten. Vor allem Henny, die stoischen ihren Weg als Krankenschwester geht und sich nicht beirren lässt, die immer einen kühlen Kopf bewahrt und viele Schicksalsschläge hinnehmen muss, hat mir imponiert.

Töchter einer neuen Zeit spielt in einer Zeit, die politisch unstet und gefährlich war

Carmen Korn schafft es, eine sehr authentische Darstellung Deutschlands im 20. Jahrhundert zu präsentieren, die weder voreingenommen noch entschuldigend ist. Durch ihre facettenreichen und vielen Figuren ist es möglich, sämtliche Blickwinkel auf die Zeit zwischen ersten und zweiten Weltkrieg zuzulassen, ohne mahnend oder zensierend zu sein. Dadurch gewinnt der Roman stark an Authentizität.

Alles in allem kann ich euch Töchter einer neuen Zeit wärmstens empfehlen. Das Buch ist eine eindrückliche Schilderung einer wirren und unsteten Zeit, die sich tief in das deutsche kollektive Gedächtnis brannte. Aufgrund des Facettenreichtums der vier Frauen ist dem Leser nicht nur eine Perspektive geboten, was für mich den Reiz des Werkes ausmacht.


[Rezension] Italienische Nächte

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Titel Italienische Nächte
Reihe
Band Einzelband
Autor Katherine Webb
Übersetzer Katharina Volk
Illustrator
Verlag Diana Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 560 Seiten
Bewertung

Ich liebe historische Romane, die zugleich auch eine wundervolle Liebesgeschichte sind. Normalerweise ist Katherine Webb ein Garant für eben solche Geschichte. Leider konnte mich ihr Roman Italienische Nächte nicht auf dieselbe Weise von sich überzeugen wie andere Bücher.

Wenn Katherine Webbs Roman eines ist, dann sehr authentisch. Romantisch war er leider so gar nicht, was mich ziemlich enttäuschte. Zwar gibt es eine Liebesgeschichte, aber an andere ihrer Werke konnte Italienische Nächte leider nicht anknüpfen. Leider war meine Erwartungshaltung aufgrund vorangegangener Bücher und des Covers so groß, dass ich nach der Lektüre ziemlich enttäuscht bin.

Italienische Nächte ist ein authentischer historischer Roman, der von einem Sommer in Italien handelt

Als ich das Cover sah, stellte ich mir eine wundervoll romantische Geschichte zwischen einer jungen adeligen Britin und einem charmanten Italiener vor, der ihr Herz im Sturm erobert. Zwar entspinnt sich wirklich eine Liebe zwischen einer Britin und einem Italiener, allerdings sind die Verhältnisse sehr viel weniger glamourös. Clare, die Protagonistin der Geschichte, folgt ihrem Mann für einen Bauauftrag nach Italien. Es wird recht schnell klar, dass die junge Frau ihren wesentlich älteren Mann nicht liebt. Daher war die sich anbahnende Liebesgeschichte nicht weiter überraschend, aber dennoch ansprechend.

Die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse in Süditalien sind durchaus treffend und authentisch dargestellt und auch die Atmosphäre und das Setting passten dazu. Was mich – neben meinen zu hohen Erwartungen – ein wenig störte, war Clares Mann Boyd, den ich zu keinem Zeitpunkt so richtig greifen konnte. Die anderen Figuren waren in sich stimmig und realistisch konstruiert. Einige Wendungen, die Boyds Person betreffen, habe ich als zu weit hergeholt empfunden.

Vor allem das Ende von Italienische Nächte hat mich traurig zurückgelassen

Ich bin eine kleine Romantikerin, und auch wenn ich weiß, dass nicht jede Geschichte positiv enden kann, wünsche ich es mir dennoch immer. Ich will nicht sagen, dass Katherine Webb mit Italienische Nächte  ein schlechtes Buch geschrieben hat, es konnte mich leider nur nicht so überzeugen, wie ich es von ihr gewohnt bin.


[Rezension] Bourbon Lies

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Titel Bourbon Lies
Reihe Bourbon-Trilogie
Band 3. Band
Autor J.R. Ward
Übersetzer Marion Herbert und Katrin Kremmler
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman
Preis 12,90€
Seitenzahl 447 Seiten
Bewertung

Nachdem ich die ersten beiden Teile, Bourbon Sins & Bourbon Kings, der Reihe mit großer Freude weggelesen habe, konnte ich mich beim Abschluss der Trilogie kaum zurückhalten. Kaum hatte ich Bourbon Lies gekauft, hatte ich es auch schon begonnen und in einem Rutsch durchgelesen.

Bourbon Lies wartet mit einigen unerwarteten Geheimnissen auf

Im Abschlussband laufen alle Fäden aus den ersten beiden Bänden zusammen und ergeben ein großes Ganzes. Es werden weitere Geheimnisse offenbart, die ich so nicht hatte kommen sehen. Vor allem Miss Aurora spielt eine entscheidende Rolle, die mich sowohl überrascht hat als auch nicht. Auch Lanes Mutter konnte mich mit so einigen Geheimnissen überraschen.

Während Lane weiterhin damit beschäftig ist, sein Familienunternehmen zu retten und seinen Bruder Edward aus dem Gefängnis zu holen, übt seine Schwester Gin sich darin, eine gute Mutter zu sein. Sie klärt nicht nur ihre Tochter und deren Vater über ihre wahre Verbindung auf, sie akzeptiert auch ihre Rolle in diesem Gefüge beispiellos erwachsen. Ihre Ehe mit Richard hingegen entwickelt sich in immer extremeren Bahnen. Ich war wirklich glücklich über einige Entwicklungen, die Gins Eheleben betreffen.

Liebgewonnene Figuren entwickeln sich glaubwürdig weiter

Die Figuren in Bourbon Lies sind gewohnt ausgewogen. Alle handelnden Charaktere haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ihre positiven Seiten. Gerade Gin kommt in diesem Band richtig gut weg. Lanes Entwicklung war von Beginn an die beeindruckendste, wenngleich sie stellenweise auch ein wenig stereotypisch war – allerdings nur auf eine gewisse Ebene, die rasch verflog. Edwards Geschichte konnte mich auch überzeugen, da ich eine kleine Romantikerin bin, die immer noch an das Gute im Menschen glaubt. Daher ging mir bei seiner Geschichte das Herz auf.

Alles in allem ist Bourbon Lies ein gelungener Abschluss der Trilogie. Am Ende fügt sich alles wie ein perfektes Puzzle zusammen und hinterließ bei mir keine offenen Fragen. Die Lösung ist schlüssig und wirkt nicht zu konstruiert. Viele Entwicklungen und Wendungen konnten mich zufrieden stimmen, da das Leserherz voll auf seine Kosten kommt. Ich kann euch Bourbon Lies und dessen Vorgänger wärmstens empfehlen.


[Rezension] Berühre mich. Nicht.

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Titel Berühre mich. Nicht.
Reihe Ja
Band 1. Band
Autor Laura Kneidl
Übersetzer
Illustrator
Verlag LYX Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre YA
Preis 12,90€
Seitenzahl 464 Seiten
Bewertung

Berühre mich. Nicht.

Aufmerksame Leser meines Blog wissen, dass ich gute YA sehr schätze. Vor allem, wenn sie aus der Feder von Laura Kneidl stammt, deren Elemente der Schattenwelt-Trilogie mich vollkommen von ihrem schriftstellerischem Talent überzeugen konnten. Daher musste ich ihrem neusten Werk Berühre mich. Nicht. einfach eine Chance geben.

Und was soll ich euch sagen? Ich habe es nicht bereut, mir Berühre mich. Nicht. spontan zu kaufen. Innerhalb weniger Tage hatte ich Berühre mich. Nicht. ausgelesen und war geflasht. Nicht nur von den interessanten Figuren und dem realistischen Plot, sondern vor allem von dem unheimlichen fiesen Cliffhanger, der den Leser am Ende von Band eins erwartet und die Tage bis zum Erscheinen von Band zwei zählen lässt.

Die Figuren in Berühre mich. Nicht. sind realistisch konstruiert und liebevoll gestaltet

Die Protagonistin des Romans, Sage, hat keinen einfachen Stand im Leben. Als sie zu Beginn der Handlung in Nevada ankommt, besitzt sie außer ihrem kleinen Wagen und ihrem eisernen Willen, ihren Neubeginn zu nutzen, nichts. Aufgrund ihrer Vergangenheit, die im Verlauf der Handlung immer mehr ans Licht kommt, fällt es Sage auch nicht leicht, neue Freundschaften zu knüpfen. Vor allem ihr neuer Job verwandelt sich in eine Zerreißprobe, die sie immerzu mit ihren Problemen konfrontiert.

Mit April und Luca hat Laura Kneidl zwei wundervolle Nebenfiguren gestaltet, die mir die Lesestunden zusätzlich versüßt haben. Vor allem Luca mit seiner feinfühligen Art ist mir dabei im Gedächtnis geblieben.

Die Handlung baut sich langsam auf, ebenso die Spannung. Mit jeder Erwähnung und jedem Rückblick ist das Interesse an Sages Vergangenheit bei mir gewachsen. Und je mehr Informationen offenbar wurden, desto mehr wollte ich über alle Figuren wissen. Einen großen Anteil an diesem Interesse hat auch der gemeine Cliffhanger, der exakt am Klimax der Handlung gesetzt wurde.

Berühre mich. Nicht. ist ein fulminanter Auftaktband, der das Interesse der Leser schürt

Ihr merkt, es fällt mir schwer, meine Begeisterung im Zaum zu halten. Aktuell zähle ich die Tage bis zum Erscheinen von Band zwei, damit ich endlich herausfinden kann, wie Sages Geschichte ausgeht und ob ihre gesamte Vergangenheit offenbart wird. Vor allem aber brenne ich auf eine Antwort auf meine dringendste Frage, die ich euch aus Spoiler-Gründen hier nicht nennen werde. Leserinnen des Romans werden wissen, worauf ich hinaus möchte.

Alles in allem kann ich Berühre mich. Nicht. eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen. Lest. Dieses. Buch! Ich kann es euch vor allem dann wärmstens empfehlen, wenn ihr YA mit Tiefgang und angenehmen, wenn auch nicht unkomplizierten, Protagonisten interessiert seid.

Weitere Lesemeinungen zu Brühre mich. Nicht.:

Trallafittibooks verrät euch 10 Gründe, warum ihr Berühre mich. Nicht. lesen solltet. Weiterlesen!
Kleinbrina ist super begeistert von Berühre mich. Nicht. Warum? Weiterlesen!


[Rezension] Der Ruf des Kuckucks

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Titel Der Ruf des Kuckucks
Reihe Coromoran Strikes-Reihe
Band 1. Band
Autor Robert Galbraith
Übersetzer Wulf Bergner,‎ Christoph Göhler,‎ Kristof Kurz  
Illustrator  –
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Krimi
Preis 10,99€
Seitenzahl 656 Seiten
Bewertung
Der Ruf des Kuckucks
Der Ruf des Kuckucks

Ich kann euch gar nicht sagen, wie lange J.K. Rowlings aka Robert Galbraiths Der Ruf des Kuckucks auf meinem TBR ein trauriges Dasein fristen musste – und das auch noch völlig zu Unrecht, wie ich euch versichern kann. Ich bin hin und weg von diesem Krimi und das obwohl ich das Genre des Krimis nur sehr selten zur Hand nehme.

Dass J.K. Rowling gut schreiben kann, wusste ich bereits aus ihren magischen Harry Potter Büchern, die mich in meiner Kindheit begleiteten. Dass sie allerdings fernab von Kinder- und Jugendliteratur aus dem Fantasy-Genre angenehm und flüssig schreiben kann, stellte ich während der Lektüre von Der Ruf des Kuckucks fest. Kombiniert mit tollen Figuren und einem fesselnden Plot, bescherte mir ihr erster Krimi angenehme Lesestunden.

Der Ruf des Kuckucks kombiniert tolle Figuren mit einem fesselnden Plot

Die Hauptfigur des Krimis, der Privatdetektiv Cormoran Strike, hat mir direkt gefallen. Etwas eigenbrötlerisch, speziell, klug und sehr gradlinig – damit sammelte er bei mir direkt Sympathiepunkte. Als Ermittler im Todesfall der prominenten Lula Landry hat er sich durch ermittlerisches Fingerspitzengefühl und eine sehr gute Intuition hervorgetan, worin für mich auch die Spannung des Krimis lag.

Der Plot mit seiner Idee war grundlegend natürlich nicht neu, dafür aber schön aufbereitet und mit passenden Figuren ausgestattet. Kombiniert wurde der Plot zudem mit einigen Wendungen, die ich als unerfahrene Krimileserin nicht habe kommen sehen. Mehr als einmal konnte ich mich dabei ertappen, wie ich auch falschen Fährten umherirrte, nur um dann von Cormorans rotem Faden wieder auf die richtige Spur geführt zu werden.

Das Herzstück des Krimis, seine Auflösung, fand ich in Ordnung und passend zur Handlung. Es muss ja auch nicht immer ein nervenstrapazierendes Ende sein, bei dem man sich die Fingernägel zerkaut. Vor allem dann nicht, wenn es nicht zum gesetzteren Grundton der Handlung passt. Alles in allem bin ich von Der Ruf des Kuckucks sehr positiv überrascht. Besonders begeistert hat mich die Tatsache, dass Der Ruf des Kuckucks der Auftaktband zu einer Reihe ist.