[Rezension] Evermore – Die Unsterblichen

Keine Kommentare
Titel Evermore – Die Unsterblichen
Reihe Evermore
Band 1. Band
Autor Alyson Noël
Übersetzer Marie-Luise Bezzenberger
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Fantasy, Jugendbuch
Preis 8,99€
Seitenzahl 384 Seite
Bewertung
Evermore - Die Unsterblichen
Evermore – Die Unsterblichen

Als ich mir die ersten vier Bände von Evermore gebraucht als Set erstand, wusste ich noch nicht, dass ich einen faszinierenden Plot mit einer Dreiecksbeziehung der etwas anderen Art bekommen würde. Band eins der Reihe – Evermore – Die Unsterblichen – ist ein grandioser Auftaktband, der mich tief in den Sog der Geschichte um Ever und Damen zog.

Seit Ever in einem Autounfall ihre gesamte Familie verlor ist nichts mehr wie es war. Nicht nur, weil sie von heute auf morgen eine Waise ist und zu ihrer Tante ziehen musste, sondern weil Ever seit dem Unfall die Gedanken ihrer Mitmenschen hören kann. Was zunächst nett klingt, wird zur Qual für Ever, die sich mehr und mehr zurückzieht und kaum jemanden an sich heranlässt. Ihren Alltag bewältigt sich nur aufgrund ihrer Rüstung: Kapuzenpulli und iPod. Und dann erscheint Damen auf der Bildfläche.

Es ist wie im Märchen: Liebe auf den ersten Blick!

Was danach kommt mutet zunächst ziemlich klischeehaft an. Sie sieht ihn und ist auf den ersten Blick in ihn verliebt, will es ihrer einzigen Freundin gegenüber aber nicht zugeben, weil diese ebenfalls an dem neuen und super attraktiven Kerl interessiert ist. Was sich dahinter verbirgt ist nicht wirklich neu, denn der neue und super attraktive Kerl hat natürlich ein Geheimnis. Und dieses Geheimnis lüftet Ever.

Trotz all der Klischeehaftigkeit hat mir Evermore – Die Unsterblichen wirklich gut gefallen. Alyson Noel hat es geschafft, klassische Motive zusammenzufügen und ihnen ihre Klischeehaftigkeit zu nehmen. Auch die mittlerweile abgestrafte Dreiecksbeziehung hat sie neuinszeniert und mit viel Spannung aufbereitet. Mir hat es jedenfalls viel Freude bereitet, hinter Damens Geheimnis zu kommen und Ever dabei zu begleiten. Vor allem die Abschnitte mit Drina haben mir aufgrund ihrer Dynamik zugesagt.

Evermore – Die Unsterblichen überzeugt mit tollen Figuren und einer packenden Handlung

Tatsächlich bin ich nur so durch Band eins geflogen und war positiv überrascht, als ich das Buch zuklappte. Ich hatte lockere und leichte Unterhaltung erwartet und habe ein spannendes Jungendbuch mit Fantasy-Anteil bekommen, das mich durch und durch begeistern konnte. Die Figuren haben genau die richtige Mischung aus Humor, Biss und Emotionen, sodass ich viel Freude beim Lesen und Mitfiebern hatte. Vor allem gegen Ende konnte ich das Buch genau aus diesem Grund nicht aus der Hand legen.


[Rezension] Harry Potter und das verwunschene Kind

4 Kommentare
Titel Harry Potter und das verwunschene Kind
Reihe Harry Potter
Band 8. Band
Autor J.K. Rowling, John Tiffany & Jack Thorne
Übersetzer Klaus Fritz und Anja Hansen-Schmidt
Illustrator
Verlag Carlsen Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Fantasy, Theater
Preis 19,99€
Seitenzahl 336 Seiten
Bewertung
Harry Potter und das verwunschene Kind
Harry Potter und das verwunschene Kind

Harry Potter und das verwunschene Kind

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an meine Reaktion als ich erfuhr, dass es einen neuen Harry Potter geben wird. Nicht mal die Nachricht, dass es sich hierbei um ein Theaterstück handelt, konnte meine Freude dämpfen. Zu sehr hoffte ich darauf, Antworten auf meine unzähligen Fragen zu erhalten, die mich seit Ende des letzten Bands beschäftigten. Leider wurden nicht alle Fragen beantwortet, wenn auch Harry Potter und das verwunschene Kind ein solider Nachfolger ist.

Wo genau soll ich anfangen? Der Potterhead in mir ist auch einige Zeit nach der Lektüre noch ein wenig enttäuscht. Nicht, weil ich keinen Harry Potter Roman bekommen habe. Die Form als Theaterstück fand ich fesselnd und spannend zugleich. Vielmehr liegt meine Enttäuschung in den Figuren begründet. Und auch hier liegt es nicht daran, dass nicht Harry und seine Freunde im Vordergrund stehen, sondern dessen Sohn Albus Severus. Nein, meine Enttäuschung gründet in den inkonsistenten Figuren und den offen gebliebenen Fragen.

Mir ist klar, dass sich Harry und Co seit Ende des siebten Bands weiterentwickelt haben. Hätte ich jedoch die Namen zu den jeweiligen Figuren nicht gehabt, ich hätte sie nicht wiedererkannt. Vor allem Ron und Ginny konnte ich nicht erkennen. Ginny, die durchsetzungsstarke Frau, die Harry im Kampf gegen Lord Voldemort unterstützt, habe ich nicht entdecken können. Und Ron war einfach eine verblödete Version seiner selbst. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich hatte beim Lesen Spaß und bin gut vorangekommen. Auch habe ich viele Rezensionen zu Harry Potter und das verwunschene Kind gelesen und wusste, dass dies kein Harry Potter im herkömmlichen Sinne ist. Aber dennoch hatte ich die Erwartungshaltung, dass ich zumindest die Helden der Reihe charakterlich wiedererkennen könnte. Dass ich das nicht oder nur bedingt konnte, ist natürlich ein Wehrmutstropfen.

In Buchform ist der Plot von Harry Potter und das verwunschene Kind zu wirr und zu wenig begründet

Leider muss ich auch sagen, dass ich die Motivation des Plots und einige Wendungen nur schwer nachvollziehen kann. Stellenweise kamen mir Plottwists sehr erzwungen vor, weil sie in meinen Augen nicht ordentlich motiviert oder vorbereitet wurden. Plötzlich treten Figuren auf den Plan, die für alle anderen wohlbekannt sind, dem Leser allerdings nicht. Hier fehlte es mir eindeutig an JK Rowlings Detailverliebtheit. Vor allem aber kam bei mir vor allem die geliebte magische Atmosphäre eines Potter-Romans nicht auf.

Alles in allem kann ich sagen, dass Harry Potter und das verwunschene Kind ein netter Nachfolger ist, der mit den ersten sieben Bänden allerdings nicht mithalten kann. Wer nach Spuren liebgewonnener Figuren sucht, kann unter Umständen enttäuscht werden. Wer es allerdings schafft, frei von jeder Erwartungshaltung an das Theaterstück zu gehen, kann durchaus einen gewissen Zauber entdecken.


[Rezension] Ein Sams zu viel

Keine Kommentare
Titel Ein Sams zu viel
Reihe Sams
Band 8. Band
Autor Paul Maar
Übersetzer
Illustrator Paul Maar
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Kinderbuch
Preis 12,99€
Seitenzahl 144 Seiten
Bewertung
Ein Sams zu viel
Ein Sams zu viel

Paul Maars freches Sams habe ich erst durch die Uni kennen und lieben gelernt. Als dann der neuste Band der Reihe veröffentlicht wurde war mir klar, dass ich diesen Band unbedingt lesen muss. Ich muss aber leider sagen, dass Ein Sams zu viel nicht so wundervoll samsig frech war, wie ich es erwartet hatte.

Die Hintergrundidee hat mir gut gefallen und wurde zeitlich gekonnt in die Rahmenhandlung der gesamten Reihe eingebaut: Wie der Titel schon verrät, haben es Herr Taschenbier, das Sams und Frau Rotkohl mit einem weiteren Sams zu tun. Dass dieses überhaupt erst erscheinen kann, ist die Folge eines versteckten Wunschpunktes und eines unbedachten Wunschs von Herrn Taschenbier – was wir im Übrigen ja so schon von ihm kennen.

In Ein Sams zu viel ist doppelt samsiger Spaß leider nicht vorhanden

Wer jetzt auf doppelt samsigen Spaß gehofft hat, den muss ich leider ein wenig bremsen. Zwar hat das Taschenbier-Sams sein gewohnt freches Mundwerk nicht verloren, so richtig in Fahrt kommt es allerdings nicht. Denn sein Gegenüber ist kein ebenso freches wie schlagfertiges Sams, im Gegenteil, es ist lieb und brav und isst am liebsten Gemüse. Also der exakte Gegensatz zum Taschenbier-Sams. Was den Sams-Regeln zur Folge aber vollkommen korrekt ist, denn: Ein Sams hat immer einen gegenteiligen Charakter zu seinem Papa oder seiner Mama.

Daher sind die Probleme schon vorprogrammiert und unser Sams sieht sich mit einer Flut von Vergleichen konfrontiert. Der Beschluss steht also schnell fest, das neue Sams muss weg. Das Taschenbier-Sams tut sein Möglichstes, das Rotkohl-Sams in ein schlechtes  Licht zu rücken. Ob es das schafft, müsst ihr selbst nachlesen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Ein Sams zu viel ein netter Zeitvertreib war und durchaus auch lustige Momente hatte, aber nicht so wirklich zum Rest der Bücher passt. Die Tonalität und die Charaktereigenschaften der Figuren wurden in meinen Augen nicht hundertprozentig getroffen. Zwar war das Taschenbier-Sams frech und vorlaut, aber nicht ansatzweise so witzig und unkonventionell wie in den alten Bänden. Für Freunde vom Sams kann ich Ein Sams zu viel aber durchaus empfehlen.


[Rezension] Der Palast der Borgia

Keine Kommentare
Titel Der Palast der Borgia
Reihe noch nicht bekannt
Band 1. Band
Autor Sarah Dunant
Übersetzer Peter Knecht
Illustrator
Verlag Suhrkamp Insel Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 14,99€
Seitenzahl 646 Seiten
Bewertung

Der Palast der Borgia

Wenn ich zu einem historischen Roman greife, dann will ich vollständig in die Handlung eintauchen, will fesselnde Figuren und einen spannenden Plot, der die geschichtlichen Begebenheiten gekonnt einbaut, die Vergangenheit authentisch darstellt und Grauzonen der Geschichte gekonnt mit fiktionalen Überlegungen ausfüllt. Und genau das habe ich in Der Palast der Borgia bekommen.

Schon aus dem Elternhaus habe ich ein reges Interesse an der Geschichte der Menschheit mitbekommen, das sich im Laufe der Jahre im Besonderen auf die Römer, Germanen und das Mittelalter spezialisiert hat. Ich kann gar nicht genug von historischen Figuren aus dem Mittelalter kriegen, die gekonnt in historische Romane eingebaut werden. Meist ist es jedoch so, dass die historisch verbürgten Figuren nur Beiwerk in historischen Romanen sind, die dem Werk eine gewisse Authentizität geben. In Der Palast der Borgia hingegen verhält es sich gänzlich anders. Nicht nur sind alle Hauptfiguren historisch begründet, sie entstammen auch einer der berühmtesten Familien dem italienischen Mittelalters, den Borgia.

In Der Palast der Borgia  werden die großen Dynastien Italiens treffend geschildert

Da mich gerade die großen Dynastien Italiens besonders begeistern war schnell klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Bekommen habe ich ein Buch voller Intrigen, Machtkämpfe, sehr gut recherchierter Figuren und einen authentischen Plot. Die grobe Geschichte der Familie Borgia war mir schon zuvor bekannt, sodass ich positiv überrascht war, wie gut die Autorin Sarah Dunant historische Begebenheiten mit Grauzonen der Geschichte und Gerüchten verbunden hat. Besonders spannend war es für mich, neuste Erkenntnisse der Geschichtsforschung zu lesen, auf die Sarah Dunant ihre Recherchen für den Roman stützt.

Ebenfalls sehr erfreulich war für mich das Ende des Romans, das einen weiteren Band verspricht. Ich bin nämlich noch lange nicht bereit, diese faszinierende Familie ziehen zu lassen. Zu viele Fragen blieben im ersten Band noch unbeantwortet. Zu sehr haben mich die Figuren in ihren Bann gezogen. Ich warte gespannt auf den Tag, an dem die Geschichte weitergeht. Zwar weiß ich schon, wie das Schicksal der Figuren historisch gesehen endet, allerdings ist zu verlockend herauszufinden, wie Sarah Dunant die Lücken der Geschichte schließt und mit Leben erfüllt.

Alles in allem kann ich Der Palast der Borgia nicht nur eingefleischten Fans von historischen Romanen empfehlen, sondern auch passionierten Hobby-Historikern, die Gefallen an der Familiengeschichte der Borgia finden.


[Rezension] Die Zitronenschwestern

Keine Kommentare
Titel Die Zitronenschwestern
Reihe
Band Einzelband
Autor Valentina Cebeni
Übersetzer Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung
Die Zitronenschwestern
Die Zitronenschwestern

Bücher, die wie Die Zitronenschwestern, in Italien spielen treffen ja alleine schon wegen des Handlungsortes meinen Geschmack. Wenn dann aber noch Geheimnisse und in der Vergangenheit liegende Ereignisse hinzukommen, bin ich selig.

Der Prolog des Romans entführt den Leser in das Italien im Jahr 1940. Zwei junge Frauen und ihre enge Freundschaft stehen im Fokus der Betrachtung. Als Setting wird ein Kloster auf einer italienischen Insel vorgestellt, in dem die beiden jungen Frauen leben. Die eine Frau als Novizin, die andere als Bäckerin. Es folgt ein Zeitsprung von über 40 Jahren. Die Protagonistin von Die Zitronenschwestern, die Tochter der Bäckerin, steht vor den Scherben ihrer Existenz und macht sich auf eine Reise auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

Mein Leserherz war in Die Zitronenschwestern hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben

Elettra hat mir als Protagonistin nur bedingt gefallen. Ich verstehe die Verbitterung und die Wut, die sie ihrer Mutter tief in ihrem Inneren wegen all der Geheimnisse gegenüber hegt, aber nicht alles lässt sich so einfach darauf abwälzen. In meinen Augen hat es sich Elettra stellenweise zu einfach gemacht, indem sie ihre Mutter als Schuldige inszenierte. Selbst dann, wenn es Elettras eigenes Verhalten war, das alles ruinierte. An diesen Stellen hätte ich sie gerne geschüttelt. Mein Leserherz war an dieser Stelle aber hin und her gerissen zwischen Verständnis und Unglauben.

Die Handlung führt Elettra auf den Lebensweg ihrer Mutter zurück zu jenem besonderen Kloster. Die Bewohnerinnen der Gegenwart der Handlung haben mir alle gut gefallen. Auch sie hüten viele Geheimnisse, die für spannende Momente aber auch unnötiges Leid sorgen. Interessant ist die Auflösung all dieser Geschichten, die stückchenweise das große Ganze freilegen.

Besonders toll an Die Zitronenschwestern fand ich im Übrigen die Bedeutung von Gebäck und Essen. Elettra ist ebenso wie ihre Mutter Edda eine herausragende Bäckerin und ihre Rezepte sind zwischen den Kapiteln abgedruckt. Bei Gelegenheit muss ich man einige davon ausprobieren und nachbacken.

Alles in allem bin ich mit dem Roman zufrieden. An einigen Stellen hätte mir Elettra ein wenig gradliniger und weniger engstirnig sein können, dennoch konnte mich die Geschichte vierer Frauen sehr gut gefallen.


[Rezension] Die Fährmannstochter

Keine Kommentare
Titel Die Fährmannstochter
Reihe Myntha-Romane
Band 1. Band
Autor Andrea Schacht
Übersetzer
Illustrator
Verlag Blanvalet Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung
Die Fährmannstochter
Die Fährmannstochter

Mir Bücher zu schenken, die ich nicht schon selbst gelesen, von ihnen gehört oder sie ungelesen zu Hause rumliegen habe, ist ziemlich schwer. Mein Freund hat es mit Die Fährmannstocher aber geschafft, mir einen aktuellen historischen Roman zu schenken, der mich von sich begeistern konnte. Der Vorteil für ihn – und mich! – Die Fährmannstocher ist der Auftaktband einer Reihe!

Protagonistin der Geschichte ist die junge Fährmannstochter Myntha, die nach einer Rettung aus den Fluten des Rheins als Wiedergängerin gefürchtet wird. Als dann während Mynthas Anwesenheit das Kloster, in dem sie untergebracht war, brennt, stehen die Schuldigen für die Gemeinschaft schnell fest. Dass hinter dem Brand jedoch mehr steckt, als alle ahnen, entdeckt Myntha im Verlauf der Handlung.

Die Fährmannstochter bietet einen breit gefächerten Plot mit facettenreichen Figuren

Generell bietet Die Fährmannstochter einen sehr weit gefassten Plot, der nicht nur Myntha in die Erzählperspektive rückt, sondern auch weitere Figuren, die mir beim Lesen gut gefallen haben. Vor allem der Rabenmeister konnte mein Leserherz mit seiner mürrischen Art und Weise von sich überzeugen. Die Romantikerin in mir hofft ja insgeheim, dass der geheimnisvolle Rabenmeister und die eigenwillige Myntha sich im nächsten Teil ein wenig näher kommen.

Aus Sicht der historischen Authentizität bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Die Lebensumstände der Menschen sind sehr realistisch dargestellt und vor allem die abergläubischen Vorurteile der Bevölkerung und Kirchengemeinde sind sehr gut dargestellt. Auch sprachlich konnte mich Die Fährmannstochter von sich überzeugen, da die Ausdrucks- und Denkweise der Menschen sehr ansprechend gestaltet waren. Statt erzwungen altertümliche Begriffe zu verwenden hat die Autorin die perfekte Balance aus älteren Worten, angemessenem Satzbau und modernen Ausdrücken gefunden. Somit war das Lesen des Romans aus keiner Sicht befremdlich, sondern angenehm leicht und flüssig.

Myntha ist eine perfekte Mischung aus Moderne und Mittelalter

Myntha ist eine Protagonistin, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Sie ist ebenso wie die Sprache der Geschichte eine perfekte Mischung aus Moderne und Mittelalter. Modern deshalb, weil sie eigenwillig und selbstbewusst ist, mittelalterlich, weil sie sich trotz allem in ihre Rolle als Frau und Tochter fügt.

Alles in allem habe ich Die Fährmannstochter sehr genossen und freue mich schon darauf, das nächste Buch mit Myntha als Protagonistin in Händen zu halten.

Merken


[Rezension] Die Unglückseligen

Keine Kommentare
Titel Die Unglückseligen
Reihe
Band Einzelband
Autor Thea Dorn
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaus Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Zeitgenössischer Roman
Preis 24,99€ [RE]
Seitenzahl 558 Seiten
Bewertung
Die Unglückseligen
Die Unglückseligen

Als Germanistin hatte ich hohe Erwartungen an Die Unglückseligen von Thea Dorn, das ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal bekommen habe. Leider konnten mich Die Unglückseligen trotz allem Potenzial nicht so von sich überzeugen, wie ich es mir gewünscht habe.

Das Cover lässt – nach dem Lesen – einige Rückschlüsse auf den Inhalt des Romans zu. In Die Unglückseligen geht es um die Molekularbiologin Johanna Mawet, die auf Johann Wilhelm Ritter, einen Physiker der Goethezeit, trifft. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Sterblichkeit des Menschen abzuschaffen. Hier schließt sich der Kreis zum Cover, denn zu sehen ist eine Frau, die ein Skelett umarmt. Es kommt ein wenig ein Vanitasgefühl rüber.

Die Unglückseligen: Faustmythos ohne Teufelspakt

Auf dem Buchumschlag wird Thea Dorns Werk damit beworben, den Faustmythos aufs Neue zu erzählen. Daher rührten als Germanistin meine hohen Erwartungen, die so leider enttäuscht wurden. Zwar hat Ritter eine im höchsten Maße romantische Seele und ermöglicht dem Leser spannende Einsichten, aber mit dem Faustpakt an sich hatte die Handlung des Romans für mich leider nicht viel gemein.

Zwar kommt der Teufel in sprachlich gefeilten und sehr gewitzten Passagen zu Wort, in Erscheinung tritt er jedoch nie. Ich persönlich muss zudem zugeben, dass ich eine Freundin Mephistos aus Goethes Faust I bin und seine sarkastisch-humoristischen Bemerkungen in der 11. Klasse mit größter Begeisterung verschlungen habe.

Da der Faustpakt ja eben durch einen Handel mit dem Teufel begründet liegt, störte mich das Fehlen ebendieser Figur am meisten in Die Unglückseligen. Ritters Zustand, der einmal beschrieben und wirklich spannend dargestellt ist, wird mir unzureichend erklärt.

Thea Dorns Die Unglückseligen ist ein sprachliches Meisterwerk

Sprachlich hingegen ist Thea Dorns Roman ein Meisterwerk. Selten habe ich so viele verschiedene Schreibstile so gekonnt in einem Buch gefunden wie in Die Unglückseligen. Besonders optisch machen diese Wechsel im Erzählstil etwas her, da von Fraktur bis Comicstil alles dabei ist. Besonders niedlich fand ich die Passage mit der Fledermaus.

Die Unglückseligen Fledermaus
Die Unglückseligen Fledermaus

Man spürt an jeder Stelle des Romans, dass sich die Autorin unfassbar gut in die Romanthematik eingearbeitet hat. Ritter war ein echter Denker der Goethezeit und Johannas Forschung wurde so detailliert erklärt, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Vor allem Ritters Schilderungen der Physik und Forschung in der Goethezeit empfand ich als sehr ansprechend.

Alles in allem kann ich euch Die Unglückseligen als anspruchsvolle Lektüre empfehlen, die vor Intertextualität und Wissen nur so sprüht. Wer einen klassischen Faust mit Teufelspakt erwartet, wird meiner Meinung nach bis zum Schluss ein wenig enttäuscht vergebens auf den Auftritt des Teufels warten. Dafür erhält man als Leser einen Roman voller Tiefgang, der einen wirklich zum Denken anregt.

Merken


[Monatsstatistik] September 2017

Keine Kommentare

Hallöchen ihr Lieben und willkommen zur Monatsstatistik für September 2017.

Der September war voller aufregender Dinge. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und dafür hatte ich sehr viel zu tun. Daher kam ich leider im September nicht so sehr zum Lesen, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber hey, vier Bücher sind vier Bücher. Legen wir los mit der Statistik.

Gelesene Bücher

048. „Die Unglückseligen“ von Thea Dorn
049. „Die Fährmannstochter“ von Andrea Schacht
050. „Die Zitronenschwestern“ von Valentia Cebeni
051. „Der Palast der Borgia“ von Sarah Dunant

Aus drei Büchern, die ich im September begonnen habe, ein Highlight auszuwählen, von denen zwei in Italien spielen aber alle historische Romane sind, ist wirklich schwer. Ich hatte an allen drei Geschichten großen Spaß. An Die Zitronenschwestern haben mir Plot, Setting und Rezepte sehr gut gefallen. Die Fährmannstochter konnte mich aufgrund ihrer Historizität von sich überzeugen. Ich warte gespannt auf Band zwei. Zum Highlight würde ich allerdings Der Palast der Borgia küren. Authentisch, historisch, spannend, faszinierend – das Buch hat es mir einfach angetan!

Im August hatte ich Die Unglückseligen begonnen und wusste, dass es hierbei um ein anspruchsvolles Buch handelt, wenn es um Sprache und Inhalt geht. Ich hatte mich sehr auf einen Faustpakt gefreut und war umso enttäuschter, als sich der Teufel nur sprachliches Beiwerk herausstellte, der mit der Geschichte an sich nichts gemein hat. Wieso man das Buch dann als Neuauflage des Fauststoffes bewirbt, ist mir unklar. Oder habe ich eine Stelle überlesen, die Aufschluss darüber gibt? Schreibt es mir gerne in die Kommentare, denn das Thema beschäftigt mich sehr. Dementsprechend sind Die Unglückseligen mein Monatsflop.

Neuzugänge

Diesen Monat habe ich nicht einen Neuzugang zu verzeichnen gehabt. Zumindest nicht, dass ich mich erinnern könnte. Aber ihr wisst ja: Bei Büchersüchtigen wie uns, vergisst man die eine oder andere neue Errungenschaft. Bei mir kommt hinzu, dass sich privat gerade einiges ändert und ich keinen hundertprozentigen Überblick habe.

Challenges

Buchkultur-Challenge: unverändert, aber nicht vergessen!
Serienkiller-Challenge: + 0 Reihen beendet, 0 begonnen // 4 Reihen aktiv, 3 Reihen aktuell, 5 Reihen beendet
SuB Challenge Herbst: + 4 Aufgaben erfüllt // 4/20 Aufgaben erfüllt
Weltenbummler-Challenge: + 22 Punkte // 179 Punkte
Wortmagies High-Fantasy-Challenge: + 0 Aufgaben // 14/30 Aufgaben gelöst

Im September ist die SuB Herbst Challenge dazu gekommen, bei der man mit Hilfe von 20 Aufgaben, 20 verschiedene Bücher von seinem TBR befreien soll. Im September ist mir das auch ganz gut gelungen, immerhin konnte ich vier Bücher befreien. Die anderen Challenges laufen stabil weiter, allerdings kommt es immer mal wieder zu längeren Durststrecken, was die Punkte angeht.

Leseliste Oktober

Von meiner September-Leseliste habe ich lediglich zwei von zehn Büchern gelesen.

001. „Evermore – Die Unsterblichen“ von Alyson Noël
002. „Evermore – Der blaue Mond“ von Alyson Noël
003. „Evermore – Das Schattenland“ von Alyson Noël
004. „Evermore – Das dunkle Feuer“ von Alyson Noël
005. „Die rote Königin“ von Victoria Aveyard
006. „Die Geschichte der Einsamkeit“ von John Boyne
007. „Der italienische Garten“ von Alyson Richman
008. „Willkommen in der Provence“ von Brigitte Guggisberg
009. „Der Himmel über Palermo“ von Constanze Neumann [RE]
010. „Elefant“ von Martin Suter

Was habt ihr im September so gelesen? Welche Buchempfehlungen habt ihr für mich?

Merken


[Rezension] Ewiglich die Liebe

Keine Kommentare
Titel Ewiglich die Liebe
Reihe Ewiglich-Trilogie
Band 3. Band
Autor Brodi Ashton
Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Illustrator
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 17,95€
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Ewiglich die Liebe
Ewiglich die Liebe

Nachdem ich Ewiglich die Sehnsucht und Ewiglich die Hoffnung verschlungen habe, musste ich Ewiglich die Liebe einfach direkt hinterherschieben. Ich musste das Ende der Geschichte um Nikki, Jack und Cole kennen und kann euch verraten, dass ich sehr zufrieden bin.

Der Beginn von Ewiglich die Liebe ist das Ende von Ewiglich die Hoffnung, in der Cole Nikki die unfassbare Eröffnung macht, dass Nikki sich aufgrund einiger Handlungen im Ewigseits nun selbst in eine Ewigliche verwandelt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich unfassbar sauer und wütend war, da ich Cole nicht für ein solches Arschloch gehalten hatte. Da Nikki es ausschließt, jemals eine Unsterbliche zu werden, fasst sie gemeinsam mit Jack den Plan, die Unterwelt zu zerstören.

Allerdings ist das nicht so einfach, wie die beiden sich das erhofft haben. Nicht nur fehlen ihnen die nötigen Informationen, auch macht Cole ihn einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Die Spannung der Handlung resultiert aus dem Zeitdruck, den Nikki hat. Denn ihre Verwandlung geschieht in einem nicht bekannten Zeitfenster, innerhalb dessen sie agieren muss bevor es zu spät ist.

Cole konnte mich mit seiner neuen Seite überraschen

Was mich allerdings besonders gefreut hat, war Cole von einer anderen Seite kennenzulernen. Durch bestimmte Begebenheiten entdeckt man eine neue Seite an der Figur, die bisher sehr ichbezogen und eigennützig agiert hat. Dadurch konnte ich ihn wesentlich mehr in mein Leserherz schließen. Nikki und Jack haben mir nach wie vor gut gefallen. Beide sind durch ihre Erfahrungen stärker geworden und an ihnen gewachsen statt an ihnen zu zerbrechen. Das befürchtete Liebesdreieck hat hier eine ganz andere Form als man es sonst aus Jugendbüchern gewohnt ist, was ich sehr erfrischend fand.

Ewiglich die Liebe ist ein Buch mit tollem Plot, super Figuren und spannenden Wendungen

Der Plot ist auf eine große Konfrontation gegen Ende des Buchs ausgelegt. Alle Handlungen und Entscheidungen führen das Trio in Ewiglich die Liebe auf den Klimax zu, der trauriger war als ich es erwartet hätte. Ich hatte tatsächlich ein paar Tränchen in den Augen.

Ewiglich die Liebe ist ein toller Abschlussband mit einer schönen Charakterentwicklung, spannenden Wendungen, einem überzeugenden Plot und einem tollen mythologischen Setting. Ich kann euch die Ewiglich-Reihe wirklich ans Herz legen. Vor allem das Ende konnte mich überzeugen, da es überraschend emotional und berührend war.

Merken


[Rezension] Ewiglich die Hoffnung

Keine Kommentare
Titel Ewiglich die Hoffnung
Reihe Ewiglich-Trilogie
Band 2. Band
Autor Brodi Ashton
Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Illustrator
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Jugendbuch, Phantastik
Preis 17,95€
Seitenzahl 384 Seiten
Bewertung
Ewiglich die Hoffnung
Ewiglich die Hoffnung

Nachdem ich Ewiglich die Sehnsucht innerhalb weniger Tage verschlungen habe war mir klar, dass ich Ewiglich die Hoffnung direkt hinterher lesen muss. Zum Glück hatte ich alle drei Bände zuhause, sodass ich direkt weiterlesen und mit Nikki, Jack und Cole mitfiebern konnte.

Ewiglich die Hoffnung setzt nach dem großen Cliffhanger des ersten Teils an. Jack ist für Nikki in die Tunnel gegangen und hat Nikki somit befreit. Sie ist keine Spenderin mehr. Doch in Nikki keimt ein Plan, von dem nichts und niemand sie abbringen könnte: Sie will Jack aus dem Ewigseits retten. Allerdings braucht sie dafür Coles Hilfe. Die Suche nach Jack und das Recherchieren von Informationen habe ich als sehr spannend, aber auch bedrückend empfunden. Nikki leidet sehr unter Jacks ritterlichem Akt der Hilfe. Daher ist Nikkis Verzweiflung im zweiten Teil allgegenwärtig und schier greifbar.

Der Weltenaufbau ist spannend und ausgeklügelt

Während der Suche erfährt man als Leser auch mehr über das Ewigseits, was ich persönlich sehr interessant und faszinierend fand. Zunächst geht es um die Definition des Ewigseits, die aus diversen Kulturen und Unterweltvorstellungen einen Teil zu nutzen scheint. Das Ewigseits ist eine Mischung aus Elysium und Hölle. Ein Zustand des ewigen Status Quo, sofern genügend Energie fließt. Vor allem der geografische Aufbau war für mich interessant, da mich die grundlegende Struktur verstärkt an Dantes Hölle erinnerte, die ebenfalls in Ringen organisiert ist. Ihr merkt, das Ewigseits bietet genügend Anknüpfungspunkte für intertextuelle Bezüge.

Ewiglich die Hoffnung ist ein solider und faszinierender zweiter Band

Innerhalb von Ewiglich die Hoffnung geschehen einige Dinge, die für mich unerwartet kamen und mich sehr negativ überrascht haben. Besonders eine Wendung hatte für mich den faden Beigeschmack von Verrat, verwundert mich rückblickend aber nicht sonderlich. Dafür gab es aber auch eine höchst erfreuliche Überraschung, die mir die Freudentränen in die Augen trieb. Die kleine Romantikerin in mir ist sehr zufrieden gewesen.

Alles in allem war Ewiglich die Hoffnung ein starker zweiter Band, der für mich weniger ein Lückenbüßer bis zum furiosen Finale darstellte wie in anderen Trilogien. Natürlich nimmt an dieser Stelle die Handlung zum Ende im dritten Teil an Fahrt auf, Handlungsstränge werden verknüpft und begründet, aber der zweite Teil hatte auch eine eigenständige Handlung. Zudem wird durch die Geschehnisse in Band zwei die Grundlage für den Abschlussband gelegt.

Merken