[Rezension] Die Kleidermacherin

2 Kommentare
Titel Die Kleidermacherin
Reihe
Band Einzelband
Autor Núria Pradas
Übersetzer Sonja Hagemann
Illustrator
Verlag Penguin Verlag
Erschienen als Broschiertes Taschenbuch
Genre Roman
Preis 10,00€ [RE]
Seitenzahl 401 Seiten
Bewertung ....

Die Kleidermacherin in drei Worten?

Berührend, historisch, wechselhaft.

Cover & Gestaltung von Die Kleidermacherin?

Ich bin ja eine kleine Coverästhetikerin. Schöne Cover erfreuen mein Herz. Vor allem Cover im Stil von Die Kleidermacherin: Klar, hell und freundlich, stilvoll, aufgeräumt und einladend. Die Farben des Covers passen super zueinander, die Frau und der Titel stechen deutlich hervor. Alles in allem ein sehr gelungenes Cover. Der kleine Aufkleber, auf dem ein Kurzzitat meiner aktuell liebsten Autorin in Punkto Familiensaga zu lesen ist, verleitete mich endgültig dazu, das Buch haben zu wollen.

Worum geht es in Die Kleidermacherin?

Die Kleidermacherin passt thematisch recht gut zu den Werken von Anne Jacobs, die mit ihrer Tuchvilla-Saga mein Leserherz für sich gewinnen konnte. Allerdings dreht es sich hier weniger um die Geschicke einer Familie als die eines Modehauses, das in den Wirren des Bürgerkriegs in Barcelona sein Fortbestehen sichern muss. In enger Verbindung werden die Schicksale und Geschichten der Menschen erzählt, die mit Santa Eulalia zusammenhängen.

Der Schreibstil von Núria Pradas?

Núria Pradas erzählt lebhaft, bildlich und dialogreich die Schicksale diverser fiktiver Figuren, die sie gekonnt um historische Ereignisse gesponnen hat. Die Autorin wird zur Texterin im Wortsinne: Nicht nur, dass sie ein enges Textgewebe aus Wörtern erstellt, sie erweist sich als Meisterin darin, Fiktionales und Historisches spannend und fesselnd zusammenzubringen. Dabei ist der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen. Man erhält geschichtliche Informationen, ohne darüber zu stolpern. Ein rundum gelungenes Werk.

Das Figurenpersonal in Die Kleidermacherin?

Ich muss zugeben, dass ich über das Figurenpersonal nicht allzu viel im Detail schreiben kann. Zu groß ist das Figurenpersonal, das Núria Pradas in ihrem Roman entwirft. Alle Figuren wirken greifbar und echt, sie haben durchaus Ecken und Kanten. Bei manchen war ich begeistert, andere konnte ich hingegen nicht in mein Herz schließen. Doch das ist nicht schlimm, denn die Vielfalt al Figuren und Perspektiven bereichert die Geschichte. Man erhält einen Rundumblick der Geschichte von Santa Eulalia, das Schicksal der Menschen zur Zeit des Bürgerkrieges in Barcelona und hat mit einigen wiederkehrenden Figuren einen sicheren Hafen. Die Perspektivwechsel und Eindrücke sind bunt wechselhaft wie das Leben selbst. Daher verzeiht es mir, wenn ich an dieser Stelle nicht auf Charakterentwicklung und -eigenschaften der Protagonisten eingehen kann – dafür ist das Figurenpersonal schlicht und ergreifend zu groß, die Perspektivwechsel zu ausgewogen, um einige wenige Protagonisten auszumachen.

Positives zu Die Kleidermacherin?

Mir hat Die Kleidermacherin mit ihren vielen Perspektiven, der historischen Zeitgeschichte, dem perfekten Verweben von Fiktionalem und Historischen und der Flair der Epoche sehr gut gefallen. Das Buch bietet einem aufgeschlossenen Leser tiefe Einblicke in eine turbulente Zeit, ist abwechslungsreich und spannend, da es viele Perspektiven auf eine zentrale Konstante, in diesem Fall das Modehaus, vereint.
Als besonders gelungen empfinde ich die Darstellung der Atmosphäre um 1900: Alles ist in Begriff, sich zu verändern. Die Moderne kommt und reißt althergebrachte Traditionen mit sich. Krieg und Hoffnung wechseln sich ab. Alles in allem wurde diese wechselhafte Zeit und Stimmung im Roman sehr gut eingefangen.

Kritik an Die Kleidermacherin?

Ein wenig hat mir eine eindeutige Bezugsperson dann stellenweise doch ein wenig gefehlt, vor allem in Bezug auf den Titel des Werks. Es ist ja die Rede von einer Kleidermacherin, allerdings wurde mir im Verlauf des Romans nicht klar, welche der vielen tollen Frauenfiguren damit anzitiert wurde. Zumal es im Endeffekt ein Mann ist, der Entwürfe für das Modehaus anfertigt. Dass Titel und Roman somit nicht ganz übereinkommen, finde ich sehr schade.

Empfehlung zu Die Kleidermacherin?

Ich kann das Buch offenen Lesern empfehlen, die Geschichten mit Perspektivwechseln und einem großen Figurenpersonal schätzen. Zudem sollte man eine gewisse Freude am Modethema und der Zeit um 1917 mitbringen, da man ansonsten von den thematischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts gelangweilt sein könnte. Ich danke dem Penguin Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Kleidermacherin.


[Rezension] Holly – Die verschwundene Chefredakteurin

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Titel Holly – Die verschwundene Chefredakteurin
Reihe Holly – Die verschwundene Chefredakteurin
Band 1. Band Februar
Autor Anna Friedrich
Übersetzer
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Frauenroman, Chick-Lit
Preis 5,00€ [RE]
Seitenzahl 160
Bewertung ...

Das Buch in drei Worten?

Kurz, intrigant, überbordend.

Das Cover?

Die Buchreihe Holly handelt von einer Zeitschrift und ihrer Redaktion. Und genau das sieht man auf dem Buchcover. Ich bekam das Buch in einer typischen Zeitschriftenfolie verpackt. Auch das Format entspricht den hochpreisigen Hochglanzfrauenmagazinen, die monatlich erscheinen. Auch Holly erscheint monatlich und kann durchaus in Gestaltung und Format mit den Zeitschriften mithalten. Das Thema wurde gut getroffen und umgesetzt.

Die Handlung/das Setting?

Im Mittelpunkt steht der Verlust der großartigen Chefredakteurin Annika Stassen, die Intrigen und Machtverhältnisse innerhalb des Verlags und auch außerhalb. Warum verschwindet die Chefredakteurin? Was steckt hinter den einzelnen Personen? Im ersten Band wurden viele Fragen gestellt, wenige beantwortet und viel Potential aufgezeigt, das nicht vollends genutzt wurde.

Der Schreibstil?

Der Schreibstil war ein wenig unstet. Es wirkt, als hätten die verschiedenen Autorinnen jeweils einen Teil der Geschichte geschrieben. Manchmal scheint es, als existierten Übergänge und Brüche. Das hat mich beim Lesen so dermaßen irritiert, dass ich recherchiert habe. Herausgefunden hatte ich dann, dass unter dem Pseudonym Anna Friedrich verschiedene Autorinnen stehen.

Die Figuren?

Das war vermutlich der Schwachpunkt der Geschichte. Es wurden enorm viele Figuren eingeführt, die relativ oberflächlich bleiben. Natürlich steht bei dieser Art Geschichte keine tiefschürfende Charakterbildung im Vordergrund, als vielmehr die Unterhaltung der Leserinnen. Dennoch hätten sie ein wenig ausbordender gestaltet sein können. Zudem war ich zeitweise mit all den auftauchenden Figuren überfordert.

Positives?

Die Gestaltung der Buchreihe finde ich wirklich sehr gelungen. Auch steckt viel Potential in der Geschichte. Allerdings bin ich mir gerade nicht so wirklich sicher, ob ich die Reihe fortsetzen würde.

Negatives?

Es gibt ziemlich viele Personen, die man recht oberflächlich kennenlernt. Es wurden unheimlich viele Fragen aufgeworfen, ohne eine ausreichende Grundlage zu bilden. Bisher ist vieles im Nebel, alles kann passieren. Das ist natürlich auch ziemlich gut, denn so bleibt für den Leser alles offen. Dennoch: Ein Kleinwenig mehr an Informationen, ein Kapitel mehr wären schon schön gewesen.

Empfehlung?

Der erste Band der Reihe um die Chefredakteurin der Holly hat einiges zu bieten. Leserinnen, die gerne Hochglanzmagazine lesen, sich an Klatsch und Tratsch der Modewelt erfreuen können, sind hier goldrichtig. Ich persönlich bin nicht so wirklich fashionaddicted und bin vielleicht nicht ganz die richtige Lesezielgruppe.