[Rezension] „Black Dagger – Vishous & Jane“

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Titel „Black Dagger – Vishous & Jane“
Reihe Black Dagger
Band 5. Band
Autor J.R. Ward
Übersetzer Astrid Finke
Illustrator
Verlag Heyne Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Fantasy, Erotik
Preis 9,99€
Seitenzahl 736 Seiten
Bewertung .....

„Black Dagger – Vishous & Jane“ in drei Worten?

Knisternd, traurig-schön, spannend.

Cover & Gestaltung von „Black Dagger – Vishous & Jane“?

Wie alle Bände der Sonderausgabe auch, ist Band 5 der Reihe um die Krieger der Black Dagger in schwarz gehalten. Lediglich der Reihen- und Untertitel sind in auffallenden Farben gestaltet. Bei „Black Dagger – Vishous & Jane“ handelt es sich dabei um einen wunderschönen Grünton, der ein wenig ins Türkis geht. Der Reihentitel ist wie immer erhaben und in Glanzoptik gearbeitet.

Worum geht es in „Black Dagger – Vishous & Jane“?

In Band 5 der Reihe geht es um den Krieger Vishous und seine erschütternde Vergangenheit sowie seine Zukunft. Dass keine Lebensgeschichte der Brüder sonderlich rosig und glücklich ist, sollte als gegeben betrachtet werden. Dennoch hat man es mit Vishous mit einem besonderen Bruder zu tun, der sich erst über seine eigenen Gefühle und Persönlichkeit bewusst werden muss. Jane ist dabei ein wichtiger Bestandteil, hat aber auch ihr eigenes Familienschicksal.

Der Schreibstil von J.R. Ward?

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich es noch anders sagen soll, denn ich mag ihren Schreibstil. Und da es noch so viele Bücher über die Bruderschaft gibt, werde ich mir wohl mit der Zeit einen festen Text überlegen, denn so langsam kann ich es nicht mehr anders in Worte fassen. Ich mag ihre Schreibe unwahrscheinlich gerne. Sie passt sich immer an den jeweiligen Charakter an, trifft mit ihrer Wortwahl ins Schwarze, drückt sich sehr angenehm und nicht obszön aus – was vor allem bei den Erotikszenen sehr wichtig für mich ist, da das schnell billig wirken kann – und hat ein gutes Gleichgewicht zwischen Dialog und Beschreibung. Einfach super.

Das Figurenpersonal in „Black Dagger – Vishous & Jane“?

Die bisherigen Figuren der Bruderschaft tauchen nach wie vor in der Geschichte auf. Nicht immer ist jede Figur auch als Protagonist ausgewählt, weshalb der ein oder andere liebgewonnene Charakter der vorherigen Bücher ins Hintertreffen gerät. Dafür lernt man neue Figuren kennen, die von ihrer Randposition mitten ins Geschehen gezogen werden. Vishous war für mich eine Figur, deren Geschichte mich sehr überrascht hat. Aus den vorherigen Büchern ist er mir als Superhirn im Gedächtnis geblieben, das viele Sprachen spricht und sehr viel Wissen anhäuft. Über seine Geschichte wurde nicht allzu viel bekannt, sodass ich umso geschockter war, seine Geschichte mit seinem gebildeten Wesen überein zu bekommen. Jane hat mir, als zweite Figur im Fokus der Geschichte, sehr gefallen. Sie ist resolut, weiß was sie will und ist nicht auf den Mund gefallen. Sie hat mir sehr imponiert. Gemeinsam geben die beiden ein wundervolles Team ab.
Wie immer bin ich sehr zufrieden mit den Figuren, da sie mehrere Ebenen und Tiefe haben. Zwar gibt es auch die typischen Klischees, die aber sehr gut eingebaut sind. Jeder Charakter hat seine Eigenheit, wodurch sie greifbar und real wirken.

Positives über „Black Dagger – Vishous & Jane“?

Ich bin nur so durch das Buch geflogen! Ich kann die Bücher über die Bruderschaft momentan kaum aus der Hand legen, so schnell inhaliere ich sie. Der Plot, der trotz der persönlichen Geschichte eines Bruders, immer weiter vorangetrieben wird, ist spannend und abwechslungsreich. Es gibt viele Nebenschauplätze und -handlungen, die nach und nach in die Haupthandlung eingebunden werden. Meist auf eine Weise, die ich so nicht erwartet hätte. Die Figuren und Charakterentwicklung gefällt mir in den Büchern sehr gut und auch der Umgang mit Erotikszenen sucht seinesgleichen.

Kritik an „Black Dagger – Vishous & Jane“?

Ja, es ist das erste Mal, dass ich an einem Buch der Reihe etwas zu mäkeln habe. Aus Gründen der Spannung werde ich euch nicht verraten, was mich gestört hat. Aber ich war doch sehr entzürnt darüber, was gegen Ende des Romans passiert ist. Warum? Das war und ist die Frage, die mich auch jetzt noch beschäftigt. Ich finde das nicht fair und protestiere, wenngleich ein Protest nicht unbedingt etwas an den Geschehnissen ändert. Aber trotzdem, es geht ums Prinzip!

Empfehlung zu „Black Dagger – Vishous & Jane“?

Ich kann Band 5, trotz meines kleinen Protests, wieder Leserinnen ans Herz legen, die einen super strukturierten, spannenden und emotionalen Vampirroman lesen wollen. In „Black Dagger – Vishous & Jane“ wird alles geboten, was ich an einem guten Fantasy-Erotikroman schätze, ohne dabei platt oder obszön zu werden. Eine Leseempfehlung für alle Fans der Black Dagger und die, die es noch werden wollen.


[Rezension] „Heiße Liebe – Kalter Tod“

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Titel „Heiße Liebe – Kalter Tod“
Reihe
Band
Autor Pia Hepke
Übersetzer
Illustrator
Verlag Papierverzierer Verlag
Erschienen als Ebook
Genre Märchenadaption, Roman, Phantastik
Preis 1,99€ [LE]
Seitenzahl 184 Seiten
Bewertung ...

„Heiße Liebe – Kalter Tod“ in drei Worten?

Märchenhaft, klassisch, modern.

Cover & Gestaltung von „Heiße Liebe – Kalter Tod“?

Das Cover ist überaus passend gestaltet. Zu sehen ist eine junge Frau in heller Kleidung, deren Accessoires und Makeup stark winterlich wirken. Das Herz, das sie in Händen hält, passt perfekt zur Thematik der Märchenadaption rund um die „Schneekönigin“.

Worum geht es in „Heiße Liebe – Kalter Tod“?

„Heiße Liebe – Kalter Tod“ ist eine moderne Märchenadaption der „Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen und weiteren winterlichen Figuren der Mythensage. Hierbei mischen sich klassische Märchenelemente mit moderner Phantastik und Figurenkonzeption. Der Beginn des Romans ist durch und durch modern, während hingegen der Hauptteil der Handlung stark an den Märchenklassiker von Hans Christian Andersen angelehnt ist, diesen allerdings modernisiert und auf ganz eigene Weise adaptiert.

Der Schreibstil von Pia Hepke?

Pia Hepke schreibt sehr bildlich und detailliert. Dass bedeutet jedoch nicht, dass die Umgebung bis ins kleinste Detail beschrieben wird, sondern dass das Innenleben der Protagonistin Elsa sehr genau dargestellt ist. Leser, die längere Passagen innerer Sicht nicht so schätzen, sollten vorsichtig in diesen Roman hineinlesen, mir hingegen hat der sehr bildhafte Stil gut gefallen. Die Wortwahl und die Ausdrucksweise der Autorin reichen von klassisch-hochsprachlich bis umgangssprachlich, die sich – je nach Figur – an den Charakter und die Situation anpassen.

Das Figurenpersonal in „Heiße Liebe – Kalter Tod“?

„Heiße Liebe – Kalter Tod“ kommt mit wenigen Figuren auf. Neben der Protagonistin Elsa, deren Alter nicht wirklich festgestellt werden kann, wie es sich für Märchen üblicherweise gehört, gibt es noch Jack Frost, die Schneekönigin, Väterchen Frost, den süßen Jack Russel James und Elsas Schwester Aurora. Es kommen noch einige Figuren vor, die ich euch allerdings nicht spoilern will. Sehr viel mehr Figuren braucht die Handlung jedoch nicht. Zudem konnten mich die meisten Figuren von sich überzeugen. Elsa ist eine niedliche Protagonistin, die mir direkt sympathisch war und auch Jack Frost mochte ich. Die Entwicklung einiger Figuren konnte mich überzeugen und begeistern, da sie eine Modernisierung und Adaption der klassischen Märchenfiguren bedeuteten. Lediglich Elsas Schwester Aurora war ein wenig außen vor.

Positives an „Heiße Liebe – Kalter Tod“?

Pia Hepke hat mit ihrem Märchenroman einen Spagat zwischen Original und Adaption geschaffen, der mir gut gefallen hat. Sie nutzt klassische und in meinen Augen unabdingbare Elemente, transferiert sie und baut sie in ein neues Setting ein. Dabei überzeugt sie. Ihre Geschichte ist authentisch und angenehm zu lesen, bereitet einem Freude und macht einem Lust darauf, in den alten Märchenbüchern zu schmökern. Darüber hinaus modernisiert sie klassische Märchenfiguren auf ihre ganz eigene Weise und gibt ihnen somit etwas Besonderes.

Kritik an „Heiße Liebe – Kalter Tod“?

Ich fand es sehr schade, dass die eigentliche Haupthandlung erst recht spät im Roman anläuft. Der Plot ist gegen Ende nämlich sehr flott und spannend, was nicht zu dem – im Vergleich dazu – recht langen und langatmig wirkenden ersten Teil des Romans passt. Vor allem am Ende hätte ich mich über einen kleinen Ausblick gefreut, beziehungsweise Passagen während der Reise weiter ausgebaut, die viel Potential haben.

Empfehlung zu „Heiße Liebe – Kalter Tod“?

„Heiße Liebe – Kalter Tod“ ist eine wundervoll Märchenadaption, die ein Mittel zwischen Märchen und Roman findet, dabei aber seine eigene Märchenhaftigkeit entwickelt. Trotz kleinerer Schwächen bin ich sehr froh, diesen Roman gelesen zu haben, da er einen in eine wundervoll winterliche Märchenwelt entführt. Nicht nur Märchenfans sollten einen Blick in Pia Hepkes „Heiße Liebe – Kalter Tod“ werfen. Ich danke dem Papierverzierer Verlag und Lovelybooks herzlich für die Bereitstellung eines Leseexemplars im Zuge der Leserunde von „Heiße Liebe – Kalter Tod“.


[Rezension] „Addicted to you – Bedingungslos“

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Titel „Addicted to you – Bedingungslos“
Reihe Addicted to you
Band 3. Band
Autor M. Leighton
Übersetzer Kerstin Winter
Illustrator
Verlag Heyne Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Erotik, NA, Romance
Preis 8,99€ [RE]
Seitenzahl 368 Seiten
Bewertung ....

Das Buch in drei Worten?

Aufschlussreich, spannend, machohaft.

Wie ist das Cover?

Das Cover unterscheidet sich von seiner Aufmachung nicht von den beiden Vorgängern. Wieder ist ein Paar zu sehen, das einen intimen Moment teilt. Jedoch hat sich die Rahmenfarbe erneut verändert und ist im Abschlussband der Trilogie grün.

Wie war die Handlung?

Der dritte Band nimmt die Handlungsstränge aus den Vorgängerbänden auf, fügt sie zusammen und löst die Geschichte schließlich plausibel auf. Vor allem die Gerichtsverhandlung hat mir gut gefallen, da sie sich von dem untergrundmäßigen, kriminellen Gehabe absetzt, das zwischenzeitlich propagiert wurde. Anders als bei den ersten beiden Bänden stehen nicht Olivia und Cash im Fokus, sondern Marissa und Nash. Dies fand ich sowohl gut als auch schade. Schade, da ich mich an Olivia und Cash gewöhnt hatte, schön, da auch zwei anderen wichtigen Figuren die Möglichkeit gegeben wurde, mich von ihnen zu überzeugen.

Wie waren die Figuren?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit Nash so meine Probleme habe. Er ist mir zu hart, zu kämpferisch, zu gewollt machomäßig. Natürlich ist seine Vergangenheit hart, aber das heißt nicht, dass man ein Arschloch sein darf. Und seine zwischenzeitlichen Benimmkurse aus der Vergangenheit passten so überhaupt nicht ins Bild. Immerhin legt er seine möchtegern-harte Haltung im Laufe des Romans ab, die ohnehin nicht zu ihm passte. Marissa hingegen konnte mich mehr von sich überzeugen. Ich konnte sie nicht auf Anhieb und auch nicht in jeder Situation so gut leiden wie Olivia, aber sie hat sich merklich verändert. Kein Wunder, nach dem was ihr passiert ist. Einige Situationen konnte ich nur kopfschüttelnd lesen – ich denke da an eine gewisse Badezimmerszene – in der sie sich meiner Meinung nach gut und gerne hätte verteidigen können. Da war Nash einfach skrupellos und das gefiel mir gar nicht.

Wie war der Schreibstil?

Zum Schreibstil kann ich gar nicht so viel mehr sagen, als bisher schon. Einen minimalen Unterschied merkt man zwischen den beiden Männern schon: Während Cash auch in Gedanken schimpft und entsprechende Ausdrücke benutzt – um so den ursprünglich „wilderen“ der beiden Brüder zu vertreten – hält Nash sich ab einem gewissen Zeitpunkt aufgrund seiner Erziehung zurück – der „liebe“ Bruder.

Was war gut?

Ich fand es gut, dass dieser Band ab circa der Hälfte weg vom organisierten Verbrechen kommt. Ich mochte die Onemanarmy nicht, die Cash, Nash und einer ihrer Freunde darstellten nicht. Es wirkte einfach zu unrealistisch, zu gestellt. Aber hey, es ist ein Buch! Gut gefallen hat mir auch, dass man die Entwicklung aller Figuren erkennen kann. Aus den ultraharten Kerlen werden verschmuste, aber dennoch harte Männer. Ich bin romantisch veranlagt und liebe happy Ends. Ich gebe es ja zu!

Was war nicht so gut?

Es gab einige Stellen, die mir nicht so gut gefallen haben. Die Betonung auf männliche Härte und Stärke habe ich bereits erwähnt. Darüber kann ich noch schmunzeln. Was mich jedoch aufregte, was Nashs gelegentliches Verhalten Marissa gegenüber. Dieses typisch machohafte, das ein Kerl eine Frau benutzen kann. Ich mag das nicht. Gegenseitiger Respekt ist mir absolut wichtig und den kann man jedem entgegenbringen, auch wenn man nur einen Onenightstand will!

Gibt es etwas Außergewöhnliches?

Auf die Zwillingsthematik bin ich in den letzten beiden Rezensionen bereits zur Genüge eingegangen.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Das kann ich auf jeden Fall. Wer spannende Romane des Erotikgenre mag, ohne übertriebene und zu haarsträubende Sexszenen zu lesen, der ist mit dieser Trilogie gut beraten. Man sollte über die einen oder anderen Stereotypen hinwegsehen können, die sich zwischenzeitlich einschleichen. Kann man das, hat man eine Reihe, die einen zum Lachen bringt und einige gute Szenen bietet, in denen man die Bücher nicht weglegen möchte. Auch eine glaubwürdige Charakter- und Plotentwicklung wird einem geliefert. Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von „Addicted to you – Bedingungslos“.


[Leseeindruck] „Harry Potter“

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Die Harry Potter-Reihe und mich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Obwohl ich recht spät erst in den Hogwarts-Express zusteigen durfte, der zu diesem Zeitpunkt bereits die halbe Welt in seinen Bann gezogen hatte, bin ich unendlich froh darüber.
Ich möchte meine Kindheit mit Harry, Ron und Hermine nicht missen. Die drei und ihre Abenteuer haben meine Welt bereichert, mich gelehrt, dass Freundschaft wichtiger ist als Einfluss oder Macht. Wenn man gute Freunde an seiner Seite hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten. Liebe ist stärker als Hass und kann alles überdauern.
Und ich muss sagen: Es stimmt. Als Gruppe fühlt man sich stark, und sollte in seiner Stärke auch gerecht handeln. Wer liebt, kann hassen, aber auch verzeihen. Und wo wäre die Menschheit ohne Vergebung?

Joanne K. Rowlings Schreibstil nimmt mich immer unmittelbar nach der ersten Überschrift gefangen. Er ist bildhaft und umgarnt mich. Er macht es mir einfach, in die Welt des Zauberlehrlings abzutauchen, derer ich so gerne Teil wäre, dass ich sogar noch heute davon träume meinen Brief zu erhalten. Und nicht nur der Schreibstil, vor allem die liebevollen und tollen Figuren leisten einen großen Beitrag. Was ist es, das uns so an Harry und seinem Schicksal teilhaben lässt? Liebe und Mitgefühl. Wir sehen in dem Jungen, der so neu in diese Welt kommt, berühmt und doch ein Außenseiter ist eine Person, mit der wir gerne befreundet wären.
Wir würden ihm, sofern wir bereits älter sind als 11 Jahre, gerne eine Hand reichen, um ihm zu helfen oder ihn sogar gerne knuddeln wie Molly Weasley es macht.
Und als er endlich seinen Platz in der Welt und Freunde findet, durchströmt uns das massive Gefühl von Glück. Aber auch Trauer ist allgegenwärtig. Sei es, wenn wir Harrys Schicksal bedenken, an seine Zukunft denken oder all die Todesfälle innerhalb der Reihe miterleben müssen; es wird nicht einfacher, egal wie oft man die Stellen liest.

Die einfachste Antwort auf die Frage, warum ich so gerne Harry Potter lese, ist diese: Wegen der Magie. Sie ist allgegenwärtig. Natürlich zum einen im Thema, immerhin geht es um einen jungen Zauberer. Aber auch die Magie, die Joanne K. Rowling mit ihren Worten heraufbeschwört. Die Bilder bilden sich von alleine, der Fantasie sind keine Zügel anzulegen. Die Magie, die bereits erwacht, wenn man das Buch nur ansieht und aus dem Regal holt. Es bleibt einem einfach nichts anderes übrig, als Harry, seine Freunde und seine Geschichte zu lieben.


[Leseeindruck] „Das Tagebuch der Anne Frank“

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„Das Tagebuch der Anne Frank“ von Anne Frank, 7,95 Euro als Taschenbuch.
Erschienen bei Fischer.

Als ich „Das Tagebuch der Anne Frank“ beendet hatte, wusste ich nicht so recht, was ich mit dem Buch bezüglich einer Rezension anfangen soll. Es könnte aufgefallen sein, dass ich in der Leseliste meines Blogs keine Punkte für das Tagebuch vergeben habe. Ich weigere mich einfach, ein Werk, das eine solche Botschaft transportiert unter denselben Maßstäben zu bewerten, wie rein fiktionale Bücher. Für mich ist der autobiografische Aspekt des Buchs einfach zu zentral, zu unübersehbar, als dass ich diesem Buch Punkte vergeben oder abziehen hätte können.

Die Geschichte der Anne Frank dürfte jedem bekannt sein, da ihr Schicksal dem zu vieler Menschen in den Jahren 1933 bis 1945 ähnelte. Trotz der tödlichen Situation, der beengten Verhältnisse und der tiefen Hoffnungslosigkeit hat dieses Mädchen sich ihren Mut bewahrt. Sie hat es geschafft, jeden Tag aufs Neue aufrecht zu sein, ein kleines Lächeln auf den Lippen zu haben und das Beste aus dem zu machen, das ihr zur Verfügung stand. Damit allein hat sie schon meinen Respekt erlangt.

Trotz ihrer jungen Jahre hat Anne Frank eine Selbstreflektion entwickelt, die vielen Erwachsenen heutzutage fehlt. Sie schüttet ihrem Tagebuch ihr Herz aus, über all das, was sie bewegt. Das mögen für einige belanglose Adoleszenzproblemchen sein, für mich sind sie der Beweis, dass dieses Mädchen trotz all der Regeln, die ihr Überleben sicherten, der Gefahren und Angst immer noch ein junges Mädchen war. Dennoch wird sie im Laufe der Zeit reifer und erwachsener, revidiert oder konkretisiert bereits getroffene Aussagen und verfügt über eine Abgeklärtheit in manchen Dingen des Lebens, die mich überraschte.

„Das Tagebuch der Anne Frank“ mag kein Ausbund spannender Erzählungen sein, doch es ist ein wahrhaftiges Zeugnis der Zeit; ein Abbild, das uns davor bewahren sollte, dieselben Fehler zu wiederholen.


[Leseeindruck] „Der kleine Prinz“

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„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry begleitet mich bereits seit meiner Kindheit. Erstmals 1943 in Frankreich erschienen, landete das Buch einige Jahrzente später in Form eines wunderschönen und durch sehr liebevoll gestaltete Zeichnungen versehenen Taschenbuchs samt Hörspielkassette in meinem Kinderzimmer. Zusammen mit meiner Mutti habe ich den kleinen Prinzen auf seiner abenteuerlichen Reise begleitet, die Kassette rauf und runter gehört und konnte schließlich nicht mehr genug von der zauberhaften Geschichte bekommen.
Als wir das Buch in der 7. Klasse im Französischunterricht besprachen, glaubte meine damalige Lehrerin mir einfach nicht, dass ich ein solches Buch bereits in der Grundschule gelesen hätte. Dass meine Mutti mir alle unbekannten Worte und Abläufe erklärte, da sie das Buch beim ersten Mal mit mir zusammen las, tat nichts weiter zur Sache. Dennoch, dieses Buch ist ein unabdingbares Stück Kindheit für mich.

 

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Als dann in unserer Stadt ein Theaterstück über den kleinen Prinzen aufgeführt wurde, zögerte meine Mutter nicht lange und kaufte zwei Karten. Auch sie wurde vom kleinen Prinzen, seiner Rose und seinem Schaf verzaubert. Dort erstand ich dann meine erste gebundene Ausgabe des geliebten Werks, das ich sogar von den Hauptdarstellern des Theaterstücks unterschrieben bekam. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen wie stolz ich darüber war, Unterschriften von dem kleinen Prinzen und dem Flieger bekommen zu haben.

Was mich neben den Zeichnungen wirklich in seinen Bann gezogen hat, ist die wundervolle Sprache des Buchs. Ich habe die Geschichte so oft gelesen, dass ich einige Stellen auswendig aufsagen kann, dennoch verblüfft mich die Poesie des Werks jedes Mal aufs Neue. Der Schreibstil, der so fließend und melodisch ist, der greifbar im Raum steht und dabei so lebhaft und leicht wirkt, verzaubern den Leser zusätzlich.

Selbst Jahre später hat meine Begeisterung für das Buch noch immer nicht nachgelassen, weshalb Geschenke rund um den kleinen Prinzen an mich sich recht großer Häufigkeit erfreuen. Neben der Hörspielkassette, einem Taschenbuch, der gebundenen Ausgabe und einer Hörspiel-CD habe ich nun noch ein Gute Nacht-Geschichten Buch und einen Zitatekalender.

 

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Ich habe euch einfach mal die erste Seite fotografiert, da sie bereits die wundervolle Botschaft des gesamten Buchs inne hat. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass ich dieses Büchleich jemals ermüdent oder gar langweilig finden könnte, zusehr berührt mich dafür die Aussage der Geschichte. Ich hoffe, dass diejenigen unter euch, die diesem Buch noch keine Chance geben konnte, denen diese Begegnung also noch aussteht, dass ihr sobald wie möglich dem kleinen Prinzen begegnet und die Zeit mit ihm mindestens geauso sehr genießt, wie ich es kann.