[Rezension] Asche und Phönix

1 Kommentar
Titel Asche und Phönix
Reihe
Band Einzelband
Autor Kai Meyer
Übersetzer
Illustrator
Verlag Carlsen Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 19,99€
Seitenzahl 466 Seiten
Bewertung
Asche und Phönix
Asche und Phönix

Bücher von Kai Meyer sind immer ein Garant für grandiose Lesestunden. Umso gespannter war ich auf seinen Einzelband Asche und Phönix. Denn er schafft es wie kein zweiter, die Grenze zwischen Realität und Phantastik so zerfließen zu lassen.

Die Handlung des Romans beginnt zunächst sehr gemäßigt und normal. Protagonistin und Überlebenskünstlerin Ash, die sich ihr Gehalt als Zimmermädchen in distinguierten Hotels durch kleinere Diebstähle aufbessert, trifft auf den Schauspieler und Teenieschwarm Parker, der sie beim Einbruch in sein Hotelzimmer überrascht. Was bis hierhin nach Klischee schreit, ist nicht im Geringsten klischeebeladen, denn statt Parker anzuhimmeln hegt Ash eine tiefe Abneigung. Und auch Parker ist nicht so, wie es der Schein verspricht. Denn Parker sieht in Ash seine Chance, aus dem Medienrummel um seine Person zu entkommen.

In Asche und Phönix verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantastik

Ab dieser Stelle entspinnt sich ein Plot, der mir sehr gut gefallen hat. Denn die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gehen auf eine gemeinsame Reise, bei der die Grenzen zwischen Realität und Phantastik immer weiter verschwimmen. Denn Parker wird nicht nur durch die Medien, sondern auch durch ein mythologisches Wesen gejagt.

Ash und Parker haben mir als Figuren unheimlich gut gefallen. Denn zum einen spielen sie mit gewissen Klischees, zum anderen hatten sie Ecken und Kanten, die sie greifbarer wirken ließen. Ash gefiel mir mit ihrer toughen und selbstbewussten Art unglaublich gut, wobei auch ihre verletzliche Seite sehr angenehm war. Im Zusammenspiel mit Parker mochte ich ihren bissigen und pointierten Humor. Parker hingegen hat mehr Tiefgang, als man zu Beginn vermutet hätte. Seine bedachte Art konnte mich von ihm überzeugen.

Asche und Phönix ist ein gelungener Meyer: Sprachlich und inhaltlich ausgefeilt

Sprachlich ist Asche und Phönix gewohnt ausgefeilt und weiß zu überzeugen. Sein Händchen für Mythologie konnte er ebenfalls wieder ausspielen, denn die Wesen aus der altgriechischen Mythologie sind gekonnt eingebaut und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.

Auch wirkt die Liebesgeschichte zwischen Parker und Ash dabei ebenso wenig klischeehaft wie die beiden Figuren selbst. Schön fand ich, dass sich die Bande zwischen den beiden vorsichtig und langsam knüpfen. Dabei ist die Gesamthandlung nicht etwa auf die Liebesgeschichte ausgerichtet, sondern die mythologische Jagd, wodurch der Liebesaspekt zur netten Ergänzung und nicht zum Hauptstrang des Plots wird.

Alles in allem bin ich wirklich sehr begeistert von Asche und Phönix und kann es euch wärmstens ans Herz legen. Plot, Figuren, Sprache und Entwicklung haben für mich perfekt zusammengepasst und keinen Wunsch offen gelassen.