[Rezension] Als der Himmel uns gehörte

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Titel Als der Himmel uns gehörte
Reihe
Band Einzelband
Autor Charlotte Roth
Übersetzer
Illustrator
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Verlag Doemer Knaur Verlag
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 608 Seiten
Bewertung
Als der Himmel uns gehörte
Als der Himmel uns gehörte

Ich bin ja eine absolut begeisterte Leserin von historischen Romanen wie Als der Himmel uns gehörte. Besonders das 20. und 21. frühe Jahrhundert haben es mir angetan. Von Charlotte Roth habe ich bisher nur Als wir unsterblich waren gelesen und war absolut begeistert.  Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis ich ein weiteres Werk aus der Feder der Autorin lesen würde.

Okay, ich gebe es zu, die Frage der Zeit hat doch ein wenig länger gedauert als ich es eigentlich wollte. Am 21. Juni 2014 habe ich meine Rezension zu Als wir unsterblich waren veröffentlicht und wartete gespannt auf einen weiteren Band. Jetzt bin ich, auch im Zuge meines TBR-Abbaus, endlich dazu gekommen, Als der Himmel uns gehörte zu lesen. Bereits am Titel lässt sich eine Nähe zwischen den Büchern erkennen, die auch in der Struktur der Bücher zu erkennen ist. Trotz aller Parallelen handelt es sich um zwei eigenständige und sehr unterschiedliche Geschichten.

Inspire a Generation ist der Leitgedanke von Als der Himmel uns gehörte

Die Geschichte von Charlotte Roths Roman teilt sich in zwei Handlungsstränge auf: Der Rahmenhandlung im London aus 2012 und der Binnenhandlung in Berlin während des Dritten Reichs. Wer jetzt schon erschrocken ausrufen will, dass er nicht noch einen Kriegsroman lesen möchte, kann beruhigt sein. In beiden Handlungssträngen geht es hauptsächlich um Sport. Zwar spielt der Zweite Weltkrieg zeitlich in die Geschichte mit ein, ist aber nicht von zentraler Bedeutung. Der Fokus der Handlungen in beiden Zeitachsen liegt auf den Olympischen Spielen.

Die moderne Zeitachse erlebt der Leser mit Jennifer, einer jungen Langstreckenläuferin, die gegen ihre eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Leider wurde ich mit Jenny nicht so richtig warm und kam mit ihrer pessimistischen Art nicht so gut klar. Umso glücklicher war ich bei jedem Perspektivwechsel. Es überwiegt ohnehin Albertas Perspektive, die aus meinem Blickwinkel die interessantere Geschichte war.

Die historische Handlung um Alberta war die faszinierendere.

Albertas Geschichte ist sehr speziell. Sie ist eine junge Sportlerin, die sich in einer Zeit größten Wandels – politisch, gesellschaftlich und moralisch – zu Recht finden muss und zeitgleich ihre Träume verfolgen will. Man begleitet sie als Leser auf ihrem Lebensweg, trifft so manch schlechte und gute Entscheidung mit ihr und bangt permanent mit ihr. Vor allem in Liebesangelegenheiten hätte ich Alberta gerne an die Hand genommen, da die Liebesgeschicke der jungen Frau recht kompliziert sind. Ich sage nur: Beziehungskiste lässt grüßen!

Die restlichen Figuren in Albertas Umfeld waren interessant und gut konstruiert. Es gibt eine Menge Figuren, die unerwartete Wendungen mit sich bringen und die Geschichte nachhaltig beeinflussen. Vor allem eine Figur hat mich dabei mehr als nur überrascht.

In Jennifers Umfeld hatte ich nur Interesse an zwei Figuren, Alberta und einem geheimnisvollen Fremden, der für die Geschichte der Rahmenhandlung eine besondere Rolle spielt. Vor allem im Vergleich mit eben jenen Figuren wirkte Jennifer sehr weinerlich und kindlich.

Alles in allem ist Als der Himmel uns gehörte eine Leseempfehlung

Die Zusammenführung beider Stränge war schlüssig und zufriedenstellend, wenngleich mein kleines romantisches Herz ein wenig traurig war. Ich habe eine ehrliche und spannende Binnenerzählung erhalten, die in ihrer Gewichtung die Gegenwart deutlich überwog. Mit Alberta erhält man eine patente und zielstrebige Protagonistin, mit der ich gut zu Recht kam. Alles in allem bin ich mit Als der Himmel uns gehörte sehr zufrieden und kann es Liebhabern von historischen Romanen des 20 und 21. Jahrhundert nur empfehlen.


[Rezension] Als wir unsterblich waren

2 Kommentare
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Als wir unsterblich waren von Charlotte Roth, 9,99 Euro als Taschenbuch. Erschienen bei Knaur.

Meine Meinung

Als ich auf vorablesen.de den rückwertigen Text des Buchs und die Leseprobe gelesen hatte, war es bereits um mich geschehen. Denn Charlotte Roth hat mit Als wir unsterblich waren einen wunderbaren Roman geschaffen.
Das Besonders an diesem Buch ist der Aufgeteilte Plot. Die Protagonistin Alex erlebt ihre Geschichte im November 1989 in Ostberlin. Das Gegenstück bietet ihre Großmutter, deren Lebensgeschichte knapp vor dem ersten Weltkrieg beginnt.

Ich persönlich mochte den Plot von Alexandras Großmutter Paula ein klein wenig lieber, immerhin erfährt man als Leser einige Eindrücke aus Zeiten, die man nur durch Geschichtsbücher kennt.
Doch auch Alex‘ Geschichte konnte mich berühren.
In Als wir unsterblich waren gibt es mehr als nur einem angenehmen und liebgewonnenen Charakter für mich. Ich habe mich mit den Figuren angefreundet, habe ihre Erlebnisse und Ängste geteilt, war bei freudigen Festen zugegen und wollte mich letzten Endes gar nicht mehr von ihnen trennen. Zu sehr hat mir der Rückblick Paulas auf ihr Leben gefallen. Zu interessant war das Geheimnis, dass Vergangenheit und Gegenwart verbindet.

Manch einer Person mag die Enthüllung des Geheimnisses vielleicht zu wenig erscheinen, aber mir hat es sehr gefallen. Ich konnte zwar erahnen, wie die Lösung in etwa aussieht, aber dennoch fühlte es nicht vorhersehbar oder plump an. Es war für mich, als Frau vor allem, sehr verständlich und es lief mir mehr als eine Träne die Wange hinunter, als ich letztendlich sämtliche Irrungen des Schicksals für mich zusammengesetzt hatte.

Als wir unsterblich waren ist ein gefühlvoller Roman, der zum Lachen und Weinen einlädt, der einem eine ganze Familie toller Figuren zur Freundschaft stellt und dabei die ernsten Themen des damaligen Lebens nicht außer Acht lässt.

Fazit

Ein Buch, das all jene lesen müssen, die aufgeteilte Plots lieben. Ein Muss auch für alle, die Gefallen daran gefunden haben, Bücher mit Familiengeheimnissen zu lüften. Ein Buch, das mir wunderbare Stunden beschert hat. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. 5/5 Punkten.